@Joey, vielleicht interessant für Dich ...
Zum Thema Obduktion/Nekropsie, hier mal das vorgeschlagene Vorgehen von "Stranded No More":
Das hatten sie schon Mitte April formuliert.
Das ist eine Mischung aus durchaus sinnvollen Forderungen, nicht erfüllbaren Wünschen und - sorry, wenn ich das so hart sage - Blödsinn.
Gehen wir mal durch:
Zitat:
First, on independence. The authors of the DMM/ITAW Gutachten of 7 April 2026 must not perform or supervise
the necropsy of the same animal. A necropsy performed by the same institutional network that produced the
prognosis is institutional self-review, not independent verification (...)
Das halte ich tatsächlich im Ansatz für eine sinnvolle Forderung. Wenn man das Resultat unabhängig von möglichen Interessenkonflikten oder dem (Selbst-)Bestätigungsbias halten will, ist das das richtige Vorgehen, auch ohne dass da besonderes Misstrauen vorhanden sein bräuchte.
Die Frage wäre eher: Wie praktikabel ist das? Wenn die weltweite Kommunity der Meeresbiologen bzw. spezialisierten Tierärzte ähnlich groß ist wie die der Astrophysiker (mit Spezialgebiet), könnte das schon ziemlich schwer umzusetzen sein. Da gibt es weltweit vielleicht eine nur dreistellige Zahl von Menschen, die qualifiziert wären, eine derartige Untersuchung durchzuführen. Und wenn sie untereinander gut vernetzt sind, kann es schwierig werden, jemanden zu finden, der mit einer gegebenen Teilmenge niemals zusammengearbeitet hat.
Zitat:
Second, on what the necropsy must distinguish. Any competent post-mortem must separate three categories
of pathological findings: (a) pre-existing chronic conditions present before 23 March 2026 that would have been
incompatible with survival regardless of intervention, (b) acute conditions resulting directly from the prolonged
stranding itself, and (c) conditions resulting from the denial of rescue and the inconsistency of supportive care
between 31 March and the date of death. These three categories have different implications and must not be
collapsed. (...)
Das ist zwar ein nachvollziehbarer Wunsch, das alles wirklich treffsicher trennen zu können... aber das ist schon bei menschlichen Autopsien nicht immer möglich. Möglicherweise haben sie hier ein wenig zu viel CSI geguckt...? Eine entsprechende Untersuchung am Kadaver eines Wals ist da sicher deutlich schwieriger, davon abgesehen, dass eine derartige Untersuchung wohl nicht in einem ruhigen Labor mit aller wissenschaftlicher Vorsicht wird stattfinden können, sofern das tote Tier nicht geborgen und abtransportiert wird.
Zitat:
Third, on consistency with the contemporaneous record. The necropsy cannot contradict what was publicly
and continuously observed. The animal was documented on the News5 livestream, in the Bild liveticker, and in
the 10 April interview given by Minister Backhaus himself as vocalizing, breathing, responding to stimulus, raising
his head, and moving his pectoral fins and tail fluke rhythmically, including coordinated forward movement of
three to four meters under his own power on the nights of 8 and 9 April. A necropsy report that claims paralysis,
2 that claims advanced neurological failure, that claims terminal respiratory collapse in the week before death, or
that otherwise asserts findings incompatible with the observed behavioural record, will be contradicting the public
documentary record, not Stranded No More. (...)
DAS halte ich z.B. für Blödsinn. Wir haben zwar durchaus Aufzeichnungen darüber, wieder Wal sich verhalten hat. Wir haben aber keine wirkliche Einordnung darüber. Z.B. auch mit neurologischen Beeinträchtigungen könnte ein Wal den Kopf heben, vocalisieren und auf Stimuli reagieren. Wir haben gesehen, dass und wie er sich bewegt hat, und wir haben gehört, dass er vokalisiert hat... wie das einzuordnen ist und dass das irgendwie sicher gegen z.B. neurologische Schäden o.ä. sprechen würde, DAS wissen wir nicht.
Zitat:
Fourth, on the pulmonary edema claim of 13 April. Press release No. 109/2026 of 13 April 2026 introduced a
specific clinical claim, that "water is accumulating in the whale's lungs," attributed to the ministry's scientific
advisors. This claim was made without any diagnostic procedure capable of establishing pulmonary edema in a
live large whale, and is therefore a prediction rather than a finding. The necropsy must address this claim directly
and must report whether pulmonary findings are consistent with, inconsistent with, or insufficient to support the
pre-mortem prediction (...)
Da könnte von mir aus gerne geschaut werden. Ich würde aber davon ausgehen, dass mindestens jetzt Wasser in der Lunge gefunden wird, weil ich stark vermute, dass er jetzt ertrunken ist. Ich weiß nicht, wie weit man dann jetzt noch eruieren kann, ob auch damals schon Wasser in der Lunge sich ansammelte war oder nicht.