Ich merke schon, ich habe hier wenig Unterstützung mit diesem Thema.
Es ist darum erst recht wichtig Gegenargumente zu liefern. Ich weiß schon, dass die Gentechnik unter Umständen problematisch sein kann. Allerdings gilt das nur sehr begrenzt für die grüne Gentechnik. Aber selbst bei der humanen
Gentechnik bin ich nicht generell dagegen.
Zitat:Es war provokativ, nicht 100% analog und sollte nur zeigen, dass man mit Dingen hantiert, deren Gefahren weitestgehend wie ein Spiel auf einem Pulverfaß anmuten oder einfach unbekannt sind.
Die wissenschaftliche Erkenntnis, "das ist ja nur eine Kernspaltung", da passiert dies und das, sagt nichts über die Gefahren einer Anwendung aus.
Ebensowenig, wie die Aussage "es ist nur ein Stückchen Codierung eines Bauplans, der ausgetauscht wird".
Nicht 100% analog ist eine Untertreibung. Es war fast gar nicht analog.
Außerdem ist sehr wohl bekannt, dass Kernspaltung gefährlich ist, dass das radioaktive Material viele Tausende von Jahren weiter strahlt, und dadurch
Mutationen im Erbgut von Lebewesen auftreten, was u.a. zur Bildung von Tumoren führt.
Wenn ein Gen hingegen für eine höhere Produktion von Vitamin A zuständig
ist, dann wird es genau das und nur das tun. Es könnte mutieren, aber das
können die arteigenen Gene auch. Die Gentechnik arbeitet mit dem was in der Natur vorkommt, und es kann alles biologisch abgebaut werden.
Zitat:Sie können nicht das Gleiche, sie sind ja verändert worden...
Und es ist ein unkontrollierbarer Eingriff in die Natur.
Sie können das gleiche wie in ihrer Ursprungsart. Dort haben sie auch nicht für
Chaos gesorgt. Außerdem weiß man ja, was sie tun, und daher ist es ein
kontrollierter Eingriff. Natürlich könnte ich theoretisch ein Gen in eine Pflanze einbauen, was für Menschen gefährliches Gift codiert. Aber dafür muss ich
auch genau jenes transfektieren. Soll ich das Rad abschaffen, weil viele
Kriegsfahrzeuge Räder haben?!
Zitat: Die Produktion gentechnisch veränderter Pflanzen hat bisher nur mehr Gifteinsatz erfordert.
Das ist eine sehr undifferenzierte Behauptung. Wenn ich eine für eine Gegend
ungeeignete Pflanze gentechnisch verändere, so dass sie zum Beispiel resistent gegen eine bestimmte bakterielle Erkrankung ist, hat sie ansonsten immer noch alle Nachteile der unveränderten Art, weshalb es wirklich so sein kann, dass sie eine schlechtere Fitness hat, als die regional typische Art.
Letztere Art sollte daher gentechnisch so verändert werden. Das ist aber (gewollte) Dummheit, und kein Problem, was mit dem Einsatz von Gentechnik zu tun hat.
Zitat:Abholzung großer Flächen hat nichts mit Einsatz von Gentechnik zu tun.
Wenn ich auf kleinerer Fläche einen größeren Ertrag bekomme, muss ich nichts abholzen. Es ging mir aber darum zu zeigen, dass Bioprodukte Luxus
sind, die sich ein Land mit Hungerproblemen nicht leisten kann, und dass zum
Beispiel Biosprit zur Abholzung von Regenwald führt. Das hat zwar nichts mit
Gentechnik zu tun, aber soll zeigen, dass der Begriff "Bio" eine Mogelpackung sein kann.
Zitat:Kriege wegen Hunger hat es immer wieder gegeben. Das hat auch nichts mit Gentechnik zu tun. Würde der Mensch seinen Fleischkonsum deutlich reduzieren oder besser noch, darauf verzichten, gäbe es kein "Hungerproblem". Ein "Nebenschauplatz" wäre in diesem Zusammenhang, dass ewiges Wachstum auf einer begrenzten Fläche (Planet Erde) einfach nicht möglich ist.
So wie Züchtung von Kulturpflanzen die Erträge langfristig enorm verbessert hat, wird dies die Gentechnik auch tun, weil es grundsätzlich dasselbe ist, bloß muss ich nicht warten bis zufällig eine Mutation auftritt, sondern kann eine Quasi-Mutation in die Pflanze einbringen.
Mit dem Fleischkonsum hast du übrigens absolut recht. Nur 10% der verfütterten Biomasse stehen dem Menschen dann als fleischliche Nahrung zur Verfügung. Man muss dennoch weiter an anderen Lösungen arbeiten.
Ewiges Wachstum ist nicht möglich, aber da ist noch sehr viel herauszuholen,
indem ich u.a. für höhere Erträge sorge, und damit die Hungerproblematik
eindämme.
Zitat:Biologischer Anbau weltweit zur Lösung der Nahrungsmittelversorgung ist wohl noch eine Illusion, aber auch das hat nichts mit Gentechnik zu tun.
Der Witz ist: Die vielleicht einzige Möglichkeit für biologischen Anbau (im Sinne
von: Keine oder weniger Herbizide, Fungizide, Insektizide) ist es Pflanzen gentechnisch zu erschaffen, die sich ohne Hilfe gegen Fressfeinde, "Unkräuter" und Krankheitserreger halten können, weil sie Resistenzen haben, widerstandsfähiger sind usw.
Ansonsten würde ich doch mal schauen, wie der Ertragsvergleich zwischen
Bio-Anbau und Hochleistungsanbau ist. Hätten wir genug zu essen in der Welt,
würde ich biologischen Anbau sofort unterstützen, aber so ist es nun mal nicht.
Zitat:Mir scheint, Du hast da wahllos einige Themen zusammengewürfelt, die aber allesamt aber nicht zu den Alternativen der Gentechnik zählen, da OT.
Die einzige Alternative ist wirklich den Fleischkonsum zu minimieren.
Das wäre auch anzustreben. Aber ich will ja gar keine Alternativen, und ich sehe auch sonst keine.
Zitat:Ja, klingt blöd. Das Versagen z.B. der Monsanto-Baumwolle in Indien hat zur Vernichtung der Existenz etlicher Baumwollbauern geführt, ohne Hoffnung auf Besserung. Viele von denen saufen das mitgelieferte Pestizid, um ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Die interessiert es einen Scheiß, ob irgend ein Wissenschaftler behauptet, die Biosphere sei nicht in Gefahr, was außerdem noch zu beweisen wäre.
Ich habe mir mal paar Artikel durchgelesen, und da wird als Negativpunkt
die Abhängigkeit vom Monsanto-Konzern genannt. Ich habe extra einen
neutralen (sogar eher negativen) Artikel gewählt:»Die technischen Vorteile der Bt-Pflanzen sind schwer zu bestreiten« sagen Wissenschaftler aus den USA, siehe hier:
http://www.zeit.de/2008/02/Mali
Die gentechnisch veränderte Pflanze ist also
erfolgreich.
Dass dies der Konzern unter Umständen ausnutzt ist ein Problem des Kapitalismus, nicht der Gentechnik.
Zitat:Genau das ist ja der Fall.
Und in das Konzept der Gewinnmaximierung, passt die Anlage eines größeren Genpools nicht. Das ist Monsanto egal.
Ich wiederhole mich: Dass dies der Konzern unter Umständen ausnutzt ist ein Problem des Kapitalismus, nicht der Gentechnik.
Zitat:Aber eben auf Artverwandte, was alleine schon nicht wünschenswert ist.
Wenn die artverwandte Pflanze auch resistent gegen einen bestimmten Keim wird, ist dadurch aber kein wirkliches Problem entstanden. Ok, wenn ich
eine Pflanze mit einem Gen ausstatte, was eine höhere Herbizid-Toleranz
verursacht, dann kann ich die artverwandten Pflanzen, die unter Umständen
durch Hybridisierung auch herbizidtolerant geworden sind, schwerer bekämpfen.
Zitat: Das ist mMn der Kardinal-Denkfehler.
Solange alles auf Wachstum ausgerichtet ist, kann das Ernährungsproblem nicht gelöst werden. Irgendwann ist der Planet voll...
Natürlich sollte man dafür sorgen, dass Kondome benutzt werden usw., aber
ich kann die Leute ja nicht zwangssterilisieren, und Gentechnik erlaubt noch eine größere Weltbevölkerung, auch wenn irgendwo natürlich dann auch wieder eine Grenze ist.
Zitat:Wunschdenken Wissenschaftsverblendeter.
Die Wissenschaft hat unser Leben seit Beginn der Steinzeit drastisch verbessert,u.a. Krankheiten ausgemerzt, Arbeit erleichtert usw. Natürlich
kann man Wissenschaft als Waffe einsetzen. Du benutzt schon allein einen
Computer zum intellektuellen Austausch, inklusive der vielen anderen
Vorteile, die du durch die Wissenschaft hast.
Zitat:Wenn es überhaupt mal richtig verstanden wird, dann ist soviel Zeit vergangen, dass die Menschheit als Versuchskaninchen schon längst dezimiert ist. Aber vielleicht ist das ja die Lösung...
Ich habe nicht von der Veränderung des menschlichen Genoms gesprochen,
wobei ich Erbkrankheiten auch gentechnisch heilen würde. Ist auch die einzige
Möglichkeit diese Krankheiten (DNA-Code-Fehler) zu bekämpfen.
Zitat:Welcher "Nichtgroßkonzern soll denn in der Lage sein, derart teure Forschung zu betreiben, das wäre ja noch schöner, dann wäre "Trail and Error" Gang und gäbe und die gemachten Fehler würden sich potenzieren
Der Staat zum Beispiel, inklusive größerer Kontrolle der Konzerne.
Zitat:Solange Gentechnik nicht richtig verstanden wird, ist jede "Pfuscherei" gefährlich und muß unterlassen werden.
Ich kann nur verstehen, indem ich etwas anwende. Und sehr vieles ist verstanden. Ich kannte mich damit auch mal etwas besser aus als jetzt,
habe mich ein paar Jahre nicht mehr viel damit beschäftigt. Und "Hazardeure" sind die Wissenschaftler auch nicht.
Zitat:Es ist wie bei der sogenannten "alternativen Energie", anstatt in diese zu investieren (was sich mittlerweile ein wenig ändert) wird auf gefährliche und zu teure Technik (z.B. Kernkraft) gesetzt.
Alternative Energien sind zum großen Teil sehr fortschrittliche Technologien,
und eben nicht revisionistisch und altmodisch.
Ich drehe es um: Anstatt in Gentechnik mehr zu investieren wird auf die chemische Keule und zu teuren, wenig einbringenden Biolandbau gesetzt
Zitat:Anstatt alternative Konzepte zur Gentechnik auszubauen und weiterzuentwickeln, spielen mächtige Konzerne Schöpfer und fallen unweigerlich auf die Nase...
Sie haben Erfolg. Wir müssen dafür sorgen, dass ihr Erfolg nicht nur bei ihnen
ankommt. Das ist das Problem.
LG PsiSnake