Gedankenlos

Das grösste Hindernis für die Erfahrung dieser realen Verbundenheit ist die Identifikation mit dem Verstand, die das Denken zwanghaft werden lässt. Nicht mit dem Denken aufhören zu können ist ein Verhängnis, aber wir sind uns dessen nicht bewusst, weil fast jeder darunter leidet. So dass es für normal gehalten wird. Der unaufhörliche Lärm des Denkens verhindert jedoch, dass wir den Raum der inneren Stille finden, der vom Sein untrennbar ist. Durch den Lärm des Denkens entsteht auch das falsche, vom Verstand künstlich aufrechterhaltene Selbst, dass uns mit Angst und Leid überschattet.

Die Identifikation mit dem Verstand schafft einen undurchdringlichen Schleier aus Konzepten, Begriffen, Vorstellungen, Worten, Urteilen und Definitionen, der jede wahre Beziehung blockiert! Diese Gedankenschleier schiebt sich zwischen dich und sein Selbst, sich und deine Mitmenschen, dich und die Natur, dich und das Göttliche. Er ist es, der die Illusion des Getrenntsein erzeugt, die Illusion, dass es dich und etwas völlig von dir getrenntes ‚anderes‘ gibt. Dabei vergisst du die grundlegende Tatsache, dass du auf einer Ebene jenseits der körperlichen Erscheinungen und getrennten Formen eins bist mit allem, was ist!‘

Du benutzt deinen Verstand eigentlich gar nicht falsch – du benutzt ihn überhaupt nicht. Er benutzt dich! Das ist die Krankheit. Du identifizierst dich mit deinem Verstand. Das ist die Täuschung. Das Instrument hat die Herrschaft über dich gewonnen. Du bist im Grunde, ohne es zu ahnen, besessen und hältst das Wesen, das von dir Besitz ergriffen hat, für dich selbst...
 
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Ich würde es gerne mal schaffen für eine kurze Zeit gedankenlos zu sein, denn wenn ich mich anstrege an nichts zu denken, denke ich ja erst recht :D
Genau das ist das Problem. Du musst (absichtlich) absichtslos sein. Du darfst das was du willst nicht wollen ("egal" gilt nicht, nur "nicht wollen" genügt auch nicht, du musst es ja gleichzeitig wollen und nicht wollen).

Irgendwie frage ich mich auch: Wozu mache ich das ganze? Doch es ist wahrscheinlich falsch, das zu fragen bzw. eine Antwort zu erwarten.
 
Schön formuliert.

Mich stört in diesem Zusammenhang nur:
Dabei vergisst du die grundlegende Tatsache, dass du auf einer Ebene jenseits der körperlichen Erscheinungen und getrennten Formen eins bist mit allem, was ist!‘
Was, bitte, ist eine "Tatsache"? Tatsachen sind ja erst Recht Konstrukte des Verstandes.
 
Du erkennst ferner, das alles, was wirklich von Bedeutung ist ' Schönheit, Liebe, Kreativität, Freude, innerer Frieden - seinen Ursprung jenseits des Verstandes hat. Du beginnst zu erwachen.-
Das geht (für denkende Menschen viel einfacher) indem man (verstandesmäßig) erkennt dass Ratio und Emotionen zwei verschiedene Dinge sind. Das kann man unmittelbar beobachten.

Indem man z.B. Angst als solche erkennt und sich eingesteht dass man Angst hat auch wenn die Gründe dafür logisch ausgeräumt sind. Dass man sich erlaubt, Angst zu haben und sie nicht der Logik unterordnen will.

Ich habe erlebt dass ich "grundlos" glücklich sein kann. Und dass ich es mir erlauben kann, glücklich zu sein.

Dafür erscheint mir das Konzept von der Existenz ohne Materie nicht notwendig und viel zu kompliziert.

Wenn ich durch die "nicht-denken-Experimente" etwas erfahre soll es mir recht sein. Übrigens leide ich nicht daran dass ich nicht aufhören kann zu denken. Ich bin nur darauf hingewiesen worden dass es jenseits des Denkens etwas gibt. Und neugiereig wie ich bin probiere ich auch das aus.

wenn man die gedanken nur beobachtet, denkt man zwar auch, aber man ist bewusst
"Nur beobachten" schaffe ich nicht (oder es geht gar nicht), aber "auch beobachten", und gerade das ist ja Bewusstsein.
... und mir bewusst sein dass ich meine Gedanken beobachte. Und mir bewusst sein dass ich mir bewusst bin dass ich meine Gedanken beobachte - ad infinitum.

Ich glaube das einzig vertrackte am Bewusstsein ist seine rekursive Struktur.
 
Die einfachste Methode um einen kurzen Moment Gedankenfrei zu sein und nichts zu tun ist einfach eine weiße zimmerwand anzustarren.
Wenn man abgelenkt wird einfach wieder die wand anstarren ganz einfach.
Dabei ist es meiner Ansicht nach wichtig nicht direckt die Wand anzusehen weil man dann ja wieder etwas tun würde was man ja nicht möchte.
Also nicht tun zu tun, tut man indem man es übt nichts zu tun.

Also einfach dem Budhidharma nachmachen der saß 7 Jahre in seiner Höhle und starrte die Wand an ganz easy. Und je öfter dann in dem nichtstun drinen is desto mehr von dem unwichtiegen fällt ab und das was bleibt ist dann nichts mehr bis auf das warnehmede Bewusstsein hinter dem nichtexistenten Ich.

Je wenieger man denkt desto besser. Auch bei der Arbeit ist es gut nicht zu denken, denn Denken schafft Probleme und das führt zu Leiden.
Wer nicht denkt ist einfach besser dran.
 
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Eigene Erfahrung???

Bei mir jedenfalls nicht. Eigene Erfahrung.

Ja, es gibt da keine Garantie. Aber vielleicht kommen wir ja ein Stück weiter


also das war nochmal die Frage,von dir (beinah nicht) gestellt:
Irgendwie frage ich mich auch: Wozu mache ich das ganze? Doch es ist wahrscheinlich falsch, das zu fragen bzw. eine Antwort zu erwarten.

Und das war die Herausforderung:
Was würdest du denn antworten wenn du ganz ehrlich wärst
 
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