Constantin
Sehr aktives Mitglied
Dazu mal eine praktische Frage:Zitat von Constantin
natürlich kannst du deinem Gegenüber erzählen das es dich wütend macht wenn dieser aggressiv ist.
Doch das kommt wie ein Vorwurf an und die Gegenwehr beginnt.
Das Gegenüber empfindet sich dann schuldig weil du wütend bist wegen dem anderen.
Sprich doch einfach die Aggross an. Unterhalte dich mit dem Nichtsichtbaren.
Sag deinem Gegenüber, ich bekomme deine Aggressionen mit. Was macht dich so aggressiv. Wenn dein Gegenüber davon nichts wissen will, weiß dieser zumindest das du weißt und wird darüber nachdenken ob er sich weiterhin verstecken will.
Manchmal, wie Faydit es ja auch schreibt, ist man ja auch emotional von den Ausstrahlungen der anderen betroffen. Je nach Tagesform, sage ich mal.
Ich arbeite seit ner Weile täglich in einem Raum mit einer Gruppe von Menschen zusammen, wir arbeiten alle an unsere an eigenen verschiedenen Projekten, aber ich helfe auch einigen bei ihren Aufgaben. Diese 'Position' (der Helfenden) habe ich irgendwie gleich dort am 2. Tag übernommen, und die anderen sind mir auch sehr dankbar.
Nun ist es durch meine Stellung aber auch so, dass ich eben dann auch täglich mit den Ausstrahlungen der anderen konfrontiert werde. Oft sind welche genervt, wütend, wollen nicht arbeiten oder sperren sich gegen Dinge die ihnen als Aufgabe gegeben werden. An sich komm ich damit klar, es sind eben deren Gefühle. Es gibt aber auch Tage/Momente, an denen mich z.B. das Genervtsein eines anderen berührt, dann MUSS ich mich dem quasi widmen, weil ich sonst- aufgrund meiner eigenen emotionalen Betroffenheit (meist bin ich dann auch, wie Faydit, wütend) nicht mehr in Ruhe arbeiten könnte.
Solange das ab und zu nur passiert, ist es ok. Kleine Störungen verträgt man, ohne dass sie das eigene Leben zu sehr beeinträchtigen.
Und all diese Dinge wirken dann auf einen im gleichen Moment ein.....
Somit ist es nicht leicht, sich EINEM zu widmen.... da ja alles gleichzeitig geschieht und man auch alles gleichzeitig spürt.
Trotzdem hätte ich ja eigentlich für mich selbst Priorität; aber wenn ich die anderen immer spüre....... dann gebe ich meine Aufmerksamkeit eben auch ihnen;.... und ja, manchmal macht mich das auch wütend, so viel zu fühlen und reagieren zu müssen.
Manchmal, wenn ich selbst innen drin klar bin, gelingt alles super.
Dann ist völlig klar, was gerade Priorität hat, und das andere beeinflusst mich dann in solchen Momenten nicht mehr so. Ich widme mich den Dingen der Reihe nach, und komme selbst auch nicht so kurz.
Aber so klar bin ich selten, weil oft eben noch viel unter der Oberfläche wuselt...
da du dich Selbst in diese Position gebracht hast "Helfend einzugreifen" wenns brennt, wirst du auch gerufen.
Dein Fokus ist ja aufs "Helfen" ausgerichtet.
Was aber, wenn man zB in einem Raum ist, und man spürt die Ausstrahlungen und Wünsche der verschiedenen Menschen und fühlt sich auch zu ihnen allen hingezogen? z.B. eine Kollegin ist resigniert, weil ihr etwas wieder anders erklärt wurde, als das was ich ihr vorher erklärt hatte...sie ist verwirrt und frustriert, und ich spüre ihre Verwirrung und möchte ihr gern helfen. Bin dann also quasi gezwungen, ihre durch den anderen Kollegen verursachte Verwirrung wieder zu lösen. Dabei bin ich aber auch selbst gerade in emotionalen Prozessen, bin z.B. selbst genervt von der Arbeit, um die ich mich kümmern muss, oder hab andere Probleme. Die stehen dann hinten an, weil sie mit der Kollegin dann nichts zu tun haben. Auch der Kollegin kann ich dann nicht richtig helfen, weil ich gleichzeitig auch noch sauer auf den Kollegen bin, der die Verwirrung mit einer neuen Information verursacht hat.
Somit helfe ich der Kollegin nur soweit ich gerade kann, ihr gehts dann schon besser, da sie sich jetzt wieder klarer fühlt, aber jetzt hab ich Wut auf den Kollegen, weil der mich gezwungen hat, von meinen eigenen (Arbeits)prozessen mich abzukehren und mich der Kollegin zu widmen.
Was mache ich dann mit dieser Wut, die mich dann weiters negativ beim Arbeiten beeinflusst.
Ich hab es so 'gelöst' (aber nicht wirklich), dass ich meinen Ärger dem Kollegen ggü ausgedrückt habe, aber er ging nur in die Verteidigungs- bzw Angriffsposition und wir konnten es somit auch nicht klären. Ich hab gespürt, das der Grund, warum er so von der Seite, diese Infos an meine Kollegin weitergab, mich auch noch beeinflusst hatte... also er selbst hat eine Art Unzufriedenheit mit etwas gehabt; und dieser hätte ich mich nun auch ursächlich widmen müssen, um mich aus meiner emotionalen Betroffenheit zu lösen.
Nach Alternativen, wie ich mich da anders verhalten könnte, suche ich auch noch.
bringe die 2 zusammen.
Sag der Kollegin, sie soll ihren Frust dem Kollegen sagen und ihn fragen wieso er ihr eine andere Info gibt als du, die sie noch mehr verwirrt?
Die zwei dürfen das zusammen lösen.
Deine Wut löst sich dann auf weil du zum Wohle aller gehandelt hast.
Sag deinem Kollegen, wenn er Helfend eingreifen will darf er das. Doch dann bitte mit Infos die dem anderen helfen und ihn nicht verwirren.
