Der wahre Horror

Jeanne

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Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe strak, dass mir einer von euch dabei helfen kann, denn ich habe in letzter Zeit, eher gesagt, seit knappen zwei Wochen wieder einen Traum, den ich schon sehr lange nicht mehr hatte. Das letzte Mal hatte ich ihn, da war ich ungefähr 11 oder 12. Jetzt ist er wieder da. Der wahre Horror.

Ich wohne mit meinen Eltern und meinem Bruder zusammen in einem Haus. Wie haben auch noch Katzen. Dann bringt mein Vater auf einmal eine Kiste mit, als er von der Arbeit kommt. In der Kiste sind irgendwelche Wesen drin. Sie sehen eher aus wie Schatten, aber da ich sie bis jetzt nie richtig sehen konnte, nenne ich sie mal Wesen. Er bringt also zwei Wesen mit, in ziemlich dunkler Gestalt. Zuerst sind sie klein und harmlos. Er schließt sie in einem Zimmer ein, in das sonst keiner reinkommt.
Doch auf einmal sind sie riesengroß und gefährlich. Keiner traut sich in die Nähe davon. Und dann passiert, was in dem Traum immer passiert. Diese komischen Schattenwesen brechen aus. Ich habe mich in einer Truhe versteckt. Dann hört man nur einen Höllenlärm und Geschrei, wie man es sich schlimmer nicht mehr vorstellen kann. Urplötzlich ist es dann totenstill. Wenn ich dann aus der Truhe rauskomme, sehe ich die Köpfe von meiner Famile rumliegen. AÜberall sind Körperteile vertreut und alles ist voller Blut. Sogar die Katzen sind in Stücke gerissen.
Jedes Mal an der Stelle wache ich schweißgebadet auf.

Was hat das denn zu bedeuten? Kann mir einer helfen? Wenn ich das noch ein paar Mal träume, könnt ihr mich einweisen -_-


Aber da wäre noch ein Traum, den ich in letzter Zeit häufiger träume. Er ist zwar nicht schlimm, aber er kommt mir sehr merkwürdig vor.

Ich gehe einen langen Korridor entlang. Er kommt mir vor wie ein oder zwei Kilometer. Am Anfang ist es noch ganz normal, doch dann stehen da Leute an der Seite. Sie stehen einfach nur da und starren mich an. Und um so weiter ich gehe, desto mehr Leute stehen am Rand und starren mich an. Irgendwann stehen dann so viele Leute um mich rum, dass ich weder vor noch zurück kann. Mich irritiert dabei nur, dass alle mich "nur" anstarren. Weiter bin ich noch nie gekommen. Was könnte dass denn heißen? Ist da vielleicht eine Tür am Ende des Korridors, durch die ich gehen will?

Wäre schön, wenn mir da einer weiterhelfen könnte ;)

Danke, Jeanne
 
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Traumbaum

Guest
Hi Jeanne,
Träume sind Visionen von Vorgängen im Gehirn. Die Wesen, die du da siehst, sind Muster, die unterhalb der Großhirnrinde vorhanden sind. Sie sind unbewusst, starr, und repetitiv. Man nennt sie auch Archetypen.

Deine Eltern und dein Bruder sind in der Großhirnrinde. Sie haben nichts mit den wirklichen Leuten zu tun, sondern sind im Fall des Vaters der Vaterkomplex, und der Bruder ist der Animus.

Das Blöde an den Archetypen ist nun, dass sie viel Einfluss auf die Großhirnrinde haben, aber die Großhirnrinde hat nur wenig Einfluss auf sie, weil sie sehr statisch sind und fast unveränderlich. Außerdem sind sie meist unbewusst.

Dass du sie wahrnimmst, ist eigentlich der erste Schritt, dich von ihnen zu befreien. Wenn du dich ihrer bewusst wirst, kannst du was dran ändern. Wobei es aber schwierig und langwierig ist, sie umzuprogrammieren, also ist das Beste meistens, dass man sie einfach ignoriert.

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Die Leute im andern Traum sind Teile von dir, von deiner Psyche, von deinem Gehirn. Genauso ist auch das Ich ein Teil deiner Psyche. Ich denke, sie starren dich an, weil sie von dir lernen wollen. Später kannst du dein Ich mit diesen Teilen vereinigen, wodurch das Bewusstsein wächst.

Ich weiß, das ist alles ein bisschen kompliziert für den Anfang, also sag mir, wie weit du das verstanden hast.

Grüßchen,
traumbaum
 

lazpel

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Hallo Traumbaum,

Traumbaum schrieb:
Dass du sie wahrnimmst, ist eigentlich der erste Schritt, dich von ihnen zu befreien. Wenn du dich ihrer bewusst wirst, kannst du was dran ändern. Wobei es aber schwierig und langwierig ist, sie umzuprogrammieren, also ist das Beste meistens, dass man sie einfach ignoriert.

Nur was bringt es, diese Traumfiguren zu ignorieren? Dann werden diese Träume immer wieder auftauchen. Nein, das einzige, was wirklich helfen kann, ist die bewußte Auseinandersetzung mit diesen Figuren. Auch in diesem Fall ist meiner Meinung nach der Klartraum die einzige Möglichkeit, sich mit diesen Charakteren auseinanderzusetzen und sich dauerhaft ihrer zu entledigen.

Gruß,
lazpel
 
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Traumbaum

Guest
das ignorieren bringt nur bei den archetypen was, mit den anderen soll man natürlich eine beziehung eingehen. aber die archetypen sind eben nervenschaltkreise unterhalb des neocortex, in limbischen system und amygdala, denk ich mal. und die werden einmal geprägt und sind dann mehr oder weniger unabänderlich. (zumindest erzählt uns das die neurowissenschaft. erkundig dich mal über die amygdala und ihre prägungen, und über die post traumatic stress disorder.)

ich selbst hab darüber nicht so viel erfahrung, aber mein lehrer erzählte mir, dass man die archetypen loswerden kann, allerdings nur, wenn ego und höheres selbst in einer einheit zusammenarbeiten. das ego allein ist zu schwach dazu. klingt auch logisch, weil das ego ist ein schaltkreis im neocortex, und der neocortex kann diese tieferen strukturen nicht ändern. und das höhere selbst ist die gesamtheit des gehirns, und diese kann die änderungen womöglich vornehmen. (wie gesagt, hab ich keine eigenen erfahrungen damit, deswegen das "womöglich".)

und die neurowissenschaft sagt weiter, der neocortex kann die impulse der amygdala zwar nicht löschen (bzw. die sie verursachenden schaltungen), kann ihnen aber gegensteuern, was so ziemlich das gleiche wie ignorieren ist. deshalb meine aussage.

grüßchen,
trbm
 

lazpel

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Hallo Traumbaum,

zur Enstehung der Träume empfehle ich folgenden Text:

http://www.lucidity.com/LD8DFM.html

Einige Auszüge hieraus:

LaBerge schrieb:
The Activation-synthesis Model Of Dreaming

In 1977, Drs. Allan Hobson and Robert McCarley of Harvard University presented a neurophysiological model of the dream process that seriously challenged Freud's theory on virtually every point. In a paper they published in the American Journal of Psychiatry entitled "The Brain as a Dream State Generator: An Activation-Synthesis Hypothesis of the Dream Process," they suggested that the occurrence of dreaming sleep is physiologically determined by a "dream state generator" located in the brain stem. This brain stem system periodically triggers the dream-state with such predictable regularity that Hobson and McCarley were able to mathematically model the process to a high degree of accuracy. During the REM periods produced when the dream- state generator is switched "on," sensory input and motor out-put are blocked, and the forebrain (i.e., the cerebral cortex, the most advanced structure in the human brain) is activated and bombarded with partially random impulses generating sensory information within the system. The activated forebrain then synthesizes the dream out of the internally generated information, trying its best to make sense out of the nonsense it is being presented with."

"The primary motivating force for dreaming," emphasize Hobson and McCarley, "is not psychological but physiological since the time of occurrence and duration of dreaming sleep are quite constant, suggesting a pre-programmed, neurally determined genesis." They see the major drive for the dreaming process as not only automatic and periodic but apparently metabolically determined; of course, this conception of the energetics of dreaming flatly contradicts the classical Freudian notion of conflict as the driving force for dreams.

As for the "specific stimuli for the dream imagery," they continue, these appear to arise from the brain stem and not from cognitive areas of the cerebral cortex. "These stimuli, whose generation appears to depend upon a largely random or reflex process, may provide spatially specific information which can be used in constructing dream imagery." Hobson and McCarley argue that the bizarre distortions in dream content attributed by Freudians to the disguising of unacceptable content by the "dreamwork" probably have a simpler neurophysiological explanation instead: such bizarre features of dreams as the condensation of two or more characters into one, discontinuous scene shifts, and symbol formation may merely directly reflect the state of the dreaming brain.

"In other words," the Harvard neurophysiologists argue, "the forebrain may be making the best of a bad job in producing even partially coherent dream imagery from the relatively noisy signals sent up to it from the brain stem. The dream process is thus seen as having its origin in sensorimotor systems, with little or no primary ideational, volitional, or emotional content. This concept is markedly different from that of the 'dream thoughts' or wishes seen by Freud as the primary stimulus for the dream."

Hobson and McCarley view "the elaboration of the brain stem stimulus by the perceptual, conceptual, and emotional structure of the forebrain," as primarily synthetic and constructive, "rather than a distorting one as Freud presumed." According to the Activation-Synthesis model, "best fits to the relatively inchoate and incomplete data provided by the primary stimuli are called up from memory...The brain, in the dreaming sleep state, is thus likened to a computer searching its addresses for key words. Rather than indicating the need for disguise, this fitting of...experiential data to [genetically programmed] stimuli is seen as the major basis of the 'bizarre' formal qualities of dream mentation." Scoring one more point against Sigmund Freud, they add that "there is, therefore, no need to postulate either a censor or an information degrading process working at the censor's behest."

Hobson and McCarley see our usual poor ability to recall our dreams as reflecting "a state-dependent amnesia, since a carefully effected state change, to waking, may produce abundant recall even of highly charged dream material." So that if you are rapidly awakened out of REM sleep, you are likely to remember dreams that you would otherwise be just as likely to forget. Hammering a final nail into the coffin containing Freud's theory of dreams, they write: "There is no need to invoke repression to account for the forgetting of dreams."

As was only to be expected, Hobson and McCarley's paper stimulated counter attacks from the psycho-analytic establishment, which responded that Freud's neurological models were in no way crucial to his psychological theories. In the view of Dr. Morton Reiser, Chairman of the Department of Psychiatry at Yale University, and a past president of the American Psychoanalytic Association,

McCarley and Hobson overextend the implications of their work when they say it shows that dreams have no meaning. I agree with them that their work refutes Freud's idea that a dream is instigated by a disguised wish. Knowing what we do now of brain physiology, we can no longer say that. The wish may not cause the dream, but that does not mean that dreams do not disguise wishes. The brain activity that causes dreams offers a means whereby a conflicted wish can give rise to a particular dream. In other words, wishes exploit--but do not cause--dreams. [3]

The degree of controversy stimulated by the Hobson and McCarley paper was truly remarkable. An Editorial in the American Journal of Psychiatry a year later stated that the Harvard paper "provoked more letters to the Editor than the Journal had ever received before." Unexpectedly, what seemed to be stirring so many people up was not Hobson and McCarley's treatment of Freud, but their treatment of the dream. The view that "dreams were after all merely the senseless, random accompaniment of the autonomous electrical activity of the sleeping Central Nervous System" did not sit well with many dream researchers, to say nothing of therapists and other dream workers accustomed to putting dreams to a variety of practical uses.

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Im weitergehenden Text meint LaBerge jedoch, daß der zelebrale Cortex sehr viel mehr Einfluss auf die Träume hat, als daß dies durch McCarley und Hobson festgestellt wurde. Und bis auf den zelebralen Cortex sowie dem Gehirnstamm nimmt kein weiterer Teil des Gehirns Einfluß auf den Traum. Darin sind sich LaBerge, McCarly und Hobson einig.

Zum Thema "Was sind Träume?" kommt er zu folgendem Ergebnis:

I think that the answer is clear. Dreaming must serve purposes other than talking-to-ourselves, as I spoke of earlier in the chapter; moreover, these purposes must be achievable without requiring dreams to be remembered, to say nothing of interpreted. In fact, there is a good reason why remembering dreams might be maladaptive for all non- linguistic species, including our ancestors. To see why, consider how we are able to distinguish memories of events that we dreamed and those that actually occurred. It is something that we have learned to do thanks to language. Remember Piaget's account of the child's development of the concept dream. When, as children, we remembered our earliest dreams, we assumed, at first, that they had "actually" happened just like everything else. After enough repetitions of our parents telling us that some of our experiences were "only dreams" we learned to distinguish memories of inner dream events from memories of external physical world events. But how would we ever have been able to untangle the two realities without the help of other people telling us which was which?

Animals, however, have no way to tell each other how to distinguish dreams from reality. Imagine your favorite cat living on the other side of a tall fence that protects it from a vicious dog. Suppose your cat were to dream that the wicked dog was dead, and replaced by a family of mice. What would happen if the cat were to remember this dream when it awoke? Not knowing it was a dream, it would probably hungrily jump over the fence, expecting to find a meal. But instead, it would find itself a meal--for the dog!

Thus dream recall would seem to be a bad thing for cats, dogs, and all of the rest of the mammalian dreamers except humans. This could explain why dreams are difficult to recall. They may be so, according to this view, because of natural selection. We and our ancestors might have been protected from dangerous confusion by the evolution of mechanisms that made forgetting dreams the normal course of affairs. But if the theory I have proposed for why dreams are difficult to recall is correct, contrary to Crick and Mitchison, remembering dreams should do humans no harm, precisely because they can tell the difference between dreams and waking experiences.

In conclusion, I would suggest that the dream is not so much a communication as a creation. In essence, dreaming is more like world making than like letter writing. And if, as we have seen, an uninterpreted dream isn't like an unopened letter, then what is it like? Having demolished a popular proverb, let us replace it with another, that seems to come closer to doing the dream justice: "an uninterpreted dream is like an uninterpreted poem". If I am right, dreams have much more in common with poems than they do with letters. The word poem is derived from a Greek very meaning to create, and I have already argued that the essence of dreaming is closer to creation than to communication. Are all poems equally worth interpreting? Are all poems equally coherent, effective, or worth reading? If you wrote a dozen poems a night every night of your life, what do you suppose you would find among your several hundred thousand poems. All masterpieces? Not likely. All trash? Not likely either. What you would expect is that among great piles of trivial doggerel, there would be a smaller pile of excellent poems, but no more than a handful or perfect masterpieces. It is the same with your drams, I believe. When you have to do five or six shows every night, many of them are likely to lack inspiration. It is true that you can cultivate your dream life so that the time you spend there will grow more rewarding as the years pass. But why should you expect that every one of your dreams is worth taking the time to interpret? And yet, if a poem or a dream calls out to you to interpret it, by all means find out what it means.

It would be a very unusual poet who created poetry primarily for the amusement and instruction of critics or interpreters. He or she doesn't need a critic on hand in order to be affected, perhaps even transformed, by the poem's creation. When we read a poem, we don't need to interpret it to be deeply moved, edified, inspired, and perhaps even enlightened. Having said that neither poems nor dreams have any need of interpretation doesn't mean that it is never useful. On the contrary, it seems clear that intelligent criticism or interpretation can at times greatly increase the depth of our understanding of a poem and in the best of circumstances, of ourselves as well. It is the same with the dream.

Träume sind also weniger vergleichbar mit Briefen, sondern eher Gedichte, also etwas, was vom Gehirn "erzeugt" und nicht unbedingt "wiedergegeben" wird.

Gruß,
lazpel
 
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Traumbaum

Guest
lazpel,
wissenschaftliche Theorien über Träume gibt es viele, und sie sind ziemlich widersprüchlich. Ich erinnere mich daran, vor kurzem gelesen zu haben, dass ein anerkannter Neurowissenschaftler meint, Träume sind bloß chaotische Vorgänge im Gehirn, und anscheinend ist das so ziemlich die vorherrschende Einstellung bei denen.

Also wirst du mich kaum davon abhalten, die Archetypen auf meine Weise zu interpretieren, nur weil irgendwelche Wissenschaftler von sich geben, bei den Träumen wäre nur das Stammhirn und der Neocortex beteiligt. Der andere Wissenschaftler davor hat von sich gegeben, es wäre nur das Stammhirn beteiligt, also wird es sicher wieder welche geben, die meinen, es seien auch andere Regionen beteiligt.

Dass Träume vom Gehirn erzeugt werden, ist doch wohl auch das, was ich so sage. Das Gehirn erzeugt Umschichtungen in den Nervenschaltkreisen, und die zeigen sich in unserem Bewusstsein in der symbolischen Gestalt der Träume. Zu meinen, das Unbewusste würde uns Botschaften senden, ist sowieso ziemlich simpel.

T.
 

lazpel

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Hallo Traumbaum,

Traumbaum schrieb:
wissenschaftliche Theorien über Träume gibt es viele, und sie sind ziemlich widersprüchlich. Ich erinnere mich daran, vor kurzem gelesen zu haben, dass ein anerkannter Neurowissenschaftler meint, Träume sind bloß chaotische Vorgänge im Gehirn, und anscheinend ist das so ziemlich die vorherrschende Einstellung bei denen.

Ja, diese These ist die von mir zitierte, also die Theorie nach McCarley und Hobson. Allerdings hat, wie gesage, LaBerge den Einfluß des zerebralen Cortex viel weiter gefaßt.

Also wirst du mich kaum davon abhalten, die Archetypen auf meine Weise zu interpretieren, nur weil irgendwelche Wissenschaftler von sich geben, bei den Träumen wäre nur das Stammhirn und der Neocortex beteiligt. Der andere Wissenschaftler davor hat von sich gegeben, es wäre nur das Stammhirn beteiligt, also wird es sicher wieder welche geben, die meinen, es seien auch andere Regionen beteiligt.

Nun, ich zitiere nur die Ergebnisse mehrere psychologischer Untersuchungen. Sie nicht zu akzeptieren, ist natürlich Deine Angelegenheit.

Dass Träume vom Gehirn erzeugt werden, ist doch wohl auch das, was ich so sage. Das Gehirn erzeugt Umschichtungen in den Nervenschaltkreisen, und die zeigen sich in unserem Bewusstsein in der symbolischen Gestalt der Träume. Zu meinen, das Unbewusste würde uns Botschaften senden, ist sowieso ziemlich simpel.

Das ist halt nicht nur die Funktion von Träumen. Sie sind eher ein kreativer Kern des Menschen, und nicht die Verarbeitung von dem, was wir täglich erleben. Der Vergleich mit einem Gedicht oder einem Lied ist schon sehr passend.

Gruß,
lazpel
 

Jeanne

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Traumbaum schrieb:
Hi

Dass du sie wahrnimmst, ist eigentlich der erste Schritt, dich von ihnen zu befreien. Wenn du dich ihrer bewusst wirst, kannst du was dran ändern. Wobei es aber schwierig und langwierig ist, sie umzuprogrammieren, also ist das Beste meistens, dass man sie einfach ignoriert.

Jetzt verpasse ich die Diskusion zu meinem eigenen Thema *gg*

Also, ich habe soweit alles verstanden, nur weiß ich nicht so recht, wie ich die ignorieren soll.
 
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Traumbaum

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Jeanne schrieb:
Jetzt verpasse ich die Diskusion zu meinem eigenen Thema *gg*

Also, ich habe soweit alles verstanden, nur weiß ich nicht so recht, wie ich die ignorieren soll.

Ich denk mal, wenn du verstehst, was das ist, wirst du auch keinen Horror mehr davor haben. Und dieses Wissen sickert schön langsam auch in die anderen Regionen deines Gehirnes, und wenn du das nächstemal davon träumst, wird es sicher nicht mehr so schlimm sein.

Was der nächste Schritt wäre, um dein Bewusstsein zu stärken, wäre die Partnerschaft mit dem höheren Selbst. Wenn die mal erreicht ist, können dir die Archetypen auch nichts mehr anhaben, und vielleicht schaffst du es sogar, sie ganz los zu werden.

Das höhere Selbst hat folgende Symbole: die Sonne, Gold, Edelsteine, normale Steine, ein Quadrat, ein Kreis, ein Pferd (weil es Menschen trägt, so wie das höhere Selbst dein Ich trägt), eine Ente (weil sie sehr vielseitig ist, also schwimmen, fliegen, und gehen kann), und verschiedene Menschen deines Geschlechts, v.a. Lehrerin, Ärztin, Chefin, Priesterin, und auch religiöse Symbole, oder auch Gott selbst bzw. eine Göttin.
 
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Roha

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Traumbaum schrieb:
das ignorieren bringt nur bei den archetypen was, mit den anderen soll man natürlich eine beziehung eingehen. aber die archetypen sind eben nervenschaltkreise unterhalb des neocortex, in limbischen system und amygdala, denk ich mal. und die werden einmal geprägt und sind dann mehr oder weniger unabänderlich. (zumindest erzählt uns das die neurowissenschaft. erkundig dich mal über die amygdala und ihre prägungen, und über die post traumatic stress disorder.)

ich selbst hab darüber nicht so viel erfahrung, aber mein lehrer erzählte mir, dass man die archetypen loswerden kann, allerdings nur, wenn ego und höheres selbst in einer einheit zusammenarbeiten. das ego allein ist zu schwach dazu. klingt auch logisch, weil das ego ist ein schaltkreis im neocortex, und der neocortex kann diese tieferen strukturen nicht ändern. und das höhere selbst ist die gesamtheit des gehirns, und diese kann die änderungen womöglich vornehmen. (wie gesagt, hab ich keine eigenen erfahrungen damit, deswegen das "womöglich".)

und die neurowissenschaft sagt weiter, der neocortex kann die impulse der amygdala zwar nicht löschen (bzw. die sie verursachenden schaltungen), kann ihnen aber gegensteuern, was so ziemlich das gleiche wie ignorieren ist. deshalb meine aussage.

grüßchen,
trbm


Hallo Traumbaum,
wenn du dich für Träume interessierst, darfst du nicht bei den Neurowissenschaftlern nachfragen, die verstehenwas von Nerven und Neuronen, aber nichts von Träumen. Dass auch bei Träumen Gehirnaktivitäten ablaufen ist klar, weil es einen psychophysischen Parallelismus gibt, aber neuronale Aktivitäten als Ursache für Traume zu nehmen, ist eine auch wissenschaftlich nicht begründbare Interpretation. Tatsachen und Interpretationen sollte man auseinanderhalten, das haben die heutigen "Lebenswissenschaftler" noch nicht kapiert. Die stehen heute da, wo die Physik Ende des 19. Jahrhunderts gestanden ist. In der Physik hat sich danach ungeheuer viel verändert und das steht auch den Neurowissenschaftern noch bevor.
Also, wir reden von der Psyche und nicht vom Gehirn, auch wenn beides natürlich zusammenhängt. Archetypen sind keine Nervenschaltkreise. C.G. Jung, von dem der Begriff stammt, war auch Arzt und Psychiarter, aber einen solchen Unsinn hat er nicht geschrieben. Archetypen kann man nicht räumlich lokalisieren, und sie sind nicht statisch, sondern im Gegenteil, sie sind der Motor für Entwicklungen.
Ignorieren heißt verdrängen, und verdrängen bringt Probleme.
Man kann die Archetypen nicht los werden, sie sind "Bestandteile" der Psyche, und wer will sich schon freiwillig amputieren.
Der Neokortex kann natürlich nichts ändern, weil er ein Haufen Neuronen ist, aber wir können sehr wohl was ändern, wenn wir wollen auch alles. Das Ich steht zwar in Verbindung mit diesen Schaltkreisen, aber wir sind nicht an neuronale Schaltkreise gebunden, das wär ja noch schöner.
Das Selbst ist sozusagen das Zentrum der Gesamtheit von Bewusstem und Unbewusstem, und nicht die Gesamtheit des Gehirns. (Das Selbst ist übrigens auch ein Archetypus, wenn wir in der Termionologie der Psychologie bleiben. Damit wird es auch absurd, mit einem Archetypus die anderen "loswerden" zu wollen.)
Und wie ollen die "Neurowissenschafter" gegensteuern, wenn sie es ignorieren. Das ist ja völlig unmöglich. Gegensteuern kann ich nur gegen etwas, wenn ich es ignoriere, dkann ich auch nicht gegensteuern.

Was diese so genannten Wissenschafter ignorieren ist, dass die naturwissenschaftliche Methode einen Teil der Wirklichkeit untersuchet, aber nicht berechtigt ist zu sagen, dass es das andere, das sie aus methodischen Gründen ausgeschlossen haben, nicht existiert. Und der Allmachtanspruch, das Neurowissenschaftler alle, auch die Psyche und vielleicht auch noch Spirituelles erklären können, ist einfach kindisch. In ein paar Jahren wird man über solche Wissenschaftler lachen.

Liebe Grüße
Roha
 
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