Der schwarze spanische Polizeiblock...

Erst mal - diese vom Zentralstaat ausgehende Gewalt ist nicht zu rechtfertigen.

Und die sagt viel über die Beziehung der spanischen Regierung zu Katalonien. Sie sieht sie als eine Melkkuh ohne besondere Rechte (die man nach Belieben abschaffen darf) und nicht als einen geschätzten Partner, der viel leistet. Während Franco-Diktatur (bis 1975) wurde sogar ihre Sprache verboten.
Es ist ein Unterschied, wenn man gefragt wird, ob man teilen möchte oder wenn man dazu mit Gewalt gezwungen wird. Kein Wunder, dass die Katalanen nach Selbstbestimmung drängen. Aus meiner Sicht sind die Katalaner eher stolz als egoistisch. Sie sind wahrscheinlich die einzigen EU Nettozahler von der ganzen Spanien.
 
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Das ist doch sicher eine rhetorische Frage....
Nicht wirklich - ich hab die Problematik nur etwas polarisiert dargestellt, angelehnt an den Gedanken, den ich davor geäußert habe, dass es Regionen/Staaten geben könnte, die sagen dass man doch nicht verantwotrtlich sei für die Misswirtschaft der anderen. Spanien wird in dem Zusammenhang wegen der Siesta-Mentalität z.B. mitunter Faulheit vorgeworfen.
Spontan würde ich mit "nein" antworten, aber wenn ich drüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss, dass es nicht wirklich darum geht, wem was zusteht.
Sonst würden ja alle, die aufgrund ihrer Lebensbedingungen reich sind, freiwillig etwas abgeben
Hier kommt dann der Egoismus durch
Ja klar, wird doch gemacht.
Ja so wird das in den meisten Staaten gehändelt, deshalb kommt es ja auch zu Seperationswünschen z.B. in Katalonien und Norditalien
Nun, ich würde mich für Bildung und Soziales entscheiden und strikt verbieten, dass auch nur 1 Cent in die Rüstung geht.
Also keine Verteidigung des Staates - evtl auch die Polizei abschaffen?
Keine Ahnung, ich vermute allerdings, dass es eher nicht schlechter für sie wäre, als die Entscheidungen von Regierungen.
Ich würde eher sagen, dass eher das bevorzugt wird, wozu man die selbst die größere Nähe hat. Ich schätze mal, dass bei den wenigsten Entscheidungen eines Menschen übergreifende und allgemeine Umstände eine Rolle spielen.

LGInti
 
Die EU ist keine Wertegemeinschaft, sondern nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, drum sind Menschenrechte egal, solange der Profit passt, meine Meinung zur EU. Sie dient nicht den Menschen und der Verbesserung ihres Lebens, sondern ein paar Grosslobbyisten, die durch sie noch reicher werden, dafür werden andere noch ärmer.
Bei den meisten Menschen zählt vor allem der Geldbeutel und wenn ich einen Job bekommen kann, der mehr Einkommen verspricht, aber ethisch bedenklich wäre, wie viele würden ablehnen?

LGInti
 
Nicht wirklich - ich hab die Problematik nur etwas polarisiert dargestellt, angelehnt an den Gedanken, den ich davor geäußert habe, dass es Regionen/Staaten geben könnte, die sagen dass man doch nicht verantwotrtlich sei für die Misswirtschaft der anderen. Spanien wird in dem Zusammenhang wegen der Siesta-Mentalität z.B. mitunter Faulheit vorgeworfen.

Es kommt halt drauf an.
Es gibt karge Gegenden, in denen es auch keine Bodenschätze gibt.
Da ist es schwer, etwas zu erwirtschaften.
Misswirtschaft kommt mE eher da vor, wo zuviel von oben reglementiert wird.
Dass die Spanier mittags Siesta halten, liegt am Klima.
Dafür arbeiten sie dann bis in die Nacht.

Hier kommt dann der Egoismus durch

Ja.

Ja so wird das in den meisten Staaten gehändelt, deshalb kommt es ja auch zu Seperationswünschen z.B. in Katalonien und Norditalien

Eben.

Also keine Verteidigung des Staates - evtl auch die Polizei abschaffen?

Ich gehe davon aus, dass es auch Bürger gibt, die ihre Steuern in die Polizei investiert sehen wollen.
Schließlich bin ich ja nicht der Maßstab.

Ich würde eher sagen, dass eher das bevorzugt wird, wozu man die selbst die größere Nähe hat. Ich schätze mal, dass bei den wenigsten Entscheidungen eines Menschen übergreifende und allgemeine Umstände eine Rolle spielen.

LGInti

Ja, aber das ist ja ok.
Dann verteilt sich das so, wie 's für die meisten Menschen erwünscht ist.
 
Demokratie zählt nicht immer anscheinend.
Auch die Aussagen, dass keine Abstimmung stattgefunden hat. :rolleyes:
Klar, weil man eine normale Abstimmung mit prügelnden Polizeibeamten verhindert hat...

Ich weiß nur, dass ich sicher keinen Konflikt mit irgendeinem Teil Deutschlands haben will, wenn der sich unabhängig erklären würde.

Zu was soll so eine Situation gut sein?

Wundert mich nicht allerdings nicht so sehr, denn mit dem Baskenland sieht es ähnlich aus.
 
Nehmen wir doch mal an, die reichsten 10% der deutschen Bevölkerung würden unter sich eine Abstimmung durchführen, und sich dabei mehrheitlich dafür aussprechen, sich nicht mehr an die Gesetze der Bundesrepublik zu halten und Steuern und Abgaben zu bezahlen. Stattdessen wollten sie zukünftig ihr eigenes Ding machen und ihr Geld selbst verwalten. Mit einer eigenen Reichenpolizei, einem eigenen Gesundheitssystem usw., der Rest der Bevölkerung solle sehen, wo er bleibt.
Wie sollte der Staat darauf reagieren? Indem er sagt: "Klar, macht mal, ihr habt ja demokratisch abgestimmt"?
 
Nehmen wir doch mal an, die reichsten 10% der deutschen Bevölkerung würden unter sich eine Abstimmung durchführen, und sich dabei mehrheitlich dafür aussprechen, sich nicht mehr an die Gesetze der Bundesrepublik zu halten und Steuern und Abgaben zu bezahlen. Stattdessen wollten sie zukünftig ihr eigenes Ding machen und ihr Geld selbst verwalten. Mit einer eigenen Reichenpolizei, einem eigenen Gesundheitssystem usw., der Rest der Bevölkerung solle sehen, wo er bleibt.
Wie sollte der Staat darauf reagieren? Indem er sagt: "Klar, macht mal, ihr habt ja demokratisch abgestimmt"?


Das ist doch schon lange so, oder meinst du ernsthaft das Milliardäre sich an Gesetze wirklich halten.
 
Nehmen wir doch mal an, die reichsten 10% der deutschen Bevölkerung würden unter sich eine Abstimmung durchführen, und sich dabei mehrheitlich dafür aussprechen, sich nicht mehr an die Gesetze der Bundesrepublik zu halten und Steuern und Abgaben zu bezahlen. Stattdessen wollten sie zukünftig ihr eigenes Ding machen und ihr Geld selbst verwalten. Mit einer eigenen Reichenpolizei, einem eigenen Gesundheitssystem usw., der Rest der Bevölkerung solle sehen, wo er bleibt.
Wie sollte der Staat darauf reagieren? Indem er sagt: "Klar, macht mal, ihr habt ja demokratisch abgestimmt"?


Ist doch vollkommen unnötig.
Die haben schon längst dafür gesorgt, dass sie möglichst wenig abgeben müssen.
 
Wie sollte der Staat darauf reagieren? Indem er sagt: "Klar, macht mal, ihr habt ja demokratisch abgestimmt"?
Zumindest wäre es wahrscheinlich nicht förderlich den reichsten 10% mit kompromissloser Gewalt zu begegnen. Diese 10% Reichen sind genau so von 90% des Reststaats abhängig wie umgekehrt und so ist auch Katalonien mit Spanien eng vernetzt. Spaniens Schulden sind auch die Schulden Kataloniens.
Hier hilft m.E. nur verhandeln und nochmals verhandeln unter Leitung eines Mediators. Vielleicht kann dann ein Kompromiss gefunden werden, der für beide Seiten erträglich ist.
Und was macht die EU - nichts, damit geht es um viel mehr als nur eine Abspaltung Kataloniens von Spanien. Wenn das Schule macht, dann könnte sich daraus ein Lauffeuer in ganz Europa ausbreiten und wir würden ganz schnell wieder in Kleinstaaterei zerfallen und damit zu einem ziemlich schwachen Verhandlungsparten gegenüber Ländern wie die USA, China und Russland werden.
Als nächstes kämen nach Katalonien das Bakenland mit Abspaltung, dann Schottland, Nordirland, die Färöer-Inseln und Grönland würden sich gern von Dänemark abspalten, evtl.Korsika, Flandern, Norditalien, Südtirol, Bosnien,Kosovo.....
Ob das wirklich gewollt ist?
Ich glaube, diese Abspaltungstendenzen könnten sich für Europa zu einer größeren Krise entwickeln, als alles was bisher auf dem Tisch war.
 
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Nehmen wir doch mal an, die reichsten 10% der deutschen Bevölkerung würden unter sich eine Abstimmung durchführen, und sich dabei mehrheitlich dafür aussprechen, sich nicht mehr an die Gesetze der Bundesrepublik zu halten und Steuern und Abgaben zu bezahlen. Stattdessen wollten sie zukünftig ihr eigenes Ding machen und ihr Geld selbst verwalten. Mit einer eigenen Reichenpolizei, einem eigenen Gesundheitssystem usw., der Rest der Bevölkerung solle sehen, wo er bleibt.
Wie sollte der Staat darauf reagieren? Indem er sagt: "Klar, macht mal, ihr habt ja demokratisch abgestimmt"?

Instinktiv: nein.
Prinzipiell: ja.

Allerdings unter den Bedingungen, ähnlich dem sog. Brexit, daß Leistungen abgegolten werden, die von der Gemeinschaft zuvor erbracht wurden, und unter zukünftigem Verzicht auf die allgemeine Infrastruktur.
Mal sehen, wie lange das Geld dann reicht.
Erinnert mich ein bißchen an die unsäglichen Reichsbürger, die eine Phantasieflagge in den Vorgarten stellen, keine Steuern mehr zahlen, aber noch fröhlich öffentliche Einrichtungen nutzen (Straßen bzw. wohl eher Datenleitungen), und im Notfall von den Solidarsystemen nicht im Stich gelassen werden.

Und leider auch an manche Autonome, die Freiräume wie die Rote Flora wollen, aber gleichzeitig Stütze kassieren.
Verständlich, aber letztendlich inkonsequent.
 
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