Der schwarze spanische Polizeiblock...

Es war doch immer die Rede von einem "Europa der Regionen", oder?
Bin sehr dafür.
Auflösung von Nationalstaaten, Entscheidungsfindung auf regionaler Ebene.
Könnte diese passiv-aggressive Grundstimmung überwinden, die gerade durch die Gesellschaft wabert, die Menschen zu aktiverer Partizipation ermutigen.

Katalonien ist ein spezieller Fall, der sich aus dem Zentralismus Spaniens ergibt, der selten etwas Gutes brachte - siehe auch das Baskenland -,taugt für mich aber als Modell. Zumal der katalanische Nationalismus eher nicht aggressiv ist, sondern bloß sinnstiftend im Sinne einer kulturellen identität, die nicht ethnisch ist.


Na ja, die Regionen könnten auch innerhalb der Nationalstaaten eigene regionale Befugnisse haben und selbst entscheiden.
Das böse Blut entsteht doch dann, wenn bestimmte Volksgruppen, bzw deren Vertreter anderen vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben.
In der jetzigen Form der EU entsteht auch viel böses Blut deshalb.
 
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Na ja, die Regionen könnten auch innerhalb der Nationalstaaten eigene regionale Befugnisse haben und selbst entscheiden.
Das böse Blut entsteht doch dann, wenn bestimmte Volksgruppen, bzw deren Vertreter anderen vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben.
In der jetzigen Form der EU entsteht auch viel böses Blut deshalb.

Dann braucht es aber die Nationalstaaten auch nicht mehr, wenn Regionen darin autonom sind.
Viele Nationalstaaten innerhalb Europas sind ohnehin recht willkürlich konstruiert, manche Grenzregionen haben länderübergreifende Identitäten. Wäre vielleicht auch im Sinne eines vereinten Europas eine Vision für die Zukunft. Die Auflösung von Staatsgrenzen, die Organisation der Bevölkerung in lokalen Strukturen, die den Menschen nicht so anonym gegenübersteht wie eine Zentralregierung, die EU als demokratisches Gremium für gemeinsame Verwaltungsaufgaben.

Was die Besinnung auf Nationalstaatlichkeit, wie wir sie bislang kennen, bewirkt, das kann man ja überall in Europa gerade besichtigen. Wahrscheinlich bin ich aber auch zu blauäugig und die Konflikte werden dann einfach in kleineren Einheiten ausgetragen. Scheinbar benötigen viele Menschen einfach ein größeres Ganzes, weil sie sich zu klein fühlen. Und wenn es nur ein Fußballverein ist, für den man in die Schlacht zieht.
 
Dann braucht es aber die Nationalstaaten auch nicht mehr, wenn Regionen darin autonom sind.
Viele Nationalstaaten innerhalb Europas sind ohnehin recht willkürlich konstruiert, manche Grenzregionen haben länderübergreifende Identitäten. Wäre vielleicht auch im Sinne eines vereinten Europas eine Vision für die Zukunft. Die Auflösung von Staatsgrenzen, die Organisation der Bevölkerung in lokalen Strukturen, die den Menschen nicht so anonym gegenübersteht wie eine Zentralregierung, die EU als demokratisches Gremium für gemeinsame Verwaltungsaufgaben.

Was die Besinnung auf Nationalstaatlichkeit, wie wir sie bislang kennen, bewirkt, das kann man ja überall in Europa gerade besichtigen. Wahrscheinlich bin ich aber auch zu blauäugig und die Konflikte werden dann einfach in kleineren Einheiten ausgetragen. Scheinbar benötigen viele Menschen einfach ein größeres Ganzes, weil sie sich zu klein fühlen. Und wenn es nur ein Fußballverein ist, für den man in die Schlacht zieht.

Nationalstaaten gibt 's eh nicht wirklich, mE ist das nur ein leeres Wort - es gibt Staaten.
Das Problem bei sehr großen Staatsgebilden ist, dass sie letztlich unüberschaubar werden und Entscheidungen über die wirklichen Bedürfnisse der Menschen hinweg getroffen werden.
Es gibt ja viele Konzepte und Theorien, selber war ich mal der Anarchie (echte, nicht der Anomie) zugeneigt.
Konflikte gibt 's klarerweise auch in kleineren Einheiten.
Hier in D wurde ja der Zusammenschluss der kleinen Staaten zu einem Staatenbund als große Errungenschaft gesehen.
Nun immerhin gibt 's seither keine Kriege zwischen einzelnen Fürstentümern.
Dafür gab 's und gibt 's aber eben andere Konflikte.
 
(...)Es gibt ja viele Konzepte und Theorien, selber war ich mal der Anarchie (echte, nicht der Anomie) zugeneigt.(...)

Ich bin nach wie vor stark vom Syndikalismus beeinflusst, aber der setzt auch das Gute im Menschen voraus. Darum verteidige ich täglich mein positives Menschenbild gegen die Realität, was zugegebenermaßen nicht leichter wird...
Und damit gebe ich zurück nach Barcelona. Passt ja in dem Zusammenhang. :)
 
Ich bin nach wie vor stark vom Syndikalismus beeinflusst, aber der setzt auch das Gute im Menschen voraus. Darum verteidige ich täglich mein positives Menschenbild gegen die Realität, was zugegebenermaßen nicht leichter wird...
Und damit gebe ich zurück nach Barcelona. Passt ja in dem Zusammenhang. :)

Seufz....
Ich glaube ja auch an das Gute im Menschen.
Leider kommt das meist nur zum Vorschein, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
 
Erst mal - diese vom Zentralstaat ausgehende Gewalt ist nicht zu rechtfertigen.

Aber schauen wir uns doch mal an, woher diese Abspaltungsideen kommen. Die Unterdrückung einer kulturellen Eigenheit ist nur ein kleiner Aspekt, der Hauptaspekt ist wohl eher der, dass die Katalanen die wirtschaftliche Hoffnung des Gesamtstaates sind. Und die Katalanen nicht für die Misswirtschaft (oder einfach nur schlechtere wirtschaftliche Bedingungen) der übrigen Regionen bezahlen wollen. Das sind zwei Aspekte, die hier zusammenkommen. Einmal das nicht-teilen-wollen der Katalanen, was man als Egoismus bezeichnen kann. Das ist verständlich, schließlich will man von der eigenen Ernte sich auch mal was gönnen und nicht immer alles abgeben müssen, bis man genauso arm ist wie sein Nachbar. Dies sehen wir auch in anderen Ländern, wie in Noditalien mit der Lega Nord, die sich von Süditalien abspalten will, oder die Konflikte zwischen Flamen und Wallonen. Auch in Deutschland könnte es zu einem solchen Konflikt kommen, wenn Bayern nicht mehr den Ausgleich an andere Bindesländer zahlen will. Dieses Thema kocht im Bundesrat immer mal wieder hoch. Allerdings sind dies Konflikte auch noch mit anderen Aspekten verknüpft. In Italien z.B. mit dem Problem der Mafia in Belgien dass sich die Verhältnisse in den letzten 100 Jahren umgekehrt haben.

Hauptproblem ist also die Wirtschaftskraft. Da wir es nicht schaffen werden, die Wirtschaftkraft überall gleichwertig zu verteilen. ist es doch sinnvoll, die Erträge aus dieser Wirtschaftskraft zu verteilen. Und ob die Katalanen an Spanien oder an die EU ihre Abgaben entrichten sollte doch egal sein.

LGInti
 
Erst mal - diese vom Zentralstaat ausgehende Gewalt ist nicht zu rechtfertigen.

Aber schauen wir uns doch mal an, woher diese Abspaltungsideen kommen. Die Unterdrückung einer kulturellen Eigenheit ist nur ein kleiner Aspekt, der Hauptaspekt ist wohl eher der, dass die Katalanen die wirtschaftliche Hoffnung des Gesamtstaates sind. Und die Katalanen nicht für die Misswirtschaft (oder einfach nur schlechtere wirtschaftliche Bedingungen) der übrigen Regionen bezahlen wollen. Das sind zwei Aspekte, die hier zusammenkommen. Einmal das nicht-teilen-wollen der Katalanen, was man als Egoismus bezeichnen kann. Das ist verständlich, schließlich will man von der eigenen Ernte sich auch mal was gönnen und nicht immer alles abgeben müssen, bis man genauso arm ist wie sein Nachbar. Dies sehen wir auch in anderen Ländern, wie in Noditalien mit der Lega Nord, die sich von Süditalien abspalten will, oder die Konflikte zwischen Flamen und Wallonen. Auch in Deutschland könnte es zu einem solchen Konflikt kommen, wenn Bayern nicht mehr den Ausgleich an andere Bindesländer zahlen will. Dieses Thema kocht im Bundesrat immer mal wieder hoch. Allerdings sind dies Konflikte auch noch mit anderen Aspekten verknüpft. In Italien z.B. mit dem Problem der Mafia in Belgien dass sich die Verhältnisse in den letzten 100 Jahren umgekehrt haben.

(y)

Hauptproblem ist also die Wirtschaftskraft. Da wir es nicht schaffen werden, die Wirtschaftkraft überall gleichwertig zu verteilen. ist es doch sinnvoll, die Erträge aus dieser Wirtschaftskraft zu verteilen. Und ob die Katalanen an Spanien oder an die EU ihre Abgaben entrichten sollte doch egal sein.

LGInti


Aber das ist doch der Punkt, der viele Konflikte erzeugt.
Wer hat das Recht, über die Erträge und deren Verteilung zu bestimmen?
 
Aber das ist doch der Punkt, der viele Konflikte erzeugt.
Wer hat das Recht, über die Erträge und deren Verteilung zu bestimmen?
Genau - und man kann noch einen Punkt davor beginnen.

Wie kommt es, dass eine Region mehr erwirtschaftet als die andere? Sind die einen fleißig und die anderen faul?

Steht denen, die zufällig in einer prosperierenden Region leben ein "besseres Leben" zu?

Kann eine Region verpflichtet werden andere zu unterstützen?

Wenn wir z.B. unsere Steuern und Abgaben an den Staat zweckgebunden einzahlen dürften, wofür würdest du dich entscheiden, wo dein Geld eingesetz wird? Ist das, was der einzelne dann entscheidet auch gut für die Allgemeinheit?

LGInti
 
Genau - und man kann noch einen Punkt davor beginnen.

Wie kommt es, dass eine Region mehr erwirtschaftet als die andere? Sind die einen fleißig und die anderen faul?

Das ist doch sicher eine rhetorische Frage....

Steht denen, die zufällig in einer prosperierenden Region leben ein "besseres Leben" zu?

Spontan würde ich mit "nein" antworten, aber wenn ich drüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss, dass es nicht wirklich darum geht, wem was zusteht.
Sonst würden ja alle, die aufgrund ihrer Lebensbedingungen reich sind, freiwillig etwas abgeben.

Kann eine Region verpflichtet werden andere zu unterstützen?

Ja klar, wird doch gemacht.

Wenn wir z.B. unsere Steuern und Abgaben an den Staat zweckgebunden einzahlen dürften, wofür würdest du dich entscheiden, wo dein Geld eingesetz wird?

Nun, ich würde mich für Bildung und Soziales entscheiden und strikt verbieten, dass auch nur 1 Cent in die Rüstung geht.

Ist das, was der einzelne dann entscheidet auch gut für die Allgemeinheit?

LGInti

Keine Ahnung, ich vermute allerdings, dass es eher nicht schlechter für sie wäre, als die Entscheidungen von Regierungen.
 
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Die EU ist keine Wertegemeinschaft, sondern nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, drum sind Menschenrechte egal, solange der Profit passt, meine Meinung zur EU. Sie dient nicht den Menschen und der Verbesserung ihres Lebens, sondern ein paar Grosslobbyisten, die durch sie noch reicher werden, dafür werden andere noch ärmer.

Sei denn mit Werten sind Habgier, Egoismus und rücksichtsloses Geldscheffeln und Ausbeutung gemeint...:ironie:
 
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