Jou, so wird das dann vermutlich ablaufen mit diesen Herrschaften, die Du oben aufgezählt hast. Kennt hier jemand zufälligerweise die sogenannten "Put-Optionen", der das Ganze besser erklären könnte als ich? So wie es mir erklärt wurde, sind das eine Art "Vorbestellung auf Aktien", also jemand kauft sich solche Papiere mit einem Vorkaufsrecht auf bestimmte Aktien, dessen Zeitpunkt er selbst bestimmen kann (!).
Hallo Agapine
Da hat dir jemand etwas Falsches erklärt.
Optionen sind Rechte, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeübt werden können. Es gibt da zwei Arten: Call-Optionen (Kaufoptionen) und Put-Optionen (Verkaufsrechte). Ich will das anhand einer deutschen Aktie namens Deutsche Bank (Symbol: DBK) erklären.
Die Call-Optionen (Calls) berechtigen zum Kauf einer Aktie zu einem bestimmten Preis ("Basispreis") bis zu einem bestimmten Termin("Verfallstermin"). Börsengehandelte Optionen haben standardisiert den 3. Freitag im Monat als Verfallstermin, der nächste ist also der 17.10.
Die Put-Optionen (Puts) berechtigen zum Verkauf einer Aktie zu einem bestimmten Preis bis zu einem bestimmten Termin.
Beispiel: DBK, Schlusskurs am 29.09.2008: EUR 50,65.
Optionspreise aus der aktuellen Kurstabelle:
Monat...............CALLS............Basispreis...................PUTS
Okt....................3,94..............50.............................3,20
Okt....................0,49..............60.............................9,76
Nov....................5,78..............50.............................4,87
Nov....................1,50..............60............................10,59
Die Oktober-Optionen verfallen ja schon am 17.10., die November-Optionen erst am 21.11., die Optionen werden also teurer, je länger sie laufen, weil mein Recht länger gültig ist.
Nehmen wir erst den Call Okt 50. Wenn ich heute EUR 3,94 bezahle, bin ich bis 17.10. berechtigt, Deutsche Bank-Aktien zum Preis von 50 zu kaufen - egal, wo sie am 17.10. stehen. Steht DBK per Verfall z.B. bei 57, werde ich von meinem Call-Recht gebrauch machen, die Aktie mit 50 zu kaufen ("Optionsausübung") und sie sofort an der Börse um 57 weiterverkaufen. Das bringt einen Erlös von 7 Euro pro Aktie, abzüglich der eingesetzten Optionsprämie von 3,94 somit einen Gewinn von 3,06. Mein Einsatz hat sich also fast verdoppelt (+78%).
Allerdings, wenn DBK per Verfall bei 50 oder darunter steht, werde ich nicht ausüben, denn um 50 (oder weniger) kann ich auch direkt an der Börse kaufen - das Recht ist am Verfallstag somit wertlos, der Kapitaleinsatz von 3,94 zur Gänze verloren (-100%).
Die Call-Option steigt, wenn die Aktie steigt, nur aufgrund des geringeren Kapitaleinsatzes (3,94 statt 50,65) ist der prozentuelle Gewinn oder Verlust ungleich höher.
Nun zum Put Okt 50. Wenn ich heute EUR 3,20 bezahle, bin ich bis 17.10. berechtigt, Deutsche Bank-Aktien zum Preis von 50 zu verkaufen - egal, wo sie am 17.10. stehen. Steht DBK per Verfall z.B. bei 37, werde ich von meinem Put-Recht gebrauch machen, die Aktie mit 50 zu verkaufen ("Optionsausübung") und sie sofort an der Börse um 37 wieder kaufen. Das bringt einen Erlös von 13 Euro pro Aktie, abzüglich der eingesetzten Optionsprämie von 3,20 somit einen Gewinn von 9,80. Mein Einsatz hat sich also verdreifacht (+206%).
Allerdings, wenn DBK per Verfall bei 50 oder darüber steht, werde ich nicht ausüben, denn um 50 (oder höher) kann ich auch direkt an der Börse verkaufen - das Recht ist am Verfallstag somit wertlos, der Kapitaleinsatz von 3,20 zur Gänze verloren (-100%).
Die Put-Option steigt, wenn die Aktie fällt, nur aufgrund des geringeren Kapitaleinsatzes (3,20 statt 50,65) ist der prozentuelle Gewinn oder Verlust ungleich höher.
Ich muss jedoch nicht bis zum Verfallstag warten,
sondern kann jederzeit meine Optionen, egal ob Calls oder Puts, verkaufen, wenn ich der Ansicht bin, dass der Preis der Option hoch genug ist ("Glattstellen"). Siehe da: der Put Okt 50 hat heute schon mit 4,65 gehandelt - bezogen auf den gestrigen Schlusskurs von 3,20 immerhin satte +45%.
Optionen sind riskante Wertpapiere, wie man sieht - was schnell steigt, fällt auch schnell. Aus den +45% werden ganz schnell -50%, wenn sich die DBK-Aktie heute erholen sollte (denn da fallen die Put-Preise, die Verkaufsrechte verlieren an Wert).
Doch sie können auch zur Absicherung gekauft werden. (Derzeit NUR zur Absicherung, wie Vendetta richtig bemerkt hat, die Put-Spekulation sowie Geschäfte, die dies nachbauen, sind derzeit verboten, meine Broker haben mich schon entsprechend damit zugetextet)
Hat jemand beispielsweise schon DBK-Aktien in seinem Depot und erwartet weitere Kursverluste, will sich aber die Chance eines starken Anstiegs erhalten und nicht bei diesen Tiefstkursen verkaufen, dann kauft er sich einen Put dazu.
Fällt die Aktie, ist der Anleger dagegen immun, er hat ja den Put, der ihn berechtigt, die Aktie zum Basispreis zu verkaufen. Steigt die Aktie, ist es auch gut für ihn, denn er hat sie ja und partizipiert am Kursanstieg. Der Put ist hier also lediglich eine "Versicherung" gegen fallende Kurse.
Diese "Versicherungsprämien" sind schon ganz schön teuer, immerhin 3,20 für gut 3 Wochen, das sind gute 6% vom Aktienkurs(3,20/50,65)! Das könnte anzeigen, dass hier gute Kaufgelegenheiten liegen, die die verängstigte Herde nun verpasst...
Alles Liebe
Gerry