Die Moso teilen die Überzeugung, dass die echte Moso-Familie, dieser Grundpfeiler der Gesellschaft, die um die Mutter herum aufgebaute Großfamilie ist. Die Moso sind angeblich das einzige Volk auf der Welt, das die Ehe als Gefahr für die Familie ansieht. Als ideale Familie wird eine große Gruppe von Menschen betrachtet, die alle durch die Frauen des Hauses verwandt sind - Großmütter, Großonkel mütterlicherseits, Mütter, Schwestern, Onkel mütterlicherseits, Töchter, Söhne, Enkelkinder, Nichten und Neffen. Im Mittelpunkt dieser Familie kann kein Ehemann, keine Ehefrau und kein Vater stehen, sondern statt dessen Brüder, Schwestern, Mütter und Onkel mütterlicherseits. In dieser Kultur haben die Frauen die Kontrolle über die Familie, den Besitz und die Gepflogenheiten. Töchter sind begehrte Kinder, es gibt keinen Ausdruck für Vater. Ehen werden als unnatürlich empfunden und jede Frau kann sich ihre Liebhaber frei wählen. Kaum eine Frau hat ihre Kinder von nur einem Mann, denn gerade die Väter werden nach äußerlichen Gesichtspunkten ausgewählt. Und so mancher Moso muss nach einer leidenschaftlichen Nacht feststellen, dass sein Bündel draußen am Fenster hängt.