ja, das ist interessant, sagt aber noch nichts darüber aus,
ob sich solche escape-varianten nicht auch dort bilden,
wo die immunität durch eine durchgestandene infektion
erreicht wurde.
DAS ist das was mich aktuell interessieren würde, ob es explizite studien dazu gibt.
denkbar wäre es, dass es da durchaus unterschiede gibt.
der impfstoff entspricht ja nicht 1:1 dem virus, was ja sonst gar keinen sinn machen würde,
und es daher gut möglich sein kann, dass er auf den impfstoff anders reagiert als auf das natürlich vorkommende virus.
wissen kann man das allerdings erst, wenn es in studien untersucht wird.
solcher studien müsste es eigentlich aktuell angesichts der lage massenhaft geben..
kennt jemand eine? das ist keine rethorische frage, wie manche fanatiker hier
sicher gleich unterstellen werden, sondern eine echte.
Da gibt es durchaus Überlegungen in diese Richtung. Hier einmal ein "prämedialer" wissenschaftlicher Diskurs unter Herstellern und Wissenschaftlern:
The evolution of SARS-CoV-2 could impair recognition of the virus by human antibody-mediated immunity. To facilitate prospective surveillance for such evolution, we map how convalescent serum antibodies are impacted by all mutations to the spike’s receptor-binding domain (RBD), the main target of serum neutralizing activity. Binding by polyclonal serum antibodies is affected by mutations in three main epitopes in the RBD, but there is substantial variation in the impact of mutations both among individuals and within the same individual over time. Despite this inter- and intra-person heterogeneity, the mutations that most reduce antibody binding usually occur at just a few sites in the RBD’s receptor binding motif. The most important site is E484, where neutralization by some sera is reduced >10-fold by several mutations, including one in emerging viral lineages in South Africa and Brazil. Going forward, these serum escape maps can inform surveillance of SARS-CoV-2 evolution.
Übersetzung
Die Entwicklung von SARS-CoV-2 könnte die Erkennung des Virus durch durch menschliche Antikörper vermittelte Immunität beeinträchtigen. Um eine prospektive Überwachung für eine solche Entwicklung zu ermöglichen, kartieren wir, wie rekonvaleszierende Serumantikörper von allen Mutationen in der Rezeptorbindungsdomäne (RBD) des Spikes, dem Hauptziel der serumneutralisierenden Aktivität, beeinflusst werden. Die Bindung durch polyklonale Serumantikörper wird durch Mutationen in drei Hauptepitopen in der RBD beeinflusst, aber es gibt erhebliche Unterschiede in der Auswirkung von Mutationen sowohl zwischen Individuen als auch innerhalb desselben Individuums im Laufe der Zeit. Trotz dieser Heterogenität zwischen und innerhalb der Person treten die Mutationen, die die Antikörperbindung am stärksten reduzieren, normalerweise nur an wenigen Stellen im Rezeptorbindungsmotiv der RBD auf. Die wichtigste Stelle ist E484, wo die Neutralisation durch einige Seren durch mehrere Mutationen> 10-fach reduziert wird, darunter eine in neu auftretenden Viruslinien in Südafrika und Brasilien. In Zukunft können diese Serum-Fluchtkarten die Überwachung der SARS-CoV-2-Entwicklung unterstützen.
https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.12.31.425021v1
Und weiter:
Seasonal coronaviruses (OC43, 229E, NL63, and HKU1) are endemic to the human population, regularly infecting and reinfecting humans while typically causing asymptomatic to mild respiratory infections. It is not known to what extent reinfection by these viruses is due to waning immune memory or antigenic drift of the viruses. Here we address the influence of antigenic drift on immune evasion of seasonal coronaviruses. We provide evidence that at least two of these viruses, OC43 and 229E, are undergoing adaptive evolution in regions of the viral spike protein that are exposed to human humoral immunity. This suggests that reinfection may be due, in part, to positively selected genetic changes in these viruses that enable them to escape recognition by the immune system. It is possible that, as with seasonal influenza, these adaptive changes in antigenic regions of the virus would necessitate continual reformulation of a vaccine made against them.
Übersetzung:
Saisonale Coronaviren (OC43, 229E, NL63 und HKU1) sind in der menschlichen Bevölkerung endemisch und infizieren und reinfizieren den Menschen regelmäßig, während sie typischerweise asymptomatische bis milde Infektionen der Atemwege verursachen. Es ist nicht bekannt, inwieweit eine erneute Infektion durch diese Viren auf ein schwindendes Immungedächtnis oder eine Antigendrift der Viren zurückzuführen ist. Hier befassen wir uns mit dem Einfluss der Antigendrift auf die Immunevasion von saisonalen Coronaviren. Wir liefern Beweise dafür, dass mindestens zwei dieser Viren, OC43 und 229E, in Regionen des viralen Spike-Proteins, die der humoralen Immunität des Menschen ausgesetzt sind, eine adaptive Evolution durchlaufen. Dies deutet darauf hin, dass eine erneute Infektion teilweise auf positiv ausgewählte genetische Veränderungen dieser Viren zurückzuführen sein kann, die es ihnen ermöglichen, sich der Erkennung durch das Immunsystem zu entziehen. Wie bei der saisonalen Influenza ist es möglich, dass diese adaptiven Veränderungen in den Antigenregionen des Virus eine kontinuierliche Neuformulierung eines gegen sie hergestellten Impfstoffs erforderlich machen.
https://elifesciences.org/articles/64509
Auf dieser Seite kannste dich weiter informieren, wie diese Beweise genau aussehen und benannte Studienbezüge sind themenrelevant verlinkt.