Inwiefern? Es gibt ja weiterhin die Möglichkeit, sich telephonisch krankschreiben zu lassen.
Naja, ich beispielsweise bin ja vor zwei Monaten von Schweden zurück nach Deutschland gezogen. Das bedeutet auch sehr viele Behördengänge, die auch eine gesetzliche Deadline haben. Man muss sich innherhalb von zwei Wochen im Bürgerbüro angemeldet haben, Krankenkasse etc. Darüber hinaus hatten wir auch ein Termin bei der deutschen Botschaft in Stockholm, weil meine Tochter - sie lebt ja noch weiter mit meiner Exfreundin in Schweden - einen neuen Pass braucht. Leider bekam ich auch genau pünktlich einen Schnupfen - also Husten und Nase zu, aber sonst fühlte ich mich normal-fit.
Wenn ich mich da irgendwie hätte isolieren wollen, wegen dem Schnupfen... da hätte ich also z.B. den Termin in Stockholm wieder absagen müssen, den ich aber selbst sehr mühsam sechs Wochen vorher anberaumt habe. Ein ärztliches Attest wäre auch schwierig gewesen, weil ich zwar in der schwedischen Krankenversicherung schon abgemeldet war - passiert ziemlich schnell und automatisch, wenn man da bescheid gibt, dass man das Land verlässt - in der deutschen aber noch nicht angemeldet (was sich auch danach noch hinzog, nachdem ich mich da gemeldet habe). Ich hätte einige gesetzliche Dealines gerissen, wofür mir die Begründung: "Ich huste und meine Nase läuft." nur wenig Verständnis eingebracht hätte, und was wie gesagt nicht nur mich betrifft, sondern auch auf Meine Exfreundin und unsere Tochter auswirkungen gehabt hätte - ohne Pass hätte sie nicht über Weihnachten/Neujahr nach Deutschland gekonnt/gedurft.
Der Alltag, wo man eben mitunter auch fristgerecht Dinge erledigen muss und dafür auch unter Menschen kommen muss, macht es leider manchmal erforderlich, dass man auch selbst infektiös-krank oder aber anfällig für schwere Krankheitsverläufe das Haus verlässt.
DARUM hielt und halte ich ja die Corona-Maßnahmen für so wichtig. Das Argument der Gegner war ja so oft: Eigenverantwortung, bzw.: "Wer Angst hat, kann doch sowiesoimmer zuhause bleiben." Das geht eben NICHT, weil manchmal gesellschaftlich und auch gesetzlich von einem erwartet wird, dass man Dinge erledigt, auch dann, wenn man nicht 100% gesund ist.
Der Husten hielt sich bei mir dann auch ziemlich hartnäckig; bei klarem Versicherungsstatus wäre ich da schon längst mit zum Arzt gegangen. Letzte Woche erst kam der Bescheid und die Karte, dass ich wieder in Deutschland krankenversichert bin... und der Husten ist von selbst wieder verschwunden...
Absolut.
Die Assistentinnen meiner Hausärztin erzählten mir neulich, dass das leider die Ausnahme ist - sie werden regelmäßig "angerotzt"...
In diesen letzten beiden Monaten habe ich zugegebenermaßen nicht immer Maske getragen, aber doch wieder deutlich verstärkt, wenn ich viel Kontakt mit anderen Menschen hatte.