Da sind einige meiner Gedankengänge drin.
Ja, das Statement ist gut und nachvollziehbar geschrieben. Aber was soll man tun?
Die Autorin beschreibt, dass der Druck ihre Abwehr und Misstrauen eher verstärkt als mildert. Das wurde auch schon hier im Forum geäußert. Das ist denke ich auch normal - in der Psychologie nennt man das
Reaktanz, und kein Mensch tickt da groß anders. Aber auch hier, was soll man tun?
Es gibt ja Leute, die deswegen eine Art strategisches Diskutieren vorschlagen -
die Leute da abholen, wo sie stehen - u.ä. Ich mag solche Vorschläge nicht gerne. Zum einen, weil ich nicht gut darin bin, und weil es für mich unehrlich und von oben herab arrogant wirkt. Da spiele ich lieber mit offenen Karten, so dass meine Intention und Überzeugung sofort erkennbar ist.
Am Anfang der Pandemie gab es die Eindämmungsmaßnahmen, und eben Widerstand dagegen. Unter anderem mit dem Argument, die Wirtschaft würde dadurch geschadet werden. Das ist auch richtig, aber meiner Überzeugung nach hätte die Wirtschaft ohne diese Maßnahmen wesentlich mehr gelitten. Man hätte die Maßnahmen derart ausgestalten können, dass sowohl der Infektionsschutz groß genug ist als auch Wirtschaftseinbußen verhältnismäßig klein bleiben... das ist leider nicht in der Form geschehen, was meine Maßnahmen-Kritik ist.
Nun haben wir eine Impfung, und mit ihr eine Chance die Pandemie einzudämmen ohne weiter auf starke individuelle Isolation zu setzen. Dazu ist aber eine ordentliche Impfquote notwendig - 65% reichen dafür nicht aus. Das ist aber dann auch nicht Recht.
Ja, was wollen diese Leute, die sowohl Impfung als auch Eindämmungsmaßnahmen ablehnen? Da kommt meist die Antwort: Jeder soll eigenverantwortlich tun, was er/sie für richtig hält. Das klingt erst einmal toll, aber damit würde der Selbst-Schutz der Menschen stark erschwert werden, die sich z.B. aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen, oder bei denen die Impfung nicht ausreichend anschlägt. Und insgesamt würde das auch ohne ordentliche Durchimpfung zu einer sehr großen Anzahl an Opfern führen - ein mMm zu hoher gesamtgesellschaftlicher Preis für diese angeblich selbstverantwortliche Freiheit.
Zurück zum Artikel und der Autorin: Ich kann ihre Beweggründe gut nachvollziehen, und sie verharmlost das Virus etc. nicht. Aber wie soll jetzt die Regierung bzw. die Gesellschaft handeln? Resignieren und alles frei lassen? Das würde im aktuellen Status noch in eine Katastrophe führen - viele Tote und auch ein Wirtschaftsschaden, der sich gewaschen hat.
Vorschläge?