Zeitenwende. Das Zeitalter des Mißlingens und der Mißverständnisse nimmt langsam aber sicher Fahrt auf. Noch können wir über eine solche Behauptung lachen, sie erschent uns absurd. Aber überprüft es selbst. Achtet mal darauf, wie viel in eurem Alltag jetzt schon mißlingt, wie oft ihr selbst euch nahestehende Personen mißversteht. Es wird immer mehr, kaum merklich, aber stetig wächst die Zahl mißlingender Aktionen und Interaktionen. Irgndwann werden wir mindestens 5x nachfragen müssen, bevor wir verstehen, was ein anderer sagt, und dann ist es immer noch nicht sicher.
Habermas hat von einem unhinterfragten und unthematisierten *Hintergrundskonsensus* gesprochen, auf dem alle unsere Alltagshandlungen und Kommunikationen ablaufen. Man könnte das "Zeitalter des Mißlingens" auch als Zerfall dieses Hintergrundskonsensus beschreiben. Wir werden unsere Mitmenschen kaum noch verstehen und uns alles, was in unserer Lebenswirklichkeit vorkommt, auf beschwerliche Weise interpretativ erarbeiten müssen.
Die BuPrä-Wahl und BER waren erst der Anfang. In einem Satz: Die Realität, die uns so einfach erscheint, wird sehr, sehr schwer werden.