Mir kommt da gerade eine Idee. Was, wenn all diese Projekte gar nicht fertig werden sollen? Was wenn diese Projekte, sowohl die BuPrä-Wahl in Österreich, als auch der Flughafen BER in Deutschland, gar nicht das sind, was sie scheinen? Was, wenn es sich um moderne Kunst handelt?
Die Künstler greifen mit ihren Performances das Herzstück unserer Gesellschaft an: den Pefektionismuswahn der modernen Welt, wo nur das zählt, was möglichst reibungslos funktioniert, was unmittelbar verwertbar und nützlich ist. Dem setzen die Designer der BuPrä-Wahl und des Flughafens BER eine Ästhetik des Scheiterns, des Versagens, des Nichtgelingens entgegen.
Es handelt sich also nicht um irgendwelche alltagspraktischen Projekte, sondern um eine Kritik der instrumentellen Vernunft mit künstlerischen Mitteln.
Daher ist es völlig unangemessen, diese Kunstwerke mit lächerlichen Fragen anzugehen wie etwa: "Was nützt ein Flughafen, wenn dort keiner fliegt" oder: "Was nützt eine BuPrä-Wahl, wenn sie so unzulänglich organisiert ist, daß sie ewig wiederholt werden muß".
Das wäre ebenso albern, als wenn man an Joseph Beuys´berühmte Honigpumpe die Frage anlegen würde: "Wem nützt diese Pumpe?"