begrifflich-kommunikative Findung unwissenschaftliches religiösen Anhängens an "Wissenschaft"

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Unter Glauben versteht man ein Fürwahrhalten ohne methodische Begründung. Glauben in diesem Sinne bedeutet, dass ein Sachverhalt für anscheinend (hypothetisch) wahr oder wahrscheinlich gehalten wird. Darin unterscheidet sich „Glauben“ im weiteren Sinne einerseits vom religiösen Glauben im engeren Sinne, indem der religiöse Glaube auf dem Vertrauen auf Autorität oder Überlieferung beruht und die absolute Wahrheit des Glaubensinhalts (z. B. der Existenz Gottes) unterstellt; andererseits unterscheidet sich Glauben von Wissen, dessen Gegenstand als wahre und gerechtfertigte Tatsache verstanden werden kann.

Demgegenüber steht die „bloße“ Meinung, der sowohl subjektiv als auch objektiv eine hinreichende Begründung fehlt. (In der Erkenntnistheorie werden Meinung und Glauben jedoch auch bedeutungsgleich verwendet.)
 
Der Wikipedia-Eintrag beschreibt Glauben als „Fürwahrhalten ohne methodische Begründung“ und grenzt ihn von Wissen und Meinung ab. Diese Definition trifft insofern zu, als Glauben auf Annahmen beruht, die nicht unmittelbar überprüfbar sind und deren Richtigkeit wir nicht beweisen können. Anders als Wissen, das auf überprüfbaren Tatsachen basiert, oder Meinung, die oft rein subjektiv bleibt, ist Glauben eine gerichtete Ausrichtung auf das Unüberprüfbare, die wir in vielen Lebensbereichen nutzen.

Gleichzeitig zeigt sich, dass Glauben für menschliches Handeln, Orientierung und Entscheidungsfähigkeit unverzichtbar ist. Selbst in der Wissenschaft stützen wir uns auf Hypothesen, Modelle oder Methoden, deren vollständige Wahrheit wir nicht direkt überprüfen können – auch dort ist ein gewisser „Glauben“ an die Plausibilität und Brauchbarkeit der Annahmen nötig. Im Alltag verlassen wir uns ständig auf Annahmen über andere Menschen, über Ursachen und Wirkungen oder über Zusammenhänge, die wir nicht vollständig nachvollziehen können.
Ohne diese Ausrichtung auf das Unüberprüfbare wären viele Handlungen, Entscheidungen und die Orientierung im Leben gar nicht möglich. Glauben ist damit nicht nur eine Haltung zu einem bestimmten Sachverhalt, sondern ein praktisches Fundament, das unser Denken, Handeln und unsere Erfahrbarkeit überhaupt erst ermöglicht.
 
Womit der Glauben als funktionelles Element unserer Wahrnehmung definiert wäre. Jeder glaubt.
Schwierig wird es zu erkennen, wann uns das Wissen verlässt und unser Glauben anfängt aber wenn man sich das bewusst macht, lebt es sich einfacherer und viele Konflikte wären entschärft.
 
(...)
Es geht nicht darum, hier Protokolle von Einzelgesprächen wiederzugeben dir gegenüber.
Ich muss das nicht beweisen und wie auch, ich habe die Gespräche nicht aufgezeichnet.
Ich will mich auch gar nicht so an Ärzten aufhalten. Der wissenschaftsgläubige Normalbürger ist
natürlich oft noch schlimmer.

Ich verlange auch keine Protokolle, sondern fragte nach dem Kontext, in dem die Äußerungen getätigt wurden, die Du hier eingebracht hast.

Du kannst ja gerne weiter daran glauben, dass wissenschaftlich orientierte und/oder arbeitende Menschen offen, sachlich, vorsichtig, integer und neutral sind- sie sind es eben oft nicht.
Sie verteidigen ihr Weltbild ebenso irrational und vebissen wie manch Gläubiger oder Esoteriker.
Statt einfach eine offene Haltung einzunehmen und zu verstehen, dass es nicht um Rechthaben und Konkurrenz
geht und v.a., dass wir sehr Vieles nicht wissen.

Wogegen verteidigen sie es denn?

Und wogegen verteifigen Esoteriker - z.B. Aytrologrn oder Homöopathen - ihr Weltbild?
 
Beide Gruppen aus demselben Beweggrund, aus Angst vor Unsicherheit.

Das glaube ich nicht. Öfter habe ich hier im Forum gelesen, dass Skeptiker ja nur Angst davor hätten, etwas nicht erklären zu können. Was ich skurril finde, denn für unsicher halte ich eher Menschen, die in allen möglichen Belangen Karten, Pendel oder Radix befragen. Letzteres oft sogar für Tiere und Gegenstände. - Da scheinen mir Skeptiker weniger unsicher zu sein.
 
Ist doch egal was für ein Weltbild ein Mensch hat, wichtiger hier, warum baut er sich denn überhaupt eins auf?
Um Dinge erklären zu können, um Prognosen treffen zu können, um Sicherheit zu schaffen indem was er tut und was zukünftig auf ihn zukommen wird. Ob ich nun an Wissenschaftliches "glaube" oder an Esokram ist dabei einerlei, die Grundmotivation ist dieselbe.

Wird dieses Weltbild nun angegriffen, ist auch der Schutzmechanismus derselbe. Angst. Daraus folgt dann entweder Adaption oder Ablehnung, wie Menschen die kognitive Dissonanz zwischen dem, was sie annehmen was ist, und dem was sie sehen, wie es ist, eben verarbeiten können.
 
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Darum geht es nicht.
Es geht darum, was wir nicht wissen, was Wissenschaftsgläubige aber doch behaupten zu wissen, weil sie es mit etwas begründen, was sich nicht eignet als Begründung.

Wir wissen nicht, ob es Gott oder etwas Ähnliches gibt, wir wissen nicht, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, nicht, ob es Engel gibt oder es ob Karma und Wiedergeburt gibt, nicht, ob das Bewusstsein an eine organische Form und Funktion gebunden sein muss, um zu existieren, ob es eine Seele gibt und was sie von der Psyche unterscheidet etc.
Und trotzdem gibt es genügend Leute, die sagen, es gibt keinen Gott, weil alles aus der Evolution kommt, das ist der Beweis. Es ist aber keiner, weil Gott darüber hinaus existieren kann.
Sie sagen, das Bewusstsein ist gekoppelt an das Gehirn, weil wir keine Bewusstseinsäußerung oder -bewegung nach dem Gehirntod mehr sehen. Das ist ebenfalls kein Beweis, sondern nur eine Beobachtung.
Wir sehen die Seele nicht, gibt es deshalb keine?

Sie tun vieles als Aberglaube ab, meinen sich als im Besitz besseren Wissens und übersehen, dass sie selbst auch nur nicht daran glauben.
An etwas nicht zu glauben ist ebenfalls nur Glaube und nicht Wissen und schon gar nicht wissenschaftlich.
Mich wundert eben, dass denen selbst nicht auffällt, dass sie Gläubige sind.
 
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