Der Begriff "Beobachter" beinhaltet nach meinem Verständnis eigentlich an sich auch eine deutende, ordnende Aktivität. Ein Beobachter auf einem Beobachtungsturm schaut und ordnet ein, was er sieht.
In diesem deinen Beispiel boebachtet das Ich die Umgebung. Wenn wir uns jetzt eine Person auf dem Wachturm vorstellen. Ja, das Ich kann auch beobachten.
Der Beobachter, den ich meine, ist aber eine andere Instanz, als das beobachtende Ich. Das Beispiel mit der Kamera hinkt zwar ein wenig, aber es ist gut zur Veranschaulichung wie der Beobachter
nicht ordnet, bewertet oder deutet, da die Kamera nicht ordnet, bewertet oder deutet,
sondern nur aufnimmt. Und wenn du dir dann Das, was die Kamera aufgenommen hat, anschaust, siehst du viele "Dinge" und Situationen, die dir als Person gar nicht aufgefallen sind und du sie nicht mal gesehen, geschweige denn bemerkt hast, obwohl du dabei warst und auch aufgenommen wurdest.
Du hattest an einer Stelle geschildert, daß der Beobachter Dinge beobachtet, die dem Ich nicht bewußt seien. Also gibt es dann offenbar Beobachtungen, die nicht das Ich wahrnahm und ordnete?
Du kannst mir noch so viele Fangfragen stellen, wie du möchtest. Siehe Kamerabeispiel. Nur weil das Ich Etwas in einem bestimmten Moment/Situation nicht wahrnahm und ordnete, heißt das nicht im Umkehrschluß, dass der Beobachter Etwas ordnete.
Das Ich ordnet immer im Nachhinein, wenn es Etwas bemerkt, was es vorher nicht bemerkte (das Ich ordnet, wenn ihm Etwas bewußt wird).
Diese Formulierung kommt mir noch nicht klar genug vor. Daher weitere Nachfragen: Der "Beobachter" ist vergleichend gesehen nur Auge oder auch Leinwand? Oder ist er nur anderweitig irgendwie "eins" mit Ich und Leinwand?
Der Beobachter ist Auge, Leinwand und das Beobachtete, also im weiteren Sinn auch das Ich und Du als Beobachtetes. Man könnte es auch als das
Auge "Gottes" bezeichnen (
nicht als Gott selbst), aber Gott ist nicht das Ich. Hier kannst du zb. in Richtung Atman (das Selbst des Menschen, oder die direkte Verbindung zu Gott) weiterdenken. Wobei: Brahma und Atman eins sind. Deshalb schrieb ich auch vorher, dass ich zum Beobachter eine Instanz bemerkt habe, die sowas wie DER "Entscheider/ Macher/Lenker/what ever, ist.
Das Ich hingegen ist ein Teil des Menschen, welches wiederum viele Anteile (Persönlichkeiten) hat. Das Ich ist meist recht klein und kann sich aber entwickeln hin, wie manche es nennen: zum "höheren" Ich. Dieses "höhere" Ich ist dann in höherem Maße selbstverantwortlich. Es ist aber nicht das Selbst, kann aber, wenn es sich weiterentwickelt hat, mit dem eigenen höheren Selbst/Atman in Verbindung treten. Dies kann soweit fortgeschritten sein, dass die Grenzen zw. Ich und Selbst/Atman verschwimmen. Und weiter dann zum: Atman und Brahma sind Eins.
Sodalala, jetzt hast du mir genug Löcher in den Bauch gefragt. Jetzt bist du dran

