Sich selbst bedingungslos annehmen

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von astrologe, 1. Dezember 2016.

  1. astrologe

    astrologe Aktives Mitglied

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    Hallöchen,
    seit langem mal wieder ein Beitrag, dafür etwas länger. ;-)
    Lieber Gruß

    Wie Normen und Ideale unsere Selbstakzeptanz beeinträchtigen

    Sich selbst bedingungslos anzunehmen ist der Königsweg für ein zufriedenes Leben. Dieser Satz ist leicht formuliert, umso schwerer ist die Umsetzung. Seit der Kindheit wurde uns beigebracht, uns mit anderen Menschen zu vergleichen und danach zu bewerten. Es war das Erziehungsmittel um uns zu angepassten Mitgliedern der Gemeinschaft zu machen. Unsere Eltern hatten aber keine Schuld, denn sie hatten auch nur Eltern die so erzogen wurden und diese ebenfalls … Und dann gab und gibt es Erzieher, Lehrer, die Medien mit ihrer Werbung und viele viele andere Menschen, Unternehmen, Vereine und Institutionen, die alle mitmachen beim großen Vergleichswettbewerb.

    Die Möglichkeiten sich zu vergleichen scheinen unendlich zu sein. Man kann sich über:
    - Äußerlichkeiten,
    - dem materiellen Besitz,
    - der Intelligenz,
    - dem Bildungsgrad,
    - der beruflichen Leistungsfähigkeit,
    - dem finanziellen Einkommen,
    - einer bestimmten Weltanschauung,
    - der geistigen, spirituellen, religiösen Entwicklung,
    - die Vorstellung einer intakten Familie und harmonischen Partnerschaft usw.
    vergleichen.

    Uns ständig mit anderen Menschen zu vergleichen finden wir völlig normal und es läuft schon automatisch ab. Deshalb gibt es garantiert immer jemanden, der scheinbar besser ist und weiter in seiner Entwicklung fortgeschritten erscheint.

    Normen und Ideale

    In Wirklichkeit vergleichen wir uns jedoch weniger mit anderen Menschen, als vielmehr mit bestimmten Normen und Idealvorstellungen einer Gemeinschaft. Menschen, die angeblich besser sind, scheinen diese Ideale mehr zu verkörpern als wir. Interessanterweise sind diese aber, wenn man hinter die Fassaden schaut, auch nicht besonders glücklich mit ihrem Leben.

    Dass ist kein Wunder, denn ständiges Vergleichen erzeugt permanente Unzufriedenheit und Neid. Andere übertreffen zu wollen führt zu Dauerstress, chronischer Zeitnot und Überforderung. Geldprobleme entstehen wenn man überall mithalten will und dafür über seine Verhältnisse lebt. In der Freizeit und im Urlaub möchte man zwar etwas Freiheit genießen, landet aber doch oftmals im trendigen Konsumprogramm. In Beziehungen spielt jeder eine Rolle und überwacht sich gegenseitig bei der Normerfüllung. Bei Verwandtenbesuche werden Rituale abgespult und kaum jemand erzählt wie es ihm wirklich geht. Alles ist bestens, alles ist normal… Die Erfüllung von Idealen scheint also kein Rezept für ein glückliches Leben zu sein.

    Woher stammen Normen und Ideale?

    Normen und Ideale werden immer von den gerade herrschenden Machthabern propagiert und dienen dazu, deren Interessen durchzusetzen. Früher waren es Kaiser und Könige, die über die Religionen (Vorläufer der politischen Ideologien) und der dazugehörigen Propagandaabteilung, die Kirchen, unser Weltbild bestimmten. Derzeitig sind es (außer den Kirchen) mächtige Finanz- und Wirtschaftsverbände, die die politischen Ideologien steuern. Da die Geld- und Machtgier offenbar grenzenlos ist und unser Finanzsystem stetiges Wirtschaftswachstum erzwingt, findet diese Expansion keine gesunde Obergrenze. Die Anforderungen an die Menschen steigen daher stetig an. Aus normalem Leistungsstreben entwickelt sich ein Leistungsfetischismus und aus natürlicher Bedürfnisbefriedigung eine Konsumentenmentalität. Unsere Arbeitswelt ist prädestiniert für perfektionistische Idealvorstellungen mit stetig steigendem Leistungsdruck. Die von den Kirchen propagierte Arbeitsmoral hatte schon vielen vergangenen Generationen das Leben vergällt und bekommt im modernen Leistungsfetischismus eine perfektionistische Krönung.

    Selbstabwertung

    Durch dieses Wirtschaftssystem werden in der Bewertung bestimmte menschliche Eigenschaften auf- und Abweichungen davon abgewertet.
    Aufgewertet werden:
    - Extrovertiertheit,
    - Oberflächlichkeit,
    - Kopflastigkeit,
    - technische Fähigkeiten,
    - eine kommerzielle von Kreativität,
    - Aktivitäten,
    - Ellenbogenmentalität,
    - Statusstreben,
    - Leistungsstreben,
    - Handlungsfähigkeit,
    - Narzissmus usw.

    Dagegen werden abgewertet:
    - Introvertiertheit,
    - Nachdenklichkeit,
    - Tiefsinn,
    - Gefühlsbetontheit,
    - Sensibilität,
    - Empathie,
    - Passivität,
    - Genügsamkeit,
    - Einfachheit und Zurückgezogenheit.
    Oftmals werden solche Eigenschaften als Schwächen interpretiert.

    Als sensibler und introvertierter Mensch hat man es in unserer auf Expansion fixierten Gesellschaft besonders schwer. Man passt weniger in die gewünschten Vorgaben von Normalität. Kennt man seine Eigenarten nicht, dann kann das Selbstbewusstsein sehr leiden. Viele psychische und zwischenmenschliche Probleme lassen sich daraus ableiten.

    Relativität von Normen und Idealen

    Bei genauerem Hinsehen sind viele Normen und Ideale mit ihren Bewertungen jedoch keine absoluten Größen. Diese veränderten sich nämlich im Laufe der Geschichte und werden es auch weiterhin tun. Vor Einhundert Jahren z.B. galten andere Ideale in punkto Besitz, Arbeit, Bildung, Partnerschaft, Sexualität, Erziehung, Benehmen, Äußerlichkeiten usw.

    - War früher z.B. die autoritäre Erziehung die Norm, so schwenkte man inzwischen ins andere Extrem, der antiautoritären Erziehung um. Beide Formen sind jedoch einseitig, eine Erkenntnis, die sich nur langsam durchsetzt.
    - Früher war der materiell hortende Charakter gefragt und unsere Großeltern warfen kaum etwas weg und nutzten vieles mehrfach. Da die Produktivität stetig stieg, musste man in der Wirtschaft von der Bedarfsdeckung mit Waren und Dienstleistungen auf Bedarfsweckung umschwenken. Dadurch wurden Marketing und Werbung immer wichtiger. Werbung dient mittlerweile nicht mehr dazu die Vorzüge eines Produkts zu zeigen, sondern den Leuten Dinge aufzuschwatzen, die sie im Grunde gar nicht brauchen. Die Menschen wurden zu chronisch unzufriedenen Konsumenten umerzogen und man nimmt jeden neuen kurzlebigen Trend dankend auf.
    - Hatte man früher, wo Hunger noch alltäglich war, die sog. Rubensfigur als körperliche Idealvorstellung, so wird heute in Zeiten des Überflusses, ein übertriebenes Schlankheitsideal propagiert. Zudem wird aus normaler körperlicher Fitness geradezu ein ungesunder Körperkult gemacht.
    - Früher war das von den Kirchen propagierte Familienideal der Kleinfamilien mit absoluter sexueller Treue die Norm für Beziehungen. Die rigide Sexualmoral der Kirchen erzeugt sehr viel Leid. Heute werden Beziehungen nach Beliebigkeit geschlossen und aufgelöst. Singlekultur mit völliger Unverbindlichkeit wird als individuelle Freiheiten gepriesen. Vereinsamung mit sozialer Isolation sind die Folgen. Weder die völlige Aufgabe der individuellen Bedürfnisse für eine Gemeinschaft, noch ein künstlicher Individualismus, der den Einzelnen von seinen Mitmenschen trennt, sind jedoch dazu angetan, ein glückliches Beziehungsleben zu führen.
    Die Liste solcher Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen. …

    Sein Bewusstsein erweitern

    In den Geschichtsbüchern wird uns zwar oft gezeigt, wie veränderlich viele der Normen und Ideale in der Vergangenheit waren, jedoch werden die derzeitig geltenden niemals hinterfragt! Man meint immer gerade in der besten aller Welten zu leben. Dass dies nicht so ist, werden wieder erst spätere Generationen erfahren. Wir müssen jedoch in dieser Welt leben.

    Darum gilt es sein Bewusstsein zu erweitern und die gesellschaftliche, wie die persönliche Situation aus einer erweiterten Perspektive zu betrachten: Man lebt gerade in einer bestimmten Zeitepoche und Gesellschaft mit ihren Normen und Idealen und kann beobachten, wie sich die Menschen davon beeinflussen lassen. Man nimmt wahr, wie propagierte Ideale das eigene Denken und Verhalten beeinflussen. Mit einem gesunden Abstand kann man darüber stehen, ohne sich völlig abzukapseln. Man lebt trotzdem in dieser Welt, lässt sich aber nicht mehr unwissend darin verstricken. Die Beeinflussung durch Idealbilder funktioniert nicht mehr so leicht, wenn man weiß, dass es sie gibt und dass diese Wirkung erzielen! Wenn man beachtet, dass viele diese Idealbilder relativ und damit hinterfragbar sind, wird vieles leichter.

    Allerdings verliert man zu Beginn der Entwicklung etwas an Orientierung in seinem Leben. Normen und Ideale geben den Menschen Sicherheit und Halt, indem pauschal festgelegt ist, was für alle Menschen richtig und was falsch sein sollte. So braucht man nicht selbständig darüber nachzudenken was einem entspricht oder nicht. Stellt man nun einiger dieser Ideale infrage, kommt Unsicherheit auf. Wegen dieser Unsicherheiten suchen viele, die die gerade herrschenden Ideale hinterfragen, Orientierung in alten Traditionen. Damit läuft man aber Gefahr, sich wieder an fremden pauschalen Normen und Idealen zu messen. Zudem könnte es sein, dass man die Fehler vergangener Generationen wiederholt.

    Wie man es auch dreht und wendet: Letztlich kommt man nicht umhin, sich eigene Gedanken zu machen! Man muss selbst entscheiden, was für sich selbst richtig oder falsch ist. Das ist real gelebte Selbstverantwortung und Individualität.

    Anerkennung

    Wenn man eigenverantwortlich handeln will, dann darf Anerkennung nicht mehr den Stellenwert besitzen, den wir als Kinder hatten, weil wir von unseren Eltern abhängig waren. Da wurden wir zumeist anerkannt, wenn wir unseren Eltern keine Sorgen bereiteten und alles taten was wir sollten. Die Eltern, wie auch Erzieher, Lehrer usw. orientierten sich an den gerade geltenden Normen und Idealen der Gesellschaft. So bekamen wir eben auch oft nur Anerkennung, wenn wir es ihnen gleich taten oder eben Ablehnung und Kritik, wenn wir nicht der Norm entsprachen. Da wir diese Sichtweise übernommen hatten, bewerten wir uns schließlich immer noch selbst in dieser Art und Weise. Es braucht also niemanden mehr der uns im Außen bewertet, wir bewerten uns automatisch danach.

    In unzähligen Selbstgesprächen vergleichen wir uns selbst mit den Idealen und Normen der Gesellschaft!

    Entsprechend könnte man sich die Anerkennung, die man von anderen Menschen erhält, auch hinterfragen. Bekommt man vielleicht vor allem Anerkennung wenn man bestimmte Normen und Ideale erfüllt und weniger als Mensch, der man ist? Und wenn man diesen Idealen wenige gerecht wird? Dann bleibt die Anerkennung plötzlich aus? Diese banale Realität bekommen Menschen mit Sicherheit präsentiert, die sehr auf die Karte „Ideal“ setzen: So z.B. wenn man seinen Selbstwertes vom Schönheitsideal oder der beruflichen Karriere abhängig macht, wird man feststellen, dass die Anerkennung von anderen Menschen im Alter und bei weniger beruflichen Erfolg rapide nachlässt. Plötzlich wird man nicht mehr angesprochen und auf der Straße erkannt, gegrüßt usw., sind die Speichellecker schon längst wieder mit anderen Idealwesen, die nur ihre Projektionsfläche befriedigen, beschäftigt. Genauso wird man in einer Gemeinschaft gemieden, geächtet oder gar ausgeschlossen, sobald man nicht mehr bestimmten Idealvorstellungen entspricht. Da findet die vormals grenzenlose Nächstenliebe abrupt ihr Ende.

    Die entscheidende Frage ist: Bekommt man Anerkennung als Mensch der man nun mal ist oder etwa weil man z.B.:
    - ein auffälliges Automobil als Statussymbol fährt,
    - die neuste Handymarke besitzt,
    - ein großes Haus besitzt und/oder in einer teuren Gegend wohnt,
    - ein perfektes Äußeres hat und/oder einen attraktiven Partner vorweisen kann,
    - die Kinder einen guten Eindruck machen,
    - eine harmonische Familie darstellt,
    - sich laufend teure Urlaubsreisen leisten kann,
    - einen bestimmten Titel oder Berufsabschluss vorweisen kann,
    - mit Fremdsprachen und Allgemeinwissen glänzen kann,
    - Zitate von anerkannten Größen beherrscht,
    - Phrasen einer bestimmten Ideologie oder Weltanschuung nachbetet,
    - sich immer so gibt, dass man bei anderen gut ankommt,
    - sich arbeitsam und fleißig zeigt,
    - kurz: bestimmte Idealvorstellungen verkörpert?

    Sich selbst anerkennen wie man ist

    Wenn man nun aufhört, sich mit angeblich „besseren“ Menschen zu vergleichen, dann hört man auch auf, sich selbst als mangelhaft anzusehen. Deshalb ist man nicht gleich der größte, sondern sieht sich so wie man ist, nämlich vollkommen in seiner Unvollkommenheit. Das bedeutet auch nicht, man würde nicht mehr an sich arbeiten und etwas verbessern wollen. Es macht aber einen Unterschied ob man sich dafür an fremden Idealvorstellungen oder eigenen Befindlichkeiten orientiert! Fühlt man sich wohl, dann ist es egal wie man in den Augen anderer Menschen erscheint, ob als erfolgreich oder nicht, faul oder fleißig, egoistisch oder selbstlos, anerkennenswert oder nicht … Sich selbst anzunehmen, so wie man ist, reicht völlig aus! Warum sollten man von anderen Menschen etwas verlangen, was man sich selbst geben kann?

    Quelle: http://alleshatseinezeit.com/?p=736
     
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  2. Donna

    Donna Sehr aktives Mitglied

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    „Vergleichen“ ist nun eine Untugend, (Motiv) es gibt noch mehr.

    Zum Beispiel:
    konkurrieren
    andere abwerten
    neidisch sein, auf das was andere darstellen
    sich duellieren


    Ein gangbarer Weg - um mit sich im Reinen zu sein - erscheint mir die Echtheit.

    Wir alle glauben, dass wir hauptsächlich Einflüssen der äußeren Welt ausgeliefert sind. Wir machen uns nicht bewusst, dass das persönliche Erleben, also unsere Innenwelt, unser Leben steuert. Es lohnt - sich in der Innenwelt auszukennen.

    Denn - egal wie ein Mensch ist (von den Attributen die du aufgezählt hast) ist mir die wichtigste Eigenschaft, die Authentizität.


    LG
     
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  3. astrologe

    astrologe Aktives Mitglied

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    Hallo Skorpina,
    wir sind den Einflüssen der äußeren Welt nicht ausgeliefert, es gibt diese Einflüsse schlicht und einfach. Diese Einflüsse können sich auch in der Innenwelt einschleichen und bemerkbar machen, so z.B. in eigenen negativen Selbstgesprächen - hatte ich beschrieben. Deshalb ist es nötig, sich diesen Beeinflussungen bewusst zu machen, damit wir unterscheiden können. So können wir immer authentischer zu werden. Authentizität ist also kein fertiger Zustand sondern eher ein Ziel, denn die Umwelt bleibt uns erhalten. Die Innenwelt zu erforschen ist dazu ein Mittel, wie auch die Umwelt zu analysieren.
    Lieber Gruß
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Dezember 2016
  4. Oceani

    Oceani Sehr aktives Mitglied

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    475
    Hallo

    Wenn wir an Dingen die von außen kommen halten, sind wir wie ein Schwankender dem es an festen, inneren Halt fehlt.
    Wen wir uns nach Meinungen des Umwelt richten sieht es so aus als ob wir uns ständig bereiten demnächst zu leben.
    Der Blick ins eigene innere ist der Beginn eines neuen Lebens. Wir haben nur uns, was genügt alle Freude in uns selbst zu finden.
    Die Freude die von außen kommt, zieht auch wieder hinaus.
    Das heißt nicht nur dass man sich von Meinungen der Umwelt frei macht, sondern auch dass man sich von seinen eigenen Ich (z.B. negative Selbstgespräche) zurückzieht. Denn in uns liegt Ursache dessen, was uns noch leiden lässt.
    Wenn wir uns sammeln, nach innen blicken und von der Warte des Ewigen in uns Umschau halten, dann gehören wir wirklich uns selbst.
    Wenn wir so leben, dann leben wir wirklich. Sonst sind wir nur da.
    lg
     
  5. Normen, ich habe dieses Wort noch nie gerne genutzt, denn für mich sagt es lediglich aus wie ein Mensch zu sein hat *also wie ihn sich die Gesellschaft vorstellt* und wenn man ihnen nicht krampfhaft versucht zu entsprechen, ist man nur zu schnell ein Aussenseiter oder gar "Freak".

    Normen sind evtl. notwendig das sehe ich zwar ein, aber sie stören auch die Zufriedenheit mit sich-selber, weil sie das Gefühl vermitteln können, nicht *kompatible* mit anderen Menschen zu sein.

    Mitunter reicht es schon ein Künstler zu sein, und man wird als "spooky" angesehen oder als jemand der sich nicht im "normalen" Leben *Arbeitswelt z.b als Angestellter* zu behaupten weiss.

    Ich finde es immer wichtig bei sich zu bleiben und nur die Normen zu erfüllen die man mit der eigenen Lebensphilosophie vereinbaren kann und ansonst, seine eigenen Ideale zu verfolgen, um die Selbstakzeptanz nicht komplett fremdbestimmt zu definieren.
     
  6. astrologe

    astrologe Aktives Mitglied

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    Hallo Valerie,
    ja die Gesellschaft bzw. jede Gemeinschaft hätte gerne Menschen die gleich denken, fühlen und handeln, denn so hat man es allein vom Aufwand her leichter, Dinge umzusetzen, wo man meint, die wären für alle wichtig und richtig. Da will man schon aus ökonomischen Gründen auf Individualisten keine Rücksicht nehmen. Und so landet man schnell außen an der Seite, also als Außenseiter. Außenseiter sind für die Gesellschaft jedoch enorm wichtig, denn die haben durch ihren Blick von außen eine viel bessere Sicht bestimmte Probleme der Gesellschaft zu erkennen und zu benennen. Die im Hamsterrad gestressten sind dafür zu sehr mit ihrer Rollenzuweisung beschäftigt.
    Lieber Gruß
    Detlef
     
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  7. Hallo astrologe

    Ich stimme dir in deinem Beitrag zu, denn ich sehe das genauso wie du, jeder welcher nicht angepasst ist, wird als zu unbequem eingeordnet und deswegen reagiert die Gesellschaft auch dann ablehnend. Ja die voll-intergrierten Menschen der Gesellschaft sind zu sehr an ihren Verpflichtungen behaftet, als das sie etwas genauer betrachten könnten.
     
  8. Meikel3000

    Meikel3000 Sehr aktives Mitglied

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    19. Oktober 2016
    Beiträge:
    9.418
    Der Satz ist nicht nur schwer umzusetzen, sondern gar nicht. Denn wenn du dich als einen Annehmenden verstehst, dann bist du die Bedingung.
    Gar nicht so einfach, das Kriterium einer Bedingungslosigkeit zu erfüllen, nicht wahr?

    Bis zu 30.000 Kinder sterben täglich an Hunger. Vielleicht sollte man ihnen vorher deinen Text hier zu lesen geben ...
     
  9. KassandrasRuf

    KassandrasRuf Sehr aktives Mitglied

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    Wie Du bereits schriebst, enge Normen und Idealvorstellungen schaffen Sicherheit. Jeder weiß wo er hingehört, was zu tun ist, was erwartet wird und was gut und richtig ist.
    Aber es ist eben auch engstirnig, einengend, ausgrenzend, mit dem Schwerpunkt auf allfällige Unterschiede und nicht auf Gemeinsamkeiten und nimmt auf individuelle Unterschiede, Begabungen oder Bedürfnisse keine Rücksicht.
    Abweichungen im Verhalten, in der Lebensgestaltung sind im besten Fall schrullig, meist aber eher verdammenswert und willkommenes Mittel zur Ausgrenzung. Man denke nur an das Los lediger Mütter und deren Kinder in den 50er Jahren...

    Allein im Unterschied zu den vergangenen 100 Jahren hat sich der Katalog an möglichen und nahezu friktionsfrei lebbaren "Normen und Idealen" für die Menschen in Mittel- u. Westeuropa so vervielfacht, dass es schwer fällt überhaupt etwas als "pauschal festgelegte, richtige" Lebensweise zu bezeichnen. Es gibt so viele "Ideale", dass ich mich grad frage, welches Du als das "gerade herrschende Ideal" ansiehst.
    Die Unsicherheit entsteht aus meiner Sicht nicht, weil jemand außerhalb der einen oder anderen Norm leben möchte, sondern weil noch der "Nachhall" dieser restriktiven, normativ engstirnigen Lebenswelt unserer Vorfahren wirkt und darüber hinaus offenbar einige Menschen, die noch auf der Suche nach einem passenden Lebensentwurf sind, zwar die heutigen Freiheiten möchten, aber gleichzeitig auch die frühere systemimmanente Sicherheit. Sie wünschen sich die "alten Traditionen" (was auch immer damit gemeint sein könnte) mit den heutigen Wahlmöglichkeiten. Sie sind quasi auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau... Freiheit und Sicherheit sind aber leider keine Geschwister. Da gibt es nicht 2 zum Preis von 1.

    Worin besteht Deiner Ansicht nach der Benefit, wenn ich mich zwar nicht mehr mit anderen vergleiche bzw. jemandem den ich schätze, nacheifere um mich, in welchem Bereich auch immer zu verbessern, aber statt dessen "an mir selbst bzw. meinen Befindlichkeiten" messe???
    Wie könnte ich Verbesserungsbedarf in Punkt X orten, wenn ich keine Vorstellung / keinen Vergleich habe, wie Punkt X sein könnte??? Verbesserung/ gezielte Veränderung beruht immer auf einem Vergleich. Und warum sollt man sich bei einem Vergleich zwangsläufig als mangelhaft erleben?

    Dieses "sich selbst anerkennen wie man ist" wird m. E. maßlos überbewertet, impliziert es doch, dass man keine blinden Flecken hat, die man gar nicht kennt und dieses So-Sein, zu einem bestimmten Zeitpunkt vollständig erfasst werden könnte.


    Nimm Dich ernst, aber nicht wichtig!
     
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  10. Wortdoktor

    Wortdoktor Sehr aktives Mitglied

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    Ich bin der Vorreiter des neuen Bewusstseins. Ich habe das Gefühl, als wenn ich ein Prototyp der neuen Gesellschaftsform darstelle. Während die Norm gesetzt und engstirnig gehalten wird, ist das neue Bewusstsein definierbar und gestaltbar und somit elastisch belastbar.

    Das neue Bewusstsein versteht sich als Erscheinungsform anstatt einer Norm. Wir Menschen sind keine Norm-Nummer so wie eine Telefonnummer. Die man einfach so wählen kann. Wir Menschen sind wertvolle Wesen die die Welt gestalten sollen dürfen. Um das Leben zu gestalten. dafür wurde der Mensch mit Intelligenz ausgestattet um sie zu verwirklichen.

    Die normen des NBS sind fließend , frei und weitläufig ausgerichtet. Aber auch hier gibt es natürlich Grenzen. wobei die Grenzen hier verschiebbar sind und nicht wie beim ABS starr und fix...
     
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