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Novembernebel

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Ischariot, 7. August 2007.

  1. Ischariot

    Ischariot Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    4. August 2007
    Beiträge:
    5.897
    Ort:
    nördliches Waldviertel
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    Grau behangen, Wald und Flur.
    Sind’s Nebel, sanft beweht vom Wind?
    Träum ich, Phantasier ich nur?
    Mit Augen die voll Tränen sind.

    Weich umgarnt von feinem Moos.
    Durch die Jahre grün gefärbt.
    Mein Name ist es zweifellos,
    in diesen Grabstein eingekerbt.

    Unheilverkündendes Gefieder.
    In den Gestank von Tod und Pest,
    senkt ein Rabe sich hernieder.
    Geräusch das mich erschaudern lässt.

    Der Mond wirft sein gespenstisch’ Licht,
    durch den Dunst, kaum zu durchdringen.
    Mein leblos’ Körper wehret nicht,
    will mich tief nach unten zwingen.

    In dunklen Abgrund will es ziehen.
    Hat mich mit roher Kraft erfasst.
    Muss mich winden, kämpfen, fliehen.
    Ich stoß von mir die schwere Last.

    Wie ein Kostüm scheint jetzt die Hülle,
    in der mein Leben ich gespielt’.
    Nun erkenn’ ich erst die Fülle,
    die mein Leib mir vorenthielt.

    Mein Körper hielt mich eingeschnürt.
    Der Rabe krächzt vom Grabe her.
    Wie sein Gesang mich just berührt,
    als ob dies Tier ein Engel wär.

    Wie seh’ ich hier? Mit wessen Augen?
    Wie kann ein Duft mich noch berührn?
    Wie kann ich hier so mühelos,
    ohne Gebeine existiern?

    Dem Dasein schwindet die Bedeutung.
    Und doch macht alles plötzlich Sinn.
    Weil wie im Leben, als im Tode,
    ich ein Teil des Ganzen bin.



    Ischariot - AnnoDomini MMII
     
    dr.snuggels und Moondance gefällt das.
  2. rainbowchild

    rainbowchild Guest

    November

    Kälte durchdringt meinen Körper.
    und ich weiß nicht,
    ob diese von innen oder von aussen kommt.
    Bin ich schon tot,
    oder lebe ich noch?
    Oder lebe ich wieder?
    Herr, gib mir endlich Frieden.
    Das Leben scheint dunkel.
    Nur die Kinder haben einen
    goldenen Schimmer, in dieser Zeit.
    Alles Andere ist tiefschwarz.

    JE '04

    Mehr von diesem wirren Zeugs hier:
    http://rainbowchild.gmxhome.de/gedichte.htm
     
  3. orion7

    orion7 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. Juli 2007
    Beiträge:
    2.110
    Ort:
    Land Brandenburg
    Hallo Ihr Beide,

    das sind wunderschöne Gedichte, würde gerne mehr davon lesen. Ich schreibe selber auch. Manchmal habe ich das Gefühl, diese sind zwar durch meine Hand geschrieben aber dennoch nicht von mir.

    Licht in Eure Herzen
    Liebe Grüße Orion7
     
  4. Ischariot

    Ischariot Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    4. August 2007
    Beiträge:
    5.897
    Ort:
    nördliches Waldviertel
    Als ich noch ein kleiner Junge war, bewunderte ich die geschäftige Mobilität rundherum.
    Also beschloss ich mich zu erheben.

    Ich tat meine ersten Schritte, strauchelte und fiel.
    Ich stand wieder auf um erneut zu fallen. Und wieder und wieder ...
    Seither ging ich einen weiten Weg - viele verschiedene Wege.
    Meine Beine schmerzen vom vielen laufen ...
    ... manchmal wünschte ich, einfach nur sitzengeblieben zu sein!

    Euer fortschreitender Ischariot

    PS: Was ist Fortschritt anderes als der Schritt fort vom Ursprung?
     
    maelca und dr.snuggels gefällt das.
  5. Ischariot

    Ischariot Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    4. August 2007
    Beiträge:
    5.897
    Ort:
    nördliches Waldviertel
    ... wie ein Fallen, als würde man schwanken. Diese scheinbare Leere,
    die dich erfasst und bis an die Grenzen deines Wesens ausfüllt.
    Diese Verbindung mit allen Dingen und nicht-Dingen ...
    Man will ausharren, den Moment der in jener instinktiv
    erfassten Bedeutungslosigkeit der Zeit, aufblüht.
    Gerne noch möchte ich diese Leichtigkeit, diese
    Klarheit des Seins und gleichzeitigen Werdens
    an mich binden ... will es fassen, halten, an mich drücken!
    Vergebens ... je heftiger die Umklammerung wird,
    umsomehr entzieht sich jene Erfahrung den Sinnen.
    Entschwindet in unendliche Weiten der menschlichen
    Existenz. Gerne noch wäre ich geblieben, hätte
    verharrt in jenem Sog ... doch ich muss weiter ...
    Der Fortschritt hat mich erfasst .... mein Fortschritt!
    Mein Schritt "fort" vom Ursprung ... welch Fortschritt!?

    Komm, lass uns einfach stehenbleiben hier, lass uns
    verharren im Augenblick ... bevor wir wieder weiter
    müssen - um fort-zu-schreiten, dem Menschsein
    entgegen ...

    ... ja, so machen wir das. Nur wir beide!
    Aber ein Andermal! Ich muss jetzt weiter ....
     
  6. jora

    jora Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    28. Juli 2008
    Beiträge:
    7.563
    Ort:
    Bayern
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    Hallo Ischariot
    Novembernebel, das ging mir jetzt so richtig in die Seele.
    Sowie auch, "Mobilität" und "Der Moment der Zeitlosigkeit...und anderes!"
    Wie schön du das in Worte fassen kannst. Wunderschön!!!
    Sei lieb gegrüßt
    jora
     
  7. Mora

    Mora Guest

    Hi Ischariot - fORTschRITT - sagt´s ja! - nUR in welche rICHtung? sag woHIM
     
  8. Darkhorizon

    Darkhorizon Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18. Juli 2008
    Beiträge:
    8.279
    Ort:
    nieder-und oberbayern
    hallo Ischariot!

    vor allem das gedicht "novembernebel" respeckt! ein wunderschönes gedicht!!

    lg darkhorizon
     
  9. Sayalla

    Sayalla Guest

    Ja, wenn der Nebel sich lichtet, werden wir die ganze Wahrheit erfahren.
    Danke, wunderbare Zeilen, die eine kleine Gänsehaut hinerlassen. :)
     
  10. orion7

    orion7 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. Juli 2007
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    2.110
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    Land Brandenburg
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    Hallo lieber Ischariot,

    Deine Gedichte sind sehr seelenergreifend, wo in Dir drin hast Du diese wunderbare Seite eines Poeten entdeckt? War bestimmt ganz arg verschüttet?
    Würde gerne mehr davon lesen, ist das machbar?...

    Eine lichtvolle Zeit wünsche ich Dir...
    Orion7
     

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