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Einsam in der Fremde

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Chonburis Micha, 8. Juli 2004.

  1. Chonburis Micha

    Chonburis Micha Neues Mitglied

    Registriert seit:
    8. Juli 2004
    Beiträge:
    2
    Ort:
    Chonburi
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    Einsam in der Fremde

    Einsam wandere ich im Morgengrauen durch das Dorf. Einsam mit meinen Gedanken. Ein streunender Hund mit zersaussten Fell weicht von der Mitte der Strasse als er meine schleppende Schritte hoert. Er wedelt mit dem Schwanz als Guten Morgen Gruss und folgt mir einige Schritte. Er macht kehrt. Hat Angst wohin der Einsame Fremde seine Schritte lenkt. Ich winke den Streuner als Abschied.

    Einsam. Ich fuehle mich leer. Auch der Bananenstrauch am Wegesrand laesst die Blaetter haengen. Kleine gruene Bananen versuchen sich aufrecht zu halten. Das Tor zum Tempel weit offen. Ich werfe einen Blick voller Neugier hinein. Die Hunde haben sich eine Schlafmulde in den verstaubten Vorplatz gegraben. Sie blinzeln und legen die Schnauze wieder auf ihre Vorderpfoten. Nichts stoert sie. Einsame Ruhe und doch voller Leben.

    Was mache ich hier in der Fremde an einem Ort der mich Einsam fuehlen laesst.? Die Morgenschwuele durchnaesst mein Shirt. Schweissperlen brennen in meine Augen. Die Haende sind nass. Ich bin einsam. Der kleine Tempelteich ist gefuellt mit Wasserrosen die noch nicht ihre Blueten geoeffnet haben. Es scheint als verstecken sie sich vor mir. Vor mir, den Fremden. Einsam und nicht alleine und doch einsam.

    Ein Streuner schleicht sich vorsichtig naeher. Ich spuere seine Angst und Einsamkeit. Er kommt auf mich zu, in der Hoffnung das ich ihn beachte, und fuer einen Augenblick seine Einsamkeit vertreibe. Ich spreche kein Wort. Meine Hand die vor Angst zittert beruehrt sein borstiges Fell. Er leckt meine Hand, vorsichtig, als Dank. Einsam der Streuner und ich. Und fuer einen Augenblick sind wir eins. Eins mit den Gefuehlen.

    Einsam. Nur fuer einen Augenblick an einem Morgen in der Fremde.

    Chonburis Michael,
    geschrieben an einem Morgen im Mai 1996 in Khon Kaen.
     
  2. ... sehr berührend, diese Geschichte einer Berührung zweier einsamer Wesen!
    Steht wohl für viele Augenblicke eines Lebens, egal in welchem Körper es auch sein mag ... inwieweit hat diese Geschichte mit Dir zu tun ... jetzt? :danke:
     
  3. bepo

    bepo Guest

    ich finde diese darstellung wunderschön und sehr eindeutig im detail ! man kann die Situation direkt nachempfinden und ich bin ein fan der einsamkeit in hinsicht darauf einfach mal alleine sein seine gedanken schweifen zu lassen. So stelle ich es mir vor wenn ich nun 1 jahr nach costa rica ziehe in ein kleines dorf!morgens aufzustehen und einfach nur in ruhe und frieden der morgenröte durch die straßen spaizeren und meine freien gedanken schweifen zu lassen. aber wieso nicht einfach mal seine freiheit genießen sonst immer eingeängt in pflichten und erwartungen wieso nicht so frei sein wie ein vogel!ich stelle mir derzeit nichts schöneres vor an nichts denken müssen und ich sein!
    ich bin so gespannt darauf aber sicher denke ich wird es nach einigerzeit so das ich dann schnell alleine und einsam werde weil ich dann momente wie diese mit niemanden mehr teilen kann.
    man brauch die abwechslung von beiden aber ich brauch derweil mehr ruhe und einsamkeit für mich
    aber schöner text


    gruß bepo
     
  4. Calendula

    Calendula Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juli 2002
    Beiträge:
    303
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    die Beschreibung ist wunderschön, aber wozu ins Ausland sehnen, diese Kulisse kannst du in deutschen Dörfern genauso haben.

    Wer bei Sonnenaufgang durch das Dorf läuft, der kann diese gleiche Einsamkeit spühren (gut, mit dem Hund würd ich mich nicht einlassen)

    Ich fühle sie selbst noch dann, wenn längst alle aufgestanden sind. Ich seh die Häuser und denke an die Menschen die ich noch darin gesehen habe, jetzt aber längst fort sind. Denke an die kurzen Sequencen ihres Lebens die sie mit mir geteilt haben.
     
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