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Die Grenzen des Konstruktivismus

Dieses Thema im Forum "Esoterik kritisch" wurde erstellt von Iceland, 2. April 2011.

  1. Iceland

    Iceland Neues Mitglied

    Registriert seit:
    29. Juli 2005
    Beiträge:
    21
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    Zur Lebenseinstellung vieler Menschen, insbesondere Esoterikern, gehört der Konstruktivismus oder zumindest eine Ansicht, die dem philosophischen Konstruktivismus nahekommt.

    Als Leitgedanke wird er oft in dem Satz: "Wir schaffen uns unsere Realität selbst" geäußert.

    Eine pauschale Kritik an einer solchen Meinung ist unangebracht, weil Menschen nämlich nachweislich Konstrukteure sein können.

    Dieser Nachweis kann bereits rein materialistisch betrachtet dadurch erreicht werden, dass man sich unsere Ingeneurswissenschaftler zum Beispiel nimmt.

    Es mag zwar nicht gerade esoterisch sein, Kühlschränke und Autos zu konstruieren, aber dass auch dies die Realität verändert, ist wohl schwer zu leugnen.

    Eine weniger materialistische aber auch noch nicht esoterische Form des Konstruktivismus sind Gesellschaftsformen und Staatsysteme.

    Die Demokratien in Europa mögen zwar von uns Heutigen nicht konstruiert worden sein, sie hat aber keineswegs schon immer gegeben gewesen. Sie wurden von Philosphen entwickelt und von Politikern und politisch interessierten Bürgern realisiert, oft gegen den Widerstand einer machthabenden Minderheit.

    Ein bedingter Konstruktivismus als Lebenseinstellung ist damit auch ohne Esoterik in dem Sinne bei vielen Menschen zu finden, als dass sie die Grenzen, inwieweit die Realität von ihnen mitkonstruiert werden kann, ausloten.

    In der wissenschaftlichen Grundlagenforschung wird die Realität dagegen objektiv betrachtet.

    Es wird davon ausgegangen, dass Geschichte (Menschheitsgeschichte und Naturgeschichte) und Naturgesetze unabhängig vom Individum Allgemeingültigkeit haben. Sie können - nach wissenschaftlicher Ansicht - nicht konstruiert, sondern nur durch Forschung, Indizien, Theorien, möglichst präzise rekonstruiert - also anhand von möglichst fehlerfreien Beschreibungen ins menschliche Bewußtsein gebracht (vielleicht auch erstmals seit bestehen der Menschheitsgeschichte ins menschliche Bewußtsein gebracht) - werden. Erschaffen oder verändert können Sie nicht werden.

    Ein Nichtbeachten dieser wissenschaftlichen Grundlagen würde damit ein Abdriften ins Reich der Phantasie bedeuten und wäre keine Erschaffung von Realität mehr.

    Inwieweit meint ihr, dass diese Grenzen zu eng gesteckt sind?
    Wo wären die Grenzen des "esoterischen Konstruktivismus"?
     
  2. peterle

    peterle Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Juni 2008
    Beiträge:
    2.771
    Ort:
    halle
    die grenzen sind das baumaterial - die bestandteile aus denen die sandburg erkleckert werden kann, bzw was zwischen den fingern hängen bleibt

    das ist meinerseits auch der hauptkritikpunkt an der herangehensweise
     
  3. Iceland

    Iceland Neues Mitglied

    Registriert seit:
    29. Juli 2005
    Beiträge:
    21
    Dass Ingenieure als Baumaterial Materie im weitesten Sinne nutzen, ist richtig. Das das, was sie konstruieren, aus einem ethischen Blickwinkel heraus, kritisch beleuchtet werden kann, auch. Was schwer zu kritisieren ist, ist, dass sie daraus tatsächlich funktionsfähige "Sandburgen" konstruieren können. Es sind Konstrukteure, die die Realität verändern, zum gesellschaftlich Positiven oder Negativen.

    Die Konstrukteure der Demokratien nutzten andere Baumaterialien. Diese sind der menschliche Geist und das menschliche Handeln. Diese wurden aber zielgerichtet eingesetzt, um Gesellschaften zu verändern.

    Welches nutzt du? Und inwieweit ist es widerspruchsfrei mit den obigen Baumaterialien vereinbar? Inwieweit sind diesem Baumaterial Grenzen gesetzt?

    Die letzte Frage, war eigentlich diejenige, die in den Bereich dieses Themenstrangs fällt: Esoterik kritisch.
    Aber zuerst wäre es vielleicht sinnvoll das Baumaterial um das es sich handelt zu konkretisieren. Und wohl auch das Ziel, wozu dieses Baumaterial eingesetzt wird, könnte konkretisiert werden.

    Dann bleibt die Frage, ob eine Grenzüberschreitung in den Bereich der Phantasie stattgefunden hat oder noch nicht. Damit wäre dann auch die Frage kritisch zu beleuchten, ob die obigen Beispiele für Konstruktivismus die ich genannt habe zu reduktionistisch sind.
     
  4. Einfach Mensch

    Einfach Mensch Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    4. September 2007
    Beiträge:
    8.643
    Ort:
    Oberschwaben, genau über dem Mittelpunkt der Erde

    Ich will mal das einwerfen:

    Ja, es gibt eine objektive Realität.
    Diese beruht auf den Naturgesetzen. Und den manifestierten Handlungen von Menschen.

    Die Wahrnehmung dieser Realität wird aber bei jedem Menschen unterschiedlich sein. Weil jeder Mensch durch den Filter seiner Glaubenssätze, Prägungen und Interpretationen wahrnimmt. Und so die objektive Realität zu seiner Welt macht.

    Nun beruht der Grundgedanke der Esoterik darauf, dass der Mensch seine inneren Befindlichkeiten verändern kann. Und damit auch den Filter seiner Wahrnehmung verändert.

    Und damit wird die, eigene, Welt auch verändert. Nicht die Realität. Aber das, was hinter dem Filter der Wahrnehmung ankommt.

    Demnach trifft die Idee des Konstruktivismus auch auf die Esoterik zu. Allerdings nur im subjektiven Sein.

    :)

    crossfire
     
  5. Iceland

    Iceland Neues Mitglied

    Registriert seit:
    29. Juli 2005
    Beiträge:
    21
    Diese Beschreibung gefällt mir. Sie ist gut verständlich und entspricht auch meiner persönlichen Erfahrung. Eine solche Lebenseinstellung könnte subjektive Veränderungen nach sich ziehen, die sich dann im eigenen Handeln niederschlagen und wieder Auswirkungen auf die objektive Realität haben, dessen Teil ein jedes Subjekt ist.
     
  6. Einfach Mensch

    Einfach Mensch Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    4. September 2007
    Beiträge:
    8.643
    Ort:
    Oberschwaben, genau über dem Mittelpunkt der Erde
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    Das ist richtig.
    Die Veränderung der Wahrnehmung wird sich dann auch in einer veränderten Art zu handeln äußern.
    Was wiederum die "sehr verkürzte" Aussage der Esoterik hervorbringt: Ich schaffe meine Welt.
    Stimmt ja auch. Allerdings nur für Einen selbst.

    :)

    crossfire
     
  7. Einfach Mensch

    Einfach Mensch Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    8.643
    Ort:
    Oberschwaben, genau über dem Mittelpunkt der Erde

    Ein Nachtrag zu den Grenzen:

    Alle esoterischen Veränderungen der eigenen geistigen Befindlichkeiten sind auch auf einen selbst begrenzt.

    Ein Beispiel (und zwar mein eigenes):
    Vor ca. 15 Jahren gings mit sehr bergab: Ich ging pleite, verlor Haus, Familie, den Lebensmut und schließlich noch die körperliche Gesundheit.

    Vor 10 Jahren fing ich an, mich intensiv um meine seelischen Verletzungen zu kümmern. Der Lebensmut kam zurück. Und auch die Gesundheit.

    Die Welt, die vorher anscheinend nur dazu da war, mich fertig zu machen, sah plötzlich ganz anders aus.

    Es hatte wirklich gut geklappt, mit der Weltveränderung. Also müsste es doch möglich sein, spirituell auch materiellen Erfolg zu bekommen.

    Nein, es ist, auf dem spirituellen Weg, nicht möglich. Ich muss immer noch was ganz Menschliches mit meinen ganz menschlichen Fähigkeiten dafür tun.

    Die Gesundheit und der Lebensmut:Ja.
    Dass die Scheiße bergauf läuft: Nein.

    Und da ist die Grenze der Möglichkeiten.

    :)

    crossfire
     
  8. Asaliah40

    Asaliah40 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    34.685
    Ort:
    Kärnten
    Danke für deine Ansicht und Teil deiner Geschichte ! Ja, das ist für mich nachvollziehbar. Gut erklärt.

    LG Asaliah:)
     
  9. Lifthrasir

    Lifthrasir Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    5. Juli 2009
    Beiträge:
    3.337
    Ort:
    Nanhai, Foshan, PR China
    Ich denke auch, Naturgesetze können wir nicht ändern, aber subjektiv unsere Einstellung --- also warum "Scheiße" nicht bergauf laufen soll - ist dann meines Erachtens eine negative Formulierung der Grenzen --- warum nicht Wasser anstatt "Scheiße"?

    Damit möchte ich ausdrücken, dass selbst scheinbar Festgefahrenes doch auch wieder einer subjektiven Bewertung unterliegt - wie viel Geld brauche ich um ein zufriedenes Leben zu führen --- oder brauche ich überhaupt Geld?
    Es kommt also auf unsere eigenen Sichtweisen an, auf unsere Erwartungen --- für die ich, und da gebe ich Dir ganz klar Recht, selber etwas tun muss anstatt auf "Wunder" zu warten!

    Daher die Frage - was ist "Scheiße"? Und - Scheiße kann sehr Positiv sein, wenn ich sie anstatt von Kunstdünger zur Düngung einsetze - natürlich nicht in Übermaß, dann wird es wieder scheiße... :D



    ich möchte jetzt den Gedanken des Konstrukt etwas weiter "spinnen"

    Wenn ein Konstrukteur etwas Machbares konstruieren will, dann sollte er Rücksicht auf das Baumaterial nehmen - ein guter Gedanke! Und damit die Frage was ist das Baumaterial? Das Baumaterial des "SEINS"? Energie? Quanten? Beides?
    Wenn also Alles in unserer Welt aus Energie und Quanten bestehen soll, dann besteht alles aus demselben Baumaterial und es kommt nur noch auf das Konstrukt an --- kann ich mit dem Verständnis des Konstrukt, doch auch die Materie verändern? Kann ich vielleicht doch Naturgesetze beugen? Ich denke immer an den Film "Die Matrix" wobei ich das Bild der computergenerierten Welt mal ganz Außen vorlasse...

    ...und nur die Möglichkeiten sehe, die der Hintergrund dieses Films aufzeigt.
     
  10. Scharmane

    Scharmane Guest

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    Naja, keine Erfindung, kein Konstrukt, kein noch so sehr innerlich vorstellbares kann es schaffen, die äusseren Naturgesetze u. die Welt in ihrem Lauf zu ändern. In gewissen Massen eben. Man kann zwar das Wetter zb. ein wenig beeinflussen, aber man kann weder den Lauf der Sonne, noch die Erdumdrehungen usw. irgendwie ändern.
    Ich kann´s mir zwar vorstellen, das ich anstatt älter jünger werde, ich kann mir vorstellen, das ich unter Wasser atmen kann, aber es bleibt Vorstellung.

    Und somit ändert sich die Welt eigentlich gar nicht, weil die Grundzüge gleich bleiben, Wasser fliesst lieber hinunter als hinauf , wenn man oben steht, kann man nach unten fallen, aber wenn man unten steht, nie nach oben fallen.
    Auch wenn man noch so viele Erfindungen hat, die man benutzen könnte, der Grund bleibt gleich.

    Eine Kuh gibt Milch u. kein Bier, und es regnet auch keine Geldscheine von alleine..

    Die Welt u. die Naturgesetze sind seit Jahrmillionen immer dieselben. Was also sollte sich verändern?
    Und gestritten, gemordet wird noch immer, die gier nach Geld ist noch immer da.. und zu Zeiten wo es noch kein Geld gab, waren es halt andere Dinge.

    Die Realität ist u. bleibt so wie sie ist, auch wenn die Realität keine Bleibende ist. Egal was sich mancher innerlich vorstellt: wenn man in einem 800 Grad heissen Ofen steht, wird man sicher verbrennen, nicht erfrieren .. und noch so kein Grosser Guru kann dem Feuer die Hitze nehmen...
     

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