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Die Drachenfigur im Radix

Dieses Thema im Forum "Astrologie" wurde erstellt von ELi7, 26. Dezember 2016.

  1. ELi7

    ELi7 Sehr aktives Mitglied

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    Ich möchte heute eine Frage mit meinen geschätzten Foren-Kolleginnen und -Kollegen besprechen, die mir schon lange am Herzen liegt,

    Sind es besondere Menschen, die eine Drachenfigur im Radix haben?

    Ich nehme als Beispiel das Radix von Paracelsus
    (Die Uhrzeit ist nicht bekannt, daher habe ich 12.00 Uhr eingesetzt)


    Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, ist am 10.11.1493 in Einsiedeln in der Schweiz geboren. Er war Arzt, Philosoph, Alchemist, Astrologe und Mystiker. Sein Wirken als Arzt machte ihn unbeliebt bei seinesgleichen, weil er die damaligen Ärzte als unwissende Quacksalber beschimpfte, aber beliebt beim Volk, weil er die ärztliche Kunst in deutscher Sprache verbreitete und nicht nur Heilung versprach, sondern auch bewirkte.

    [​IMG]

    Über die Ursachen der Krankheiten
    Die Lehren und Ausführungen des Paracelsus zu den Ursachen der Krankheiten sprechen von fünf Hauptarten von Krankheitseinflüssen (auch als Entia bezeichnet):
    • Ens Astrorum oder Ens Astrale (die Gestirnseinflüsse)
    • Ens Veneni (durch den Körper aufgenommenes Gift)
    • Ens Naturale (Vorherbestimmung; Konstitution)
    • Ens Spirituale (Einfluss der „Geister“)
    • Ens Dei (unmittelbarer Einfluss Gottes)
    Nach Paracelsus lässt sich jede Krankheit auf eine oder mehrere dieser Ursachen zurückführen. So kann die Wirkung eines Giftes (Ens Veneni) beispielsweise verstärkt werden, wenn es auf eine schwache Konstitution (Ens Naturale) trifft. Zum Erstellen einer korrekten Diagnose muss der Arzt daher die Gesamtheit aller fünf Entia berücksichtigen.

    Im Rahmen dieses Threads interessiert vor allem seine Drachenfigur.
    Alles Liebe
    ELi
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Dezember 2016
    ApercuCure gefällt das.
  2. ELi7

    ELi7 Sehr aktives Mitglied

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    Las Terrenas, Dom.Rep.
    Was zu allererst auffällt,
    das ist Chiron als Spannungsherrscher. Er bestimmt das gesamte Radix - und damit auch das Leben des Paracelsus. Chiron im Stier hat eine besondere Beziehung zur materiellen Erhaltung des Körpers, wozu besonders die wertvolle Gesundheit zählt.

    Die Drachenfigur im Radix von Paracelsus ist identisch mit seiner Yodfigur, die grundsätzlich für einen psychischen Schicksalskonflikt steht.
    Die Drachenfigur wird von einem Halbsextilschirm wie ein Radar überspannt, der dem Paracelsus ein hervorragendes Einfühlungsvermögen vermittelte.

    Die Drachenfigur in der Forschung
    [​IMG]

    Ist in der Astrologie von Drachenfigur die Rede, so heisst es z.B.:

    Doppeltes Talent, zielstrebig, mit verstecktem Schmerz. Auch hier wird das Rot verdrängt, da es unbewusst negativ bewertet wird. Da der Anteil an Rot sehr klein ist, kreiert es seltene Probleme und nutzt es als starken inneren Antrieb zur Weiterentwicklung. Gefahren: Man lässt sich nicht in Frage stellen.
    Das zielt zwar in die richtige Richtung, greift aber zu kurz. Das Bedeutsamste darin ist der Schmerz. Aber woher kommt der Schmerz?

    Jede Opposition drückt eine ausgleichende Polarität aus, die aber nicht gleichartig und auch nicht gleichwertig ist und nach Vereinigung im Gegenüberstehen ruft, wie YIN und YANG im TAO. Aus dem polaren Entweder - Oder soll ein Sowohl - Als auch und hernach ein hermetisches Ganzes im Sein des Wesenskerns werden.
    Sind Polaritäten aber umkleidet mit blauen jupiterischen oder venusischen oder grünen denkerischen Quincunx-Aspekten, so liegt keine ausgleichende Funktion mit der Opposition vor, sondern eine abhängige dualistische Funktion. Wie ist diese Abhängigkeit zu verstehen?

    Dem Planeten am Drachenschwanz ist mit dem grossen Trigon die Evidenz der Fülle zu eigen. Dieser Evidenz steht am Drachenkopf eine Planetenentität gegenüber, die sich mit ihren Talenten abgewendet hat von der Evidenz. Der autentischen Eigentlichkeit des Themas am Drachenschwanz steht keine Polarität, sondern eine dual-abweichende, unerwünschte, abgeschattete Andersheit am Drachenkopf gegenüber. Das ist der Schmerz! Dabei wird aber keinesfalls das Rot der Opposition verdrängt, nein, die kardinal-motorische Aktivität wird lediglich infrage gestellt. Die beiden Planeten an den Seitenflügeln sind Bestandteil des abweichenden Talentes und steuern die Abweichung von der Ganzheit.

    Das Heilen des Schmerzes
    Der Horoskopeigner hat zur Aufgabe mitbekommen, bei jedem Drachenkopf die Abschattung von der Evidenz zu heilen bzw. sie zu erlösen. Ziel muss es sein, die Ganzheit des Wesenskerns oder das TAO wieder herzustellen.


    Die Drachenfigur des Paracelsus

    Die Evidenz von Chiron im Stier am Drachenschwanz liegt in der materiellen Erhaltung des Körpers, wozu besonders die wertvolle Gesundheit zählt. Die Abweichung von dieser Evidenz liegt im venusisch-jupiterischen Talent am Drachenkopf begründet.
    Mit der Merkur-Morgenstern/Jupiter Konjunktion im Skorpion am Drachenkopf ist Suggestion, Magie und der starke Drang verbunden, eine bestimmte Message mitzuteilen, zu verbreiten und eindringlich den anderen Menschen klarzumachen, nämlich das, was in der Evidenz am Drachenschwanz angelegt ist.
    Paracelsus war so stark von dieser Message durchdrungen, dass er fast physischen Schmerz verspürt haben muss, wenn die anderen Menschen das nicht begreifen wollten oder konnten.
    Die ausgleichende Evidenz hat nun darin gelegen, praktisch zu heilen und die Evidenz unter Beweis zu stellen. Das war sein Lebenswerk. Heute ist das jedem klar, der seine Lebensgeschichte kennt. Aber dazumal stand er mit seinem Anliegen im Kreuzfeuer der Kritik von Seinesgleichen.

    Durch seine heilerischen Erfolge hat er die ihm aufgetragene ausgleichende Polarität jeweils im Einzelfalle beim Patienten hergestellt und damit den eigenen Schmerz im TAO erlösen können.

    Es bleibt noch zu klären, worin denn die dual-abweichende, unerwünschte, abgeschattete Andersheit am Drachenkopf besteht, die offensichtlich die damaligen Ärztekollegen so sehr erzürnt hatte?
    Alles Liebe
    ELi
    .
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Dezember 2016
  3. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

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    Das letzte Mal, als das Thema diskutiert wurde, hatte ich keine Zeit, hier eine Zeichnung reinzustellen. Angehängt ist mein eigenes Radix. Wie zu sehen ist, kommt darin eine Drachenfigur vor. (Eine zweite prägende Figur ist das T-Quadrat von Sonne, Mond und Uranus, wobei Mond in beiden Figuren beteiligt ist.) Während ich zu einzelnen Aspekten mittlerweile relativ viel sagen kann, fällt es mir immer noch schwer, die Figur in ihrer Gesamtheit zu erfassen.

    Horoskop.png
     

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  4. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

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    Ich denke es ist wichtig, dass man erstmal sich die Elemente vor Augen führt, die beim Drachen vorhanden sind. Bei Paracelsus sind das drei Erdelemente plus ein Wasserelement. Bei mir sind das drei Feuerelemente plus ein Luftelement.

    @ELi7 Wenn du von "Drachenkopf" redest, dann meinst du das stumpfe Ende des Drachens, und "Drachenschwanz" das spitze Ende. Richtig?

    Bei Paracelsus fällt mir weiter auf, dass sowohl Chiron beteiligt ist, welcher oft als "Lehrer" gilt. Als auch Jupiter, welcher in der indischen Astrologie für den inneren wie äusseren Guru schlechthin steht.
    Mit Chiron in Stier, ja, da kann es schon auch um den Schmerz des Körpers gehen. Jupiter in Jungfrau lässt darauf schliessen, dass hier jemand mit Hilfe des inneren Guru quasi höheres Wissen channelt, bzw. intuitiv eine höhere Ordnung erfasst und sie in die materielle Welt einfliessen lässt. Mars in Steinbock verleiht dem ganzen eine gehörige Portion Ehrgeiz oder Tatkraft.
     
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  5. artor

    artor Sehr aktives Mitglied

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    Hi fckw ...

    aller guten Dinge sind drei ... da gibt es noch eine 'prägende Figur' ... ein geniales Yod mit Venus, Uranus und Saturn ...

    upload_2016-12-27_17-36-37.png

    Lieben Gruß

    :koenig:artor
     
  6. artor

    artor Sehr aktives Mitglied

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    auch das Horoskop von Goethe enthält eine interessante Drachenfigur:

    upload_2016-12-27_19-1-51.png
    Goethe beschreibt sein Horoskop wie folgt:

    „Am 28. August 1749, mittags mit dem Glockenschlage zwölf, kam ich in Frankfurt am
    Main auf die Welt. Die Konstellation war glücklich: die Sonne stand im Zeichen der
    Jungfrau und kulminierte für den Tag; Jupiter und Venus blickten sie freundlich an, Merkur
    nicht widerwärtig, Saturn und Mars verhielten sich gleichgültig.............“


    Spannend erscheint mir hier, dass Goethe die Opposition von Venus und Jupiter positiv sieht ...

    Lieben Gruß

    :koenig:artor
     
  7. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

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    Holy shit, du hast Recht! Jetzt schaue ich mir mehrere Jahre regelmässig mein Radix an, um diverse Nuancen besser zu verstehen (erst vor kurzem habe ich begonnen, nebst Transiten auch Progressionen Beachtung zu schenken), und dabei ist mir das Vorhandensein der Yod-Figur in meinem Radix kein einziges Mal ins Bewusstsein gelangt! Der Grund liegt wohl darin, dass ich den Nebenaspekten bisher keine Beachtung geschenkt hatte, da ich zu Beginn erstmal mit den Hauptaspekten schon meine liebe Mühe hatte. A propos: Gibt es auf astro.com eine Möglichkeit, die Nebenaspekte einzublenden?

    Wow. Ich glaube fast, ich muss all die vielen intelligenten Beiträge von @ELi7 zu dem Thema noch einmal hervorkramen.

    Also kurz:
    • Venus in Stier (10. Haus)
    • Uraus in Skorpion (5. Haus)
    • Saturn in Jungfrau (3. Haus)
    Wenn euch dazu spontan was einfällt - das würde mich natürlich freuen.

    Zur Drachenfigur in meinem Radix sage ich gerne was, wenn das von Interesse ist, aber da weiss ich gar nicht recht, was. Da müsste wohl eine konkretere Frage kommen.
     
  8. Arnold

    Arnold Sehr aktives Mitglied

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    Hallo,

    Nochmals Goethe exakt nach der Hubermethode. Das Aspektbild beinhaltet eine Drachenfigur, ein Informationsauge und eine Suchfigur. Venus in zehn in der Jungfrau zeugt von Poesie mit Neptun und Merkur, was das Informationsauge ergibt. Saturn vor dem AC und Pluto in eins im Skorpion, Herrscher von Haus acht - faustisches Ringen nach Wahrheit. Mond und Jupiter in den Fischen tragen eine Neptunbrille, und bei Vollmond konnte er sich sehr gut reflektieren. Merkur und Neptun mit Jupiter ergeben die Suchfigur, also drei sensitive Planeten. Und der Drachen führt am Kopf die Figur an, am Schwanz steht Jupiter, flankiert von Neptun und Pluto. Merkur im Löwen ist eingeschlossen, also stark nach innen gerichtet, und der Uranus ebenso. Auf dieser Achse kommt seine schöpferische Intelligenz zum Ausdruck. Venus und Jupiter haben alle drei Aspektfarben und somit starke Lerndynamik. Seine drei Persönlichkeitsplaneten, also Sonne, Mond und Saturn sind lediglich rot-grün aspektiert. Daher dürfte Jupiter das ganze Horoskop anführen.

    Alles liebe!

    Arnold goethe radix.gif
     
  9. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

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    5.861
    (Quelle)
    Dieses Gefühl kenne ich mehr als gut, ich konnte es bisher aber nirgends im Radix präzise festmachen. Es ist exakt so, wie beschrieben. Das Gefühl, dass es in der Familie irgendein unaufgelöstes karmisches Schicksal gibt, welches den Weg bis zu mir gefunden hat. Und entweder es löst sich in mir/an mir/durch mich, oder eben nicht. Als wäre man der Brennpunkt einer älteren Geschichte geworden, die eigentlich mit einem selbst nichts wirklich zu tun hat, wo man aber ungewollt eine Rolle übergestülpt bekommen hat.

    In unserer Familie hat es mit der Selbstbestimmung der Frauen im weitesten Sinne zu tun. Meine Grossmutter väterlicherseits ist eine sehr intelligente Frau gewesen, hatte aber nie die Gelegenheit zu einer umfassenderen Schulbildung (ev. Saturn im 3. Haus Jungfrau?). Meine Mutter hätte gerne einen anderen Beruf ergriffen (Schneiderin - also Venus- und 10. Hausthematik), ihr wurde davon aber abgeraten, und sie hat das dann nie richtig weiterverfolgt. Das könnte ev. mit Venus im 10. Haus und Widder gemeint sein: Selbstdurchsetzung oder Selbstbestimmtheit (Widder) im Bereich des Berufes und der Berufung (10. Haus) von Frauen (Venus). Es scheint mir aber, dass das noch weitergeht, also irgendwie auch das Thema der Sexualität einbezieht (Uranus im 5. Haus).
     
  10. Arnold

    Arnold Sehr aktives Mitglied

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    Die Projektionsfigur/Yod. projektionsfigur_Größe ändern.jpg

    Die Projektionsfigur ist die einzige unter den drei blau-grünen Figuren, die das Zentrum, den Wesenskern des Menschen umfasst. Damit ist sie raumgreifender als die beiden anderen. Die beiden Quincunxaspekte umschließen das innere Zentrum, und sie nehmen als Sensitivaspekte antennengleich die Informationen und Energien des Zentrums auf. Vom Zentrum erhält die Figur die Motivation zu Bewusstheit, die aber primär zugunsten des Planeten geht, der die spitze Ecke des Dreiecks bildet. Von hier kann die Figur ihren kreativen Charakter bekommen.

    Die Projektionsfigur ist auch für die geistige Entwicklung bedeutungsvoll. Nicht umsonst wird sie in Amerika „Fingerzeig Gottes“ genannt. Wir werden später noch darauf eingehen. Die zwei langen Grünen sind einerseits Denkaspekte, aber auch Saturnaspekte, weshalb diese Figur entweder bewusst oder unbewusst erlebt wird. Da es sich bei den zwei Quincunxen um bewusstseinsbildende Aspekte handelt, ist eine Bewusstseinschulung vorteilhaft. Deshalb werden wir uns auch ausführlicher mit dieser Figur befassen.

    Zweikanal – System.

    Der Planet an der Spitze des Dreiecks sendet seine Qualität über die zwei langen grünen Aspekte zum Sextilaspekt, und von dort strahlt die Energie wieder zurück; es ist also ein Zweikanal – System. Zum besseren Verständnis vergleichen manche die Projektionsfigur mit einem Diagonalprojektor oder einem Filmvorführapparat. Eine Projektionsquelle, der Treffpunkt der beiden Quincunxen, strahlt auf eine Leinwand, dem Sextil, dort werden die Bilder, die man sich vorstellt, empfangen und sichtbar gemacht. Dabei muss man berücksichtigen, ob Projektionen mit den vorgestellten Bildern bewusst oder unbewusst erfolgen. Menschen mit einem entwickelten Bewusstsein erfahren beispielweise, dass diese Figur eine Fähigkeit bedeutet, planvoll in die Zukunft zu schauen. Menschen mit einem schwächeren Bewusstsein erfahren diese Figur als einen sich unbewusst ereignenden Prozess, in dem eigene Bedürfnisse, Mängel und Bilder auf die Umwelt übertragen werden. C. G. Jung sagt: „Projektion ist die die Hinausverlegung eines subjektiven Vorgangs in ein Objekt“. Es hängt also vom Bewusstseinszustand des Menschen ab, welche Bedeutung diese Figur im Horoskop bekommt. Dabei ist noch zu sagen, dass eigentlich bei allen Menschen ständig Projektionen ablaufen, auch wenn sie keine Projektionsfigur im Horoskop haben. Aber mit einer solchen Figur kann man das „projektierende Bewusstsein“ als eine mentale Denkfähigkeit schulen und kreativ einsetzen.



    Lagerung.

    Man erlangt Einblick in die Bedeutung dieser Figur, wenn man darauf achtet, wo im Horoskop sie gelagert ist. Liegt das Projektionsdreieck auf der Ich – Du – Achse, wird man seine eigenen Vorstellungen von Menschen wie diese sein sollten, in sie hineinprojezieren. In der Richtung vom DC zum AC neigt man hingegen dazu, zu sehr darauf zu bauen, wie andere einen sehen und beurteilen. Projektionsvorgänge sind hier die Übertragungen idealisierter oder negativer Bilder auf einen geliebten Partner, der entweder überhöht wahrgenommen wird, durch die sogenannte „rosarote Brille“, oder als Feindbild durch die „negative Brille“.

    Erfolgt die Projektion vom unteren Raum in den oberen und sind dabei zwei Ich – Planeten enthalten, wie im obigen Beispiel, dann wird diese Figur einen wesentlichen Anteil am Charakter dieses Menschen haben. Unten sehen wir an der Spitze des Dreiecks Saturn und auf der neunten Spitze Mond – Venus mit einem gestrichelten Sextil zum Neptun. Es handelt sich um eine Frau. Diese neigte lange dazu, ein Idealbild von sich als Individuum in den oberen Raum hinauf zu projizieren. Obwohl sie versucht hatte, ihre Individualität zu entwickeln, legte sie zunächst die Forderung in ihren Partner hinein, der dieser Rolle lange gerecht werden musste. Natürlich verstärkte die Stiersonne im siebten Haus diese Forderung. Bei einer Projektionsfigur von unten nach oben hat man entweder einen Vater, der eine ausgeprägte Individualität zu bieten hat, oder man sucht sich einen Partner, der diese Zielvorstellung verwirklicht. Solange die Projektion auf der emotionalen Ebene ausgelebt wird, lebt man das Thema nicht selbst. Bei der Projektionsfigur laufen die Prozesse langsam ab, da ja zwei lange Denkschritte nötig sind, die Zeit brauchen und oft ein Leben lang andauern. Aber gerade deshalb sind sie auch Entwicklungsaspekte.

    Vom MC zum IC zielend, also umgekehrt, dürfte man versuchen, seine bewussten Ideale den kollektiven Denk- und Fühlmustern aufzudrängen, während es darum ginge, seine bewussten Ideale dahingehend zu verändern, dass man grundlegenden Bedürfnissen sowohl bei sich als auch bei anderen gerecht zu werden vermag.

    Ebenen und Stufen.

    Es ist nicht nur die Lagerung im Häusersystem zu berücksichtigen, sondern besonders bei dieser Figur auch die Ebene, auf der sie sich auswirkt. Es ist ein Unterschied, ob man in die physische, die emotionale, oder die mentale Welt hineinprojiziert. Wie bekannt, können alle Elemente des Horoskops drei- oder vierdimensional ausgelegt werden. Man muss also selbst herausfinden, auf welcher Ebene sich das Bewusstsein vorwiegend bewegt.

    Dabei ist natürlich auch ein Entwicklungsgeschehen zu beachten. Gemäß dem Evolutionsgesetz erlangt man zuerst Bewusstsein auf der physischen Ebene. Danach kommt die zweite Stufe, auf der wir meist in der Polarisierung und Konfliktsituation, also in der Begegnung mit der Welt, alle Belange der Gefühlsnatur bewusst erfahren. Die dritte Stufe ist die Gedanken- oder Mentalebene, wo die Bewusstseinserweiterungen denkerisch erreicht werden. Man lernt durch Studieren, Nachdenken, Reflektieren, Intuieren, durch planvolles Mitwirken an groß angelegten Projekten. Deshalb sprechen wir auf dieser Ebene von einer Projektionsfigur. Das Denken reicht hier weit. Projektionsfiguren auf der Mentalebene haben schon viele große Denker hervorgebracht. Sie reichten mit ihrem physischen Gehirn weiter hinauf als andere und brachten schöpferische Ideen und Gedanken mit. Im folgenden versuchen wir noch die verschiedenen Auswirkungen der Projektionsfigur detailliert auf den drei menschlichen Ebenen zu beschreiben.

    Erste Stufe: Unbewusstes Erleben.

    Auf der physischen Ebene wirkt die Projektionsfigur weitgehend unbewusst. Bilder aus dem Unbewussten werden nach außen projiziert, wobei auch nicht bewältigte psychische Faktoren dazugehören. Man schwebt lange im Glauben, keine Probleme zu haben, gibt für eigene Fehler der Umwelt die Schuld. Ob man versagt, seine Ziele nicht erreicht, seine Aufgaben nicht erfüllt hat, immer sind die anderen oder die Umstände schuld. Viele Bereiche des Themas oder des Prinzips, das der Planet repräsentiert, der an der grünen Spitze dieser Aspektfigur steht, sind Auslöser dieser Schuldübertragung. Solche Menschen neigen dazu, das Thema nicht dieser entsprechenden Planetenfunktion zuzuordnen, sondern sehen sie als einen Projektionsschirm, im Sextil, also blau gespiegelt. Befinden sich zudem noch ein oder mehrere Planeten innerhalb des Sextilaspektes, was recht häufig vorkommt, so konzentrieren sich die unbewussten Themen auf diese.

    Zweite Stufe: Emotionale Wahrnehmung.

    Die emotionale- oder Gefühls – Ebene ist eine der natürlichsten Projektionsflächen für dieses Dreieck, aber auch die erlebnisreichste. Die Gefühlsebene ist bestens dazu geeignet, Wünsche und Gefühle in Objekte oder Menschen hineinzuprojizieren. Diese Ebene entspricht unserer ganzen aufgebauschten Illusionswelt, wie sie beispielsweise das Fernsehen vermittelt. Dort braucht man Menschen mit einem solchen Dreieck, denn sie haben reiche Ideen, bildhafte Vorstellungen und ein auffallendes Talent, die Dinge so darzustellen, dass sie auf andere übergehen. Je nach Planet liegt in dieser Figur oft eine suggestive, magische Kraft, mit der man andere beeindrucken oder beeinflussen kann. Steht beispielsweise Pluto an der grünen Spitze, so sind die magischen Kräfte stimuliert. Solch ein Mensch kann seine inneren Bilder in andere hineinprojizieren, diese beeinflussen, oder mental verwirren, wenn er das Denken als Machtinstrument verwendet.

    Dritte Stufe: Denkergebnisse.

    Die dritte Stufe ist bei dieser Figur besonders interessant, weil sie die zwei langen Denkschritte optimal auf der Denkebene zur Geltung bringt. Die Projetkionstätigkeit ist im Prinzip eine allen Menschen eigene psychische Verhaltensweise, aber auf der Mental- oder Denkebene ist sie bewusstseinsbildend und führt zu kreativen Denkprozessen. Dort besteht die Möglichkeit, mit kontinuierlicher Bewusstseins- und Willensarbeit diesen in der Regel unbewussten Prozess kreativ steuern. Auf dieser Stufe empfangen Menschen mit dieser Figur nicht nur Inspirationen, sondern bekommen auch ein anderes Bewusstsein über viele Dinge des Lebens. Deshalb befähigt das Projektionsdreieck diese Menschen nicht nur zum Projizieren ihrer Denkinhalte in die Welt hinaus, sondern es ermöglicht auch eine fortschreitende Bewusstseinserweiterung. Das Bewusstsein kann sich ausdehnen und bezieht immer mehr Dimensionen ins Denken ein. Gleich einem Scheinwerfer tasten Menschen mit diesem Projekt – Dreieck auf der Denkebene die nähere und fernere Umgebung ab, um Erkenntnisse zu erlangen, um den Evolutionsplan visionär zu erschauen und um ein Stückchen davon zu realisieren.

    Ein klassisches Beispiel dafür finden wir im Horoskop von Albert Einstein, der mit seiner Relativitätstheorie sowohl unser Denken wie auch unsere Weltvorstellung verändert hat. Sein Projektionsdreieck hat noch eine Opposition auf der Denkachse der Häuser drei und neun vom Uranus zu Jupiter. Mit dem roten Aspekt wird die Projektionsfigur optimal und erfolgreich sinnenhaft gemacht, auch bedeutet eine Uranus – Jupiter Aspektierung Intuition. Würde der kleine Halbsextilaspekt vom Jupiter zu Merkur – Saturn nicht fehlen, wäre es eine Streberfigur, die übertrieben ehrgeizig machen würde – und das war Einstein nicht. Hier sehen wir, dass unvollständige Figuren ebenfalls eine Besonderheit darstellen.
     
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