Thomas Evangelium

Das Thomas Evangelium gehört wohl zu den hochwertigsten christlichen Schriften. Dadurch dass es nicht in die offizielle Bibel Einlass gefunden hat, ist es wahrscheinlich weitgehend von umfassenden "Überarbeitungen" verschont geblieben - ein glücklicher Umstand also.

Das sind die geheimen Worte, die Jesus der Allgegenwärtige sprach und die Didymos Judas Thomas aufgeschrieben hat.

1. Und er sprach: Wer die Bedeutung dieser Worte erkennt, der wird den Tod nicht schmecken.

Welchen Tod kann Jesus hier gemeint haben? Natürlich müssen wir alle irgend wann unseren physischen Körper ablegen. Worauf Jesus aber hinaus wollte, ist womöglich die Unsterblichkeit der Seele. Diese Unsterblichkeit können wir solange nicht erfahren bis unsere Seele den Kreislauf der Geburten und Tode nicht durchbricht. Solange dies nicht geschieht müssen wir immer und immer wieder den bitteren Geschmack des physischen Todes schmecken, sei es in dieser oder in jener Form. So lautet das Gesetz! Äonen von Zeitaltern befinden wir uns schon in diesem äußeren Reich! JEDOCH das äußere Leben ist keine Endlosschleife. Jeder Mensch wird ausnahmslos, früher oder später Befreiung erlangen. Und hier kommen die Gottmenschen ins Spiel die zu allen Zeitaltern auf die Erde inkarnieren, um hier alle jene, die ein Verlangen nach Gott haben, auf den Heimweg zu stellen. Ist man so weit, dass man deren Worte und Ausstrahlung aufnehmen kann (vgl. Empfänglichkeit), dann beginnt der Heimweg ... dann wird der Kreislauf der Geburten und Tode durchbrochen.

P.S.1: Die meisten Leute mit denen ich rede wollen aber gar nicht nachhause zu ihrer göttlichen Heimstatt. Sie wollen lieber ein Maximum an weltlichem Vergnügen erleben ... und HIER Glückseligkeit erlangen ... was aber nicht möglich ist und der Natur der äußeren Welt wiederspricht. Hier kann man nur endliches Glück erfahren, aber nicht Glückseligkeit.

P.S.2: Jesus Worte waren wohl damals für einen bestimmten Kreis der Schülerschaft gedacht, weswegen Thomas von "geheimen Worten" spricht. Außenstehende hätten damit sehr wenig anfangen können. Für sie hätte Jesus wahrscheinlich wieder andere Worte gewählt. Zu meinen, es handle sich um eine Art Geheimlehre ist natürlich völliger Irrsinn, weil ein Gottmensch für ALLE Menschen da ist, die dafür offen sind. Wir selbst sind es, die uns dazu den Zugang verwehren.
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Kommentare

Matthäus 6 schrieb:
Sammelt euch keine Schätze hier auf Erden, wo Motten und Rost sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie zerstören und wo keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.

Das gilt aber genauso umgekehrt. Wo dein Herz ist, da ist deine Zukunft. Ist unser Herz im Weltlich-Vergänglichen, bei Rang & Name und Besitztum usw. Dann sind wir nach der Kraft des eigenen Verlangens an diese Dinge gebunden und darin verhaftet.

Es geht nicht darum, dass wir zu völligen Asketen werden, denn das ist nicht der Weg der positiven Mystik. Es geht nur darum, was in Matth. 6,33 steht:

Matthäus 6 schrieb:
Suchet zuerst das Reich Gottes.

Alles Weltliche hat seine Berechtigung. Wir sind Seine Kinder und sollen glücklich sein und uns an allem erfreuen ... und wir bekommen sehr vieles, was wir uns wünschen. Aber nichts davon wird uns dauerhaftes Glück bringen. Alles Weltliche ist vergänglich. Deswegen rät Jesus uns nach etwas Dauerhaftem, dem Reich Gottes zu suchen, denn er weiß aus eigener praktischer Erfahrung, wie tief erfüllend das ist. Diese tiefe Gefühl der Glückseligkeit und des Einsseins ist es ja, was wir alle im Grunde wollen, aber danach nur am falschen Platz suchen.

Und wie können wir uns nun Besitztümer im Himmel schaffen? Durch die Erweiterung unseres Herzens und Mitgefühls für alle Lebewesen, durch selbstloses Dienen, durch Empfänglichkeit und Hingabe ... durch Inversion/Meditation und liebevolles Denken an Gott ... oder liebevolles Sehnen nach Ihm im Gesang:

[YOUTUBE]l5-WaEwrXak[/YOUTUBE]

da kann man Ihn spüren :D
 
Sant Kirpal Singh schrieb:
Glückseligkeit ist die wesentliche und untrennbare Eigenschaft der Seele, die ihrer wahren Natur innewohnt. Das ist der Grund, warum die suchende Seele immer ruhelos ist und den Verlust ihres Wesens in dem gewaltigen Wirbel der Welt als schrecklich empfindet.


Thomas 63. schlägt in dieselbe Kerbe wie Thomas 47.:

63.
Jesus sprach:
Es war einmal ein reicher Mann, der hatte viele Besitztümer. Er sagte: ich werde mein Vermögen benutzen, um zu säen, zu ernten, zu pflanzen, meine Speicher mit Früchten zu füllen, auf dass mir nichts fehle. So waren seine Gedanken in seinem Herzen; und in dieser Nacht starb er. Wer Ohren hat, der höre.
Meist sind wir viel zu beschäftigt um Zeit für Gott zu haben. Wir sagen: "Ok, das kommt (vielleicht) später einmal. Zuerst muss ich meine Ausbildung abschließen." Danach müssen wir hart arbeiten, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen, um uns ein Auto zu kaufen, ein Haus oder dies und jenes ... und dann müssen wir uns um unsere Familie kümmern ... dann um unsere Enkelkinder usw.

Es ist ein ewiges Spiel von Ablenkungen. Wer so denkt wird in diesem Lieben wohl nie Zeit für das Göttliche finden. Deswegen sagen die Heiligen: "Gott zuerst und alles andere danach!" Die Zeit vergeht sehr sehr schnell und noch ehe wir es merken ist dieses Leben vorüber. Wenn wir es dann geschafft haben uns der Essenz des Lebens zu widmen ... werden wir davon in hohem Maße profitieren.
 
*ggg*

hier nochmal sehr gut erklärt im Thomas Evangelium 64.

64.
Jesus sprach:
Ein Mann erwartete Gäste, und nachdem er das Mahl zubereitet hatte, schickte er seinen Diener, um die Gäste einzuladen. Er ging zum ersten und sprach zu ihm: Mein Herr lädt dich ein. Der sprach: Ich habe Geld für einige Kaufleute. Sie werden heute Abend zu mir kommen, und ich werde ihnen Aufträge erteilen. Ich entschuldige mich für das Mahl. Er ging zu einem anderen und sagte zu ihm: Mein Herr hat dich eingeladen. Dieser antwortete ihm: Ich habe ein Haus gekauft; und ich werden den den ganzen Tag gebraucht. Ich werde keine Zeit haben. Er ging zu einem anderen und sprach zu ihm: Mein Herr lädt dich ein. Dieser meinte: Mein Freund wird sich verheiraten, und ich bereite das Mahl zu. Ich kann nicht kommen. Ich entschuldige mich für das Mahl. Er ging zu einem anderen und sagte zu ihm: Mein Herr lädt dich ein. Der antwortete: Ich habe einen Bauernhof verpachtet; ich werde gehen und den Zins eintreiben. Ich kann nicht kommen. Ich entschuldige mich. Der Diener kam zurück und sprach zu seinem Herrn: Die, die du zum Mahl eingeladen hast haben alle abgesagt. Der Herr sprach zu seinem Diener: Geh hinaus auf die Straße, bring die mit, die du dort finden wirst, damit sie essen können. Die Verkäufer und Händler werden den Ort meines Vaters nicht betreten.

Gott lädt also alle zu seinem Dinner ... und die Wenigsten haben dafür Zeit. Auch nach dem physischen Tod werden sie diesen Ort nicht betreten können, wenn sie dem Zeit ihres Lebens keine Bedeutung beimessen. Das wird auch sehr deutlich in Vers 59.
 
59.
Jesus sprach:
Sucht den lebenden Gottmenschen(1) noch während ihr lebt, damit ihr nicht sterbt und erst dann danach trachtet, ihn zu sehen, denn dann werdet ihr die Christuskraft nicht finden.

(1) Sucht die lebende Verkörperung der Christuskraft noch während eures Lebens. Unser Part ist es ein ehrliches Verlangen nach dem Göttlichen zu entwickeln. Dann wird Er sich uns zur rechten Zeit offenbaren und wir werden zu ihm geführt. Es kann auch sehr hilfreich sein immer wieder um göttliche Führung zu bitten. Der physische Körper ist jedenfalls DIE Chance eine praktische Erfahrung von dieser Kraft zu bekommen. Deswegen wird er auch als "die Krone der Schöpfung" bezeichnet ... weil kein anderer Körper solche Möglichkeiten bietet. In Anbetracht der Vielzahl an Lebensformen ist es eine große Gnade und das Ergebnis äußerst positiven Karmas, überhaupt das Geschenk des physischen Körper zu erhalten.

Es ist aber ein genauso großer Segen, erkennen zu dürfen, welche Chancen sich uns bieten.

In anderen spirituellen Quellen heißt es:

Vergesst nicht, in diesem menschlichen Körper, dem wahren Tempel Gottes, könnt ihr hundert Mal schnelleren Fortschritt machen als nach
dem Tod – so beeilt euch, solange die Sonne scheint.

Deutlicher kann man es ja gar nicht mehr ausdrücken.
 
Von den Heiligen Guru Nanak und Maulana Rumi erfahren wir mehr:

Guru Nanak schrieb:
Oh Nanak, mache dich frei
von deinen weltlichen Gefährten,
und suche die Freundschaft eines
wahren Heiligen.
Jene werden dich schon im Leben verlassen,
doch er wird selbst nach dem Tode
bei dir sein.

Maulana Rumi schrieb:
Halte dich, oh Seele, an einen,
der alle inneren Bereiche kennt,
denn er wird dir im Leben,
wie auch im Tode ein Freund sein.
 
Von den Heiligen Guru Nanak und Maulana Rumi erfahren wir mehr:

Guru Nanak schrieb:
Oh Nanak, mache dich frei
von deinen weltlichen Gefährten,
und suche die Freundschaft eines
wahren Heiligen.
Jene werden dich schon im Leben verlassen,
doch er wird selbst nach dem Tode
bei dir sein.

Maulana Rumi schrieb:
Halte dich, oh Seele, an einen,
der alle inneren Bereiche kennt,
denn er wird dir im Leben,
wie auch im Tode ein Freund sein.
 
Auch im ersten Buch Hermes heißt es:

Das, mein Sohn, ist eine Anleitung, die dich zum Schöpfer bringt: Du musst deinen Körper verlassen noch bevor du stirbst, um den Sieg in diesem Wettstreit davonzutragen. Und wenn du das Körperbewusstsein übersteigst heimkehren.

In anderen Schriften ist die Rede vom "Sterben bevor man stirbt". Es hat damit zu tun die Aufmerksamkeit vom physischen Körper zurückzuziehen und nach innen zu wenden (Meditation). Es ist derselbe Prozess der sich beim Tod vollzieht, nur dass der Mensch in den physischen Körper zurückkehren kann und die sogenannte Silberschnur intakt bleibt, die den Astralkörper mit dem physischen Körper verbindet. Da diese Welt aber für uns völlig neu ist, brauchen wir einen Experten auf diesem Gebiet, der uns innere Führung geben kann, und dem wir vertrauen.
 
60.
Sie sahen einen Samariter, der ein Lamm trug und nach Judäa ging. Jesus sprach zu seinen Jüngern:
Was will dieser mit dem Lamm? Sie sagten zu ihm: Es töten und essen. Er sprach zu ihnen: Während es lebt, wird er es nicht essen, sondern nur, wenn er es tötet und wenn es ein Leichnam wird. Sie sagten: Anders kann er es nicht tun. Er sprach zu ihnen: Auch ihr, sucht einen Ort zur Ruhe, damit ihr nicht ein Leichnam werdet und gegessen werdet.

Hier ging es weder ums Essen noch ums Töten ... sondern, darum wie schon weiter oben stand: "Beeilt euch solange die Sonne scheint!" Beeilt euch solange ihr noch lebt, denn eure Zeit läuft und die Erde wird auch euren Körper zurück nehmen. Wir erfahren auch genau, was zu tun ist ... und das mag man vielleicht auf den ersten Blick übersehen: Jesus weist seine Apostel an zu meditieren, also einen Ort der Stille zu suchen.
 
61.
Jesus sprach:
Zwei werden auf einem Bette ruhen; einer wird sterben, der andere wird leben.
Salome fragte:
Wie ist das mit dir Herr? Denn während du aus dem Einen gekommen bist, so bist du [ebenso] auf mein Bett gestiegen und hast von meinem Tische gegessen.
Jesus antwortete:
Ich bin der, der aus dem Einen hervorgeht; alles wurde mir von meinem Vater anvertraut. Salome sprach:
Ich bin deine Jüngerin (Schülerin).
Jesus sprach zu ihr:
Darum sage ich: Wenn er abgelegt [Anm.: zerstört] wird, wird er voller Licht sein; aber wenn er geteilt ist, wird er voller Dunkelheit sein.

Es gibt das Vergängliche (unser Körper, unsere Persönlichkeit unser Gemüt/Ego) und es gibt das Unvergängliche (unsere Seele und das Göttliche). Beide schlafen quasi im selben Bett :)

Alles ist ein Kampf/Spiel zwischen den niederen Kräften (Körper, Gemüt, Ego und allen dabei auftretenden Gedanken) und der Seele. Das Schlachtfeld auf dem dieser Kampf ausgetragen ist ist der menschliche Körper. Bei der Meditation wird der Körper abgelegt ... "zerstört" wäre nicht ganz passend beschrieben, aber natürlich könnte man auch vom "Sterben noch während man lebt" sprechen, mit dem Unterschied, dass man nach der Meditation in den Körper zurückkehren kann.

Wir haben den physischen Körper erhalten, um in der Welt agieren zu können. Auch Jesus hatte einen physisch-vergänglichen Körper. Das war ja die Frage von Salome: Wie ist das mit dir Jesus, auch du hast ja einen physischen Körper? Wie geht das Gott und Mensch zugleich zu sein? :) Doch während die meisten von uns sich über ihren Körper definieren oder ihre Persönlichkeit ... identifiziert sich Jesus mit dem Einen.
 
"Wenn er geteilt ist, dann wird er voller Dunkelheit sein." Was hat Jesus wohl damit gemeint? Es gibt andere Stellen in der Bibel, wo es um das dritte Auge ("Einzelauge") geht. Hier könnte aber auch die menschliche Ausrichtung gemeint sein. Wenn Salome (denn die Antwort war für sie persönlich bestimmt) sich auf das Göttliche konzentriert und das Körperbewusstsein übersteigt ... und die Aufmerksamkeit der Seele in der Meditation bündelt ... dann wird sie das göttliche Licht sehen. Ist sie aber nicht fokussiert ... und eins ... sondern hat sie da und dort Gedanken, Wünsche und Verlangen ... starke Ablenkungen/Zerstreuungen, dann wird sie nur Dunkelheit erfahren.

Salome war übrigens eine Schülerin, also ein weiblicher Apostel von Jesus. In einer patriarchalischen Gesellschaft, damals wie heute, stellte das eine recht unliebsame Tatsache dar. Schon damals versuchten einige Apostel ihre weiblichen Kolleginnen zu diskreditieren und der römisch-katholischen Kirche ist es sogar bis zur Gegenwart gelungen, Frauen vom Priesteramt fernzuhalten. Die Protestanten sind da hingegen schon viel zivilisierter.

Auch im Buddhismus hatte man ein sehr krankhaftes Verhältnis zu Weiblichkeit und Sexualität, und so war es für Frauen sehr schwierig (wenn nicht sogar unmöglich) Zugang zur buddhistischen Lehre (Klöster) zu bekommen. Das ging/geht sogar so weit, dass Frauen die Fähigkeit abgesprochen wird in diesem Leben Erleuchtung erlangen zu können. Wer praktisch in einen weiblichen Körper inkarniert verbaut sich damit selbst jede Möglichkeit. Doch das sind alles nur Taktiken zur Unterwerfung der Frau. Man(n) will seine Macht und die Ressourcen nicht teilen. In den letzten 10 Jahren gab es aber hier gewaltige Forschritte, nicht zuletzt aufgrund des großen Engagement von Tenzin Palmo, die buddhistische Nonnen-Klöster in Nordindien gegründet hat ... mit Unterstützung des Dalai Lama ... eine äußerst positive Entwicklung.
 
62.
Jesus sprach:
Ich enthülle meine Geheimnisse denen, die meiner Geheimnisse würdig sind. Lass deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.

Meines Erachtens ist das eine Anweisung Jesus an seine Schülerschaft Stillschweigen über die gesagten Dinge zu bewahren. Was bedeutet das, wenn nicht einmal die linke Hand wissen soll, was die rechte tut? Die Menschen damals hatten vermutlich recht intensive verwandtschaftliche Beziehungen, und Jesus machte ihnen klar, dass sie nichts vom Gesagten erzählen sollten ... aus verschiedensten Gründen.

Aus anderen Quellen kenne ich folgenden Satz:

"Ein Geheimnis zu bewahren ist das ABC eines jeden Schülers!"

Jemand der sich nicht zurückhalten kann und anderen Menschen SEINE oder irgend eine andere Wahrheit (und sei sie auch noch so edel) immer wieder aufs Auge drücken will/muss ... der ist der Schülerschaft nicht würde. Man kann einem Menschen, der fern jeder Wahrheit lebt immer nur einen Bruchteil davon schmackhaft machen. Alles andere würde ihn überfordern ... wie die Algebra einen Volksschüler.

Ganz anders ist es aber mit Menschen, die für die Wahrheit aufgeschlossen sind. Man merkt das schon irgendwie. Die Frage als Schüler ist halt immer die des Motivs: "Warum will ich das unbedingt jemandem erzählen? Will ich selbst gut dastehen ... usw?"
 
62. dreht sich aber auch darum, dass es zu damaliger Zeit außerdem sehr gefärhlich war, gewisse Überzeugungen öffentlich kund zu tun. Weiteren Aufluss dazu liefert 65. wo Jesus über sich selbst spricht, und vermutlich von den Aposteln völlig unerkannt, bereits seinen eigenen Tod ankündigt:

65.
Er sprach:
Ein ehrenwerter Mann [Anm. = Gott] hatte einen Weinberg. Er übergab ihn Pächtern [Anm. = uns Menschen], damit sie ihn bewirtschaften könnten und er die Früchte von ihnen erhielte. So schickte er seinen Diener, damit die Pächter ihm die Frucht des Weinbergs übergeben könnten. Sie ergriffen seinen Diener und schlugen ihn beinahe zu Tode. Der Diener kehrte zurück und sagte es seinem Herrn.
Sein Herr sprach:
Vielleicht haben sie(1) ihn nicht erkannt und schickte einen weiteren Diener. Aber die Winzer schlugen auch diesen. Nun schickte der Herr seinen Sohn.
Er sprach:
Vielleicht werden sie Respekt vor meinem Sohn [Anm. = Jesus] haben. Als die Pächter erkannten, dass er der Erbe des Weinbergs war, packten sie ihn und töteten ihn. Wer Ohren hat, der höre.

(1) Im Original scheint es hier zu heißen: "Vielleicht hat er sie nicht erkannt" ... was aber keinen Sinn ergäbe, denn die Pächter haben ja den einen Diener nicht erkannt.

Die Söhne kommen, um die reifen Seelen (= Ernte) für den Vater abzuholen. Wir sind die Pächter, aber auch die Früchte ... letztlich gehören wir Gott und niemand anderem sonst. Wir sind praktisch göttliches Eigentum. Dass es Kräfte gibt die weiterhin ihre Spielchen treiben wollen und sich dagegen sträuben ... und vor keiner Gewalttat zurückschrecken ... kennen wir ja aus der Geschichte und dem aktuellen Geschehen auf dem Planeten. Es ändert aber nichts daran, dass das Göttliche dennoch Jahr für Jahr seine Ernte einfährt ... und viele Seelen auf den Heimweg stellt ... und darauf wartet, dass wir selber immer reichere Frucht tragen ...
 
65. zielt insbesondere auch auf die individuelle, persönliche Ebene ab. Was ist das kostbare Gut das wir täglich ernten und auf diesem Planeten erhalten? Es ist Zeit. Geben wir davon Gott etwas ab oder sind wir fast ausschließlich mit weltlichen Dingen beschäftigt? Wenn ja machen wir es nicht anders als diese Pächter! Wir verschwenden die Zeit Tag für Tag für belanglose (= vergängliche) Dinge ... Gott ist aber seeeeehr geduldig und ehrenwert. Er wartet nur darauf, dass wir uns Ihm zuwenden. Und weil er eben so ehrenwert ist ... wird er seinen ganzen Reichtum mit uns teilen. Wir können uns das aber nicht mehr vorstellen, weil wir fast jegliches Wissen über unseren Lehnherr verloren haben.
 
66.
Jesus sprach:
Zeigt mir den Stein, den die Bauleute verworfen haben: Er ist der Eckstein.
Warum verwerfen wohl die Bauleute einen Stein? Vermutlich weil er Fehler hat. Für Baumeister Jesus ist das aber kein Problem und wir eigenen uns alle als seine Schüler, auch wenn wir Fehler haben. An diesen sollen wir aber mit seiner Unterstützung arbeiten und uns verbessern.
 
67.
Jesus sprach:
"Wer alles weiß, aber sich selbst nicht erkennt, dem fehlt alles."

Das ist die Übersetzung von Blatz-NTA (1991), die ich am besten finde.

Das hebräische Original gibt hier sehr wenig her bzw. ist es sehr schwer zu übersetzen, weil es sich um ein Wortspiel mit dem "All" bzw. (All)Einem handeln dürfte.

Patterson-Robinson-BWG (1998) übersetzen:
"Wer alles weiß, nur eine Sache nicht, dem fehlt alles."

Klar ist jedenfalls, dass das weltlich-intellektuelle Wissen über das wir verfügen relativ unbedeutend ist. Das Wissen über die physische Welt und deren Vorgänge veraltet auch in unserer Gesellschaft sehr schnell und wird uns auch nach dem Tod kaum von Nutzen sein. Sich selbst zu (er)kennen ist jedoch von unschätzbarem Wert.
 
68. lass ich weg
69. besagt, dass wir Verlangen nach Gott entwickeln sollen ...

70.
Jesus sprach:
Wenn ihr Es [Anm.: wie ich es euch gezeigt habe] in euch hervorbringt, dann werdet ihr Gott schauen, und er wird euch retten. Wenn ihr es aber nicht in euch hervorbringt, dann werdet ihr durch das was ihr nicht habt sterben.

Jesus hat den Aposteln gezeigt, wie sie sich mit Gott verbinden können. Er hat ihnen eine Technik und Möglichkeit beigebracht mit der die Seele aus dem Kreislauf der Wiedergeburten entkommen kann ... dieser beinahe ewige Kreislauf ist mit Sterben gemeint. Jeder muss körperlich "sterben". Diesem Schicksal kann niemand entfliehen, aber es ist möglich diesem Kreislauf zu entkommen. Jesus und die Apostel wussten WIE das geht ... aber schon sie düften so sehr mit ihren physischen Problemchen und Freuden beschäftigt gewesen sein, dass sie kaum Zeit für irgend was anderes fanden. So ergeht es fast allen, und so verschwenden wir unsere Zeit. Die obigen Worte kann man sehen wie man will ... ob als Hinweis, als Warnung oder was auch immer. Sie sind einfach Tatsache. Wer sich nicht Gott zuwendet, der hat keine Chance (und eigentlich ja auch nicht das geringsten Verlangen) den Kreislauf zu durchbrechen ...
 
71.
Jesus sprach:
Ich werde dieses Haus zerstören, und niemand wird in der Lage sein, es wieder aufzubauen.
Da vermisse ich ein bißchen der Zusammenhang. Vielleicht besteht ja ein Zusammenhang zu 70. und mit "Haus" ist womöglich der physische Körper gemeint ... und "wieder aufbauen" bedeutet dass die Seele nicht mehr zu inkarnieren braucht.
 
72 ist ganz ganz toll! :D Dazu eine kleine Vorgeschichte. Wir wissen heute ja sehr wenig über Jesus Humor. Das ist ein Wesenszug der an der Frömmigkeit und Scheinheiligkeit so mancher Kirchendiener und -gelehrter gerne vorbei geht. Dessen Vernachlässigung muss aber früher oder später zu einem hohen Maß an Unvollkommenheit führen.

In diesem Lichte haben wir hier einen der wenigen Verse, die Jesus Humor ganz deutlich ausdrücken. Stellt euch mal vor, wie die Apostel Jesus gekannt haben. Der folgende Satz ist für das "Verstehen" von 72 ganz wichtig. Jesus war ein Mensch, dem sehr viel an der Einheit der Menschen gelegen hat und dass wir alle EINE Familie sind ... Gottes Kinder. Und als solche gehört es natürlich dazu unsere "Spielsachen" mit unseren Brüdern und Schwestern zu teilen. Wir wissen ja, dass Geben seeliger ist als Nehmen ... :) und die Apostel wussten, dass Jesus ein großartiger Geber war ... und dass Jesus diese Position einnahm drang wohl auch bis an die Ohren eines jungen Mannes, der Jesus genau deswegen aufsuchte, damit dieser ihn in seinen Belangen unterstützte :D

72.
Ein Mann sprach zu ihm:
Sage meinen Brüdern, dass sie die Güter meines Vaters mit mir teilen sollen.
Er sprach zu ihm:
O Mensch, wer hat mich zu einem Teiler gemacht?
Er wandte sich seinen Schülern zu. Er sprach zu ihnen:
Bin ich denn ein Teiler? :)

Ich ergänze: ... worauf ein Apostel in schallendes Gelächter ausbrach und so einige andere bis über beide Ohren grinsten.

Das war Jesus Humor. Jesus war ein Gottmensch, der das Ziel hatte die Menschen in die Einheit ... mit Gott zu führen. Das All-eins-sein war ihm ein besonderes Anliegen, was die obige Situation so lustig machte.
 
Der Mann, der zu Jesus kam hatte wohl mit einer klaren Unterstützung von Jesus gerechnet, aber sein Anliegen war womöglich von sehr viel Eitelkeit und Selbstsucht ... vielleicht auch Selbstmitleid, Gier und Ärger begleitet. Außerdem gibt es karmische Gründe, warum dieser Mann eher mittelloser war als sein Brüder, und deswegen hat Jesus in diesem Fall wohl so reagiert. Nicht dass er sich lustig machen wollte über diese Person ... sowas würde er nie tun. Er war sich der Wirkung seiner Reaktion völlig bewusst. Es hatte seine völlige Berechtigung ... es war eine Lektion ... auch wenn so mancher Anwesende diese Reaktion von Jesus möglicherweise überhaupt nicht verstanden hat. Jesus und die Apostel hatten ihren Spaß. Das Leben ist nicht so ernst wie manche vielleicht glauben. Wir sind zu engstirnig ... unser Verstand hat nicht die geringste Ahnung ... und wir wissen auch nicht, was im Zuge dieser Sache noch passiert ist ... ober der Mann verärgert wegging, oder sich das Gespräch fortsetzte ... ob Jesus zu ihm sagte: Du musst seeeeehr schlechtes Karma haben :) ... usw.

Diese Geschichte ist ein deutliches Zeichen über welch großartigen Humors Jesus verfügte. Bekommt man den Satz aber so hingeknallt, wie bei Thomas72, versteht man nur Bahnhof :D
 
73.
Jesus sprach:
Die Ernte ist zwar groß, aber der Arbeiter sind wenige. Bittet aber den Herrn, dass er Arbeiter für die Ernte schickt.

Was kann Jesus hier gemeint haben? Und wer ist mit Ernte gemeint, wer mit Arbeiter? Was macht der Arbeiter? Er bringt die Ernte heim, wann die Zeit reif ist. Er sorgt aber auch dafür, dass sie optimal wachsen kann ... damit er sie einfahren (heimbringen) kann.

Unter diesem Gesichtspunkt wäre also klar, was ein Arbeiter ist. Er ist der Diener Gottes und wir Menschen sind die Ernte, die er nachhause bringt, zurück zu unserem göttlichen Ursprung. Was sollen wir, die Ernte :), tun? Wir sollen Gott bitten, dass er die Gottmenschen in diese Welt schickt. Vielleicht genau darum, dass auch wir das günstige Schicksal erfahren und mit einem in Kontakt zu kommen? :rolleyes: ;)
 

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