Jovannah
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Empathie als Lösung kan ich nicht nachvollziehen, was hatt das Opfer davon. Versuche ich mich in den Täter zu versetzen, oder habe ich da was verpasst?
L.G. Maud
Ja, Maud. In den. Der aktuell als Täter erscheint....früher war er in der anderen Rolle,...die er quasi nun "weiter gibt".
Was da in meinen Augen fehlt...ist das sich rein versetzen in DEN Menschen, an den das nun GERADE, also aktuell, weiter gegeben versucht wird.
Den Täter verstehen....heisst für mich NICHT...zulassen müssen...dass er sein Leid SO weiter gibt. Ihn einfach nicht zu stoppen, nur weil ich sein inneres Elend und seine Gründe verstehe.
Auch, wenn der aktuelle Täter grade nicht anders kann...und ich das verstehe...so muss er dennoch gestoppt werden, wo es um Leben geht.
Ich vergleich das mal mit Schlagen. Das "böse, böse,..." wissen viele schon.
Das Ziel ist nicht "böse", meine ich. Nur die METHODE um das Ziel erreichen zu wollen, die verursacht viel Schaden in anderen.
Können mit ihrem Druck aber noch ! nicht anders umgehen.
Das nicht schlagen WOLLEN, aber momentan nicht anders KÖNNEN....macht dann noch mehr inneren Druck...und genau so entsteht dann noch mehr Gewalt nach aussen.
Der "Täter" will ja was. Agieren, handeln, was erreichen. Und oft sogar sehr vieles, was wir als "gut" bezeichnen. In seiner Ohnmacht will er´s halt erzwingen....weil er sich momentan noch! keine anderen Möglichkeiten sieht.
1) Bewusst machen, was schlagen bedeutet...ist schon sehr wichtig, finde ich.
2) das allein ! macht die Gewalt aber MEHR, wo keine Alternativen gefunden wurden. Wenn ich das, was gewollt wird...erfrage, verstehe, anerkenne....und unterstütze, mit anderen Möglichkeiten besser zum Ziel zu kommen. Dann passiert Gewalt weniger, weil eben einfach als nicht mehr NÖTIG erkannt. Und nicht nur da...mit anderen Methoden passiert sogar viel mehr positives, als jemals mit gewalt erzwungen werden könnte.
das erkannt und auch ERLEBT, macht Gewalt zu dem, was es ist. zum weniger brauchbaren Mittel.
Wenn ich das, was gewollt wird...erfrage, verstehe, anerkenne....und unterstütze, mit anderen Möglichkeiten besser zum Ziel zu kommen. Dann passiert Gewalt weniger, weil eben einfach als nicht mehr NÖTIG erkannt
Das kann ich aber nur, wenn ich nicht voller Angst bin in mir. Voller Angst vor Gewalt. Und voller Empörung, weil Mitgefühl mit dem Opfer.
Das muss ich MOMENTAN mal draussen lassen können....das war bei Punkt 1) wichtig.
Weil SO kann sich die Dynamik so verändern, dass es auch weniger Gewaltopfer gibt.
3) ist ein Mensch so massiv in Gewalt verstrickt, dass es einfach zu gefährlich ist....so lange die alte Dynamik zu belassen, bis sie sich in eine verbesserte verwandeln konnte.
DANN muss erst mal das Kind in Sicherheit gebracht werden.
UND
weiter Unterstützung angeboten werden...dem Menschen, der Alternativen leben lernen möchte.
Das braucht aber auch ein Verstehen der Beweg-Gründe die ihm so wichtig sind..dass er sie erzwingen möchte. Dahinter stecken selbige Bedürfnisse im Grunde, die auch ich erfüllt er-eben möchte.
Gewalt zerstört mehr, als es hilft. Das ist Fakt für mich.
Momentane Bedrohungen zu "erschlagen".....gibt anderen das innerlich empfundene Recht, auch mich zu erschlagen, wenn sie mich als Bedrohung empfinden.(ganz egal, ob ich in meinen Augen eine bin, sein will, oder nicht. Ein Missverständnis...und das wars).
Im Alltag gibt es Möglichkeiten des Miteinander. Dadurch...durch den gemeinsamen Einsatz der Ressourcen, gewinnen ALLE Beteiligten.
Arbeiten Menschen gegen-einander, VERLIEREN ALLE Beteiligten. Auch, wenn das auf den ersten Blick´nicht immer gleich erkannt werden kann.
Steh ich aber im Wald und es geht JETZT Leben gegen Leben..weil mir jemand da nicht entgegen kommen KANN....dann MUSS ich in meinen Augen mein Leben verteidigen dürfen.
Die Schwächeren...die Kinder...werden durch Erziehung zum auch "Nein!" sagen gestärkt. Die, die schlagen....da ist Bewusstsein und Unterstützung wichtig, finde ich. Nämlich dafür, dass es auch nicht okay war, dass SIE SELBST damals geprügelt wurden. Dass es aus nicht verstehen und/oder Ohnmacht heraus pasierte. Es aber bessere, zielführendere, Möglichkeiten gab. Leider damals eben noch ausserhalb der Sichtweite.
Ihnen wurde ja als Kinder stark vermittelt, dass sie es "nicht andes verdient hätten". Glauben sie das (was Kinder meist schon tun) und finden da nicht raus....gehts weiter in die nächste Kinder-Generation.
Ein aktuell als Täter auftretender Mensch braucht, so absurd das klingen mag...1) erst mal das Verständnis, dass es nicht okay war, was da mit ihm passiert ist.
Wenn er allein da drinnen hängen bleibt....wird er ein vom Hass getriebener...über all das Leid und Unverständnis, das ihm angetan wurde.
2)
Dass es aber nicht aus "Bösartigkeit" geschah, sondern aus Unverständnis und Ohnmacht. Aus dem Erzwingen wollen von etwas, was jemandem sehr wichtig war. Aus dem nicht Erkennen und sehen anderer und sogar besserer Methoden.
es ist eben nicht einfach....mit dem Schmerz zurecht zu kommen...der immer wieder entsteht...weil Menschen sich langsam entwickeln (auch als Generation)...und eben vieles momentan nicht sehen können.
ALLE. AUCH ich.
Aber die Chance ist ja...dass wir viele sind. Jeder sieht einen Teil des Ganzen und in allem ist ein Stück Wahrheit für mich.
Wenn wir uns da gegenseitig recht, recht gut zuhören....iverstehen versuchen...ist das die Chance für uns ALLE...rascher weiter zu kommen. Und SO immer mehr zu bewirken, dass diese Mechanismen nicht so viel un-nötig scheinendes Leid bewirken.
Das un-nötige....im Gefühl...erscheint ja erst NACHHER, sobald ALTERNATIVEN erkannt wurden. Oder MOMENTAN, wenn nicht erkannt wird, welche Not es nötig zu machen scheint...oder eben subjektiv gesehen aktuell TATSÄCHLICH nötig macht...weil keine Alternativen in Sichtweite sind.
Die entstehen aber erst durch den Wunsch, etwas mit Mitteln erreichen zu können, die sich besser anfühlen.
Nicht so oft das momentan als geringeres Übel erscheinende wählen zu müssen....sondern vorwärts zu kommen mit Mitteln, die kaum mehr unangenehme Nebenwirkungen haben. Das geht, meine/erlebe ich. Nicht immer, aber oft. Ist aber eben auch ein stetiger Lernprozess (der Einzelnen in Wechselwirkungen...also aller).
Jo
, es sei denn, man vermischt die Dinge mit der Absicht, sie zu verschleiern.