Stille, Mutter

Maryem

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Stille, Mutter


Die verschränkten Wünsche
hatten sich abgeseilt.
Die Bodencrew empfing uns mit Sekt,
und die Zeit heulte auf.

Eine Schneeflocke, schau.
Schau Mutter, eine Flocke im Gebälk.
Setzt sich auf Kohle.

Die Zeit kann nichts dafür.
Sie kann kaum still stehen,
wenn die Dunkelheit mit dem Scooter
durch den Schnee flitzt.

Und ich bin schon lange
wach, aber das ist egal.
Alles, was ich tue, tue ich für dich.

Wie gleichgültig manchmal alles erscheint.
Grünes Haar schlingt sich um meinen Bauch.
Das liegen gelassene Brot der Schüler schaukelt,
aufgeweicht.
Die Wellen schwappten über.
Ich bin schon oft ertrunken.


© M.W./Maryem
 
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Stille, Mutter
Stille ungeteilt.
Stille, auf dem Ast liegend,
wie ein Tier.
Wie ein Raubtier,
das nichts will.

Stille geteilt.
Stille wie weisse Wolken,
sich sammelnd,
stramm wie dein Sohn,
der aus dem Feuer kam.

© M.W./Maryem
 
Stille, Mutter

Mit Füssen gehen.
Das federnde Herz kennt keinen Kummer,
es schweigt.

Stehen. Mit Beinen aus Stahl.
Unter dem Schlüsselbein
die Stimme der Mutter tragend,
wie sie seufzt, wie sie weint.

Ein Zittern, Beben und Flirren
legt sich auf die seidene,
eiskalte Haut
des Flusses.
Ringe wie Worte.
Worte wie Trost,
filigran verweht.

© M.W./Maryem
 
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Stille, Mutter

Wir wagen uns hinaus bis zu den erodierten Denkrändern,
arbeiten von zuhause aus.
Die Stille wohnt im Kerngehäuse des Apfels.
und wir im Vater-Baum.

Sie ist gut, die Stille.

© M.W./Maryem
 
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