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Sterbebegleiter . . .

Dieses Thema im Forum "Sterben, Tod, Leben nach dem Tod" wurde erstellt von Terrageist, 20. Januar 2021.

  1. Terrageist

    Terrageist Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Juli 2019
    Beiträge:
    3.715
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    Ein Begriff, den ich früher nicht so kannte, aber in letzter Zeit kommt immer mal wieder jemand der sagt, er habe eine Ausbildung dazu gemacht, also es beschäftigt den einen oder anderen.

    Mir kam die Frage, worauf es denn da im Einzelnen ankommt?

    Wie weit geht ein "Sterbebegleiter"?

    Muss da nicht Glaubensrichtung zum Beispiel zusammenpassen?

    Ich denke, Pastoren machen so etwas schon von ganz alleine, von Berufs wegen, nehme ich an.

    Jedoch dann setzt es voraus, dass der Sterbende im gleichen Sinne gläubig ist.

    Das wäre das eine, dann gibt es da wahrscheinlich noch verschiedene Arten von "Begleitung"?

    Jemand der ins Jenseits schauen kann, geht vielleicht weiter mit, und begleitet
    auf eine andere Art, als jemand, der mehr oder weniger "nur" den Sterbenden selbst wahrnimmt.

    Und dann gibt es da wohl auch noch verschiedene Denkweisen über "Diesseits und Jenseits",
    also darüber, wo der Sterbende überhaupt hingeht, wie es sich gestaltet usw.
    Was dann wieder mit der möglichst weitestgehend gemeinsamen Vorstellung oder Glaubensrichtung
    zu tun hat.

    Also ist es doch beinahe, so gesehen, eine große Frage des Zusammenpassens, genau oder noch mehr
    als bei allen oder den meisten Dingen des Lebens.

    Sicher, es gibt da wahrscheinlich (Sterbe?)Phasen, die man lernen kann, ich nehme an, in rein
    psychologischer Hinsicht.
    Aber auch das (Psychologie ganz allgemein) ist eine bestimmte Denkweise, Annahme und Festlegung = Glauben.

    Denke ich mal jetzt so spontan darüber, auf jeden Fall ist es wohl auch für den Begleiter eine Form von Verarbeitung und sich einer im Leben scheinbar unausweichlichen Sache zu stellen.

    Nach Erfahrungen zu fragen, würde wahrscheinlich zu weit gehen.
    Aber vielleicht, was der eine oder andere so darüber denkt, was ihn / sie veranlasst hat, Solches zu tun, und sich damit auseinanderzusetzen, und auch von denen, für die es fremd ist, die also keine eigenen Erfahrungen haben, die Gedanken darüber..

    Auch, was denkt der Mensch (Sterbende?) selbst?
    Im Moment meines Lebens ist es mir eher so, in so einem "Augenblick" ganz alleine, für mich sein zu wollen, weil es doch äußerst persönlich ist.


    Noch ein Aspekt wären die jenseitigen Sterbebegleiter.
    Man sagt, dass Sterbende beginnen, Wesen , evtl. ehemalige Angehörige, verstorbene Nahestehende und Ähnliches zu sehen, kurz bevor sie gehen.

    Auch mir fiel es schon auf, aus meiner Zeit der eigenen Krankenhausarbeit, dass im Sterben liegende evtl. Jemanden sehen, den andere (normalerweise) nicht wahrnehmen können.
     
  2. Nifrediel

    Nifrediel Sehr aktives Mitglied

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    9. August 2019
    Beiträge:
    5.053
    Man stülpt einem Sterbenden nicht seinen Glauben über. Egal was er glaubt oder was nicht, dass hat man ihm zu gewährleisten. Darüber diskutiert man nicht!

    Laut meiner Erfahrung kommt der Pastor auf Wunsch, für die letzte Ölung und für die Sterbesakramente. Dann geht der aber auch wieder.

    Kann sein, dass es welche gibt, die im Rahmen einer Seelsorge, Sterbebegleitung leisten. Aber da habe ich ebenfalls die Erfahrung, das es meist Konfessionlos ist, wenn gewünscht.

    In den Moment als mein Vater starb, war es so, als ob ein Teil von mir mit ihm geht. Das war beängstigend.
     
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  3. JimmyVoice

    JimmyVoice Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    13. November 2004
    Beiträge:
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    Berlin - (manchmal)Wien(Stadt der Prellung)
    Ich hab kein einziges Mal bei meinen Begleitung über Sterben und Tod, Vorstellungen dazu ect. mit der Person die ich besucht habe geredet
    Bei einer Sterbebegleitung steht das Sterben gar nicht wirklich im Fokus, im Vordergrund.
    Nicht die Eigenen und nicht die des Anderen. Wenn es zu solchen Gesprächen kommt, dann sollte es eher beiläufig sein, es sich ergeben.
    Beobachter und vor allem Zuhörer sein ist ein großer Bestandteil halt.
    Eine Blaubause gibt es nicht, jeder ist auch anders.
     
  4. JimmyVoice

    JimmyVoice Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    13. November 2004
    Beiträge:
    82.654
    Ort:
    Berlin - (manchmal)Wien(Stadt der Prellung)
    Es ist ja nicht nur die Begleitung eines Sterbenden, sondern eben auch mit den Angehörigen zu tun und manchmal ist man eher für den Angehörigen da.

    Jede Begleitung ist natürlich auch anders
     
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  5. Sadira

    Sadira Sehr aktives Mitglied

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    Ich glaube, dass das Jenseites genau so individuell ist wie das Leben selbst und auch das Sterben eines Menschen.
    Deshalb kann kein Mensch jenseitig für einen anderen schauen wie es im Jenseits weiter geht.
    Das Jenseist ist kein Ort wo wir hin gehen sondern eine Veränderung der Existenz auf der Erde.

    Auch für mich ist es so, dass etwas gegangen ist als meinte Mutter ging.
    Aber es ist auf seltsameweise wieder da in ganz innigen Momenten wenn ich an sie denke und ganz bei ihr bin.

    Meine Mutter wollte nicht über das Sterben und den Tod reden.
    Ihr war es wichtig das wir Kinder in den letzten Stunden bei ihr sind.
    Und sie hat uns angerufen, dass wir kommen, weil sie uns da zutraute, das wir so stark sind das auszuhalten, sie sterben zu sehen.
    Das hat mich und mein Leben verändert und die Beziehung zu meinem Bruder.
     
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  6. tantemin

    tantemin Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Mai 2010
    Beiträge:
    4.025
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    muss absolut nicht...ist aber so manches mal hilfreich!


    das glaubst du aber auch nur!Ich habe schon oft erlebt das man am Telefon betteln musste---und es kam niemand!



    ...hätte ich es nicht getan oder würde ich es nicht weiterhin tun....würde mir etwas fehlen,ich wüsste genau,es wäre nicht richtig so etwas nicht zu machen!Es ist eine Herzensangelegenheit!Und es war mir nie fremd , unheimlich oder sonst etwas in dieser Art....schon als Kind nicht.Ich habe mich früh mit dieser Thematik auseinander gesetzt....bin als Kind gerne auf Friedhöfen gewesen und habe oft meine liebe Omi ausgefragt über Dinge die das Sterben und den Tod betreffen.Weiß aber auch nach vielen Begleitungen was ich besser,angenehmer,fürsorglicher machen kann für die Sterbenden.


    Du scheinst ja selber schon Begleitungen gemacht zu haben.Darf ich fragen warum du dann hier fragst?



    auf dich!Und deine Liebe,deine Ruhe die du ausstrahlst.Lasse dich einfach darauf ein...sei frei und im Herzen gut!


    Ja,klar!Genau wie bei einer Geburt....sehr intim alles....z.B. gibt man Geräusche von sich die man sonst nicht von sich geben würde....man macht unter sich ein....ist nicht Herr seiner Sinne....oder ganz einfach man liegt ruhig da und ist am sterben!Wenn du das Glück haben wirst im Schlaf zu entschlafen----das würde ich dir von Herzen gönnen....wenn nicht----dann wünsche ich dir liebevolle,sanftmütige,sich kümmernde Menschen um dich herum!
     
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  7. Terrageist

    Terrageist Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    3.715
    Hallo, ich habe hier erst einmal ein wenig gezögert, hineinzusehen, vielleicht brauchte es auch einfach seine Zeit.

    Danke für die Antworten hier und Reaktionen, das offene ehrliche Mitteilen.


    Nein, ich habe nur zufällig zu der Zeit im Krankenhaus gearbeitet, und da begegnet man eben auch Sterbenden. Ich habe sie nicht begleitet zu irgendwas.
    Jedoch erinnere ich mich besonders an eine alte Frau , die ganz offensichtlich jemanden an ihrem Fußende sah und mit ihm sprach, wie es genau war, kann ich nicht mehr sagen, es ist schon lange her und ich war noch sehr jung, Praktikum oder Ausbildung, das weiß ich nicht mehr.


    Meine Frage hier war eigentlich nicht in dem Sinne so gemeint, dass ich wissen wollte, wie es ist, wenn jemand stirbt. Es kommt auch wohl drauf an, ob es ein nahestehender Mensch ist, oder ein ansich völlig Fremder ohne persönlichen Bezug.
    Es gab oft Todesfälle während meines ersten Jahres, meines Praktikums. Meist hörte ich einfach davon, dass dieser oder jener Patient gestorben war.
    Manche wurden von ihrer ganzen Familie besucht und, ich nehme an, begleitet, andere nicht.

    Das ist halt das reine Sterben, das Abschiednehmen. Ich verstehe jetzt die Unterschiede. Zum einen ist es die Psyche, wobei es halt auch evtl. um die Angehörigen geht.

    Allerdings im Rahmen des Glaubens, oder aber auch in irgendeiner Weise esoterischen Denkens, im Wissen, und wenn jemand selbst schon, zumindest nach eigenem Empfinden, sich in anderen Sphären aufgehalten hat, so ist "Begleitung" halt nicht immer dasselbe.

    Ich denke mir, dass sich dann entsprechend die angesprochenen Personen nicht tatsächlich menschlich in der Lage sehen.
    Ein Pastor oder Pfarrer, der seine "Aufgabe" ernst nimmt, kann sich meiner Meinung nach da nicht verweigern.
    (Das müsste er dann mit Gott oder in der nächsten Beichte wieder klären. :D) ..

    Nein, auf gar keinen Fall geht es um Diskussionen.

    Ja, als Form von Seelsorge kann man es verstehen.

    Ich habe auch manchmal das Gefühl, dass meine Mutter nicht wirklich "weg" ist.
     
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  8. Najada

    Najada Sehr aktives Mitglied

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    5.657
    "...Wie weit geht ein Sterbebegleiter..." war die Frage.
    Wenn er durch eine kirchliche Ausbildung gegangen ist soll er "auf der Handlungsebene" Sterbende begleiten, so die Meinung evangelischer Pastoren. "Da muß man nicht viel reden, lass die reden" hieß es da öfters. "Die wollen gar nicht viel wissen, sind in ihrem Vorgang". Nach Meinung der Altenpfleger und Pastoren, die das machen, geht es eher darum die Stimmung der Sterbenden zu heben und Ängste abzubauen. Mit Lichterketten und Düften im ziemlich dunklen Raum das Sterben leichter machen. Täglich oder alle paar Tage etwas Zeit dort verbringen.

    Ich hatte einem sterbenden Angehörigen ein Töpfchen Blumen mitgebracht in die neurologische Abteilung des Krankenhaus, in dem er zuletzt lag. Echte Blumen darf man nicht mitbringen, also Kunstblumen mit etwas Orangen-Duftöl. Das kam gut an.

    Ich hatte auch gefragt wie weit das gehen darf. Man wich weitgehend aus. Sehr kurz zusammengefasst sah das bei den Altenpflegern etwa so aus: "Wenn die weinen trinken wir einen Kaffee zusammen, dann geht das meist wieder ... wir haben ja Listen und müssen das dokumentieren, müssen den Patienten Essen und Trinken fünf Mal am Tag anbieten ... aber wir müssen das nicht in sie hineinstopfen ... wenn jemand nicht mehr essen und trinken will ist es in ein paar Wochen oder Tagen vorbei." Da kamen dann auch Sorgen zum Ausdruck, daß Angehörige die Monate oder länger nicht da waren dann den Verfall des Patienten sehen und den Pflegern und der Einrichtung drohen, herumschreien und mit Anwalt und Gericht drohen.

    Undank ist der Welt Lohn, das gilt auch für Altenpfleger und vielleicht auch Sterbebegleiter.
    Ich hatte ein Ehepaar, beide Altenpfleger, besucht. Wenn ich unkonzentriert und etwas müde bin kann es sein, daß da Stimmerscheinungen sind oder der Eindruck von Leuten, die früher mal hier waren, körperlich. Jedenfalls war es bei dem Besuch auch so. Da waren Verwirrte, Pöbelnde, die meinten daß Altenpflegers für Ihren Verfall und Tod verantwortlich waren.
    Das hatte ich bei einer alten Nachbarin ähnlich erlebt: Sie kam von einer Kur, hatte selbst bezahlte Wochen drangehängt und war dann wieder, wie seit dem Tod ihres Mannes meist, sehr passiv geworden. Bewegte sich kaum und meinte mit Mitte 80, daß die Ärzte unverschämt seien, da müsse die Behandlung viel wirksamer sein und aufbauend und keine Schmerzen mehr. Die Kur empfand sie schon kurz danach als nicht wirksam, es gehe nun eher schlechter, Geldschneiderei. Ich hatte ehrenamtlich Arbeiten am Haus ausgeführt und mußte mir während der Arbeit anhören, wie sie mit einem Nachbarn sprach und über mich herzog.

    Auch wenn ich unter den Sterbebegleitern sehr angenehme Menschen erlebt habe, die Sterbenden die schwere Zeit etwas erleichtern, das kann nicht jeder. Und einige Sterbebegleiter bearbeiten ihr eigenes Thema, wo es ebenfalls um Krankheit und Angst vor dem Tod geht, über Dritte, die dort Sterbenden.
    Bei der kirchlichen Einrichtung wollte man dafür sorgen, daß die Sterbenden ehrenamtliche Begleiter haben und andererseits dafür sorgen daß die Kirche das mit den Krankenkassen abrechnet, zu Gunsten der Kirche. Klar, daß die Kirche die Tätigkeit als Sterbebegleiter und die Ausbildung dazu anpreist und über den grünen Klee lobt.
    Mir war das im Endeffekt sehr zwiespältig. Ich sah meine Tätigkeit dort als unangemessen an, auch weil die Kranken oder Sterbenden meist sehr egozentrisch sind und mein Dort-Sein wie es aussah nicht viel bewirkt.
    Eine langjährige Sterbebegleiterin, die schon vor dem Kursus mehrmals wöchentlich in Krankenhäusern besuchte, meinte zum Lehrgangsende: "Ich habe hier meine Grenzen gesehen. Ich möchte in den nächsten Jahren keine dementen Menschen besuchen." Andere sahen das anders, fanden es nicht so schlimm und fanden Erfüllung in ihren Besuchen dort.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Februar 2021
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  9. Najada

    Najada Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. März 2020
    Beiträge:
    5.657
    Jedenfalls habe ich bei einigen Berufen den Eindruck, daß die Tätigkeit oder das geistige Umfeld dort auch nach Feierabend sehr belastend, sogar schädigend sein kann.
    Mir war das bei Frauen in Erziehungsberufen besonders aufgefallen und bei Altenpflegern, auch bei Krankenschwestern zum Teil.
     
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  10. Terrageist

    Terrageist Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Ja ich denke, ich weiß was du meinst.
    War auch mein Gedanke früher. Ich habe eine gewisse Zeit früher auch in Krankenhaus und Altenheim gearbeitet. Gar nicht so viel direkt mit Sterbenden zu tun gehabt, aber im Altenheim viel Bitterkeit und eine Art vor sich hindümpeln gesehen. Und man kann auch nach Feierabend nicht abschalten.
    Ich dachte damals manchmal so, warum machst du sowas, wenn du in einem Büro arbeiten würdest, tippst ein bisschen was über den Tag, und abends kannst du alles vergessen.
     
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