Im Endeffekt ist es doch egal, denn auch ein Totschlag zeigt, das Gewaltpotential vorhanden ist.
Das ist eben die Frage, da bin ich nicht sicher, dass die Dinge so eindeutig liegen. Gewaltpotential hat jeder Mensch. Aber nicht jeder tötet andere. Und von jenen, die andere töten, tun es nur relativ wenige mit einem Plan oder besonderer Heimtücke.
Deshalb ist die folgende Aussage unbefriedigend:
Totschlag zeigt eine fehlgeleitete Triebnatur, Mord aber auch.
Ausgehend von der These, dass jeder Mensch ein Gewaltpotential hat, aber nicht jeder tötet, ergibt sich dadurch die Frage, was denn den Unterschied macht. Insofern ist es eben im Endeffekt eben gerade nicht egal, ob jede/r, der/die tötet, tatsächlich "nicht in Ordnung" ist.
Ich habe es weiter oben schon gesagt, und wiederhole es noch einmal: Die Menschen lieben solche Diskussionen, freilich nur solange sie sich gemütlich
über andere gruseln können. Den Gewalttäter in sich drin zu entdecken und sich damit zu konfrontieren, dass es eben gerade nicht nur kranke/krankhafte Menschen sind, die töten, das ist dann eine ganz andere Dimension. Es ist viel beunruhigender, diesen Schatten in sich zu konfrontieren. Und genau das will eigentlich so gut wie niemand, auch in diesem Thread nicht. Und das ist auch der Grund, warum Argumente aufgeworfen werden wie:
- "Bei denen ist etwas nicht in Ordnung."
- "Die sind krank."
- "Es macht letztlich keinen Unterschied, ob es sich um Mord oder Totschlag handelt."
All diese Aussagen dienen meines Erachtens der
Abgrenzung jener Mörder und Totschläger und der
Ausgrenzung aus dem eigenen Leben. Wir wollen sie nicht in unserem Leben haben. Genau aus demselben Grund sind in der Fantasie Sexualstraftäter praktisch immer irgendwelche Wildfremden, während in der Realität Sexualstraftäter in der grossen Mehrheit aus der eigenen Familie und dem nahen Bekanntenkreis stammen.
Die angebrachten Argumente entpuppen sich bei nährerer Betrachtung nicht als Sachargumente, sondern als Bollwerk gegen Einsicht, also als Abwehrmechanismus.
Um es auf den Punkt zu bringen: Der Mörder ist nicht irgendwo da draussen. Er ist in dir selbst drin.
Astrologisch ist also die wirklich interessante Frage nicht: Was macht irgendwelche Einzelne zu Mördern und Gewaltverbrechern,. Sondern viel eher: Wo in mir drin versteckt sich der potentielle Mörder und Gewaltverbrecher? Wir sollten unsere eigenen Charts anschauen, nicht jene von Ted Bundy & Co. Klar können jene Auskunft über gewisse Dinge geben, indem sie nämlich ein Extrempotential darstellen, das bei den wenigsten so deutlich angelegt ist. Was aber nicht heisst, dass es gar nicht angelegt ist. Jeder Mensch hat einen Mars, jeder einen Pluto. Jeder hat ein H8 und ein Skorpion, ein H12 und so weiter. Bei jedem Menschen läuft tMars manchmal über rMond. Insofern hat jede/r von uns das Potential, ein Mörder zu sein.