Schulsystem erschafft Durchschnittsmenschen.

  • Ersteller Ersteller Farid
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Wieviele Kunstmaler verträgt, erträgt ein Land?
Das ist tatsächlich eine Frage. Denn die Maler, die ich persönlich kenne, bekommen selten genug Aufträge, um von ihrer Kunst leben zu können.

Wenn man den Drang zum Malen verspürt, dann findet man Wege, diese Berufung zu leben. Für Malen als Hobby gibt es genug Kurs- und Ausbildungsmöglichkeiten.
Es kann allerdings sehr frustrierend sein, wenn man seine Berufung nur als Hobby ausleben kann, weil man zu viel Zeit in einen Job investieren muss, nur um überleben zu können.

Ich denke auch, dass gewisse Grundfertigkeiten in der Schule vermittelt werden sollten. Dafür ist die Grundschule da - alles, was ich danach gelernt habe, war dann schon ziemlich speziell. Ist zwar einerseits gut, mal davon gehört zu haben, aber andererseits steckt da (meiner Meinung nach) zu viel Notendruck hinter - besonders hinter den Fächern, die man nicht so gut beherrscht.
Und ich denke, dass man Dinge, die man in der Schule nicht gelernt hat, die aber später berufsrelevant werden, sich dann immer noch aneignen kann. Dafür gibt es schliesslich die Berufsausbildung.
 
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Mir ist noch niemals jemand begegnet, der in einem Fach eine Eins hat und in einem anderen eine 5. Nicht in der ganzen Schullaufbahn meiner 4 Kinder, nicht in meiner eigenen Schulzeit und auch im Bekanntenkreis nicht.
Ich habs noch "besser" getrieben: Mathe 1, Latein 6, alle anderen Fächer 3-4.
Und damit ich in dem Jahr nicht sitzenbleiben musste, habe ich meinen Musiklehrer überredet, mir noch eine 2 zu geben (ich stand da genau zwischen 2 und 3).
In Deutsch und Geschichte war ich übrigens eher eine Niete - und heute arbeite ich in einer wissenschaftlichen Bibliothek mit sehr vielen historischen Büchern, obwohl ich damals wirklich nichts in diesen beiden Fächern begriffen hatte. :D
 
...oder Eltern, die ihnen das beigebracht haben...die soll´s ja auch noch geben und sind in erster Linie dafür zuständig....Kinder produzieren kann jeder...dazu gehört ggf. nur Unvorsichtigkeit und Dummheit...Eltern zu sein dagegen ist eine Aufgabe, der viele anscheinend nicht mehr gewachsen sind.


Sage

da stimme ich Dir sogar zu. Wobei sich allerdings genau die Eltern, die sich wirklich für ihr Kind engagieren, am meisten über die Ellenbogenmentalität in den Schulen aufregen.
 
Ich denke beide Seiten wollen, wohl ohne Zweifel dass beste für unsere Kinder.
Und nein ich habe noch keine Kinder, ist aber noch nicht so lange her, dass ich selbst die Schule besucht habe.
Wir haben eben andere Sichtweisen auf dass wie man unseren Kindern wohl die beste Zukunft ermöglicht.

So, ich habe 2 Kinder und 2 Enkelkinder.
Um meinen Kindern die beste Zukunft zu bieten hatte ich die Verantwortung ihnen das mitzugeben und vor zu Leben was ich für das beste hielt.

Und das ist mir super gut gelungen wenn ich sehe was meine 2 heute sind.
Nicht das Schulsystem ist verantwortlich für die Erziehung sondern einzig und alleine die Eltern.
Was bringt das beste Schulsystem, wenn der Sprössling dazu erzogen wird vor dem Fernseher und PC zu sitzen, damit die die Eltern ihre Ruhe haben.

Ich sage: Nicht das Schulsystem schafft Durchschnittsmenschen, sondern das Elternhaus.

Ich bin überzeugt von dem System, wie ich es vorschlage.
Und ihr eben von eurem.
Aber ich muss auch sagen, dass dieses aktuelle System, nicht zu dem gewünschten Ergebnis gekommen ist.
Seht euch viele unserer Jugendlichen an?
Sind wirklich viele glücklich und zufrieden?
Gehen sie gerne in die Schule?
Oder empfinden sie, diese nicht doch eher als Last?
Bitte überlegt bevor ihr darauf antwortet.
Und antwortet ehrlich.
Vielleicht habt ihr ein System, dass meinem widerspricht, jedoch dass Potenzial hat, dass ganze Schulsystem zu revolutionieren und unseren Kinder ein angenehmerers freudvolleres Lernen zu ermöglichen.
Ganz unabhängig vom Bildungsstand der Eltern.
Ich würde es gerne hören.

Kinder, die lernen wollen, tun das auch unabhängig vom Schulsystem.

Schau in die 3.Welt (blödes Wort) in Afrika, oder sonst wo, laufen Kinder Stunden, nur um unter einem Baum schreiben und lesen zu lernen.
Die wissen nur mit Bildung müssen sie nicht mehr hungern und haben die CHANCE evtl. ein besseres Leben zu führen.
Hier hat jeder die Möglichkeit zu lernen, zu Studieren und doch gibt es viele die einfach zu faul dazu sind (Null Bock)
Und weshalb?


Gefällt euch die Welt, wie sie ist?
Kann ich mir nicht vorstellen.
Also ich bin offen für eure Vorschläge. Schlagt ein System vor, dass dieses nicht funktionierende, welches wir jetzt haben ersetzen kann.
Den ihr könnt doch nicht wollen, dass der Großteil der Kinder die Schule als lästige Pflicht sieht.
Anstatt sie zu sehen, für dass sie eigentlich gemacht ist.
Für sich selbst, und zwar für jeden einzelnen.
Damit die Schule einem hilft sein gesamtes Potenzial zu entwickeln.
Die Freude am Lernen zeigt.

Es liegt einfach nicht an der Schule, sondern an jedem selbst was er für Ziele hat und was er erreichen möchte.


Und ihnen nicht die Angst beibringt.
Und sehr viele der heutigen Schüler haben Angst vor der Schule.
Was kann daran noch gut sein.
Das System muss sich ändern.

Angst vor der Schule heute???

Weshalb? Haben die Kids Angst das sie was lernen sollen?
Oder weil es 5 Std. keine PC-Spiele gibt?

Bei uns gab es keinen Lehrplan, einen Lehrer für 8 Schulklassen in 2 Räumen.
Bevor der Unterricht begann gabs erst mal eine Tracht Prügel für jeden und dann wurde gebetet.
Ich durfte nicht studieren, den da reichte das Geld nicht.(gab noch nichts vom Staat)
Trotzdem habe ich viel erreicht, auch wenn schreiben so gar nicht mein Talent ist(habe es immer vermieden) mache ich es trotzdem. Das mir beizubringen hätte auch das beste Schulsystem nicht geschafft, den im schreiben bin ich absolut Talentlos. [/QUOTE]
 
Er selber sagte mal, sie löse alle seine mathematischen Probleme. Warum wohl diese Verschleierung bis heute?
Da würde ich die Gründe eher in den überholten Geschlechtervorstellungen des vorvorigen Jahrhunderts sehen, die noch weit bis ins letzte Jahrhundert hineingewirkt haben.
Männer wurden berühmt. Frauen, die etwas drauf hatten, versteckten sich lieber hinter ihrem Mann, denn fähige Frauen hatten es gesellschaftlich sehr schwer damals.
 
Und was haben wir jetzt? Alle auf Gleichheit getrimmt, alle zu Topleistungen verdonnert. Uppps, bringt so viel, wenn von Zehnen, 2 eine Chance erhalten ........ wooow .... klasse System.
Wir sollten endlich umdenken, wo nicht mehr genug Arbeit für alle, muss die Arbeit wieder für alle da sein. Weniger werden für jeden. Das ist die einzige Alternative.

Niemand kann getrimmt werden, wenn er es nicht will oder zulässt.

Wenn von 10 nur 2 eine Chance haben, dann sind es eben gerade die 2 die auch dafür was getan haben.

Von nix kommt nix ist nun mal so.!

Weniger Arbeit ist aber auch weniger Einkommen.....
Das sollte dann schon klar sein.[/QUOTE]
 
Bougenvailla schrieb:
Nicht das Schulsystem ist verantwortlich für die Erziehung sondern einzig und alleine die Eltern.
Dem stimme ich halb zu - halb deswegen, weil ich finde, dass ab einem gewissen Alter die Freunde und das soziale Umfeld die Eltern als den primären Erziehungsfaktor ablösen.
Um das mal mit einer anderen Antwort zu kombinieren:
Ahorn schrieb:
und genau diese Sozialen Skills lernen die Kinder kaum. Sie lernen hauptsächlich, dass sie etwas leisten müssen - aber dass es auch ein Miteinander geben kann, lernen die wenigsten Schüler. Und wenn sie es lernen, dann nur, weil sie das Glück haben, engagierte Lehrer zu haben.
Warum sagst du so etwas? Weil die Lehrer nicht ein Fach anbieten "soziale Skills"? Denkst du, das würde auch nur irgendwas bringen? Es ist nicht die Aufgabe der Lehrer, den Kindern soziale Skills beizubringen - es ist eine natürliche Begleiterscheinung des Schullebens an sich, wie vorher schon gesagt: Man verbringt viel Zeit mit Gleichaltrigen, wird aber auch mit älteren Klassen konfrontiert (soziale Unterordnung) und mit jüngeren (soziale Überordnung).

Als wir in der Abschlussklasse waren haben ich und ein paar Freunde z.B. ganz klar erkannt, dass es wir als die ältesten Schüler der Schule selbst eine gewisse Verantwortung haben, den Kindern was beizubringen - nämlich sozial. Es ist wichtig für die, Grenzen, Hierarchien, Systeme zu erkennen und so weiter. Das hat beinhaltet, sich im Bus mal mit dem typischen "Aussenseiter" der Erstklässler zusammenzusetzen und mit ihm ein wenig zu reden und ihm zu erklären, was er anders (besser) machen könnte, das beinhaltet auch, einem großmäuligen Drittklässler mal ordentlich eins auf die Fresse zu geben oder ihn im Winter kopfüber in den Schnee zu stecken, wenn er nicht begreift, dass wir Autoritätspersonen für ihn zu sein haben - solche Dinge darf ein Lehrer nicht mehr machen. Wir älteren Schüler durften das, und wir taten es - und zwar nicht aus irgendeiner Geilheit auf Autorität heraus, sondern um den Kindern soziale Gesetze beizubringen, die man IMMER im Leben braucht.

Dieser ganze "wir-ham-uns-alle-lieb"-Friede-Freude-Eierkuchen-Scheißdreck hat mit dem echten Leben nichts mehr zu tun, und das ist der Grund, warum Lehrer den Kindern keine social skills beibringen können und sollen - sie wissen nicht, wie es ist, in dieser Zeit ein Kind, Jugendlicher, junger Erwachsener zu sein. Die Zeiten haben sich geändert. Durch die fehlende Autorität und das Blümchendenken mancher Erwachsenen haben die Kinder völlig den Bezug zu sozialen Strukturen und Hierarchien verloren: Deswegen haben in den 8 Jahren, in denen ich am Gymnasium war, auch insgesamt 4 Lehrer durchgedreht. Die Kinder haben keinen Respekt mehr - und brauchen ihn auch nicht haben. Was sollen die Lehrer ihnen tun? Bis es zu nem Schulverweis kommt, muss man sich heutzutage schon was wirklich krasses leisten - frech und deppert sein reicht da normalerweise nicht, und die Kinder wissen das und nutzen das aus. Einem unserer Lehrer ist nach mehreren Jahren Mobbing durch die Schüler die Sicherung durchgebrannt - er hat ein kleines Großmaul genommen, ihn hochgehoben und ihm das Knie mit voller Wucht in die Eier gerammt. Danach flog er. Solche Sachen müssen nicht sein - sie können ohne einen Bezug zu den Begriffen "Respekt" und "Autorität" aber nicht mehr vermieden werden.

Was ich hier schreibe, wird manchen von euch (Eltern) unter Umständen sauer aufstoßen, aber es ist so. Die Erstklässler haben uns mal bei nem Lehrer verpetzt, weil wir sie immer gewaltsam aus der letzten Reihe im Bus entfernten zu dieser Zeit, und er wollte mal wissen was da genau gespielt wird. Dann hab ich ihm seelenruhig erklärt, dass nach dem letzten Läuten der Schulglocke die Schule erst richtig losgeht - und wir den Kindern die social skills beibringen, ohne die sies später im Berufsleben (und im privaten Sozialleben!) zu nichts bringen werden. Wenn du dich im Büro nämlich nicht deinem Vorgesetzten unterordnen kannst, bist du sehr schnell wieder draußen. Genannter Lehrer hat das akzeptiert - er hat mich auch persönlich sehr gemocht und geschätzt, muss ich dazusagen - und an diesem Nachmittag wurden die kleinen wieder aus der letzten Busreihe verdrängt und haben gelernt, dass ihren Fähigkeiten, immer das System zu ihren Gunsten auszunutzen, Grenzen gesetzt sind.

Denn wenns Probleme mit älteren gibt, dann gehen sie zu den Lehrern petzen - und wenns Probleme mit den Lehrern gibt, dann wissen sie genau, wie sie einen Lehrer psychisch kaputtmachen können, ohne sich Schwierigkeiten einzuhandeln, und wenns dann doch mal Probleme gibt, kommt Papa/Mama an die Schule und versteht die Welt nicht mehr und kann sich die Geschichten, die der Lehrer über ihren kleinen Wonneproppen erzählt, einfach nicht glauben.

Was ich hier erzähle sind Erfahrungen, die erst ein paar Jährchen alt sind und aus erster Hand kommen - wie gesagt, meine Schulzeit liegt noch nicht soo weit zurück.
 
Im Allgemeinen würde ich der Aussage des Threadthemas zustimmen, wobei der Begriff "Durchschnittsmensch" meines Erachtens noch nicht genug erläutert wird.

Ich hatte als Kind niemals den Eindruck, die Schule würde mich als auch die anderen als menschliche Wesen fördern, stattdessen herrschte Drill, Druck und Konkurrenz. Wie sollen wir uns als soziale und individuelle Wesen unter solchen Einstiegsbedingungen ins Leben entwickeln können? Die Schule produziert bis heute Menschen, die bei genauerem Hinsehen im Wesentlichen einheitlich denken und empfinden.

Die Schule und die hinter ihr stehenden Wissenschaften zwängen durch ihre Methodik den Menschen in ein Korsett ihres mehr oder weniger mechanistischen Weltbildes. Das heißt anders ausgedrückt, die Schule versteht das Menschenwesen nicht wirklich, sondern vergewaltigt es mit jedem Tag, der vergeht. Diese Form der Vergewaltigung nötigt den Menschen, sich lieber dem Mainstream anzupassen bzw. ein scheinbar unangepasstes Erscheinungsbild sich anzueignen usw.

Aus diesen Gründen, die m. E. aus den genannten Gründen kaum jemanden verständlich sein können, suchte ich als Lehrer einen anderen Weg. Dieser war und ist zwar besser, aber noch lange nicht ideal. Insgesamt brauchen wir eine dringende Reform der Schule und das, was als Wissenschaft hinter ihr steht. Sie muss das Menschenwesen wirklich erkennen können und daraus pädagogische Folgerungen schließen. Alles andere ist nur eine legitimierte Vergewaltigungsform des mechanistischen Menschen- und Weltbildes.

Das Thema ist tatsächlich sehr lang und meine Ausführung viel zu kurz. Aber in uns allen scheint es etwas zu geben, das sich über solche Widrigkeiten hinwegsetzen vermag.
 
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Und wie ist das Notensystem in der Schweiz? :lachen::lachen::lachen:

Ach dieses herrliche Halbwissen immer.

Ich bin Schweizerin und kenne das Schweizer Notensystem seit dem Kindergarten.

6 ist hervorragend,
5 ist gut
4-5 ist mittelmässig,
4 ist genügend
3 ist ungenügend

4,91 ist zwischen Mittelmass und gut. - aber nicht hervorragend.

Und dass er fast überall eine 6 hatte, hat sich mittlerweile als Märchen herausgestellt.
...

:rolleyes:

P.S. Dazu ein interessantes Buch: "Das verschmähte Genie" von Alexis Schwarzenbach
 
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