Schluss/Auszeit

Schamanin73

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12. Oktober 2007
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Schweiz
Ich bin am Ende meines Lateins. Er geht für 6 Wochen in seine Heimat (USA). Unser letztes Treffen war eine Katastrophe. Heimlich natürlich. Er ist verheiratet. Eine Stunde. Spontan wie immer, was natürlich nur in die Hose gehen konnte. Ich brachte Pizza mit, da er gerade Pause hatte und sicher nichts im Magen. Ich war todtraurig, weil mein Sohn abgereist war. Wollte nur seine Schulter. Vielleicht eine Träne vergießen... Stattdessen saugte er meine letzte Energie aus. Berührte mich, dann fing er ein Gespräch an über mich. Mir war nicht nach reden zumute. Ich zerbrach meine teure Sonnenbrille, ging mit hängendem Kopf und schleifenden Schrittes raus aus seinem Büro, das sich in einem Keller befindet (-2!), stieß einen Schrei aus (es war niemand da, nur er), ging zum Lift, was mir die Luft abschnürte, liess mich auf den Boden fallen, er half mir aufzustehen. Dann rammte ich meinen fetten Silberring in den Spiegel im Lift. Er blieb heil. Fuhr hoch. Erdgeschoss. Endlich.

Der Blick zurück... Über ein Jahr ging das Ganze.

Er fands völlig daneben, dass ich die Brille zerbrochen habe. Er selbst hat vor einem Jahr einen Rahmen zerbrochen. Stellte sich vor mich hin und zerbrach das Ding mit den Händen. Es war Glas. Er hat sich nicht verletzt. Das sagte ich ihm gestern. Er hat es vergessen! Immer bin ich diejenige, die sich daneben benimmt. Ständig mäkelt er an mir herum.
 
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Ich hab heute frei. Sitze am Computer, musste noch ein paar Texte bearbeiten. Später gehe ich an den See. 5 Minuten von mir. Lasse es mir gut gehen. Verdrängen, vergessen, Wunden heilen lassen...
 
see ist immer gut ;) verdrängen weniger,kommt eh wieder,aber das weißt du alles.wünscht du dir ein leben mit ihm?
 
Immer bin ich diejenige, die sich daneben benimmt. Ständig mäkelt er an mir herum.

Das rot markierte Gedankengut finde ich wirklich bedenklich.
Es sind Vorwürfe, die uns voneinander entfernen.
Wenn wir konstruktiv miteinander streiten wollen, müssen wir lernen, im Ich zu bleiben.
Besser wäre z.B. gewesen: "Das macht das und das mit mir", "ich fühle mich so und so", "ich bin traurig, weil..." u.s.w.
Verstehst du?
Was du verdrängen willst, sind im Prinzip genau diese Angriffe, die du da gestartet hast. Du hast sie aus deinem Schmerz heraus gestartet, der durchaus nachvollziehbar ist. Doch sie bringen dich nicht weiter.
Die Lage ist für dich, objektiv gesehen, alles andere als belustigend. Und solange du in deinem Schmerz gefangen bist, wird sich das leider nicht auflösen lassen.
Bitte, bitte schaue auf dich: Was brauchst du? Was willst du? Was tut dir gut?
Ich würde dir sehr wünschen, dass es dir bald besser geht.
Fühle dich einfach mal verstanden und angenommen in deinem Leid.
Vielleicht bringt dich dieses Leiden ja nun ins aktive Handeln, in deinem Sinne...damit es sich in etwas positives verwandeln darf.
Das wäre schön, das zu beobachten.

Alles Liebe, Sayalla :)
 
Ich war im See. Habe mich verletzt. Eine Wandermuschel vermutlich, an der ich mich geschnitten habe.

Ich weiß, ich bin nicht perfekt. Er hat in mir Seiten zum Vorschein gebracht, die mir noch nicht bekannt waren.

Was ich mir wünsche? Ein Kind von ihm. So. Ich muss jetzt abwaschen. Bin am Ende. Morgen muss ich arbeiten. Ein Lächeln aufsetzen und durch...

Scheiße.
 
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