Schatzhaus der Religionen

lSerafiml

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7. Mai 2023
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3.906
Bei mir ist das manchmal so, dass ich irgendwas Spannendes lese, es für die Eröffnung eines gesonderten Threads aber nicht ausreichend wäre.

Hier in dem Thread könnten wir vielleicht einbringen, was uns aktuell beschäftigt und was auch interessant für andere sein kann, egal aus welcher Religion und egal, ob große oder kleine Zusammenhänge.

Mehr als nur "Gedanken für den Tag" und eben weniger umfänglich als ein neuer Thread.
 
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Der untenstehende Text stammt aus den hermetischen Schriften des Hermes Trismegitos.

Er beschreibt die Frömmigkeit der Ägypter und einen apokalyptischen Zustand späterer Zeiten, zu welchen Ägypten der großen Götter verwaist ist...

Mich hat der Text irgendwie berührt, er zeigt nicht nur die alltägliche Vergänglichkeit, sondern auch die Vergänglichkeit ganzer Völker und Epochen, trotz liebevoll gepflegten Kults... Oh Ägypten, oh Ägypten....

Was ist hier nur Geschehen.....



O Ägypten

"Weißt du nicht, o Asklepios, dass Ägypten das Bild des Himmels und das Widerspiel der ganzen Ordnung der himmlischen Angelegenheiten hernieden ist?

Doch du musst wissen: Kommen wird eine Zeit, da es den Anschein haben wird, als hätten die Ägypter dem Kult der Götter vergeblich mit soviel Frömmigkeit obgelegen, als seien alle ihre heiligen Anrufungen vergeblich und unerhört geblieben.

Die Gottheit wird die Erde verlassen und zum Himmel zurückkehren, da sie Ägypten ihren alten Sitz aufgibt, verwaist von Religion, beraubt der Gegenwart der Götter...

Dann wird dies von soviel Heiligtümern und Tempel geheiligte Land mit Gräbern und Toten übersät sein.

O Ägypten, Ägypten! Von deiner Religion werden nur leere Erzählungen, die die Nachwelt nicht mehr glauben wird und in Stein geschlagene Worte bleiben, die von deiner Frömmigkeit erzählen."

Hermes Trismegistos
(Übersetzung: Menard)
 
:morgen:

Nur so nebenbei ist Hermes Trismegistos eigentlich eine literarische Person. Hermes war ja der Gott der Reisendenden, der deshalb auch als steinerne Wegweiser fungierte. Zudem lässt sich Trismegistos als „der dreimal Größte“ übersetzen.

Die hermetischen Schriften, die unter diesem Namen geschrieben wurden, sollen also als „der“ geistige Wegweiser schlechthin verstanden werden. Ein Werk, das über längere Zeit geschaffen wurde: „Gut Ding braucht halt seine Weile!“

Merlin
.​
 
:morgen:

Nur so nebenbei ist Hermes Trismegistos eigentlich eine literarische Person. Hermes war ja der Gott der Reisendenden, der deshalb auch als steinerne Wegweiser fungierte. Zudem lässt sich Trismegistos als „der dreimal Größte“ übersetzen.

Die hermetischen Schriften, die unter diesem Namen geschrieben wurden, sollen also als „der“ geistige Wegweiser schlechthin verstanden werden. Ein Werk, das über längere Zeit geschaffen wurde: „Gut Ding braucht halt seine Weile!“

Merlin
.​
Was mir ganz interessant noch erscheint, ist, dass diese Schriften auch bei den Funden von Nag Hammadi (NHC VI,8) mit dabei waren. So gnostisch kommen mir die mir gar nicht vor.
 
Das ist so eine meiner Lieblings Zen-Geschichten:


Ein alter Mann, der mit seinem Sohn zusammen lebte, züchtete Pferde. Eines Tages lief sein wertvollster Hengst davon. Die Nachbarn kamen, um ihr Bedauern auszudrücken, doch der Mann sagte nur: "Woher wisst ihr, dass dies ein Unglück ist?"

Am nächsten Tag kam der Hengst, begleitet von einigen Wildpferden zurück, und die Nachbarn kamen wieder, um zu dem Glücksfall zu gratulieren, doch der Mann sagte nur: "Woher wisst ihr, dass dies ein Glücksfall ist?"

Am nächsten Tag wurde der Sohn beim Versuch, eines der Tiere zuzureiten, abgeworfen und brach sich ein Bein. Wieder kamen die Nachbarn, um ihr Mitleid zu bekunden, doch der Mann sagte nur: "Woher wisst ihr, dass dies ein Unglück ist?"

Kurz darauf kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, doch da der Sohn verletzt war, wurde er nicht als Soldat einberufen.


Quelle:

Wozu etwas gut ist oder ob etwas gut oder schlecht ist, ist nicht gleich zu sagen. Verlust kann Gewinn bringen und Gewinn kann Verlust bringen und eine Verletzung das Leben schützen.
 
Thomas Evangelium 28:

Es sprach Jesus so:

Ich stand in der Mitte der Welt und machte mich ihnen bekannt im Fleische.

Ich fand sie alle betrunken. Keinen Durstigen fand ich unter ihnen, und meine Seele wurde gequält wegen der Söhne der Menschen.

Denn sie sind blind in ihrem Herzen und sehen nicht deutlich, dass sie leer in die Welt gekommen sind, vielmehr suchen sie, wieder leer aus der Welt hinauszugehen.

Ja, jetzt sind sie betrunken, wenn sie aber ihren Wein ausschütteln, dann werden sie umkehren.
 
hab grade was interesantes gelesen.
Hab grade "Brida" durch, von Coelho, wo es um eine Hexe geht und die Riten, damit sie zur Hexe werden kann.
Es sind dort unter anderem auch alle möglichen Rituale beschrieben (Hexensabbat und so weiter).
Andererseits sind dort viele Zitate zu finden, die der Bibel entstammen, vor allem Paulusbriefe.
(Wobei mir persönlich die nicht viel sagen, aber das sehen vielleicht andere anders).
Eine Bemerkung zum Thema Magie war, dass empfohlen wird, viel in der Bibel zu lesen, da alle magischen Rituale in der Bibel beschrieben sind.
Das fand ich einen äußerst bemerkenswerten Punkt.

Auch weil ich gerne in der Bibel lese und sie total interessant finde.
 
hab grade was interesantes gelesen.
Hab grade "Brida" durch, von Coelho, wo es um eine Hexe geht und die Riten, damit sie zur Hexe werden kann.
Es sind dort unter anderem auch alle möglichen Rituale beschrieben (Hexensabbat und so weiter).
Andererseits sind dort viele Zitate zu finden, die der Bibel entstammen, vor allem Paulusbriefe.
(Wobei mir persönlich die nicht viel sagen, aber das sehen vielleicht andere anders).
Eine Bemerkung zum Thema Magie war, dass empfohlen wird, viel in der Bibel zu lesen, da alle magischen Rituale in der Bibel beschrieben sind.
Das fand ich einen äußerst bemerkenswerten Punkt.

Auch weil ich gerne in der Bibel lese und sie total interessant finde.
Hexentum und Bibel ist für mich etwas gegensätzlich.

Ich wüsste auch nicht, wo in der Bibel Hexenrituale beschrieben werden.

Hilf mir mal auf die Sprünge...
 
@lSerafiml . Danke für Zen Geschichte. Man sagt doch, alles, was passiert, ist zum bestem. Lieber Gruß. Ich meditiere oft, also wenn es mir beschissen geht, wer weiß, wie es sich am Ende erweist? Die sinnvolle Strategie, die das Leben zu akzeptieren lernt. Ohne Wenn und Aber. Tja...
 
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@lSerafiml . Danke für Zen Geschichte. Man sagt doch, alles, was passiert, ist zum bestem. Lieber Gruß. Ich meditiere oft, also wenn es mir beschissen geht, wer weiß, wie es sich am Ende erweist? Die sinnvolle Strategie, die das Leben zu akzeptieren lernt. Ohne Wenn und Aber. Tja...
Meditieren ist ganz gut um sich wieder zu mitten.

Kennst du das Buch Tattwa Shuddhi von Swami Satyasangananda? In dem Buch geht es darum die Tattwas durch tantrische Methoden zu reinigen. Ich hatte das vor einigen Jahren mal gelesen und konnte damit nicht soviel anfangen. Jetzt hatte ich das wieder rausgekramt und fand es beim durchblättern ganz spannend. Ich befürchte, ich muss das noch einmal durchgehen....

Wie sich etwas am Ende erweist, ist die große Frage. Ich hatte eine Doku über Sadhus in Indien geschaut und wenn ich den Unterschied betrachte zu unserer Gesellschaft und Religionsausübung, ist dieser Unterschied schon frappierend. Was alles aufgeben wird, wie viel Hingabe und Konsequenz in der religiösen Umsetzung dort zu finden ist, ist sehr beeindruckend. Lässt mein kleines Herzchen zwar höher schlagen, macht mich aber auch darauf aufmerksam, wie sehr ich selbst noch an vielen Dingen fest halte. Deshalb schwierig zu sagen, was uns das Ende erweist. Die Sadhus in Indien streben natürlich das Ende der Wiedergeburten an und das Streben zeigt sich in ihrer Konsequenten Lebensführung, die sich nur auf Gott stützt. Hat mich wirklich schwer beeindruckt.
 
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