FreeStar
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Da ja nun die Münchner Sicherheitskonferenz läuft, wo es um die Sicherheitsarchitektur und die Zukunft der NATO geht, hier ein sehr guter Artikel
eines Politikwissenschaftlers und Experten für Sicherheitspolitik:
"Es war nie Nächstenliebe. Europa war Nutznießer der starken USA? Wir sollten dieser falschen Erzählung nicht glauben. Tatsächlich haben die Amerikaner den Europäern nichts geschenkt."
Es geht um die Frage, ob das Investieren in Europas Verteidigung Nächstenliebe war oder Eigennutz. Er beantwortet sie so, dass Amerika Europa
keinesfalls etwas aus reiner Nächstenliebe geschenkt hat, sondern immer seine Interessen im Sinne hatte.
Auszug:
"Europa leidet unter einem Missverständnis. Immer wenn Donald Trump mit dem Ende des amerikanischen Schutzes droht, verfällt der Kontinent in eine seltsame, fast unterwürfige Selbstkritik: Wir waren zu bequem, wir haben zu wenig getan, wir haben die USA ausgenutzt. Wir waren, mit den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz, "Trittbrettfahrer".(....)
Die US-Präsenz in Europa war nie ein Akt der Nächstenliebe, sondern eine strategische Investition in die globale Hegemonie. Washington hat den Europäern nichts geschenkt. Mit dem Militärschirm für Europa kaufte sich das Weiße Haus politischen Gehorsam und eine geopolitische Basis, um Weltpolitik nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.(...)
Man muss nur an Madeleine Albrights berühmte "Drei D’s" aus dem Jahr 1998 denken: "no decoupling, no duplication, and no discrimination". Es dürfe europäische Streitkräfte geben – aber sie dürfen sich nicht von der Nato entkoppeln, keine der Nato-Militärfähigkeiten duplizieren und kein Allianzmitglied diskriminieren. Dies beschreibt ungefähr den heutigen Status quo. Die USA machten hiermit unmissverständlich klar, dass sie keine eigenständigen europäischen Führungskapazitäten dulden würden, die das Nato-Monopol infrage stellen könnten. Und falls die Europäer einmal unter sich am Tisch waren, stellte Großbritannien als verlängerter Arm der US-Interessen sicher, dass alle auf Kurs blieben."
Und so geht es weiter, die USA stellten außerdem (von wegen hohe Kosten, was Trump immer erzählt!), sicher, dass Europa amerikanische Waffen kauft und nutzt, samt lebenslanger Abhängigkeit von Ersatzteilen, Software-Updates etc.
Ein riesiger Absatzmarkt.
Sehr guter Artikel, der mir aus der Seele spricht, ich habe das Märchen auch nie geglaubt.
Und jetzt haben wir erstens den Salat und machen uns zweitens auch noch selber runter...
eines Politikwissenschaftlers und Experten für Sicherheitspolitik:
"Es war nie Nächstenliebe. Europa war Nutznießer der starken USA? Wir sollten dieser falschen Erzählung nicht glauben. Tatsächlich haben die Amerikaner den Europäern nichts geschenkt."
Es geht um die Frage, ob das Investieren in Europas Verteidigung Nächstenliebe war oder Eigennutz. Er beantwortet sie so, dass Amerika Europa
keinesfalls etwas aus reiner Nächstenliebe geschenkt hat, sondern immer seine Interessen im Sinne hatte.
Auszug:
"Europa leidet unter einem Missverständnis. Immer wenn Donald Trump mit dem Ende des amerikanischen Schutzes droht, verfällt der Kontinent in eine seltsame, fast unterwürfige Selbstkritik: Wir waren zu bequem, wir haben zu wenig getan, wir haben die USA ausgenutzt. Wir waren, mit den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz, "Trittbrettfahrer".(....)
Die US-Präsenz in Europa war nie ein Akt der Nächstenliebe, sondern eine strategische Investition in die globale Hegemonie. Washington hat den Europäern nichts geschenkt. Mit dem Militärschirm für Europa kaufte sich das Weiße Haus politischen Gehorsam und eine geopolitische Basis, um Weltpolitik nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.(...)
Man muss nur an Madeleine Albrights berühmte "Drei D’s" aus dem Jahr 1998 denken: "no decoupling, no duplication, and no discrimination". Es dürfe europäische Streitkräfte geben – aber sie dürfen sich nicht von der Nato entkoppeln, keine der Nato-Militärfähigkeiten duplizieren und kein Allianzmitglied diskriminieren. Dies beschreibt ungefähr den heutigen Status quo. Die USA machten hiermit unmissverständlich klar, dass sie keine eigenständigen europäischen Führungskapazitäten dulden würden, die das Nato-Monopol infrage stellen könnten. Und falls die Europäer einmal unter sich am Tisch waren, stellte Großbritannien als verlängerter Arm der US-Interessen sicher, dass alle auf Kurs blieben."
Und so geht es weiter, die USA stellten außerdem (von wegen hohe Kosten, was Trump immer erzählt!), sicher, dass Europa amerikanische Waffen kauft und nutzt, samt lebenslanger Abhängigkeit von Ersatzteilen, Software-Updates etc.
Ein riesiger Absatzmarkt.
Sehr guter Artikel, der mir aus der Seele spricht, ich habe das Märchen auch nie geglaubt.
Und jetzt haben wir erstens den Salat und machen uns zweitens auch noch selber runter...
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Sry - heißt das nicht quo Vadis??