Nein. Gerade auch in der Diagnose der Depression wird im Allgemeinen auch strickt Unterschieden, ob Depression oder eben normale depressive Verstimmung.
Weiß nicht, siehe hier, das sind die Fakten, oder?
"Die 2004 im “
Manifest führender Hirnforscher” versprochenen besseren Therapien gibt es immer noch nicht. Auch
alle von Thomas Insel 2010 für das Jahr 2020
versprochenen Fortschritte der biologischen Psychiatrie –
darunter diagnostische Biomarker, bessere Therapien und sogar Impfungen gegen psychologisch-psychiatrische Störungen – fehlen bis heute. Eine Dekade, nachdem er seinen milliardenschweren Direktorenstuhl am NIMH räumte, erklärte Insel die Sache mit den “kaputten Gehirnschaltkreisen” als Metapher. Man wisse noch gar nicht genug übers Gehirn. Ach so.
Mit Leshner könnte man sagen: “Es funktionierte wirklich.” In seinem neuen Buch
Healing: Our Path from Mental Illness to Mental Health erklärte Insel, zur Lösung der Krise der psychischen Gesundheit müsse man vielleicht doch sozial-institutionelle Probleme lösen. Ach so. Darauf hat die biologische Psychiatrie, die vor allem Moleküle herumschubsen will,
keine Antwort."
Also, um es klarzustellen: Es gibt keinen eindeutigen biologischen Marker für Depressionen – ebenso wenig für andere psychische Störungen. Alle Diagnosen sind eher willkürlich, zum Beispiel
nach den DSM-Kriterien. Genau darum geht es in diesem ganzen Faden von Anfang an.
Aha:
"Die heute anhaltende Welle der biologischen Psychiatrie kam in den 1980ern auf. Damals begann die Zeit von “Neuro” und “Gen”. Thomas Insels Vor-vor-vor-vor-Vorgänger als Direktor am NIMH, Alan Leshner, erklärte vielleicht im Altersleichtsinn, wie das funktionierte: “Experten für psychische Gesundheit begannen, Schizophrenie als ‘Gehirnkrankheit’ zu bezeichnen und Kongressabgeordneten Gehirnscans zu zeigen, um sie zu mehr Forschungsgeldern zu bewegen. Es funktionierte wirklich” (zit. n.
Satel & Lilienfeld, 2014, S. 4; dt. Übers.).
Leshner war von 1990 bis 1992, also gerade am Anfang der “Dekade des Gehirns”, kommissarisch im Amt – ausnahmsweise als Neuropsychologe, nicht als biologischer Psychiater. Heute, 30 Jahre später, wollen Psychiater die Diagnose “Schizophrenie”
übrigens aufgeben, unter anderem weil sie bei Patienten
mehr Leid verursachen kann als dass sie hilft."
Und was er am Ende sagt, ist ein vollkommenes Armutszeugnis. Es hat sich absolut nicht bewahrheitet – nur die enormen Kosten, rein finanziell, die Zunahme der Verschreibungen dieser Medikamente und vor allem das Leid der kranken Menschen haben zugenommen.
Da stellt sich die Frage: Wenn all diese Medikamente wirklich helfen würden, warum steigen die Zahlen dann ständig an?
Wer hat ein Interesse daran?
Nur diejenigen, die diese Pillen produzieren. Die Patienten leiden enorm, oft ein Leben lang. Die meisten schlucken die Medikamente weiter, was zu höheren Dosierungen und zusätzlichen Substanzen führt.
Das ist eine Sackgasse, ein Weg in den Abgrund. Gerade deshalb lehnen viele wirklich ehrliche Psychiater diese Medikationsstrategie vehement ab.
Dem kann ich nur zustimmen.
Man kann die Störungsbilder einfach nicht im Gehirn nachweisen. Welche Schlüsse zieht man daraus?
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