Gedicht

ayin

Mitglied
Registriert
14. September 2003
Beiträge
175
Ort
Graz
Mein Biologieprofessor ist nebenher Schriftsteller (Joachim Hammer)

Eines seiner Gedichte will ich euch vorstellen und eure Meninung dazu fragen:

auf Traum gegründet
sind wir die Arche grausamer Götter,
trunken,
auf schwarzgelockter See, wo rote Schlangenaugen
lächeln,

Abyssos,
Hadal,
Gehenna,

und Luzifer als Sturmlaterne,

hinter unserem Lebensschein glüht ein Tod,
mit Brombeeraugen,
als ein leuchtendes Schweigen,
das ins Wort fällt,
um frei zu atmen,
für immer.
 
Werbung:
G

gathering

Guest
Hallo Ayin,

Mir gefallen allgemein Gedichte, bei denen ich über den Hintergrund nachdenken muß und mehrmals durchgelesen werden wollen.

Deshalb sehe ich die Schreibweise und -art als sehr gelungen an. Wenn ich das Gedicht verinnerliche, trennt es sich von mir. Da meine Meinung über Mensch und das Leben etwas anders gelagert ist. Aber jeder versteht eben ein Gedicht auf seine Weise.

Ich kann dem nicht folgen, daß wir von sogenannten bösen Gottheiten auf einer Arche gefangen halten werden. Dies kommt der Beschuldigung gleich, unsere Verantwortung, was wir auf diesem Planeten anrichten, wiederum dem Bösen aufzuhalsen, das uns unwiederbringlich und strafend dem Untergang entgegensteuert.
Uns selbst im Klaren zu werden, daß jeder Einzelne von uns die Verantwortung und den freien Willen hat, zu entscheiden, was er aus seinem Leben macht und für das Kollektivbewußtsein beitragen kann, dies sollte das Ziel sein.

Ich kann weder Gott anprangern, noch ein negatives Ergebnis, resultierend aus meiner eigenen Be- und Verurteilung, einem Engel anhängen, der mich strafend Richtung Hölle tragen wird. Denn was GUT und was SCHLECHT ist basiert auch nur auf unsere entstandene Empfindung und unser Urteilsvermögen.

Es gibt keine Endzeit, wie dieses Gedicht beschreibt. Denn JETZT und HIER kann alles verändert werden, von Jeden von uns.

lG Gathering
 

ayin

Mitglied
Registriert
14. September 2003
Beiträge
175
Ort
Graz
Hm, interessanter Aspekt den du da aufwirfst.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ab er das wirklich so mit gut und böse direkt meint.
Meine damalige Deutschprofessoring meinte damals zu mir, ich soll nie vergessen, dass er Biologieprofessor ist und er davon sehr viel in seinen Gedichten verarbeitet.
 

Alice

Mitglied
Registriert
1. Februar 2004
Beiträge
336
Eine sehr bildhafte Sprache. Auch die Aussage ist schon zum Nachdenken anregend.

Darf ich was Negatives sagen? Mir ist das ganze etwas zu schwülstig, und der "Tod mit Brombeeraugen" - das finde ich schlichtweg bizarr, um nicht zu sagen: lächerlich.

Alice, Kunstbanause
 
Werbung:
W

Wirbelwind

Guest
obwohl ich gedichte sehr gern analysiere fällt mir hier zu nichts ein. mein erster gedanke war auch, es hat ein biologieprofessor geschrieben, da darf man es vielleicht gar nicht sooo wichtig nehmen.

das gedicht wirkt auf mich sehr negativ, auch so, als wenn der mann das leben nicht besonders achtet.
 
Oben