Fußballer weigert sich im Regenbogen-Trikot aufzulaufen

PsiSnake

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Könnte ich jetzt auch dazu nutzen, die Inkompatibilität verschiedener Religionen mit der modernen westlichen Gesellschaft zu unterstreichen.
Und ja, man muss aus meiner Sicht naiv sein, zu glauben, dass Homosexualität dort in den meisten Fällen unterstützt wird.

Andererseits bringt man den Gläubigen damit allerdings auch in eine besch... Lage. Nach seiner Religion würde er damit eine schwere Sünde promoten.

Und das unterscheidet sich von simpler Toleranz. Gueye könnte im Prinzip der Ansicht sein, dass er sich nicht in das Leben anderer einmischen darf, und wenn sie eben nicht an seinen Gott glauben, dann werden sie sich halt auch nicht an die Regeln im für ihn heiligen Buch halten. Wir wissen es nicht, aber das könnte theoretisch seine mehr? oder weniger? tolerante Position sein. Aber selbst zur Sünde aufzurufen durch explizite Unterstützung eines Verhaltens, welches nach seiner Religion verboten ist, ist logischerweise auf einem problematischeren Level. Nun sündigt er nämlich selbst gegen seinen Gott.

Ein Christ kann andere auch mit ihrer Religion allein lassen, aber er wird vermutlich nicht direkt erklären oder unterstützen wollen, dass es genauso korrekt ist andere Götter oder "Götzen" und Idole anzubeten. Ein Jude kann es anderen Juden (gilt ja nur für Juden nach Judentum) zugestehen Schweinefleisch zu essen, aber es ist etwas anderes, wenn man ihn dazu auffordert in einem Werbefilm für Schweinebraten aufzutreten.

Insofern gibt es also einen Unterschied zwischen Toleranz und persönlicher Involvierung. Und aus meiner Sicht ist es ok, wenn man sich nicht selbst daran beteiligt, um dem eigenen Glauben gerecht zu werden, solange man andere nicht zum eigenen Glauben bekehren oder Ungläubige und vermeintliche Sünder gar bestrafen will.

Ich hätte selber kein Problem damit, mit einem Regenbogentrikot aufzulaufen, wobei ich es für eine freiheitliche Gesellschaft aber generell auch nicht unproblematisch halte, wenn Arbeitgeber und Firmen ihre Mitarbeiter (hier Fußballer) zu gesellschaftlichen und politischen Erklärungen nötigen. Man kann sich ja auch denken, dass das letztlich wohl eher dazu dient einen finanziellen Gewinn zu machen. :rolleyes: Ich selbst würde meine humanitären Projekte und Werte gerne in Eigenverantwortung wählen. Irgendwann führt das dann sonst sicherlich dazu, dass man etwas unterstützen "darf", was man nicht will, bzw. wo man vielleicht zwar andere toleriert, aber aufgrund von eigenen religiösen (oder selbst ethischen) Überzeugungen nicht selbst involviert werden will.

Ganz allgemein: Toleranz ist es andere ihr Leben so leben zu lassen, wie sie es für richtig halten, und erfordert nicht notwendig, dass man das selber richtig findet oder aktiv propagiert. Ich toleriere zum Beispiel auch, wenn Leute so viel essen, dass sie letztlich 200 kg wiegen. Ich würde es aber selber nicht tun, und würde mich auch nicht an irgendeiner "Schwer ist schön" usw. Kundgebung beteiligen. Nein, ich halte es für ungesund, lasst mich da raus.

Gibt im Prinzip 4 Stufen:

1. Ich tue etwas selber.
2. Ich finde es neutral bis gut, wenn andere das tun, auch wenn ich es selbst nicht tun will. [generell meine Position hier]
3. Ich finde es (eher) nicht gut, aber andere haben ein Recht auf eigene freie Entscheidungen und Überzeugungen.
4. Ich will es den anderen verbieten.

Natürlich könnte jemand auch was tun, und es falsch finden, aber bleiben wir bei Positionen, die logisch konsistent sind.
Und Spezialfälle, wie bei einem orthodoxen Juden, der Schweinefleischkonsum durch Juden eher ablehnen dürfte, während es ihm sonst egal ist, gibt es natürlich ebenfalls.

Weiß nicht, aber ist für mich ok, wenn ein Religiöser sich weigert etwas aktiv zu propagieren, was nach seiner Religion eine Sünde ist. Es steht da im Text, angeblich durch Gott verkündet...Aus seiner Sicht riskiert er sein Seelenheil.

P.S: Ich weiß auch, dass die Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, dass Gueye auf Stufe 4, nicht 3 ist, und die generelle Intoleranz dieser Religion (bzw. ihrer Vertreter) in vielen Fällen ist ja auch ein Grund für meine Position gegen Massenmigration, aber irgendwo geht diese Form von Nötigung zur direkten Involvierung, und damit zur persönlichen Sünde aus seiner Sicht, gegen die Religions- und Meinungsfreiheit.
 
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Wir hätten also einen homophoben Profisportler und einen User, der mal wieder eine Möglichkeit gefunden hat, gegen den Islam zu ätzen.
Alles wie gehabt.
 
Wir hätten also einen homophoben Profisportler und einen User, der mal wieder eine Möglichkeit gefunden hat, gegen den Islam zu ätzen.
Alles wie gehabt.

Nicht wirklich, ich verteidige ihn und seine Religionsfreiheit hier eigentlich.

Weshalb ich dann vielleicht wiederum "homophob" für manche bin. :D

Hauptaussage hier ist, dass wir nicht von einem Religiösen verlangen können sich explizit gegen seinen Glauben zu äußern (oder symbolisch zu "äußern" durch Regenbogen-Farben). Er könnte zumindest im Prinzip vollkommen ok damit sein, dass andere homosexuell sind, solange er nicht selber dazu genötigt wird eine, aus seiner Sicht, Sünde zu begehen.
 
Ein vergleichbares Beispiel mit der selben Religion:

Es ist viel leichter zu tolerieren, dass andere Alkohol trinken, als nun selbst mit der eigenen Fußballmannschaft in einem Werbeclip für eine Biermarke zu erscheinen.
 
Wegen ein paar Ziffern in Regenbogenfarben gehalten ein Geschiss abhalten.
Zum Glück gibt es sonst keine Probleme auf der Welt.
 
Wegen ein paar Ziffern in Regenbogenfarben gehalten ein Geschiss abhalten.
Zum Glück gibt es sonst keine Probleme auf der Welt.

Ich sehe das auch so persönlich (wobei es klar ist wofür das Symbol steht, die Ziffern waren nicht zufällig bunt), aber der Spieler befürchtet hier eventuell die Hölle...
Ich war als Kind auch mal religiös (dank Eltern), auch wenn es sich dabei um das Christentum handelte.

Wir können verlangen, dass andere uns in Ruhe lassen (und ja, ich bin da, wie du weißt, tatsächlich nicht so optimistisch in Bezug auf diese Religion), aber ich empfinde es hier nicht als fair, den Spieler zu einer Sünde aus seiner Sicht zu nötigen.
 
Ich sehe das auch so persönlich (wobei es klar ist wofür das Symbol steht, die Ziffern waren nicht zufällig bunt), aber der Spieler befürchtet hier eventuell die Hölle...
Ich war als Kind auch mal religiös (dank Eltern), auch wenn es sich dabei um das Christentum handelte.

Wir können verlangen, dass andere uns in Ruhe lassen (und ja, ich bin da, wie du weißt, tatsächlich nicht so optimistisch in Bezug auf diese Religion), aber ich empfinde es hier nicht als fair, den Spieler zu einer Sünde aus seiner Sicht zu nötigen.
Ich wusste nicht, das du und der Profisportler best buddies seid und er dir seine Beweggründe aufgedröselt hat.
Auch nicht, wo du in dem Artikel vorkommst.
 
Ich wusste nicht, das du und der Profisportler best buddies seid und er dir seine Beweggründe aufgedröselt hat.
Auch nicht, wo du in dem Artikel vorkommst.

Mein Beitrag lässt es auch offen. Zweifel für den Angeklagten halt...

Vielleicht will er nur selber nicht sündigen, vielleicht ist er aber auch maximal homosexuellenfeindlich, aber letzteres ist nicht garantiert, da hier eben jemand in die Ecke gedrängt wurde.
 
Mein Beitrag lässt es auch offen. Zweifel für den Angeklagten halt...

Vielleicht will er nur selber nicht sündigen, vielleicht ist er aber auch maximal homosexuellenfeindlich, aber letzteres ist nicht garantiert, da hier eben jemand in die Ecke gedrängt wurde.
Alternativ zu deinen vielen Überlegungen hättest du auch einfach mal Homosexualität und Senegal googlen können.
Dann findet man recht schnell eine Antwort darauf, warum er sich schwer tut, sich solidarisch zu zeigen.
Es käme in seinem Heimatland wohl einem Gesichtsverlust gleich.

 
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Alternativ zu deinen vielen Überlegungen hättest du auch einfach mal Homosexualität und Senegal googlen können.
Dann findet man recht schnell eine Antwort darauf, warum er sich schwer tut, sich solidarisch zu zeigen.
Es käme in seinem Heimatland wohl einem Gesichtsverlust gleich.


Das spielt natürlich auch eine Rolle (Ächtung durch andere), aber begründet sich auch zu einem großen Teil auf die Religion. Und naja, du kennst meine Position zur Inkompatibilität. Insofern ja, du hast vielleicht recht? Das kann auch die Motivation für ihn sein hier zu boykottieren.

Selbst in dem Kontext könnte man sich allerdings die Frage stellen, ob wir Leute dazu zwingen sollen, ein gesellschaftliches Statement abzugeben. Er ist ein Fußballer, und kein Politiker, und es wird umgekehrt dann aber niemanden interessieren, wenn er deshalb zuhause Ärger bekommt.

Ich empfinde es hier eben so, dass er in seiner Religionsfreiheit (und das kann das gesellschaftliche Standing beinhalten) in die Ecke gedrängt wurde, obwohl er nun gar nichts gegen Homosexuelle gesagt hat.
 
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