ein wirklicher Astrologe...

Gelbfink: Ja, Astrologen sind keine Hellseher...ich schrieb meinem Cousin folgendes:

Ein wirklicher Astrologe wird sich davor hüten dem Grundsatz der Astrologie zu widersprechen - "die Sterne machen geneigt, aber sie zwingen nicht" (Kepler). So wird er oder sie nie niemals bestimmte Ereignisse voraussagen können. Astrologie bedeutet nicht Determination, sicherlich sind klare Tendenzen erkennbar, doch WIE der Native damit umgeht das bleibt allein seine Entscheidung. Anders beim Hellseher. Er sieht das Leben wie auf einem Video. Da könnte man meinen, dass es also doch determiniert ist. Aber was der Hellseher sieht ist ja bereits geschehen, auch das für unsere Wahrnehmung zukünftige. Er blickt in den zeitlosen Raum, in dem alles enthalten ist was war, ist oder sein wird. Das kann ein Astrologe nicht. Er nimmt zum Ausgangspunkt seiner Studie die Geburtskonstellation, also einen bestimmten Zeitpunkt. Aus ihr leitet er ab, mit welchen Potentialen ein Mensch ins Leben tritt und zieht seine Schlässe daraus. Da kann schon mancher Volltreffer gelingen und das verführt manche Astrologen zum Spekulieren.

Damit stimme ich im Wesentlichen überein mit Skorpina und Gelbfink.
 
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@ELi - mein Cousin gehört nicht in die Kategorie der "Unwissenden", die du da ansprichst. Er war übrigends zunächst jahrzehntelang Bootsbauingenieur, etwa mit 40 Jahren nahm er ein Studium der Naturheilkunde auf und wirkt nun in Hamburg als staatlich geprüfter Heilpraktiker. Die Jahre in Poona bei Osho brachten ihn mit Astrologie, Tarot usw. zusammen. Wieweit er in die Astrologie eingedrungen ist, weiss ich nicht, da mein Gespräch mit ihm ja gerade erst begonnen hat.

Wie ich die Sache einschätze, so ist er tatsächlich der Ansicht, dass ein "wirklicher" oder eben guter Astrologe ALLES aus den oder über die Geburtskonstellation erfahren kann. Und das macht mich nachdenklich, denn in meinem Leben haben sich manche Konstellationen, Transite z.B. auch und Progressionen genau erfüllt. Auch ist es ganz erstaunlich, wenn wir verstorbenen Berühmtheiten nachgehen, deren Leben im Detail ja bekannt sind, wie viele Ereignisse in ihrem Leben mit bestimmten Konstellationen einhergehen - bis zur Todesstunde (wie gesagt im nachhinein betrachtet...).
 
"die Sterne machen geneigt, aber sie zwingen nicht" (Kepler).
Meine Sicht ist, die Serne sind "Entsprechungen", also Analogien.

Radix und Prognoseverfahren sind fix gekoppelt. Als Beispiel Transite. Jeder hat auf Grund seines Radix seine eigene Transite. Diese lassen sich brauchbar exakt berrechen. Dies ist eine reine kausale Angelegenheit. Ob man davon ableitet, daß dadurch alles determiniert ist ist nach meiner Sicht glaubenssache. Man sollte dabei nicht vergessen, daß die Naturwissenschaft nur die Kausalität, aber nicht die Analogie zuläßt. (Laplace´sche Dämon.)

Kausaltität betrachte ich als das waagrechte Weltbild.

Viele betrachten einen Transit wie eine kausale Gleichung:
Radixplanet + Aspekt + Transitplanet = Ereignis (vereinfacht)

Nur die Astrologie verwendet auch "Entsprechungen", Analogien.
Analogie betrachte ich als das senkrechte Weltbild.

Mathematisch benötige ich daszu die Mengenlehre um dies zu verdeutlichen.

Zum jedem Planet gibt es analoge Stich- bzw. Schlüsselworte, also eine Menge von Stichworten, die man einem Planet (vereinfacht) zuortnet.

Definition:
Elemet der Menge der Stichworte = EMS

Als Annahme, hat ein Planet eine Menge von 6 Stichworten und ein Aspekt eine Menge von 3 Stichworten, ergeben dies 108 Kompinationsmöglichkeiten bei einem Transit (6x3x6=108).

Also trifft folgende Betrachung zum Transit eher zu:
EMS Radixplanet + EMS Aspekt + EMS Transitplanet entspricht mögliches Ereignis.

Jetzt entnehme ich ein Satz aus der Thermodynamik: Es tritt stets das Ereignis ein, welches am Wahrscheinlichsten ist.

Diese Wahrscheinlichkeitsbetrachtung ist die Kunst der Astrologie.

D.
 
Hi Dilbert


Jetzt entnehme ich ein Satz aus der Thermodynamik: Es tritt stets das Ereignis ein, welches am Wahrscheinlichsten ist.

Also wir leiten einen Zustand von einem vorherigen Zustand ab – und diesen gegenwärtige Zustand wir als zukünftigen Zustand ansehen – dies kann aufgehoben sein - durch unvorhersehbare (verborgen Variable).

Ich kann dir gut folgen, und meist kann das als Annahme herangezogen werden und ja, diese Aussage kann die Regel sein, aber was ist mit unbekannten Variablen?

Der Laplace’sche Dämon lässt jeden vergangenen und jeden zukünftigen Zustand berechnen und determinieren.

...aber aus der Sicht der Quantenphysik betrachtet, die unbekannte Ursachen zulässt, (den nicht vorhersehbaren Zufall) einbezieht.

Demnach ist dann der Determinismus falsch oder die unvorhergesehen Variablen (verborge Variable) - lässt andere Ergebnisse als erwartet zu - und damit haben wir es in der astrologischen Arbeit sehr häufig zu tun.

LG
 
Wenn diese Schlußfolgerungen verstanden sind, komme ich zum nächsten Schritt:

Hat ein Kunde vom Astrologen den Anspruch einer genauen Prognose (wirkliche Astrologie) dann ist er bei den astrologischen Stömungen passend, die den gleichen Anspruch erheben:
z.B. klassische u. vedische Astrologie bzw Hamburger Schule.
Diese Strömungen sind stärker danach ausgerichtet, die vielen Möglichkeiten eines Transits auf den wahrscheinlichsten einzugrenzen. Die Intention liegt in der Genauigkeit.

Hat der Kunde den Wunsch sich zu änden, besteht die Möglichkeit, daß sich die Kausalkette (Waagrechte) durch die Verschiebung innerhalb der Analogie (Senkrechte) verändert. Für diese Strömungen reicht ein Trend als Prognose.
z.B psychologische Astrologie v. Meyer.
Hier geht es mehr darum, je mehr Möglichkeiten ein Transit hat, desto größer die Wahlmöglichkeiten.
Die Intention liegt hier in Veränderung und Selbstbestimmung.

Die Astrologie läßt meiner Ansicht beides zu, auch wenn die Intentionen inkompatibel sind.

Ob "wirkliche" bzw. "wahre" Astrologie ist jeher eine Angelegeheit der grundsätzlichen Annahmen, aber nach meiner Ansicht, kein astrologisches Problem.

D.
 
Radix und Prognoseverfahren sind fix gekoppelt. Als Beispiel Transite. Jeder hat auf Grund seines Radix seine eigene Transite. Diese lassen sich brauchbar exakt berrechen. Dies ist eine reine kausale Angelegenheit.
Hallo Dibert,

die Berechnung kann ja immer nur so exakt sein, wie es die Geburtszeit ist. Und da ich glaube, dass die wenigsten Geburtszeiten vollkommen exakt sind, müssten bei der Auslösung von Transiten schon gewisse Spielräume eingerechnet werden.


Als Annahme, hat ein Planet eine Menge von 6 Stichworten und ein Aspekt eine Menge von 3 Stichworten, ergeben dies 108 Kompinationsmöglichkeiten bei einem Transit (6x3x6=108).

Okay - 6 Stichworte für einen Planeten finde ich persönlich zu wenig. Bei deiner Rechnung fallen die Hausbedeutungen ganz weg. Und in diesem Fall gäbe es deutlich mehr als 108 Kombinationsmöglichkeiten.Müsste die Formel unter Einbeziehung der Häuser dann nicht 6x6x6x6x3 =3888 lauten? Und ließen wir nun zwei Stichworte mehr zu dann kämen wir locker auf über 12000 Kobimöglichkeiten.
Planeten in den Tierkreiszeichen besitzen keine Raumspezifizität. Die ist immer an das Häusersystem gebunden. Konstellationen die für Millionen Menschen gleichermaßen gelten, lässt m.E. keine individuellen Aussagen zu, deshalb finde ich die Einbeziehung der Häuser so wichtig. Erst die Häuser machen ein Geburtsbild individuell.
 
Der Laplace’sche Dämon lässt jeden vergangenen und jeden zukünftigen Zustand berechnen und determinieren.
Liebe Skorpina,
genau an dieser Stelle gibt es ja auch die großen Widersprüche, unter anderem sorgte schon Einstein mit seiner Relativitätstheorie dafür. Nach dieser Theorie ist es eben "Dämon" nicht möglich alles zu sehen. Die Begründung liegt in der Weite des Kosmos.

Demnach ist dann der Determinismus falsch oder die unvorhergesehen Variablen (verborge Variable) - lässt andere Ergebnisse als erwartet zu - und damit haben wir es in der astrologischen Arbeit sehr häufig zu tun.

Und genau an diesen Variablen klebe ich fest. Wir haben die Astrologie als reines Zeitmaß zu verstehen. Das heißt doch auch, dass es uns nur mit unglaublich komplexen Berechnungen, die wir selbst schon aus Zeitgründen nicht mehr anstellen können, Ereignisse auf den genauen Zeitpunkt, auf den genauen Ort und die Person zu suchen - das halte ich persönlich für sehr umfangreich, es bleiben also eine Menge Variable offen und das muss zweifelsohne zu spekulativen Annahmen führen. In der Tat werden wir damit extrem häufig konfrontiert. Schon aus diesen besagten Gründen distanziere ich mich selbst gerne von deterministischen Aussagen.

Wofür also Astrologie und da schließe ich mich Dilbert an.
Hat der Kunde den Wunsch sich zu änden, besteht die Möglichkeit, daß sich die Kausalkette (Waagrechte) durch die Verschiebung innerhalb der Analogie (Senkrechte) verändert. Für diese Strömungen reicht ein Trend als Prognose. z.B psychologische Astrologie v. Meyer.

Geht es nicht speziell darum, insbesondere das Gesetz von Ursache und Wirkung näher zu betrachten, um aus Ereignissen der Vergangenheit und der Verhaltensweisen entsprechende Erkenntnisse zu gewinnen und daraus die wahrscheinlichen Prognosen zu gewinnen, wie sich eine Verhaltensweise ohne Änderung für die Zukunft ergeben wird. Wenn wir das persönliche Radix mit den anfallenden Transiten verbinden, lässt sich noch am ehesten oder wahrscheinlichsten ableiten, wann es zur Auslösung kommen wird und wie die dann aussehen könnte.

Ein einfaches Beispiel dazu wäre unser Neptun. Habe ich zuviel Heimlichkeiten, aus welchen Gründen auch immer, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das irgendwann alles auffliegt, vermutlich sehr hoch. Nun die Erkenntnis zu gewinnen, weshalb die Heimlichkeiten notwendig sind, wäre für mich der erste Ansatz und damit möglicherweise eine Veränderung anzustossen, die die Heimlichkeiten nicht mehr notwendig werden lässt.
Die Intention liegt hier in Veränderung und Selbstbestimmung.
Die Ereignisse in der Zukunft sind somit verändert zu erwarten. Auch das kann Determinismus sein.

Damit ist uns allen klar, die Astrologie hat eine unglaubliche Bandbreite und lässt somit auch viele Dinge zu, von denen wir heute vermutlich noch keine Vorstellung haben.
 
Planeten in den Tierkreiszeichen besitzen keine Raumspezifizität. Die ist immer an das Häusersystem gebunden. Konstellationen die für Millionen Menschen gleichermaßen gelten, lässt m.E. keine individuellen Aussagen zu, deshalb finde ich die Einbeziehung der Häuser so wichtig. Erst die Häuser machen ein Geburtsbild individuell.
liebe Gaby,
D hat es ja in einem vorherigen Beitrag schon geschrieben, dass erst das persönliche Radix und die Transite eine konkrete Aussage zu lassen. Mit Sicherheit lassen die vielen Variationsmöglichkeiten damit auch eine Hülle und Fülle von Interpreationsvarianten zu. Ich denke, was Du ansprichst ist vielmehr gültig für die Boulevardastrologie, bei der Häuser vermutliche überhaupt keine Rolle spielen und die Transite der Langläufer nur auf den Sonnenstand interpretiert werden und damit schon aus diesem Grunde keinerlei Relevanz mehr für das Individuum haben kann.
Das der Einbezug der Häuser elementar geworden ist, zeigt sich in der täglichen Praxis - aber ohne Ausnahme.
 
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