Das Schuldheimholungswerk in der Astrologie

Verallgemeinerungen wie 'alle Menschen tragen Schuld' (sonst wären sie ja nicht auf der Erde...) kann ich nicht nachvollziehen.
Ich fühle mich als ein Geistwesen und als solches bin ich ein Geschöpf Gottes und dem Himmel zugehörig. Als Mensch bin ich ein inkarnierter Engel. Die Schöpfung ist für sich selbst bestimmt und nicht für den Menschen im Sinne von 'Macht euch die Erde untertan'. Als Menschen, also inkarnierte Engel, haben sich viele Menschen angemasst, sich die Erde untertan zu machen. Ich trete dafür ein, sich von dieser Anmassung zu befreien und nenne dies in Anlehnung an das Erlösungswerk von Jesus Christus auch Erlösung durch Katharsis.


Es gibt ja auch bereits von ihren Verstrickungen befreite Menschen, die freiwillig auf die Erde zurückkehren, um weniger entwickelten Seelen behilflich zu sein bei ihren Entwicklungen. Und was ist mit den 'aufgestiegenen Meistern'?
Was ist mit dem christlichen Glauben, dass Christus durch seinen Kreuzestod
die Schuld der Welt auf sich geladen hat?
Der Erlöser...wer bereut und das innere Licht sucht und findet, der hat seine Schuld hinter sich gelassen.
Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch mit mindestens einer Lebensaufgabe in diese Welt gekommen ist. Das ist zumeist eine schicksalhafte eigene Aufgabe und kann astrologisch am Aszendenten eingesehen werden. Manche sind jedoch gesandt und tragen übergeordnete Aufgaben, wie Jesus Christus und diejenigen, die Aufgestiegene Meister genannt werden und auch andere Seelen mit übergeordneten Aufgaben. Jeder mag sich selbst prüfen, ob er eine solche übergeordnete Aufgabe hat und wenn ja, dann sich auch voll dafür einsetzen.


Die ewige Schuldsuche bei sich und Anderen hat mit Nächstenliebe wohl nichts zu tun. Es genügt doch wohl in diesem Leben gute Werke zu tun aus fröhlichem Herzen und ohne das Pflichtgefühl einer 'Schuldheimholung'.
Diesen Zwang empfinde ich als kontraproduktiv.
Ist es nicht so, dass jeder Mensch mit seinem körperlichen Tod seine Schuld zum Stillstand bringt und als wiedergeborene Seele die Möglichkeit hat
sein Karma in Dharma zu verwandeln?
Damit sprichst du mich ganz persönlich an.
Ich suche keine Schuld. Ich zeige nur Wege auf, von einer Schuld zur Erlösung zu kommen und benutze dabei die astrologische Systematik. Ich habe auch nie von Zwang gesprochen. Mit dem Sterben wird keine Schuld aufgelöst. Sie wird lediglich für eine neue Lebenschance in ein persönliches Dharma umgewandelt. Wahrscheinlich meinst du das so.
Was aber richtig ist, ich suche das innere Licht und das Bleiben im Licht des Lebens und der Liebe. Denn wer nicht das göttliche Licht bleibend in sich trägt, der lebt in einer inneren Dunkelheit. Und das fände ich ausgesprochen tragisch. Denn wir sollen wirken, solange es Tag ist. Es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann
 
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Wenn wir einfach mal beim Begriff "Schuld" bleiben wollen: Was mir fehlt, Eli, an deiner Darstellung, ist der Gedanke, dass beispielsweise "Krankheit" (muss ja nicht körperlich sein) auch die Schuld anderer sein könnte. Insbesondere bei Diskussionen über Karma wird erstaunlicherweise kaum jemals in Betracht gezogen, dass eine Person, die ev. erkrankt ist, möglicherweise lediglich als "Katalysator" oder als Brennpunkt dient, um die Lasten anderer abzuarbeiten. Natürlich kann man das dann wieder drehen, und sagen, es sei halt "ihre Schuld", die Schuld der anderen aufgenommen zu haben. Aber dann wird das Argument bald sinnlos, denn man kann da wieder einwenden, es sei halt die Schuld der anderen, ihr die Schuld aufgebürdet zu haben, die Schuld jener anderen zu übernehmen. Und so weiter. Ein infiniter Regress.
Ich verstehe dich hoffentlich richtig. Du meinst das freiwillige Übernehmen, nicht voodoomässig-gewaltsame Aufsetzen von Krankheit. Gleichzeitig postulierst du, dass Krankheit etwas mit Schuld zu tun haben könnte. Du hast Recht, das habe ich nicht in Betracht gezogen. Es liegt mir auch fern, dies mit dem Thema zu verknüpfen, das ich hier angedacht habe.

Ich finde das ein sehr heikles Thema und würde es für gut halten, wenn du dies selbst thematisieren würdest
 
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Du hast Recht, mein Thema geht eigentlich ein wenig an deinem vorbei. Ich finde den Begriff des "Schuldigseins" übrigens nicht störend, es kann aufschlussreich sein, diese Perspektive einzunehmen.

Was ich aber ansprach ist etwas anderes. Es ist häufig zu beobachten, dass gewisse Familien oder sogar Clans gewisse Themen für sich beanspruchen. Das zieht sich dann erstaunlich durch die Biographie mehrerer Generationen. Beispielsweise werden alle Ärzte oder alle Rechtsanwälte oder alle Lehrer usw. Bisweilen passiert es, dass in einer Familie, wo alle Lehrer sind, plötzlich ein Investmentbanker auftaucht. Das stört dann das etablierte Gleichgewicht, es bringt Unruhe. Man findet es empörend, dass da jemand unverschämt Geld mit dem Geld anderer macht. Dabei drückt sich durch diese Person - natürlich längst nicht immer - eine unterdrückte Seite aus. Alle Lehrer mussten immer sozial und verständnisvoll mit dem Schülern sein, jetzt kommt einer daher und ist frech, unsozial und wartet nicht, bis die letzten verstanden haben. Das ist es, was ich meine, dass sich in einer Biographie auch kollektive Elemente zeigen können.

Jenen Personen, die hinter Krankheiten immer irgendwelches Karma vermuten, pflege ich zu entgegnen, dass sie einmal eine solche Perspektive einnehmen sollen. Bei der fragwürdigen Annahme, dass Krankheiten tatsächlich Ausdruck von Karma sein können, müsset man sich konsequenterweise auch fragen, ob sie auch Ausdruck von Karma eines Kollektivs sein können. Also eine systemische Angelegenheit, keine individuelle.

Worauf ich hinaus will, ist dass bei einem solch simplizistischen Karma-Begriff dann die Schuldzuweisung nicht weit entfernt ist. Dagegen wehre ich mich, sowohl aus ethischen Überlegungen als auch aus sachlogischen.
 
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