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zerstückelung

Dieses Thema im Forum "Träume" wurde erstellt von mondweh, 2. August 2003.

  1. mondweh

    mondweh Guest

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    hallo,

    normalerweise halte ich wenig davon seine träume anderen zur diskussion zu stellen, aber ich glaube, dass es wichtig ist und deshalb schreib ich halt.

    ich träumte von einem künstler, dessen skulpturen, vor einem alten haus stehend, ich sehr bewunderte. fliessende, farbintensive, phantasievolle gebilde. ich ging mit ihm ins dunkle haus um über seine arbeiten zu reden - plötzlich wissend (wie es im traum halt so ist), dass diese skulpturen gefüllt sind mit zerstückelten menschenteilen. es kam zum kampf - er brauchte mich für seine letzte arbeit. ich siegte, er flüchtete und während ich im traum darüber nachdachte, fiel mir ein anderer uralter traum aus meiner kindheit ein (der mir irgendwie selbst so peinlich und unangenehm war, dass ich ihn total verdrängt hab. ist es nicht komisch, dass im traum eine erinnerung zurückkommt?). ich stehe auf einer kirmes, etwas abseits von trubel und licht, vor einem grossen schaukasten aus glas. er ist beleuchtet und in ihm wird etwas herumgewirbelt. beim näheren betrachten sehe ich, dass es zerstückelte menschenteile sind. bis dahin immer noch emotionslos, erkenne ich plötzlich ein geschlechtsteil - meine mutter. es hat mich nicht belastet, dass meine eltern also tot sind - sondern vielmehr, wodurch ich es erkannte.

    tja......das isser. irgendwelche einfälle? :confused:

    gruss
    mondweh
     
  2. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Juli 2003
    Beiträge:
    5.379
    Ort:
    Graz
    hallo mondweh!

    vorweg mal: träume sind keine objektiven bilderbücher, bei denen man dann in irgendwelchen symbolverzeichnissen nachlesen könnte, was das eine oder andere zu bedeuten hätte. träume sind die bildersprache des unbewussten - deines individuellen und auch jene des kollektiven unbewussten. träume sind auch nicht absichtlich oder boshafterweise so verschlüsselt, es ist halt einfach nicht die sprache des bewusstseins, die wir leider oft als einzige kennen.

    das vorweg, um meine ideen zu deinem traum zu relativieren - ohne irgendwas über dich oder deine lebenssituation zu wissen, ist jede aussage so treffsicher wie ein bogenschütze, der mit verbundenen augen ein ziel anvisiert, von dem er nicht einmal weiß, ob es da ist.

    die zerstückelten menschen in den schönen skulpturen erinnern mich sehr an eine menschliche grundbefindlichkeit: die rollen, die wir spielen, sind oft perfekt abgerundet, einstudiert, wir geben uns wie gelungene kunstwerke unseres eigenen inszenierungswillens. "doch wie's da drinnen aussieht, geht niemand was an" - unverbundene persönlichkeitsanteile, chaos, es fügt sich nicht zum harmonischen ganzen.

    das ringen mit dem künstler... also sozusagen mit dem "regisseur deiner (selbst)inszenierung"... ich gehe davon aus, dass es ein ringen mit einem anderen aspekt von dir ist... der widerstand gegen die totale anpassung an die glatte oberfläche... (reine spekulation von mir!!!)

    die erinnerung im traum ist nichts seltsames. träume haben nicht unsere zeithorizonte, sie verbinden einfach das, was zusammengehört. selbsterständlich hat das "zerstückelte" auch mit dem zu tun, was wir in unserer sozialisation und in erster linie durch unsere eltern erfahren und erlernt haben... bis dahin, dass sich (eine österreichische redewendung) die leute buchstäblich zerreißen, um etwas zu erreichen, status, erfolg, partner, was auch immer.

    ein wenig - das erkennen der vagina der mutter - mögen auch deine identität als frau bzw. mögliche irritationen dieser identität eine rolle spielen.

    die spannung bzw. herausforderung sehe ich dort, wo es darum geht, eine integrierte ganzheit zu erstreben statt eine gekünstelte oberfläche, unter der zerrissenheit versteckt ist.

    so, und das geht eh schon alles viel zu weit und ist halt meine art, bilder zu lesen. was es wirklich mit dir und deinem traum zu tun hat... du wirst es selber wissen und spüren.

    alles liebe, jake
     
  3. mondweh

    mondweh Guest

    PERFEKT.....warum kam ich nur nicht selber drauf? es ist wohl wie im leben - man hat lauter bretter vor dem kopf.

    tatsächlich kämpfe ich momentan sehr mit mir und den ganzen ollen prägungen, die einen teilweise bis zur unkenntlichkeit verformt haben. ich betrachte es als grosses glück das erkennen zu können - wenn es auch heftig schmerzhaft ist. 2 jahre lang hab ich mein traumbewusstsein mit schlaftabletten lahmgelegt - jetzt bin ich froh über jede "botschaft" die von dort kommt.

    Andererseits frag ich mich, ob es nicht besser ist manches vielleicht doch einfach zu vergessen. schluss mit selbstmitleid und aufarbeiten müssen von altem. es ärgert mich richtig, dass man die türen zur vergangenheit nicht einfach schliessen kann.
    bisher dachte ich immer das unterbewusstsein sei klüger als "ich". aber ist es das wirklich? letztlich ist es ja auch nur "ich".......... *grübel*
    na, das geht zu weit, DIE antworten werd ich selber finden müssen.

    DANKE jake. hast mir geholfen!

    mondweh
     
  4. Rita

    Rita Mitglied

    Registriert seit:
    15. März 2002
    Beiträge:
    58
    Ort:
    Köln
    Hallo Mondweh,

    Andererseits frag ich mich, ob es nicht besser ist manches vielleicht doch einfach zu vergessen. schluss mit selbstmitleid und aufarbeiten müssen von altem. es ärgert mich richtig, dass man die türen zur vergangenheit nicht einfach schliessen kann.

    Ein guter Freund sagte mir einmal: "Man muß die Mauern der Vergangenheit nicht einreissen, damit man sie vergessen kann. Wenn Du zurück gehst, dann sieh dir die Mauern genau an, von allen Seiten. Nicht in Selbstmitleid zerfliessen, sondern objektiv beurteilen, wie ein Fremder. Ob gute oder schlechte Erfahrungen, sie alle werden gebraucht, um uns ein Stück weiter zu bringen. Wenn du fertig bist, dann gehe weg, zu neuen Erfahrungen, laß die Mauern hinter dir und spare dir die Energie des Einreissens für neue Dinge."

    Ich fand, und finde immer noch, das hat er sehr schön bildlich dargestellt.

    Liebe Grüße
    Rita
     
  5. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Juli 2003
    Beiträge:
    5.379
    Ort:
    Graz
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    karl kraus hat einmal gesagt: "das wort familienbande hat einen beigeschmack von wahrheit."

    die systemiker sind sich da absolut einig, egal ob die phänomenologischen à la hellinger oder die konstruktivistischen à la kibed/sparrer: es geht darum, die eigene einbettung ins system einfach zu nehmen. das ist nicht anerkennen oder akzeptieren, das wär ein arroganter standpunkt von oben herab, ein urteilen. nein, nehmen, wie es ist. den eltern verdanken wir das leben, das größte geschenk, das sie uns gegeben haben. sie sind unsere einzigen, daher auch die einzig richtigen. wir sind unsere eltern, mehr als nur genetisch. sich dagegen wehren ist nur die verlängerung der abhängigkeit durch negative fixierung. sie zu nehmen bedeutet ja alles andere als alles gut heißen, was von den eltern auf uns gekommen ist. es heißt schlicht sie als eltern zu würdigen, als unsere quelle.

    wenn wir diesen schritt tun, haben wir in einem zweiten das potenzial, alles in liebe zurückzugeben, was wir von den eltern übernommen haben, um es für sie zu tragen. wir werden frei für das unsere. in systemischen aufstellungen ist das immer ein ganz wunderbares, befreiendes ritual.

    ein wenig ist das auch in dem traum: das bild von früher, die zerstückelten eltern... und nun der künstler, der mondweh selber zerstückeln möchte, um das werk zu vollenden... der traum weist ja darauf hin: wir sind unsere eltern. es zu nehmen würde bedeuten, die eigenmacht über all die zerstückelten teile zu bekommen, um sie zu einem ganzen zu fügen.

    vergessen? sie melden sich wieder. sie melden sich immer wieder, bis wir sie nehmen. dann sind wir frei.

    und das ist ja nicht nur mit den eltern so...

    alles liebe, jake
     

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