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Weltanschauung der Germanen:Die Neun Welten

Dieses Thema im Forum "Kelten, Germanen, europäische Naturreligionen" wurde erstellt von sternenklang, 21. März 2007.

  1. sternenklang

    sternenklang Neues Mitglied

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    DIE NEUN WELTEN:

    Nach der germanischen Weltanschauung formt der Weltenbaum Yggdrasil die zentrale Achse des Universums. Den Aufbau der verschiedenen Ebenen stellte man sich so vor, daß Wurzeln und Äste wie Verbindungswege in die verschiedenen Welten reichen, und damit alle Welten miteinander verbinden. Für uns, als eher rational denkende Menschen, scheint vieles aus dem Weltenmythos der Germanen widersprüchlich. Man sollte aber bedenken, daß Weltanschauungen nicht von Logikern bedacht werden, und speziell diese ist sehr wahrscheinlich aus Beobachtungen und Geistreisen von germanischen naturnah orientierten Priestern (Druiden) und Schamanen entstanden.

    Außerdem muß man berücksichtigen, daß es sich hier nicht um eine einfache zwei- oder dreidimensionale Ansicht handelt. Man sollte sich schon, etwa so wie beim kabbalistischen Lebensbaum, mehrere Ebenen oder Schichten vorstellen. Das germanische Weltbild hat durchaus eine multidimensionale Struktur.


    (ASGARD)

    (LICHTALFHEIM)------------(VANAHEIM)

    (MUSPELHEIM)--------(MIDGARD)--------(NIFLHEIM)

    (SWARTALFHEIM)----------------------------(JÖTUNHEIM)

    ( HEL )

    (DER WELTENBAUM YGGDRASIL MIT DEN NEUN WELTEN)





    Der Weltenbaum wird meistens als eine Esche dargestellt, aus neueren Untersuchungen der vielen mythologischen Quellen und aus einer Rekonstruktion der damaligen Fauna, meint man aber schließen zu können, daß es eher eine Eibe gewesen sein wird. Als mythischer Urbaum ist er jedoch einzigartig und so sollte es genügen ihn bei seinem Namen "Yggdrasil" zu nennen. Wie man sich die Verteilung der neun Welten in Krone und Wurzel von Yggdrasil vorstellte, ist oben ersichtlich. Die Krone ist Asgard, eine Ebene tiefer liegt Lichtalfheim und Vanaheim, diese drei bilden die Oberwelt. Muspelheim, Midgard und Niflheim bilden die Mittelwelt. Midgard ist unsere Erde. Swartalfheim und Jötunheim werden als Unterwelt bezeichnet, zu der auch ganz unten die Hel gehört.

    Jede dieser Welten ist der Bereich einer bestimmten Art von Lebewesen. Es gibt zwar einen Austausch über die Grenzen hinweg, aber der bleibt für die meisten Menschen immer beschränkt.

    DIE WELTEN UND IHRE BEWOHNER IM EINZELNEN:

    DIE OBERWELT:

    ASGARD:

    Wohnsitz des Göttergeschlechts der Asen, der Herrscher, Krieger, Richter, Dichter und Magier. Diese Ebene wird verbunden mit Rationalität, Gesetz, Inspiration, Intuition und Transformation, den Grundlagen des menschlichen Bewußtseins.

    VANAHEIM:

    Wohnsitz des Göttergeschlechts der Wanen. In dieser Ebene erkennen wir die Zyklen der Natur, Produktion, Regeneration, Gesundheit und Wohlfühlen, aber auch eine Art der Magie.

    LICHTALFHEIM:

    Wohnsitz der Lichtelfen und höheren Naturgeister. Hier verbleiben auch die Halbgötter und die in Ehren gehaltenen Geister der Vorfahren. Aus einem anderen Blickwinkel kann man sagen, daß dies die Ebene der intellektuellen Struktur ist.

    DIE MITTELWELT:

    MUSPELHEIM:

    Wohnsitz der Feuerriesen. Hier findet man die Kraft des kosmischen Feuers, eine der Kräfte, aus denen unsere Welt entstand und durch die sie fortbesteht.

    MIDGARD:

    Wohnsitz der Menschen, unsere Erde. Die Ebene, in der die Kräfte der anderen Ebenen ihren materiellen Niederschlag finden.

    NIFLHEIM:

    Wohnsitz des "bösen" Drachen Nidhögg. Die Ebene der Kraft des kosmischen Eises, das in einem dauernden Austausch mit dem kosmischen Feuer für unser Fortbestehen sorgt.

    DIE UNTERWELT:

    SWARTALFHEIM:

    Wohnsitz der Zwerge, auch wohl Dunkelelfen genannt. Auch dies ist eine Welt der Halbgötter und der Geister der Vorfahren. Wo aber Lichtalfheim eine intellektuelle Ebene darstellt, enthält diese Welt die Kräfte des Formgebens, der Strukturierung.

    JÖTUNHEIM:

    Wohnsitz der Riesen. Die Welt der Urkräfte, der ungerichteten und unstrukturierten Kräfte des Chaos, des Nicht-Bewußten.

    HEL:

    Das Reich der Toten. Hier manifestiert sich der Tod als Kraft des universalen Zerfallens, des Auflösens und der Desintegration. Dies ist aber auch eine Stätte der letzten Ruhe, wo Verstorbene sich ausruhen und vorbereiten auf eine neue Inkarnation. KEIN ORT DES GRAUENS!!!!


    Diesen neun Welten sind neun Entitäten zugeordnet und in der germanisch-orientierten Esoterik auch neun Runen sowie neun Bewußtseinsebenen. Zu beachten ist, daß in Bezug auf Hel zwei unterschiedliche Auffassungen existieren. Einerseits gibt es die Ansicht, daß diese Göttin eine schreckliche, hasserfüllte Gottheit ist und ihre Welt eine Hölle. Andererseits gibt es die Auffassung, daß diese Göttin die Ruhe der Verstorbenen schützt bzw.daß sie die Verstorbenen in ihrer Welt ausruhen läßt für eine mögliche folgende Inkarnation auf Midgard. Die erste Ansicht einer Hölle ist meiner Meinung nach durch die Christianisierung entstanden. Wahrscheinlich war bei den Germanen in ihrer langen Geschichte die Auffassung von Hel ebenso vielen Wandlungen unterworfen wie alle anderen Göttergestalten.


    Zu jeder Welt gehört eine Gottheit, eine Rune, eine Bewußtseinsebene und einige Stichworte.


    [(WELT = Asgard) - (GOTTHEIT = Heimdall) - (RUNE = Gebo) - (BEWUßTSEINEBENE = Spiritualität, das Höhere Selbst, Individualität) - (STICHWORTE = Wesenskern, Seele, Kräfte des Universums)]

    [(WELT = Vanaheim) - (GOTTHEIT = Freyr (Frei)) - (RUNE = Ingwaz) - (BEWUßTSEINSEBENE = Gruppenbewußtsein, Gefühle) - (STICHWORTE = Frieden, Gleichgewicht, Fortpflanzung, Wohlstand)]

    [(WELT = Lichtalfheim) - (GOTTHEIT = Delling (Elf), Frei) - (RUNE = Berkana) - (BEWUßTSEINSEBENE = Geist, Intellekt und Denken) - (STICHWORTE = Jahreszeiten, Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren)]

    [(WELT = Muspelheim) - (GOTTHEIT = Surt o. Surtur) - (RUNE = Dagaz) - (BEWUßTSEINSEBENE = Intuition, schöpferische Kreativität) - (STICHWORTE = Zerstören und erschaffen, Willen durchsetzen)]

    [(WELT = Midgard) - (GOTTHEIT = Donat (Thor)) - (RUNE = Fehu) - (BEWUßTSEINSEBENE = Persönlichkeit, Ego) - (STICHWORTE = Schutz, Körper, Materie)]

    [(WELT = Niflheim) - (GOTTHEIT = Nidhögg (Drache)) - (RUNE = Naudhiz) - (BEWUßTSEINSEBENE = das Unbewußte, Verdrängtes, Schicksalsgefühle u. Resignation) - (STICHWORTE = Antimaterie, Einschränkung, die ewige Gefahr)]

    [(WELT = Swartalfheim) - (GOTTHEIT = Modsognir) - (RUNE = Eihwaz) - (BEWUßTSEINSEBENE = Wahrnehmung, Niedere Instinkte u. Emotionen) - (STICHWORTE = Habgier, Neid, Untreue)]

    [(WELT = Jötunheim) - (GOTTHEIT = Thrym) - (RUNE = Isa) - (BEWUßTSEINSEBENE = Individualitätsdrang u. Zerstörungswut) - (STICHWORTE = Chaos, Zerstörung, Auflösung)]

    [(WELT = Hel) - (GOTTHEIT = Hel) - (RUNE = Hagalaz) - (BEWUßTSEINSEBENE = Instinkte u. Unterbewußtsein) - (STICHWORTE = Ruhe, ausruhen für die nächste Inkarnation)]
     
  2. sternenklang

    sternenklang Neues Mitglied

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    ANDERE GOTTHEITEN:

    Von vielen germanischen Gottheiten wissen wir nur wenig mehr als ihren Namen, und oftmals ist unklar, ob es sich dabei nicht nur um andere Namen für bekannte Götter handelt. Einige der übrigen Götter sind:

    DIE ALCIS:

    Sie waren zwei Brüder, die vom Germanenstamm der Naharnavalen als wichtiste Götter verehrt wurden.

    FORSETI:

    Forseti oder Fosite wird gesehen als ein Gott der Friesen. Nach einem alten Reisebericht soll es eine Insel Fositeland (Land des Fosite) zwischen den Ländern der Friesen und der Dänen gegeben haben. Das könnte Helgoland gewesen sein, aber auch eine der Watteninseln wäre möglich. Am Oslofjord gibt es ein "Forsetlund". Man weiß, dass es auch in Norwegen einen Forseti gab. Dieser wurde wahrscheinlich von den Friesen übernommen.

    ULL:

    Ull auch Ullr, oder lateinisch als Olleruns. Sein Name bedeutet "Der Herrliche". Merkwürdigerweise wird er mit Schlittschuhlaufen in Zusammenhang gebracht. Über diesen Gott wird viel spekuliert. Das kommt daher, weil er schon in den ältesten Quellen genannt wird, aber nie mehr als sein Name. Es wäre möglich, daß es eine Zeit gegeben hat, in der Ull der höchste Gott war.

    OD:

    Od ist ebenfalls einer der Götter, über die fast nichts mehr bekannt ist. Wir wissen nur, daß seine Gattin Freia ihn auf vielen langen Reisen suchte, als er verschwunden war, und dabei goldene Tränen weinte. Od könnte ein Vegetationsgott sein, der jeden Frühling neu geboren wird.

    HEIMDALL:

    Heimdall ist wieder etwas bekannter. Sein Name bedeutet "der die Welt beleuchtet". Es wird erzählt, daß er der Sohn von neun Schwestern sei, und dabei geht es um die neun Töchter des Meeresgottes und Meeresriesen Hler oder Ägir. Er ist der Wächter der Götter und bewacht den Zugang Asgards über Bifröst. Wenn die Feinde zum Endkampf anrücken (Ragnarök), bläst Heimdall sein Horn, damit Asen, Wanen und Menschenkrieger sich für die Schlacht bereit machen können.

    Man nennt ihn den Vater aller Menschen, möglicherweise, weil erzählt wird, daß er den Menschen die Kenntnis der Runen und der Magie weiter gegeben habe. Er ist der Todfeind Lokis und die beiden töten einander in der letzten Schlacht. Spuren von Heimdall findet man nur bei den Nordgermanen in Skandinavien.

    JORD:

    Jord wird manchmal als eine Riesin angesehen, aber eindeutig zum Asengeschlecht gerechnet. Sie soll Wuotans Geliebte (Frau?) gewesen sein und nach mehreren Quellen ist sie die Mutter Donars. Sie ist eine Erdgöttin, aber eher aus der Frühzeit, in der späteren Zeit spielte sie bei den Germanen kaum noch eine Rolle.

    NERTHUS:

    Nerthus war für mehrere germanische Stämme die Erdmutter. Sie ist eine Meeres- und Fruchtbarkeitsgöttin, und wie das Meer gibt sie vieles, nimmt aber auch. Ihre Wohnstätte ist eine Ostseeinsel, möglicherweise Fünen, von wo aus sie an bestimmten Tagen auf ihrem von Kühen gezogenen Wagen herumfährt, die Menschen besucht und dabei die Eifrigen belohnt und die Faulen bestraft. Im Nerthuskult spielte der Gottesfrieden eine wichtige Rolle, eine Friedenszeit, in der alle Waffen ruhen müssen. Dieser Frieden sollte in der Zeit herrschen, wenn die Göttin ihre jährliche Rundreise machte.

    Einige Forscher meinen, Nirdu (Nerthus) ist ein älterer, weiblicher Name für Njörd. Die Göttin soll nach dieser Vorstellung im Laufe der Zeit von den Menschen in einen Gott transferiert worden sein. Nach Tacitus sind Nerthus und Jord nicht zwei Göttinen, sondern zwei Namen für die gleiche Göttin. Einer ihrer anderen Namen könnte Hertha sein.

    NEHALLENNIA:

    Nehallennia auch Nehelennia, war auf der niederländischen Insel Walcheren bekannt. Der Name bezeichnet eine Schifffahrtsgöttin. Es wäre sehr gut möglich, daß diese Göttin eine lokale Sonderform der germanischen Schifffahrts- und Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus ist. Sie wird aber manchmal auch gesehen als eine Todesgöttin in Zusammenhang mit dem Ausdruck: Die See gibt und die See nimmt.

    Ihr Name könnte abgeleitet sein aus den germanischen Wörtern "nehwa" und "lennio", diese bedeuten behilflich sein, näher treten, schützen und nähren.

    BADUHENNA:

    Baduhenna mit ihrem Heiligtum in oder in der direkten Nähe Frieslands, war eine Kriegsgöttin. In ihren Namen wird eine Verwandschaft mit dem Wort "badwa" gesehen und bedeutet "Kampf". Tacitusmeldet, daß im Jahre 28 900 römische Soldaten bei ihrem Hain niedergemetzelt wurden.
     
  3. sternenklang

    sternenklang Neues Mitglied

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    Weltanschauung der Germanen: DIE WALA WEISSAGUNG (VÖLU-SPA)

    Ich stelle dieses Lied hier ins Netz, mit der Hoffnung daß vielleicht Einige sich darüber Gedanken machen und mir diese auch kundtun. Da ich der festen Überzeugung bin, daß diese Weissagung viel Wahres beinhaltet, hoffe ich darauf, daß wir gemeinsam eine Entschlüsselung finden.

    Denn schon bald ist die Zeit ihrer Erfüllung, die ersten Anzeichen sehen wir schon deutlich in Naturkatastrophen und andauernden Konflikten verfeindeter Parteien.

    Aus der Welt der Geister schwappen immer mehr Rufe nach Frieden, Freiheit herüber und jeder ist aufgerufen sich am ewigen Spiele lautstark zu beteiligen. Ab 2012 wird die Binde fallen, welche uns blind hier auf dem Erdrund festhielt. Zu lange waren nur Einzelne befähigt weiter zu blicken, sich selber rettend, lebten sie verborgen. Doch schon in wenigen Jahren werden dem Menschen geistige Regionen eröffnet, in welchen die Geheimnisse unsrer irdischen Sendung mit dicken Lettern geschrieben stehen.

    Bis 2019 soll dem Menschen noch Zeit verbleiben, sich selbst zu entdecken, um die Gewissheit seiner brüderlichen Verwandschaft zu Allem im Äther wissend zu fühlen. Zulange waren wir getrennte Wesen, zulange gingen wir Allein unsrer Wege, es ist an der Zeit Gemeinschaft zu leben, mitzuwirken am Liebesspiele zur Freude der Menschheit.

    Stolz sollen wir sein und Macht ausüben um Veränderung zu bewirken. Eine neue Zeit, ein neues Geschlecht, vorbei ist die Zeit von Karma und Buße. Ein jeder ist Gott, Dämon und Menschlein, wir gemeinsam erschufen diese Welt, ohne Zweite und wir sind es auch welche sie weiterführen, in eine neue fünfte Dimension.

    Naturvölker wissen was geschieht den sie sehen mit anderen Augen, sie fühlen was passiert. Es ist nicht das erste Mal daß die Welt sich wandelt und es wird auch nicht das letzte mal sein. Wir müssen uns der neuen Schwingung anpassen um nicht zu stürzen. Bedingungslose Liebe und Vergebung sind Schlüssel zum neuen Reich der Mitte. Einer ist Alles und Alles ist Eines, Frieden und Freiheit und ein angstfreies Leben ist menschenwürdig, gerecht und wahr.


    DIE WALA WEISSAGUNG: (was davon noch übrig ist!)
    (aus der EDDA, Die heiligen Lieder der Ahnen, übersetzt von Wilhelm Jordan)


    1. Leihet dem Lied Lautlos Andacht,
    Hohe und niedere Heidallssprossen.
    Walvaters Werke Will ich künden,
    Vorzeitmären Des Menschengeschlechtes,
    Deren als älteste, ich mich erinnre.

    2. Ich weiß im Beginn Die Giganten geworden,
    Die in alten Zeiten Mich selbst erzeugten.
    Neun Weltenkreise waren, Neun Wölbungen droben,
    Und unter dem Staube Noch nicht entstiegen
    Das beste Gebilde, Der Baum der Mitte.

    3. Im Urzeit-Alter, Als Ymir gewaltet,
    War nicht Sand noch See Noch kühle Salzflut,
    Nicht Erde vorhanden, Noch Oberhimmel,
    Nur klaffende Kluft, Nicht das kleinste Gräschen.

    5. Sonne ging Süd auf, Gestellt dem Monde,
    Und lenkte rechts Die himmlischen Rosse;
    Denn weder wußte Sie selbst ihren Wohnsitz,
    Noch ihren bestimmten Standort der Sterne,
    Noch war der Mond Seines Meßamtes kundig.

    4. Bis Burs erzeugte die Zirkelbahnen
    Geschaffen für sie, Worauf sie den schönen
    Garten der Mitte Gemodelt, die Erde.
    Von Süden besonnt Ward die starre Steinflut
    Und die Gründe grünten Von Gräsern und Kraut.

    6. Da versammelten sich Auf ragenden Sitzen
    Die Sippe der Götter, Beratend zu sinnen
    Auf Namen für Nacht, Für Voll- und Neumond,
    Nicht minder für Mittag, Morgen und Abend,
    Für Jause und Vesper, Um Jahre zu zählen.

    7. Idafeld wurde Der Asen Wohnsitz.
    Da bauten sie Höfe Und Heiligtümer,
    Schmelzöfen, Schmieden, Geschmeide zu bilden;
    Da formten sie Zangen, Zeug und Gezäh.

    8. Würfelnd im Hofe Waren sie heiter;
    Niemals ging Ihr Gold auf die Neige,
    Bis drei hünisch gewaltige Hehre Weiber
    Herein geriethen Aus Riesenheim;

    16. Bis aus dieser Versammlung Drei hold gesinnte
    Und herrschende Asen Ein Häuschen fanden
    Und außen den Esch Und die Ulma trafen,
    Noch wenig stark Und bewußt der Bestimmung.

    17. Nicht hatten sie Odem, Noch hatten sie Einsicht,
    Nicht Blut noch Regung Noch blühende Röte.
    Odem gab Wuotan, Einsicht Hönir,
    Lodur Blut und blühende Farbe.

    18. Eine Esche erhebt sich, Yggdrasil heißend,
    Aus weißem Letten Mit luftigem Wipfel.
    Ihr enttaut was feuchtend Fällt in die Thäler;
    Über dem Urborn Immergrün steht sie.

    19. Von dort, aus dem Becken Unter dem Baume
    Kommen drei Weiber Die vieles wissen.
    Urd heißt eine, Werdandi die andre;
    Sie schrieben ins Täflein "Schuld" als dritte.
    Sie stiften Satzung, Bestimmen das Leben
    Und melden Bescheid Von der Menschen Geschick.

    20. Die erste Schlacht in der Welt ward geschlagen,
    Als man stärkte im Feuer Die Fee des Goldes,
    In der Halle des Hohen Sie heizte zum SAchmelzen.
    Dreimal verglommen, Dreimal aus Gluten
    Wiedergeboren, Wird sie lebendig,
    Immer noch, oft Und allerorten.

    21. Hellglanz hieß man sie, Wo sie ins Haus kam,
    Wohlthat weissagend, Wölfe zähmend.
    Scheidkunst trieb sie, Schätze verheißend,
    Lockerer Leute Steter Liebling.

    22. Da versammelten sich Auf ragenden Sitzen
    Die Sippe der Götter Beratend zu sinnen,
    Ob sie rächen sollten Die ruchlose Sünde,
    Oder alle zusammen Sühngeld nehmen.

    23. Wuotan schoß Den Schaft in die Scharen,
    Die erste Schlacht In der Welt ward geschlagen,
    Gebrochen das Bollwerk Der Burg der Asen,
    Und wehrhafte Wanen Stampften die Walstatt.

    24. Da versammelten sich Auf ragenden Sitzen
    Die Sippe der Götter, Beratend zu sinnen,
    Wer mit Trug das Luftreich Getrübt und geliefert
    An die Brut der Riesen Die Braut des Wuotan.

    25. Den Donar ergriff Der grimmigste Zorn,
    Denn selten säumter, Solches vernehmend.
    Da schwanden zu Trug die Schwüre, Verträge,
    Die man heilig bisher Zu halten verheißen.

    26. Ich weiß des Heimdall Horn verborgen
    Unter dem heiligen Himmelsbaume.
    Ich schaue, wie schämend Ein Strom entstrudelt
    Walvater Pfande. Wißt ihr's zu deuten?

    27. Allein saß sie außen, Als der Alte kam,
    Der gescheuteste Ase, Schaut' ihm nach den Augen.
    Weswegen forscht ihr? Was wollt ihr erfahren?
    Alles, Wuotan, Auch wo du dein Auge
    Verborgen hast, Ist mir offenbar.
    Im lauteren Borne Mimirs verbargst du's
    Und Meht trinkt Mimir Jeden Morgen
    Als Walvaters Pfand. Wißt ihr's zu deuten?

    28. Heervater reicht' ihr Halsschmuck und Ringe.
    Mit Runen zu Rechtum, Auch Wünschelruten.
    Da sah sie in die Weiten Sämtlicher Welten.

    29. Da sah sie Walküren Von weitem kommen,
    Gerüstet zu reiten Ins Reich der Götter.
    Schuld hielt den Schild, Die zweite war Skögul.

    30. Ich sah's, wo Balder, Dem blutenden Gotte,
    Dem Sohne des Wuotan Unheil gesät war.
    Im Wipfel wuchs Hoch über den Wiesen
    Gar zart und zierlich Die Zinke der Mistel.

    31. Mir deucht, es ward Aus diesem Gewächse
    Der schädliche Schaft, Den Hödur zum Schuß nahm.
    Kaum eben geboren War Balders Bruder;
    Nur eine Nacht alt Unternahm es
    Der Wuotanerzeugte Die Waffen zu zücken.

    32. Da betrauert Frigg alm feuchten Fruchtsaal
    Das Wehloos Walhalls. Wißt ihr's zu deuten?

    °-°-° [Wer rächt den Balder Am ruchlosen Mörder?
    Im Wintersaale Gebiert den Wali
    Rinda von Wuotan Zum Rächer der Unthat,
    Der, nur eine Nacht alt, Schon stark genug ist.]

    33. Er kämmt nicht sein Haar, Noch wäscht er die Hände,
    Bis er Hödurn empor Auf den Holzstoß gehoben.

    34. Da weiß die Wala Bande gewunden,
    Sehr dicht umfesselnd, aus Därmen verfertigt.
    Im Warmbrunn-Walde Gewahrt sie liegen
    Eine Lügenlarve, Dem Loki ähnlich.
    Da sitzt auch Sigyn, Nicht sonderlich heiter
    Um ihren Gemahl. Was meint das? Merkt ihr's?

    35. Ein Oststrom ergießt sich Durch giftige Thäler,
    Von Schlamm und Schlick, Den heißt man Slidur.
    Am Nordgestade In Nidagebirge
    Stand der goldene Saal der Sindrisöhne.
    Ein anderer stand Am Orte Unkalt,
    Der Biersaal der Riesen, Brimir genannt.

    36. Einen Saal sah sie stehn Entfernt von der Sonne,
    In Nastrand, die Thüren Nordwärts schauend.
    Ein Regen von Gift Durchrieselt die Luken;
    Zum Dache verschlingen sich Schlangenleiber.

    37. Es waten dort In verdicktem Gewoge
    die Meuchelmörder Und Meineidschwörer,
    Die zu Minne beschwatzten Des Nächsten Gemahlin.
    Da saugt an den Leichen Verlebter der Neidwurm,
    Da martert zerfleischend Der Männer so manchen
    Der würgende Unhold. Wißt ihr die Deutung?

    38. Die Alte saß östlich Im Eisenwalde
    Und fütterte dort Die Brut des Fenrir.
    Der Schlimmsten Einer Aus diesem Geschlechte
    Vermummt sich zum Scheusal Als Mondbeschatter.

    39. Ihn sättigt das Mark Entseelter Menschen,
    Er rötet mit Blut Den Ratsaal der Götter.
    Die Sonne wird schwarz In kommenden Sommern,
    Es wirbeln alle Wetter. Wißt ihr's zu deuten?

    40. Am Hügel saß, die Harfe schlagend,
    Der Behüter der Riesen Als heiterer Adler.
    Über ihm Ruft Im Rabenwalde
    Der hellrote Hahn, Fialar geheißen.

    41. Gellend kräht Bei den Göttern Goldkamm
    Und weckt aus dem Schlafe Walvaters Schlachtvolk.
    Unter der Erde Kräht ein andrer,
    Der rußbraune Hahn Im Reiche der Hel.

    42. Furchtbar heult Vor der Felsenhöhle
    Der Höllenhund. Die Bande bersten,
    Der Wolf entwischt Und sucht das Weite.
    Viel bewußt ist der Weisen. Von fern gewahr' ich
    Des Daseins Verdämmern, Der Götter Verderben.

    43. Einer Mutter Kinder Morden sich kämpfend,
    Nichts mehr wiegt Nächste Verwandschaft.
    Die Welt wird böse, Buhlschaft wuchert;
    Der Zeit Gebieter SAind Beil und Schwert.
    Schilde zerschellen Ihr einzig Geschäft.
    Windzeit, Wolfszeit Eröffnen den Weltsturz,
    Mitleidlos mordet Der Mensch den Menschen.

    44. Die Mimunge spielen. Der Mittbaum lodert,
    Gellend ertönt Der Thorwarts Tuba;
    Laut bläst Heimdall, Sein Horn erhebend;
    Mit Mimirs Haupte Spricht murmelnd Wuotan.

    45. Der böse Loki, ist ledig der Bande;
    Angstvoll stöhnet Die uralte Esche.
    Noch steht ihr Stamm - Bald wankt, bald stürzt er;
    Alle Wesen zittern Und ziehn den Helweg,
    Wenn ihn Surtur verschlingt Mit sengender Glut.

    46. Vom östlichen Rande Heran gesegelt
    Kommt Hrym im Schiffe Den Schild erhebend;
    Von den wütenden Schlägen Der riesigen Schlange,
    Die den Erdkreis umwindet, Branden die Wogen.
    Der Adler faucht Und zerfetzt die Leichen
    Mit fahlem Schnabel; Entfesselt naht sich
    Das aus Fingernägeln Gefügte Fahrzeug.

    47. Auf dem Kiele kommt Über See von Süden
    Muspels Geleit, Und Loki steuert;
    Beim Wolf ist des Wütrichs Ganze Verwandschaft.
    vor der Schar, ihr verbunden, Geht Byleists Bruder.

    48. Was fehlt den Asen? Was fehlt den Alfen?
    Ganz Riesenheim rauscht, Zum Rat gehn die Asen.
    Vor steinernen Thoren Stöhnen die Zwerge
    als Führer in der Felsburg. Findet ihr Deutung?

    49. Mit flackernden Flammen Kommt Surtur von Süden,
    In der Sonne funkelt Des Furchtbaren Schwert.
    Gebirge zerbersten, Bergweiber stürzen;
    Hinunter ins Nachtreich Müssen die Menschen,
    Und in Hälften zerreißt Das Rund des Himmel.

    50. Die zweite Trauer Betraf da Hlina'n,
    Als Wuotan zur Abwehr Des Wolfes auszog
    Und Belis Erleger, Der leuchtende Ase,
    Den Surtur suchte; Denn sinken sollte
    Der Gott, der Friggas Freude gewesen.

    51. Doch der große Sohn Des Vaters der Siege,
    Widar, erlegt Den Leichenwolf.
    Auf den Riesenzögling Zückt seine Rechte
    Den Stahl, und sein Stoß Durchsticht ihm das Herz.
    So rächt er tapfer Den Tod des Vaters.

    52. Dann kommt der Lodyn Erlauchter Sprosse
    Von Wuotan gegangen, Dem Wurm zu begegnen.
    Der mächtige Hort Des Gartens der Mitte
    Zielt und trifft Mit zornigem Streiche.
    Doch sie fürchtet den Schlag nicht. Er fällt vor der Schlange.
    Neun Schritte springt Der Sprößling Fiörgyns
    Zurück -: nun müssen Die Menschen alle
    Den Wohnsitz der Welt Entweichend räumen.

    53. Die Sonne verschwält Und beginnt sich zu schwärzen,
    Die Erde sinkt in die See hinunter,
    Am Himmel erlöschen Die leuchtenden Sterne;
    Die Lohe umwütet Den Lebensbewahrer;
    Bis zum Himmel leckt Die lodernde Glut.

    54. Doch enttauchen seh' ich In kommenden Tagen
    Dem Grunde des Meeres Die grünende Erde.
    Die fallende Flut Überfliegt der Fischaar,
    Der sich Beute gefangen Im Felsengebirge.

    55. Da finden sich die Asen Auf Idafelde,
    Um über den Wurm, Der gewunden den Erdkreis
    Umringelt hält, Gericht zu halten.
    Der weiland gewirkten Große Werke
    Gedächtnis erwacht, Auch gedenken sie wieder
    Der in sinnigen Sprüchen Vom Sagengotte
    In alten Zeiten Erzählten Mären.

    56. Da werden sich wieder Die wundersamen
    Goldenen Würfel im Grase finden,
    Die im Zeitenbeginne Die Götter besaßen.

    57. Der Acker trägt Unbesät Getreide,
    Verbannt ist Böses, Heim kehrt Balder;
    Beisammen in Wuotans Siegessaale,
    Der hohen Halle Der Heeresgötter,
    Wohnen die beiden, Balder und Hödur ....
    wisset ihr, was das in Wahrheit bedeutet?

    58. Dem Hönir gelingt es Zu lösen den Blutzweig,
    Und die Nachgebornen Der beiden Brüder
    Werden bewohnen Das zweite Windheim.
    Wisset ihr, was das in Wahrheit bedeutet?

    59. Ich seh' einen Saal, Schöner als die Sonne,
    Belegt mit Gold, Im Lee der Glutwelt.
    Da werden wohnen Die würdig Bewährten
    Und nimmer gefristeter Freude genießen.

    60. Dann kommt jener Fürst Zum Gericht gefahren,
    Der Höchste von Oben, der alles beherrscht.
    Urteil beschließt er, Schlichtet Zwiste
    Und sichert Ordnung Mit ewiger Satzung.

    61. Doch da kommt schon beschwingt Der Schwarze Drache,
    Die flinke Natter Herauf geflogen
    Aus Nidafels. Der nagende Neidwurm
    Überfliegt die Fluren Und trägt auf den Flügeln
    Tote. - Nun taucht In die Tiefe die Wala.

    ENDE
     
  4. sternenklang

    sternenklang Neues Mitglied

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    DIE WANEN:

    Wahrscheinlich waren die Wanen das ältere Göttergeschlecht. Das könnte z.B. abgeleitet werden aus den Hinweisen, daß es bei den Wanen anfangs möglich war, daß Geschwister einander heirateten. Bei den Germanen, so wie sie uns bekannt sind, war das praktisch ausgeschlossen, und deshalb wird angenommen, das dies aus einer früheren Kultur überliefert wurde. Die Wanen waren anfangs in Hauptsache Wachstums- und Fruchtbarkeitsgötter und gaben den Menschen die Macht mit der "unsichtbaren Welt" zu kommunizieren.

    Wie verbreitet ihre Verehrung war, läßt sich aus der Fülle der Ortsnamen ablesen, die aus dem Namen von Wanengöttern abgeleitet sein sollen. Allein Frey, Njörd und Freya sind in mehr Ortsnamen wieder zu finden, als alle anderen germanischen Götter zusammen. Das sagt schon etwas über ihre Verehrung.

    NJORD (NJÖRD):

    Njörd ist der Gott des weiten Meeres. Seine Kinder Freyr und Freya wurden unter die Asengötter aufgenommen. Er ist auch der freundliche Beschützer des Ackerbaus und hat die Menschen den Weinbau gelehrt.

    Njörds Gemahlin heißt Nerthus. Bevor er in Asgard aufgenommen wurde, mußte er sich zuerst von seiner Gattin, die zugleich seine Schwester war, scheiden, da bei den Asen die Geschwisterehe verboten war. Danach vermählte sich Njörd mit der Riesentochter Skadi.

    Als Asen und Wanen nach ihrem Krieg Frieden schlossen, wurden Njörd und seine Kinder Frey und Freya als Geiseln ausgewechselt gegen die Asen Mimir und Hönir, wie es bei einem Friedensvertrag zwischen germanischen Stämmen üblich war. In den alten Quellen liest man, daß Nerthus sowohl Njörds Schwester als auch seine Gattin war. Es wäre aber durchaus möglich, daß es sich hier nur um eine hermaphroditische Gottheit handelt, denn die Namen Njörd und Nerthus deuten auf pesonifizierte Lebenskraft, die weder männlich, noch weiblich ist. Klare Beweise dafür gibt es aber nicht.

    Insbesondere in Skandinavien, voller Seen und umringt durch Meere, hatten Njörd und Nerthus viele Verehrer, das zeigt sich neben vielen Ortsnamen, die aus seinem Namen abgeleitet wurden, auch an einer überlieferten nordischen Eidformel: "So helfe mir Njörd und Freyr und der allmächtige Ase."

    FREI (FREYR):

    wird von den Menschen am 21. Dezember verehrt. Von ihm kommt der Kindersegen des Hauses. Als friedlicer Gott des Frühlings und der Liebe führt er keine Waffe. Mit einem gewaltigen Eber, dessen Fell von goldenen Borsten starrt, fährt er durch die Luft. Auch besitzt er ein goldenes Schiff, das durch Wasser wie durch Wolken segelt, wohin der Gott es will. Von Freyr, dem Gott des Friedens, sollen die alten Friedenskönige abstammen. Unter diesen sagenhaften Königen ragt Frodi von Nordland hervor. Wie der Eber, so war auch das Ross dem Freyr heilig.

    Zu Ehren des Lichtgottes Fryr werden auf der Erde sowohl am Julfest, als auch im Sommer und Herbst hochlodernde Feuer angezündet, ein Brauch, der von Freyr hoch geschätzt wird und bis heute noch in Teilen Tyrols durchgeführt wird.

    Dieser Gott hieß auch der "Schwedengott", weil er besonders in Schweden weit verbreitet verehrt wurde. Es gab sogar ein schwedisches Fürstenhaus der Ynglinge, das sich darauf berief von ihm abzustammen. Andere, ältere Namen für Frei waren Ing, Ingvy und Ingunar. Neben Tyr ist er der andere von nur zwei Göttern, die einer Rune den Namen (TIWAZ und INGWAZ) gegeben haben.

    Auf den Kontinent war seine Verehrung deutlich geringer, aber die Südgermanen ehrten ihn dennoch unter den Namen "Fro" und im Namen der niederländischen (friesischen) Kleinstadt Franeker soll sein Name auch zurückzufinden sein. Die Julzeit war Freys Zeit; es ist bekannt, daß ihm dann die meisten Opfer gebracht wurden.

    FREIA (FREYJA, FREIYA):

    Sie ist vor allem Kriegsgöttin und als solche Anführerin der Wallküren. Sie ist die Tochter des Njörd und wird zu Recht auch hoch verehrt als jungfäuliche Göttin der Liebe und des Gedeihens in Natur und Menschenleben. Ihr ist die Katze heilig und von diesen Tieren wird ihr Wagen gezogen, wann immer sie durch die Lüfte fährt.

    Der Name dieser Göttin bedeutet "Frau" oder "Herrin". Sie soll verheiratet gewesen sein mit dem Gott Od und als dieser verschwand, reiste sie viel umher, um ihn zu finden. Vielleicht deshalb hat sie so viele andere Namen, wie z.B. Vanadis (Wanengöttin), Vanabrudhr (Wanenbraut), Syr (die Bache), Mardoll (Meeresbraut), Gullveig (Goldbegeisterte) und Gefin (Geberin, Schenkerin). Freia lehrte Wuotan die Magie, und herbergt die Hälfte der gefallenen Krieger in ihrem Palast Folkwang (Feld des Volkes). Ihre Attribute sind neben dem von Katzen gezogenen Wagen ein Falkengewand, mit dem sie in die Unterwelt geht und von dort zurückkehrt mit Prophezeiungen und Schicksalskenntnissen, der Eber Hildisvini und die berühmte Kette Brisingamen. Diese Kette war ursprünglich wahrscheinlich ein Amulett in Form eines Gürtels und gab Freia große Macht über die Kräfte, das Wirken und die Reichtümer der Natur. Es wird erzählt, daß man den Gürtel Frauen beim Gebären umlegte, damit die Geburt leichter ging.

    Die vier Zwerge, die Brisingamen schufen, sind dieselben die laut Edda (Gylfaginning) das Himmelsgewölbe über der Erde an vier Punkte stützen. Ihren Namen sind Austri (Osten), Vestri (Westen), Sudri (Süden) und Nordri (Norden) und sie sind es auch, die die Kräfte der Natur lenken.

    Freias Töchter sind Gnos und Gersimi. Beide Worte bedeuten das Gleiche, Juwel oder Kostbarkeit. Möglicherweise sind das spätere Aspekte der Göttin selber, jedenfalls ist Freia auch bekannt als Schenkerin von Reichtum und reicher Ernte.

    Nach den Ortsnamen in Norwegen und Schweden, die auf diese Göttin hinweisen, war ihr Andenken dort weit verbreitet und bis ins 12. Jahrhundert, in dem Snorri Storluson sein Eddateil zusammenstellte, wurde Freia noch verehrt. Hingegen wurden auf dem Kontinent kaum Spuren eines Freiakultes gefunden.

    DAS REICH DER HEL, DIE UNTERWELT:

    Das Reich der Hel, der Tochter Lokis, ist die Unterwelt, in der die Schatten der Verstorbenen hausen. Als strenge Richterin über Gut und Böse, als Rächerin allen Frevels denken die Menschen sich die Hel in der Gestalt eines grauenerregenden Scheusals. Tief unter den Wurzeln von Yggdrasil sitzt sie, in unbändigem Grimm über ihre Verstoßung. Der Schuldbeladenen wartet ein furchtbares Schicksal: Hel sendet sie in die Niflhel, in die unterste Tiefe ihres Reiches, und in grausamen Qualen müssen sie dort büßen, was sie bei Lebzeiten Übles getan haben. Da lauert ein blutiger Hund von riesenhafter Größe auf die Abgeschiedenen.

    In Wirklichkeit kannten die Germanen keinen Strafort für die Toten. Die im Krieg Gefallenen gingen zu Wuotan und Freia, die Ertrunkenenzu dem Gott Ran und die Übrigen zu Hel.

    Das Reich hat den gleichen Namen wie die Göttin, wird aber auch wohl "die Hallen der Hel", "salar Heliar" und "Rann Heliar" genannt. Erst im Hochmittelalter wurde das Reich der Göttin Hel als abscheulicher Ort geschildert. Es gibt in den Mythen einige Hinweise, daß die Welten Hel und Niflheim möglicherweise den gleichen Ort bezeichnen, der eigentlich Niflhel heißt.

    Ihr Name hängt wahrscheinlich zusammen mit den gotischen "halja", und dem althochdeutschen "helan", was "verbergen" bedeutet. Die Platzierung des Totenreiches unter die Erde kommt ursprünglich von den alten Sippengräbern, die uns aus der Stein- und Bronzezeit bekannt sind.

    Hel soll eine Tochter Lokis sein und damit Schwester der Midgardschlange und des Fenriswolfes. Damit bleibt eigentlich unklar, zu welchem Göttergeschlecht sie gehört. Da Loki von den Riesen abstammt und die Mutter Hels auch eine Riesin ist, wäre Hel am ehesten zu den Riesen zu rechnen; dennoch werden die Riesen nicht als Götter gesehen, während Hel klar als Göttin bezeichnet wird.

    ENDE
     
  5. sternenklang

    sternenklang Neues Mitglied

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    DIE ASEN:

    WUOTAN (ODIN):

    "Auf Asgards lichten Höhen thront der Fürst der Götter und Menschen, Wuotan oder Odin. Auf seinen Schultern sitzen die Raben Hugin (Gedanke) und Munin (Erinnerung) und flüstern ihm die Geschehnisse der Welt ins Ohr. Zu seinen Füßen liegen zwei riesige Wölfe, die Begleiter des Gottes auf dem Schlachtfeld. Als Allvater beherrscht Wuotan alle Elemente. Vor allem ist er der Gott des Kampfes und der wilden Schlacht; aber er ist es auch, der dem Sänger die Lieder in die Brust legt. Als Gott des Gesanges wird er unterstützt durch seinen Sohn, den Gott Bragi, der sich gleichfalls dem Gesang gewidmet hat. Als Gott der Weisheit erfand Wuotan die Geheimschrift der Runen, und er gilt auch als Stammvater und besonderer Beschützer aller echten Königs- und Heldengeschlechter. Der Wochentag Mittwoch hieß früher Wuotanstag, und ist sein heiliger Tag."

    Im Althochdeutschen heißt dieser Gott Wuotan, auf Altenglisch Woden, im altnordischen Odin oder Ophinn. Alle diese Formen kommen von der südgermanischen Urform "Wopanaz", und das bedeutet: "der wütet", oder "Herr der Wut".

    Aus den alten Quellen ist bekannt, daß Wuotan auf dem Kontinent (südlich der Nord- und Ostseeküste) bekannt war als göttlicher Magier, Kriegsgott und als Heerführer der Wilden Jagd (Sturmgott), einem Geisterheer, mit dem er an Jul, während der zwölf Raunächte, aber auch an anderen Tagen im Jahr durch die Luft raste.

    Bei den meisten Stämmen der Germanen stand Wuotan an oberster Stelle der Götterhierarchie, und aus den römischen Quellen wissen wir, daß ihm auch Menschenopfer gebracht wurden. Vor einer Schlacht wurden Wuotan manchmal alle Gefangenen als Opfer versprochen, wenn die Schlacht gewonnen würde. Diese fanden dann auch tatsächlich alle den Opfertod, indem man ihnen die Kehle durchschnitt.

    Als Wuotan, war er unter den nordischen Göttern nicht immer unumstritten; einmal geschah es sogar, daß er abgesetzt und vorübergehend von Mythothyn ersetzt wurde.

    Anscheinend war dieser Gott nicht von Anfang an begabt mit seiner so geheimnisvollen und vielseitigen Macht. Das Liedstück Wuotans, das anfängt mit den Strophen: "Ich weiß, daß ich einst gehangen am Windbaum Neun lange Nächte hindurch, " deutet an, daß er eine Initiation durchgemacht hat. In einem Zustand ekstatischer Verklärung bekam er seine Weisheit, die mehr auf Inspiration und geistiger Sicht als auf logischem Denken beruhte.

    Die Entscheidungen, die Wuotan bei seinem Eingreifen in menschliche Geschehnisse trifft, sind oft für Menschen unverständlich. Weshalb verspricht er jemandem den Sieg, aber hilft in der Folgezeit dem Gegner denselben Mann zu töten? Nach menschlicher Ethik könnte man Wuotan als nicht zuverlässig ansehen, aber Menschen sollten sich nicht anmaßen Götter nach ihren Maßstäben zu messen und zu beurteilen, bloß weil sie ihre Handlungsweisen nicht verstehen können.

    Als Kriegsgott fand Wuotan insbesondere bei der Kriegerkaste und bei den höheren Ständen seine Anhänger. Wenn jedoch durch Kriegsereignisse Bauern in Namen Wuotans ausgeraubt und getötet werden konnten, wird er unter der einfachen Bevolkerung wohl wenig Anhang gehabt haben.

    Die Mythen erzählen über einen Krieg zwischen Asen und Wanen. Als die beiden Göttergruppen Frieden schließen, wird das besiegelt, indem alle in ein Fass spucken. Daraus wurde der Mensch Kwasir geschaffen und dieser war sehr weise. Kwasir wurde von Zwergen getötet, die sein Blut mit Honig vermischten und auf diese Art eine bestimmte Sorte Met machten. Wer diesen Met trinkt, wird Skalde (eine Art Barde) oder Gelehrter. Über Umwege kommt dieser Met in Wuotans Besitz. Snorri bringt diese Geschichte in Zusammenhang mit Wuotans Begabung als Poet.

    FRIGGA (FRIGG, FRIJA):

    Moder Friyja, Frea und manschmal Freya, wie sie auch genannt wird, ist die Gemahlin Wuotans. Als Königin und Hausfrau waltet sie sowohl in Asgard als auch ganz besonders bei den Menschen, als Beschützerin der Ehe, des Kindersegens und überhaupt der geordneten Häuslichkeit. Unter den Menschen ist sie oft erschienen als Holda oder Berchta und hat die eifrigen Frauen belohnt und die faulen bestraft. Verwandte und Dienerin Friggas ist die Göttin Ostara, der die Osterfeiern mit Ostereiern und dem Osterhasen gewidmet sind.

    Der Name "Freya" dieser Göttin ist noch jung. Auf dem Kontinent war ihr Name Frija. Freya heißt sie erst, seit sie von Wagner in seiner Oper "Die Götterdämmerung" so genannt wurde.

    Als Gattin Wuotans hat sie nicht seine Bekanntheit erworben, aber dennoch gibt es über ihre Rolle schon etwas zu sagen. Über das althochdeutsche "friatoc" (altenglisch: frigedoeg) bekam der Freitag ihren Namen. Der Name "Frija" bedeutet wahrscheinlich "Geliebte", und so hat die Namensgebung des 6. Wochentages eine deutliche Parallele zu der lateinischen des "dies Veneris" (Tag der Venus).

    Außer einigen Auseinandersetzungen mit Ihrem Gemahl, die sie fast immer für sich zu entscheiden wusste, hat sie auch etwas Tragisches, wenn es ihr ungeachtet aller Bemühungen nicht gelingt ihren Sohn Balder vor der "Verbannung" ins Reich der Hel zu bewahren.

    Trotz einigen Beschuldigungen des Gottes Loki ist Friggas eigentliche Rolle die der liebenden göttliche Mutter. Sie wurde möglicherweise hauptsächlich von den germanischen Frauen angebetet, und kommt deshalb auch wenig in den uns gebliebenen Schriften vor, die sich in Hauptsache um Männerangelegenheiten drehen. Einige Forscher meinen, regionale Gestalten wie Frau Holle, Frau Perchta, Frau Frigg oder Fru Freen seien Namen dür diese Muttergöttin.

    DONAR (THOR, THUNAR):

    Donar ist der Sohn Wuotans, stattlich, schnell brausend, und von großer Körperkraft, die ihn überall zum Sieger über Riesen mancht. Thor ist der Gott des Donners, des Gewitters, aber nicht im schlechten, sondern im guten Sinn, denn er ist der Beschützer aller Landleute, der Gott der Bauern. Seine mächtigste Waffe ist sein Hammer Mjölnir. Viele Kämpfe hat er mit seinem Genossen Thialfi gegen die rohe Kraft der Riesen ausgefochten. Der Donnerstag und der Donnersberg haben ihre Namen von Donar. Donars Gemahlin ist die liebliche Sif, die Göttin der fruchtbringenden Erde.

    Es gibt deutliche Anzeichen dafür, daß Donar bei verschiedenen Stämme einen höheren Status als Wuotan hatte. In den Formeln, mit denen die Sachsen während der Christianisierung ihren Göttern abschwören mußten, wird Donar an erster Stelle genannt, Wuotan an zweiter und Saxnot (Ziu) an dritter. Aus verschiedenen alten Quellen wird ebenfalls klar, daß, obwohl Wuotan in den Texten an erster Stelle steht, Donar bei den Menschen stärker im Mittelpunkt der Verehrung stand. Es ist merkwürdig, wie machtlos die anderen Götter scheinen, wenn Donar nicht anwesend ist. Nur er wurde von den schrecklichen Riesen gefürchtet und nur er konnte Lokis Schandtaten korrigieren.

    Aus der Frühzeit der Germanen haben iwr keine direkten Informationen, aber es gibt z.B. auf Felszeichnungen Hinweise, daß es schon sehr früh einen Gott gab, der mit einer Kampfaxt abgebildet wurde, und das könnte gut der später so berühmte Hammer Mjölnir (Zermahler) sein, der übrigens erst in spätgermanischer Zeit ein religiöses Symbol wurde.

    Über Donar sind vom Kontinent nur wenige Geschichten bekannt, umso mehr aber aus den skandinavischen Ländern, wo er Thor genannt wurde, und wo auch die meisten Funde herstammen, die mit Donar zusammenhängen.

    Außer dem Hammer hat Donar als Attribute noch seinen magischen Gürtel, der seine Macht enorm erweiterte, und seine eisernen Handschuhe. Die Eberesche heißt auch wohl "Thors Rettung", weil der Baum ihn einmal vor einer plötzlichen Wasserflut gerettet hatte, der gleiche Baum, der von den Bauern benutzt wurde, um die Fruchtbarkeit ihrer Herde zu verbessern.

    Aus den archäologischen Funden kann geschlossen werden, daß Donar eine Verbindung mit den Runen hat, welche aber, das wird nicht recht deutlich.

    ZIU (TYR, TIW):

    Ziu ist der Sohn Wuotans und der größte Kämpfer aller Götter. Sein Zeichen ist das Schwert und so, wie das Schwert nur eine Klinge hat, so hat Tyr nur einen Arm. Unter den Menschen wird er in vielen anderen Gestalten und Namen verehrt. Bei den Sachsen hieß er Saxnot, und "Sachs" nannten sie ihr kurzes Schwert. Die Angelsachsen nannten ihn Eri, Eru oder heru, und daher führen wohl die Cherusker und Heruler ihren Namen, wie auch die Eresburg, das Hauptbollwerk der heidnischen Sachsen. Nach Ziu ist der Dienstag, mundartlich noch Ziestag, genannt.

    Da im früheren Glauben unserer Ahnen die Götter in den Bergen beheimatet waren, diese als Festungen benutzten, ist es wohl auch nicht verwunderlich daß die europäischen Alpen als Wohnstätte des Göttergeschlechtes angesehen wurden. Der Name meiner Heimat TYROL, leitet sich daher vom Namen Tyrs, des früheren Hauptgottes der Gemanen ab und bedeutet soviel wie, "Tyrs Burg".

    Es gibt einige Hinweise, daß Tyr ursprünglich der Hauptgott der Germanen war, möglicherweise besser bekannt unter den Namen "Tuisto", der Urgott, aus dem die anderen Götter und die Menschen hervorgekommen sind. Dies soll ein Sonnengott gewesen sein. Tyr wird manchmal als fortlebende Gestalt eines indogermanischen Himmelsgottes gesehen.

    Nach einigen Quellen bedeutet "Tiva" Himmel. Wenn Wuotan manchmal auch mit "Fater Tiva" (Tyr, Ziu) bezeichnet wurde, kann dies durchaus als Hinweis auf eine Herrschaftsablösung gedeutet werden.

    Aus den alten Texten schließen mehrere Forscher jedenfalls, daß es einstmals eine Konkurrenz zwischen dem älteren Tyr und dem jüngeren Wuotan gegeben haben soll, zumindest in der kultischen Praxis der Menschen.

    Daß Tyr nicht nur ein Kriegsgott war, wird z.B. belegt aus einem Steinfund im Norden Englands, wo Tubanten (Twenten) einer friesischen Reitergruppe (Cive tuibanti cunei frisiorum), einige Votivsteine errichteten für "Mars Thincsus". Damit ist Tyr gemeint, und das Wort "thincsus" deutet auf "Thing", was Volksversammlung oder Gerichtsverfahren bedeutet. Tyr wacht also auch über Volksversammlungen und eine gerechte Justiz.

    In der überlieferten Praxis der Runenmagie kommt Tyr (Ziu) auch vor, wenn die von Siegfried (Sigurd) aus dem Tiefschlaf auferweckte Sigrdrifa (Brunhild) ihm den Rat gibt:

    Die Runen, um Ruhm zu erringen und Siege
    Erlerne und grab' in den Griff deines Schwertes;
    In Bügel und Stange stich sie und stelle
    Zweimal daneben den Namen des Tyr.
    (Jordan Edda, Erstes Lied von Brunhild)

    Das Zeichen steht hier sowohl für den Gott selber als auch für seine Rune (TIWAZ).

    BALDER (BALDUR, BALDR):

    Er ist der immer freundliche Gott des lichten Frühlings und der belebenden Sommerwärme. Er ist der reinste und vollkommendste der Götter und der Liebling aller. Der tückische Loki hatte aus einem Mistelzweig eine Lanze geformt, gab sie dem blinden Hödur, Balders Bruder, führte ihm die Hand und hieß ihn auf Balder schießen, der daraufhin zu Tode getroffen zu Boden sank. So war dem Gott ein frühes Ende beschieden. Balders blühende Gattin, Nanna, war von jähem Schmerz beim Tode des Geliebten gleichfalls gestorben.

    Balder, altnordisch Baldr, bedeutet Herr, Fürst oder Krieger. Es ist zweifelhaft, ob Balder eigendlich die passive Gestalt ist, wie sie in der Edda erscheint. Andere Quellen beschreiben ihn als kriegerisch und sehr mutig, was sich z.B. zeigt, als Balders Mutter Frigga meint, daß Loki die anderen Götter nicht so zu verspotten gewagt hätte, wenn ihr Sohn noch lebte.

    Die idealisierte Version Balders scheint erst in spätgermanischer Zeit entstanden zu sein. Als unschuldiger und ethisch so hochstehender Gott sollte er eine Art Gegenstück bilden zu Christus. Obwohl der Name Balder noch in wenigen geographischen Namen bewahrt geblieben ist, ist von einem Balderkult bei den Germanen nichts mehr bekannt.

    LOKI:

    Er ist ein ganz eigenartiges Wesen und den anderen Göttern sehr unähnlich. Vor allen Asen zeichnet er sich durch seinen heimtückischen Charakter aus. Lokis Grundbedeutung ist die des verderblichen und zerstörerischen Feuers.

    Einerseits ist es Loki, der Donar wieder zu seinem Hammer Mjölnir verhilft, den ihm Thrym geraubt hat. Andererseits ist er es aber auch, der als Bremse den Zwerg Brock peinigt, als der den Eber mit goldenem Vlies für Freya, Wuotans Goldring und Donars Hammer fertigte. Letztendlich wurde Loki wegen seiner Schandtaten von den Göttern aus Asgard verstoßen. Doch seine getreue Gemahlin Signy verließ ihn auch in seinem schrecklichen Unglück nicht. Bis zur Götterdämmerung muss Loki an einem Felsen gefesselt bleiben, dann rächt er sich an den Asen mit seinen Kindern, der Hel, der Midgardschlange und dem Fenriswolf.

    Loki scheint nur bei den skandinavischen und isländischen Germanen eine Rolle gespielt zu haben. In südlicheren Gebieten kommt er nicht vor. Wie Wuotan, zeigt Loki dämonische Züge, allerdings in viel stärkerem Maß, die er schon vor der Christianisierung hatte. Aus den alten Schriften wird Loki meistens dargestellt als hinterlistig, gemein und herzlos. Er fügt seinen Asen-Verwandten oft ohne sichtbaren Grund Schaden zu, und hilft ihnen dann, meistens widerwillig, den Schaden wieder auszugleichen.

    Heutzutage sieht man Loki doch mit anderen Augen. Seine Rolle zwischen einzelnen Göttern aktivierte andere Götter, legte die Schwächen und Stärken anderer Götter bloß und ist einfach notwendig, um das Nach-Ragnarök zu realisieren. Ohne Loki wäre die germanische Mythologoe nicht halb so aufregend; Loki ist der verneinende Geist, die Repräsentation des negativ-wilden Teils der Persönlichkeit, mit dem ein Individuum manchmal reagiert, wenn es sich von den Regeln der Gemeinschaft bedrängt fühlt. Er ist quasi der Reinecke Fuchs der germanischen Götter.

    ENDE
     
  6. sternenklang

    sternenklang Neues Mitglied

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    DIE SEELE:

    Bäume nahmen im germanische Denken und Fühlen eine wichtige Stelle ein. Drei Götter schufen gemeinsam aus dem Holz zweier Baumsorten die ersten Menschen, Mann und Frau. Der Weltenbaum Yggdrasil steht für die Struktur und Verbindungen zwischen den Welten, die innere Welt eines Menschen wird durch einen "Inneren Baum" dargestellt, ein Kämpfer wurde als "Kriegseiche" angesprochen, unter Bäumen wurden Versammlungen gehalten, dort wurde gefeiert und Recht gesprochen.

    Auch der Kern des Menschen wird als eine Art Baum gesehen. Seine Wurzeln bildet ein Komplex an Essenzen und Kräften, den man unter dem Begriff "Seele" fassen könnte. Die Germanen sahen im einzelnen Mensch eine Körper-und-Seele Einheit. Aspekte diese Ganzen sind der Körper (lyke), die Erscheinungsform des Körpers (hyde), die Atmung (athem), die Inspiration (wode), der Intellekt (hidge) und das individuelle und kollektive Gedächtnis (myne).

    Weiter gehören noch das Herz und der Wille dazu und auch Begabung im magischen Bereich. Letztere können für jeden Menschen unterschiedlich sein, in fast allen Fällen müssen sie aber entwickelt werden, bevor sie bewußt eingesetzt werden können.

    Hierbei muß beachtet werden , daß alle genannten Teile miteinandern zusammenhängen, keiner eigendlich getrennt vom Ganzen gesehen werden kann.

    Wer seinen Willen trainiert und die Kontrolle über sein Bewußtsein erweitert, der wird im Stande sein die magischen Talente, wie z.B. das Hamingja, dasGlück zu erweitern.

    Wer sich die Runen verinnerlicht, sie in sein Wesen aufnimmt, der "ritzt" sie in das Holz seines Inneren Baumes, so wie die alten Germanen in ihren früheren Zeiten die Runen hauptsächlich in Holz ritzten.


    DIE GÖTTERDÄMMERUNG UND DIE NEUE WELT:

    "Wie alles vergänglich ist, ist den Göttern auf Asgard nicht ein ewiges Leben beschieden. Die Riesen warten auf den Tag, an dem Lokis Kinder sich von ihre Banden lösen und vereint mit dem Geschlecht der Riesen der jetzigen Welt ein Ende machen werden.

    Diese Zeit wird kommen, wenn bei Göttern und Menschen weder Recht noch Zucht mehr herrschen. Durch blutige Kriege wird die Welt veröden, der Bruder tötet den Bruder, der Sohn den Vater. Nichts gilt mehr das Band des Blutes. Auch die Götter müssen untergehen, da auch sie sich nicht frei von Sünde und argem Trug gehalten haben.

    Schweres Verhängnis steht nun den Göttern bevor; der Anfang dazu ist bereits durch den Tod Balders gegeben. In einem dreijährigen, furchtbar harten Winter finden auch die Menschen und Tiere ihren Untergang, die sich aus Kriegsnöten gertettet haben. Von den Leichen der Erschlagenen gemästet, ereilen die grausigen Wölfe Sonne und Mond und verschlingen die lichtbringenden Gestirne. Dann stürzen die Sterne vom Himmel. Die Götterdämmerung beginnt.

    Unter schrecklichem Erdbeben fallen die Berge zusammen, und es lockern sich alle Bande, auch die des Loki und des Fenriswolfs. Die Midgardschlange bäumt sich auf, daß das Meer über seine Ufer tritt und die Erde durch Springfluten verheert. Und nun bricht der Entscheidungskampf zwischen Göttern und Riesen an.

    Von drei Seiten zugleich greifen die Feinde die Götterburg an. Von Osten her steuert das verderbenbringende Schiff Naglfar heran, das aus den Nägeln der Verstorbenen gemacht ist, von einem mächtigen Frostriesen gesteuert, mit Riesen bemannt. Loki führt auf einem zweiten Fahrzeug, von Süden die Feuerriesen herzu, an ihrer Spitze Surtur, den gewaltigen von Muspelheim. Hel mit ihrem Schiff kommt von Norden.

    Wenn Surtur mit den Seinen über die Regenbogenbrücke Asgard erstürmen will, bricht Bifröst zusammen, der ganze Himmel spaltet sich, die alte, halb verdorrte Weltenesche erzittert von der Wurzel bis zum Gipfel, das Ende der Welt naht.

    Heimdalls Horn hat dieAsen und Einheriar alle zum letzten Kampf gerufen. Wuotan tritt kühn dem Fenriswolf entgegen, der den Rachen von der Erde bis zum Himmel aufreißt. Nichts nützt dem Gott sein siegbringender Speer. Das Ungeheuer verschlingt den Vater der Götter in seinem furchtbaren Rachen. Thor kämpft gegen seine alte Feindin, die Midgardschlange; mit dem Hammer zerschmettert er ihr Haupt, sinkt aber selbst zu Boden, von ihrem giftigen Geifer getötet.

    Nacheinander müssen alle Götter sterben; Surtur entzündet den Erdball, und in den Flammen vergeht alles, was da war, Himmel, Erde und Meer, Riesen und Götter.

    Alles Unreine, alle Schuld der Götter ist durch das Feuer des Weltenbrandes ausgetilgt, durch ihren Untergang haben die Götter ihre Verschuldung gebüßt.

    In der neuen Welt werden zwar die alten Götter herrschen, aber neugeboren und von allen Übeln und Unvollkommenheiten befreit. Wie einst bei Beginn der Welt seeliger Friede herschte, so auch in der neuen Schöpfung, und auch ein wiedererstandens Menschengeschlechtwird sich in steter Reinheit und ungetrübter Heiligkeit dieses goldenen Zeitalters erfreuen."

    ENDE
     
  7. Galahad

    Galahad Guest

    Themen zusammengeführt.
     
  8. Sitanka

    Sitanka Guest

    ganz ehrlich sternenklang,

    denkst du wirklich, dass sich jeder so viel zeit nimmt um das alles durchzulesen, jeden tag ein stück davon hätte es auch getan, dann hätte man es gelesen.

    mir ist das zuviel, so viel zeit hab ich einfach nicht, dass ich das alles lese, da brauch ich ne halbe stunde dafür, da kann ich so viele andere schöne dinge machen als im net zu sitzen und mir beim bildschirm die augen kaputt zu machen.

    jeden tag ein bericht, wäre echt klasse gewesen, vielleicht ein wenig zusammengefasst, dann hätte jeder hier mehr davon gehabt.
     
  9. sternenklang

    sternenklang Neues Mitglied

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    Ja du bist völlig im Recht Sitanka, es ist zuviel, also da du ein Moderator bist, bitte ich dich alle meine Beiträge aus dem Forum zu entfernen. Danke für deine Mühe und ich hoffe daß bis morgen meine Beiträge wieder draußen sind. Danke, sternenklang
     
  10. Leprachaunees

    Leprachaunees Aktives Mitglied

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    Jetzt muss ich aber mal gestehen, ich hab das anders gemacht, kopiert in Word un dann ausgedruckt, zack: sofa und lesen.
    Und mir ist da aufgefallen, aml abgesehen von der Riesen arbeit, die du dir gemacht hast, du hast nebenbei auch noch verschiedene Literatur schön zusammengefasst. Also von mir kriegst du jetzt ein Riesenlob, weil eben ein Haufen arbeit drin steckt und ich finds eigentlich richtig gut...

    *knuddel*
    LG
    Leprachaunees
     
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