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Trance und Supernanny

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von diabolo, 7. Februar 2005.

  1. diabolo

    diabolo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2005
    Beiträge:
    372
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    Hallo Ihr Esoteriker,

    Das Wort Trance kommt von altfranz.:transe, ist verwandt mit: transit.
    Die eigentliche Kernbedeutung von Trance ist das Überschreiten einer Grenze.
    In der Trance kann das Bewußtsein diese Grenze überschreiten und Inhalte,
    jenseits dieser Grenze gelegen, wahrnehmen.

    Normalerweise stellt man sich Trance in Verbindung mit einem Dämmerzustand vor,
    also einem etwa schläfrigen Zustand des normalen Wachbewußtseins. Es stellt sich
    die Frage wieweit man bei vollbewußter Wachheit diese Grenzen überschreiten kann,
    ohne die Wachheit wie etwa bei der Hypnose einzudämmen.

    Bei dem Somnambulismus des Beginns des 19. Jahrhunderts versetzte man sensitive
    Personen mit magnetischen Strichen in einen äußeren Dämmerzustand wobei sie im
    inneren hellsichtig wurden und deshalb als Medium genutzt werden konnten.
    Sie konnten hierbei auch mit jenseitigen Gegebenheiten kommunizieren, was beispielsweise
    in dem berühmten Buch von Justinus Kerner: Die Seherin von Prevorst, 1837, beschrieben
    wird. Die somnambulische Methode war ein Teil des damaligen Meßmerismus und läßt sich
    als esoterische Disziplin begreifen.

    Erst mit der Verdunkelung der Zeiten und dem Siegeszug der Wissenschaft um 1850 wurde
    von Braid die Hypnose aus dem Meßmerismus entwickelt und dieser hierbei so zerstückelt
    und seiner gewaltigen Potenzen beraubt, daß nur noch ein Zerrbild desselben übrigblieb der
    dann Hypnose genannt wurde und nur noch die Elemente beinhaltete die mit dem wissenschaftlichen
    Dogma, den aufkommenden naturwissenschaftlichen Denken nicht kollidierten.

    Auf diesem geschichtlichen Hintergrund entwickelte Freud von der Hypnose ausgehend eine
    Methode in entspanntem Zustand, liegend auf einer Couch, alles auszusprechen was einfiel,
    also frei zu assoziieren um so die früher nur etwa Somanmbulen bzw. Hypnotisierten zugänglichen
    Inhalte ins Bewußtsein holen zu können, aus Es sollte Ich werden. Dieses würde Ich als psychedelische
    Methode ansehen wollen. Freud stieß dabei, was eine zentrale Angelegenheit ist, auf die kindliche
    Sexuallibido, die wohl immer umstritten geblieben ist, aber m.E. wohl hauptsächlich aus dem Unverständnis
    Nicht-Analysierter heraus.

    Otto Gross und Wilhelm Reich bilden durch ihre Arbeiten mächtige Beispiele für die revolutionären Möglichkeiten
    einer psychedelisch aufgefaßten Psychoanalyse, sowohl im Hinblick auf den Einzelnen als im Hinblick auf die
    Gesellschaft, anders gesagt zwischen der kapitalistischen Ausbeutungsgesellschaft und einer wirklich konsequent
    aufklärerischen Psychoanalyse gibt es keine Verträglichkeit.

    Der Totalitarismus, die Reaktion marschiert, man will das Wort Psychoanalyse aus der Welt schaffen.....und was wirklich
    ausradiert werden soll und ja auch mehr oder weniger geschafft ist.........ist das Seelische........das Tiefe.......das Unbewußte.........................das Selbst des Menschen.......mit seinen Eigenständigkeit schaffenden Potenzen soll ausgelöscht
    oder zumindest so reduziert werden, das over-kontrollierender Totalitarismus ohne Angst die Früchte seiner übergreifenden
    und menschenverachtenden Ausbeutungspraktiken genießen kann.

    Die Analyse ist tot........es lebe die Analyse. Ein neues Wort ist da: Verhaltensanalyse. Die Absicht ist erkennbar:
    Unter dem Dach der Neuropsychologie wird als Untergröße die Verhaltenstherapie angesiedelt und wiederum eine
    Untergröße eine Unterdisziplin dieser Verhaltenstherapie ist die Verhaltensanalyse. Und die jetzt so genannten
    psychodynamischen Therapien sollen zu einem Unterbegriff der Verhaltenstherapie bzw. der Verhaltensanalyse
    gemacht werden.

    Auf diese Weise verschwindet die Psychoanalyse in ihrer Eigenart wohl so ziemlich ständig, bzw. wird in sehr reduziertem
    Maße eine Unterdisziplin oder wissenschaftlichen Therapie, der Verhaltenstherapie als Oberbegriff.
    Gleichzeitig ist unter der Bezeichnung psychodynamische Therapie noch Platz genug für die Alten ihre Therapie bis zur
    Pensionierung fortzuführen. So stirbt die Psychoanalyse und der Letzte wird dann an der Biegung des Flusses begraben. :)

    Durch das neuere Wort Verhaltensanalyse (das Wort kognitiv assoziierte ich immer als so etwas impotentes, sich nicht recht ausbreiten könnendes) kann aber potentiell die Verhaltenstherapie jetzt in Richtung Seele und Unbewußtes vordringen.
    Dies wird aber doch kaum weiter gehen wie die Anpassung an den totalitärer werdenden Staat erlaubt, man wird abwarten
    müssen ob und wann sich hier was Nennenswertes entwickelt und welche verlassenen Positionen von fortschrittlichen
    Verhaltenstherapeuten dann wieder neu entdeckt werden.

    Ist es nicht analog wie bei Braid, daß wiederum unter mehr als fragwürdiger Wissenschaftlichkeit, wichtige mögliche Erkenntnisse
    über den Menschen auf eine kleine Restelite reduziert werden........und ist der Anspruch etwa jede Therapie auszumerzen vom
    Psychomarkt die nicht diesem Wissenschaftsdogma angeblich standhalten kann..........nicht gerade so primitiv und beschränkt...................einem Spießerniveau entsprechend.........wie das Pochen auf ein deutsches Reinheitsgebot des Bieres etwa.

    Betrachtet man nun noch ein anderes Faktum, nämlich daß die kindliche Sexualität eine zweite Form der Sexualität ist die schon vor der hormonellen Sexualität des Erwachsenenalters besteht und durch libidinöse Regungen erfahrbar ist, so ist die Bezeichnung dieser sexuellen Energie als Libido, ein naturwissenschaftlicher Terminus der die Anpassung der Psychoanalyse an die bürgerliche Realität sicher gefördert hat......allerdings weniger an die Wahrheit.

    In Wahrheit ist die kindliche Sexualität eine magisch-heilige Energie deren Verständnis in einem umfassenderen Sinne in einem esoterischen Weltbild möglich wäre. Hier wäre es möglich die Entwicklungsstadien dieser Energie in ein umfassenderes Bild vom Menschen einzugliedern und die Ergebnisse der Psychoanalyse in ein esoterisches Gesamtkonzept einfließen zu lassen.
    Anstelle dessen scheint die kindliche Sexualität und das Wissen davon dem Moloch Totalitarismus zunehmend geopfert zu werden und Gestalten wie die Supernanny verdunkeln die Bildschirme.

    Der so vermutete Untergang einer Psychoanalyse die diesen Namen verdient bedroht durch diese Zusammenhänge auch das gesammte Geheimwissen über die Befreiung des Menschen wie es in der Esoterik "versteckt" ist, aber dort neben alldem Humbug auch gefunden werden kann. Kurzum mit dem Untergang der Psychoanalyse wirds eben auch kälter, unmenschlicher und ob die Verhaltensanalyse dies einstweilen kompensiert, kompensieren kann, halte ich für fraglich.

    Aber die Welt dreht sich und muß immer wieder neu erfunden werden.

    Diabolo
     
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