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Ein Hauch von Ewigkeit für Crazy Monk

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Bukowski, 31. Dezember 2011.

  1. Bukowski

    Bukowski Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. August 2008
    Beiträge:
    8.763
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    Monk:

    .....

    Crazy Monk ging an diesem Abend früher ins Bett als gewöhnlich. Und ungewohnterweise mit einem Lächeln im Gesicht, von dem er selbst eigentlich nicht so genau wusste, was es bedeuten sollte. Wissen wollte er es auch gerade nicht wirklich. Er genoss es einfach. Atmete noch einmal tief durch. Genoss sich selbst, das Sein, sein Sein von einer Dankbarkeit im Herzen sanft durchflutet die völlig unneurotisch weder Absender noch Empfänger suchte sondern einfach nur da war, ihn durchwebte, still gelebt sein wollte und entglitt selig in einen scheinbar traumlosen Schlaf.

    Als er am nächsten Morgen aufwachte, fühlte er sich seltsam verjüngt. Angenehm. Sein kleiner Crazy Monk streckte ihm wie schon lange nicht mehr vergnügt gespannt das Köpfchen entgegen, als wollte er ihn an ihr längst vergessenes Bündnis erinnern, hier und heute, jetzt!, mitten in dieser seiner Welt seinen Mann zu stehen und Monk zwinkerte ihm ebenso vergnügt, aber sehr viel entspannter zu: Alles klar, ... gehen wirs an und sprang mit einem Satz aus dem Bett.

    Im Bad angekommen rasierte er sich nach dem Duschen mit einer fast schon unheimlichen Lust die paar Bartstoppeln ab und gerade als er motorisch seine Zähne einstecken wollte hielt er inne, denn er hatte den Blick eines Mannes gestreift, der ihn berührte wie nie zuvor. Nie etwas oder jemand zuvor. Sein Spiegelbild zeigte einen alten Mann vielleicht ein halbes Jahrhundert alt, so genau war das gar nicht auszumachen.... mit einer Liebe in den Augen, die ihn in ihrer ... was war es eigentlich...Absichtslosigkeit? Demut? Stille Freude? ... zwar so zaghaft aber ebenso unübertrefflich Augenblicklich gefangen nahm. Atemlos schaute er diesem Mann in die Augen während Gedankenwellen, gleich alten Gerüchten: wie etwa: Schau jaaa nicht zu lang in den Spiegel, sonst wirst du verrückt! durch ihn hindurch zogen, ihn abtastend seine Aufmerksamkeit suchten, immer wieder neue Formen annahmen und als sie seine Aufmerksamkeit nicht fanden neutralisiert ins Nichts verschwanden aus dem sie gekommen waren um im nächsten Moment aus dem selben Nichts zu Wärmeschauern in Gefühlswellen transformiert langsam und unaufhörlich seine eigene Stimme in einer nie gekannten Klarheit zubilden: Hör diesem Mann doch endlich zu!

    Hi... hörte sich Monk heiser, leise, schüchtern sprechen und war doch viel zu verzaubert um im Anblick dieses tiefen fast schon babygleichen zahnlosen Lächeln des Mannes in Verzückung zu geraten oder gar verrückt zu werden. Viel zu ernst schien die Lage wie die leicht gerunzelte Stirn verriet und während er dieses Wunder im Spiegel schaute antwortete dieser Mann ebenso so heiser, leise schüchtern: Hi! Und sprach weiter: Schön, dich zu sehen. Dich! Darauf habe ich schon mein ganzes Lebenlang gewartet. Ich bin sehr stolz auf dich. Die Natur hatte mir einige Zähne geschenkt, diese Welt .... und du mit ihr, habt sie mir, wo ihr nur konntet ausgeschlagen. Und während ihr, du und diese Welt, wie es mir schien immer nur meiner Fehlerhaftigkeit fröntet stehe ich heute und hier vor dir und muss bescheiden bekennen, dass der Schein wohl trügte und ihr immer nur eine Botschaft hattet: Wer braucht schon Zähne für den richtigen Biss... Tiere vielleicht!
    Und während Monk wiedereinmal unberührt Gedankenwellen wie: Gott wie peinlich durch...schwebten, schaute und hörte er immernoch atemlos diesem Mann zu, dessen nicht mehr nur Stirn es war, die sich runzelte sondern bei dem sich nun auch langsam die Nase kräuselte während sich die in einem halben Jahrhundert akrikbisch geschmiedeten Falten zu einem harmonsichen Zittern vereinigten um ein hilfloses Lächeln, dass gerade gar nicht so genau wusste, wohin mit sich selbst schutzgebend in zahnlose, leicht versetzte Kiefer zu betten. Tiere vielleicht!, hörte er den Mann frei von Empörung und Schmerz oder gar Schuldzuweisung schluchzen.

    Entschieden legte Monk seine Zähne zurück, wusch sich mit eiskaltem Wasser heisse Tränen aus dem Gesicht und wusste so gleich, was zu tun war.
     
  2. Bukowski

    Bukowski Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    8.763
    Auf dem Weg zum Arzt traf er einen alten, taumelnden Saufkumpanen, der ihn nach Art der Besoffenen mit halb verzogenener Fratze freundlich grüsste und halbinteressiert nuschelte: Wohin so früh? Die machen jetzt eh zu. Höy... stolperte Monk liebevoll in die Stolperrei seines Kumpels um ihn aufzufangen... Ich geh zum Arzt und dann zum Amt.
    Haste mal auf die Uhr geschaut? Nölte der Besoffene. Is gerade mal 6 Uhr..

    "Mein Arzt macht schon um 7 auf und ich geh zu Fuss erklärte Monk und wenn der Besoffene nicht so besoffen gewesen wäre, hätte er sehen können, dass Crazy Monk dies sich gerade ganz besonders selbst erklärte, denn er hatte tatsächlich schon Ewigkeiten nicht mehr auf die Uhr geschaut, erst recht nicht an diesem Morgen. Vor allem aber kannte er seinen Arzt noch gar nicht. Nochweniger einen, der schon um sieben Uhr seine Dienste anbot.

    Tschö. Verabschiedetete der Besoffene sich bald und Monk hatte sichtlich seine heimliche Freude an dieser Unverschnörkeltheit dieser Besoffenen, die gerade noch völlig belanglos eine Konversation starteten um diese ebenso belanglos wieder zu beenden.

    Tschö. Grinste Monk zurück und ging seiner Wege.

    Exakt um sieben Uhr stand er an einer Häuserfront die ihn magisch anzuziehen schien Wie spät oder früh es war, wusste er immer noch nicht, doch als er nach kurzem Absuchen der Namensschilder den Namen Dr.Med Sowieso Allgemeinmediziner und Pyschotherapeut fand und gerade noch selbstlobende Gedankenwellen ala: Strike. Det is ja ma a Jackpot ob der ungewöhnlichen Kombi ihn wie schon so oft an diesem Morgen unberührt durchfuhren, wusste er gleichzeitig dass er sehr sehr pünktlich war. Zufrieden drückte er die zum Türöffner gekoppelte Klingel und lief die paar Stufen Hochpaterre hoch.


    Als Monk in die Praxis trat, wunderte er sich ein kleinwenig, denn er fand einen praktisch menschenleeren Raum und im Hintergrund war aus dem Radio: All by myself von Eric Carmen zu hören, ein Song zu dem er zwar keinen besonderen Bezug hatte, der ihm aber beim Spaziergang immer wieder mal auf den Lippen gelegen hatte. Er schaute sich gerade etwas um, als aus einem Raum ein Mann vielleicht in seinem Alter mit weissem Kittel; Brille und strengem Blick einige Zettel in der Hand auf dem Weg zum Kopierer hinzutrat und Monk im vorbei gehen mürrsich wissen liess: Wir haben noch nicht für Patienten auf, zu früh.

    Danke! dachte Monk bei sich, denn das Leben hatte ihm gerade geflüstert, dass er nicht als Patient hier war, denn er war weder zu früh noch zu spät. Das fand er auch. Er war kein Patient. Immerhin.

    Ich muss mit Ihnen reden schnalzte Monk gar nicht mürrisch, dafür aber noch strenger als der Blick des Arztes es hergab und duldete einfach keinen Widerspruch. Der Arzt hielt kurz inne, es war nicht klar ob er überlegte, wie der Papierkram abzuwickeln sei ohne Arzthelferinnen oder wie er diesen Freak so schnell wie möglich hierheraus befördern könnte, wie sein zögerliches hin und her offenbarte oder auch nicht und Monk beeilte sich noch eindringlicher festzulegen: Ich muss mit ihnen reden.


    Dr. Sowieso ging schweigend zum Kopierer, kopierte und legte ordentlich ab, bevor er Monk in sein Sprechzimmer bat. Da sassen sie sich nun gegenüber, schauten sich an, eine ewige Sekunde lang schweigend und verloren vor allem aber einfach nur echt. Aus Monk brach es raus, sein ganzes verkorkstes Leben schien sich in ihm zusammengebraut, gesammelt zu haben für diesen einen Moment, in dem er dieser gottverdammten beschissenen diplomierten Welt mit Dr. Titel die er letztlich doch noch gelernt hatte zu lieben ihren ganzen Müll dahinrotzte, mit dem sie ihn sein Lebtag abgefüllt hatte. Es wäre gar nicht so einfach gewesen denn während er, sein Leben aus ihm so sprach merkte Monk immer wieder wie wenig Kontrolle er über seine Gesichtsmuskulatur die ständig wegrutschte hatte. Seine Zunge hingegen kontrollierte er zwar, aber so ohne Zähne hörte er sich lispelnd, schmatzend, schnalzend selbst zu und wann immer die Wand in seinem Bauch, der Abwehrversuch sich und einem kleinen grossen Stück dieser Welt diese Blösse zu geben all sein augenblickliches Wirken zu sabotieren versuchte und dabei sämtliche Ablenkungsmanöver heran zog, wie zum Beispiel die Frage, ob der andere Zuhörer, dieser Arzt mit seinem glasigen akloholgetrübten Blick gleich glupschigen müden Froschaugen über einer von blutigen Adern durchzogenen schweinsrosanen Nase übersät von aufgelöster schuppender Haut über den kleinen Kratern... ob dieser Arzt auch diese Scham fühlte, wenn er gerade einen Patienten behandelte während er untenrum auslief, wenig zwar, ein kleines von der Umwelt nicht wahrgenommenes Pfützchen dass ihn zu einer Privatkonferenz eingeladen hatte um ihn daran zuerinnern, dass vielleicht ja etwas mehr als Schliessmuskulatur der Rosette ausser Kontrolle geraten war. Und hatte er mal hingehört, gefühlt, geschaut oder einfach nur seinen Job weitergemacht um bei der nächst besten Gelegenheit diese bittere Peinlichkeit mit scharfem würzigen und mit Sicherheit völlig überteuerten Whisky runterzuspülen als wäre ausser diesem geliehenen Glück nichts mehr wichtig. Das er ohnehin mit Zins und Zineszins zurückzahlen würde.
     
  3. Bukowski

    Bukowski Sehr aktives Mitglied

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    (Anmerkung der Autorin: Hey Monk, ich muss los, Sylvester Party und so *g... Fortsetzung folgt... vielleicht kann ich dir ja eine ähnliche Inspiration sein, wie du es mir gelegentlich bist und keine Sorge... alles wird gut, habe dich schliesslich zur ewigen Glückseligkeit verurteilt ;))
     
  4. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Na bist du gscheit... was soll i sag`n. Mir versagt die Stimme :D
     
  5. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Hmmm... ein kleinen Hinweis sei mir gestattet, nur dass kein falsches Bild entsteht.

    Monk haust in einer abgefuckten, renovierungsbedürftigen Zimmer, Küche, Kabinett-Höhle mit Klo am Gang und so lang er auch noch durch diese Behausung wandert, er wird nie in einem Bad ankommen, allenfalls in eine deplazierte Duschkabine stolpern. Da drinnen aber gibt es leider keinen Stromanschluß für den Langhaarschneider... sonst wäre das Problem "Monk" schon lange gelöst :D Also, das Rasieren, sofern es passiert, findet nicht in einem Bad statt, sondern irgendwo zwischen Universalküche und Computerzentrale.

    Aber das soll uns nicht hindern, auf den positiven Ausgang der Geschichte zu hoffen :zauberer1
     
  6. Bukowski

    Bukowski Sehr aktives Mitglied

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    Wie gesagt, es wäre nicht so einfach gewesen, sich den Weg durch all diese hochgespülten Anwandlungen von Zynismus, Projektionen, Enttäuschung und Schmerz zu bahnen die nichts weiter als Verstrickung suchten wenn, ja, wenn er nicht Kraft des halben Jahrhunderts, das ihn vorhin als Spiegelbild empfangen hatte beflügelt von Besinnung wieder und wieder in schlichte Herzlichkeit gemündet wäre. Als er seine Rede beendete, hatten der Jüngling und der Alte von heute Morgen eine Allianz der Wahrhaftigkeit geschlossen. Wer braucht schon Zähne für den richtigen Biss!, lachte er sich und der Welt freudig zahnlos ihr gemeinsames Werk ins Gesicht.

    Der Arzt schaute Monk leicht ratlos an und wusste nicht so recht, ob er gerade einem verrückten Halkunken aufgesessen war oder ob ihn Gott persönlich berührt hatte und Crazy Monk, der seine Gedanken lesen konnte half ihm verständnisvoll zurükhaltend: Es ist ihre Wahl.

    Ja... freute sich der Arzt bescheiden den Kopf in der Hand gestützt und blickte leicht apathisch durch Monk hindurch. Ja! rief er dann irgendwann aus bevor er händeklatschend aufstand um Monk das Interview seines Lebens zu geben.
    Sagen sie, haben sie öfter Kopfschmerzen? Hm .. Joa... das kenne ich ... antwortete Monk mit gespieltem Ernst.

    Und lachen sie zb. phasenweise wahnig um dann früher oder später in depressivstes Weinen umzuschlagen? Gestern schlief ich noch glückselig ein und heute früh stand ich weinend mitten in diesem Leben! liess Monk den Dr. mit eben solch gespieltem Nachdruck wissen und schaute den Arzt, von dem er inzwischen sagen konnte: "Na, das ist doch mal meiner" gespannt an. Und sagen sie, fragte er weiter: Wissen sie eigentlich, dass sie ernsthaft krank sind?
    Nö! gab Monk kopfschüttelnd zuverstehen.
    Und folglich möchten sie auch keine Therapie, richtig?
    Genau!, grinste Monk mit erhobenen Augenbrauen.

    Gut, alles klar. Der Arzt setzte sich wieder, holte Zettel und Stift raus, kritzelte in typischer Ärztehandschrift recht schnell lauter Diagnosen und Diagnöschen dahin und machte aber sicher, dass Verschiedenes deutlich lesbar blieb.

    Da sassen sie nun wieder einmal, fast wie zu Beginn des Gesprächs, zwei von dieser Welt disgnte Alkis, wobei sich der eine vom anderen nur dadurch unterschied, dass er sich hat den besseren oder überhaupt einen Schönheitschirugen leisten können, der alles menschliche, ganz besonders vermeintliches Versagen hinter Dr. Titel, Kittel und einem sehr guten Gehalt hatte verbergen können oder wohl eher müssen. Systemerhalt halt. Aber gut irgendwie irgendwo irgendwann war doch ein kleiner oder grösserer Ausbruch gelungen. Allen beiden.

    Dr. Sowieso reichte Monk das Kuvert und fragte etwas stutzig Und jetzt?, Und jetzt, sagte Monk, der wohl bewusst ignorierte, dass der Dr. sein weiteres Leben ganz allgemein gemeint hatte,
    Und jetzt konzentriere ich mich auf den nächsten Schritt, das Amt, wie bereits erwähnt.
    Hmhm, überlegte der Arzt halb geistesabwesend bevor er zur Schublade griff, sein Portemonai rausholte, und einige Scheine rauskramte.
    Hier, reichte er Monk das Geld, ich rufe ihnen ein Taxi, fahren sie zum Amt. Von Gestern ist noch ne Rechnung offengeblieben, begleichen sie beides und behalten Sie den Rest.
    Ok, stutzte nun Monk nicht schlecht und war fast froh, dass eine der inzwischen eingetroffenen Arzthelferinnen reinplatzte und entschuldigend wieder die Tür schloss.
    Nachdem der Dr. das Taxi gerufen hatte, lief Monk zur Tür und verabschiedete sich mit einem kurzen Tschüss, dass von einer Dankbarkeit getragen war, die keiner Aussprache bedurfte. An der Tür angekommen drehte er sich nochmals um, denn den Wink: Wodka riecht man nicht wollte er dem Arzt doch noch in Erinnerung gerufen haben.
    Die Antwort des Arztes, der inzwischen wieder genau so unsympathisch streng über seine Brillenränder blickte wie bei Monks Ankunft sollte stattdessen seinen Abgang beschleunigen, aber wie. Mit leicht hochgezogenen Schultern und leicht eingezogenem Kopf beeilte er sich etwas kirr aber doch belustigt die Praxis so schnellt wie möglich zu verlassen.
    Eben! Hatte der Arzt gemurrt, Eben!

    Beim Amt angekommen gab Monk Ausweis und Co ab und zog seine Wartenummer. Er wunderte sich ein klitzekleines bisschen darüber, dass so früh doch so viele Menschen hier waren.
    Um die Ecke war ein Bistro, dass von einem liebevollen schwulen Päärchen betrieben wurde, in welchem er sich die Wartezeit einwenig verkürzen würde.

    Auf Alfred und Monika war verlass, tatsächlich, sie hatten schon auf. Monika, der ihre Männlichkeit deutlich anzusehen war und die null komma nix einen Vertrag damit hatte sich für ihre Mitmenschen konkret zu entscheiden, ob sie denn nun Männlein oder Weiblein oder gar irgendetwas tuntiges dazwischen sein wollte, stand heute geschminkt in Rockerkluft in welche sich ein wenig Pink verirrt hatte mitten im Laden und wischte genau den Tisch, an den Monk sich setzten wollte. Oder sowas ähnliches tat sie jedenfalls.

    Biste so lieb mir ein Glas Wasser zubringen, wenn du den Tisch zu ende gestreichelt hast, fragte Monk verdattert aber immerhin höflich hinter ihr stehend. Sie drehte sich achselzuckend um und wollte gerade irgendwas Zickiges von sich geben, als sie sah, dass es Monk war.
    Ach Hi, meinte sie und hatte schnell ausgemacht, dass irgendwas anders war: Na, heute die Beisserchen vergessen?, freute sie sich, dass sie so schnell etwas zum zurückdemütigen gefunden hatte. Und rükte ihm auch schon bald den Stuhl hin.
    DU, ging sie kurz in die Hocke, Michael hat heute Geburtstag und wir stossen schon mal an. Willste auch? fragte sie herzig.
    Nein, danke, nur ein Wasser bitte, bestellte Monk cool. Und belieh sich dabei ein Stück Humphrey Bogarts Souveränität, dem Erfinder der Coolness, vergass aber nicht, ein kleines Stossgebet des Dankeschöns an den Gott der Oberflächlichkeit zurichten, wer auch immer das war. Immerhin entliess er ihn allzuoft unbehelligt aus gar schnöden Verstrickungsmanöver und andere, wie eben die liebe Monika zb. aus billigen, lähmenden Betroffenheitsplattitüten.

    Er trank sein Wasser, las noch einwenig Zeitung und schlenderte gemütlich zum Amt zurück. Es war noch etwas Zeit für ein kurzes Managerschläfchen, was er sehr begrüsste bevor seine Nummer aufgerufen wurde.

    Im dritten Obergeschoss angekommen betrat er das Zimmer und war im ersten Moment froh, dass sein zweites wichtiges Gespräch für heute mit einer Frau stattfinden sollte. Die Dame mit blondgefärbten, topierten Haaren hatte eine unnatürlich gebräunte alternde Haut mit viel zu viel Dönekes hier und Dönekes da, wie Monk bei genauerem Anblick fand. Als sie ihn auch noch mit tiefer rauher Stimme knapp bat einzutreten, um gleich sicher zustellen, wer hier der Cheff sei drohte seine Gelassenheit ihn zu verlassen. Schüchtern schlenderte er zu seinem Stuhl, da fiel ihm sein Ass, sein Kuvert wieder ein. Ich bin hier durch. Fertsch. sagte er sich setzend und reichte ihr seine Unterlagen.

    Wie bitte? Die Dame schaute etwas entgeistert drein, war aber doch Profi genug sich mit Argusaugen zu vergewissern, ob sie es hier gerade mit einem Stänkerer, nein, Meuterer zu tun hatte oder was war das´?. Sämtlicher Verbund aller Synapsen lief auf Hochtouren um alle Wächter gleich hungrigen Pittbulls zur Menschenjagd anzuregen: Hier ist ein Arbeitsverweigerer, eine Bedrohung fürs System, schaut genau hin!, hatte sie ungehört mit einem Megaphon verlautbaren lassen. Doch nach kurzem intensiven Blick in Monks Gesicht gaben die Wächter Entwarnung und zogen ihre metallischen Fangarme wieder ein. Invalide!, liessen sie ihre Herrin wissen.

    Zeigen sie mal her, wer sind sie denn.... murmelte sie in ihren nicht vorhandenen Bart, gab seine Daten in den Computer ein, las einwenig nach und nachdem Monk ihr noch den Brief des Arztes dazu legte, den sie auch kurz überflog, verliess sie das Büro um gut 10 Minuten später wiederzuerscheinen.

    Sie informierte ihn sachlich über den weiteren Verlauf und Monk, der sich gerade an die Szene in Star Wars erinnerte in der ein Jedi Ritter einem lästig zu werden drohendem Kassierer Kraft der Macht seinen augenblicklichen Bedarf erfolgreich suggerierte machte sich einen Spass daraus diese Dame ebenso zu schicken und liess sie denken: Herr Wiwu ist nicht vermittelbar. Herr Wiwu ist nicht vermittelbar. Herr Wiwu ist nicht vermittelbar. .... während er gebannt auf die mögliche Auslese lugte ohne auch nur ein Ohr zu haben für all ihre bürokratischen Auslassungen.

    Spontan waren ihm die Hände verschränkt zum Hinterkopf geeilt denn er freute sich wie ein Kleinkind als die Sachbearbeiterin mit leichter Panik in den Augen und noch entgeisterterer Miene als Eingangs ihre Ausführungen mit der Bemerkung schloss: Bis auf weiteres aber stufe ich Sie als nicht vermittelbar ein.
     
  7. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Ich fühle mich geehrt :D
     
  8. Bukowski

    Bukowski Sehr aktives Mitglied

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    Oh das kannste dich auch wirklich, Crazy Monk... :)

    Immerhin sitze ich hier mitten in der Irrenanstalt (=mein Leben :D) mit lauter Verrückten um mich, die allesamt was vom Kuchen Fiory abhaben wollen.

    Insofern, wie gesagt, sieht so aus, als sei Ein Hauch von Ewigkeit zur vollen Dröhung Ewigkeit mutiert oder so... :lachen: (nicht bös sein)

    Fortsetzung folgt... :zauberer1
     

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