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Das Veräußern ( des Wortes ) als prinzipielle Sünde - Friedrich Weinreb

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von luzifer, 12. August 2005.

  1. luzifer

    luzifer Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Juli 2004
    Beiträge:
    3.418
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    .

    Friedrich Weinreb ...

    ... aus seinem Werk:

    Innenwelt des Wortes im neuen Testament

    ( erster Abschnitt, Kapitel 3 )


    :)

    Das Veräußern (des Wortes ) als prinzipielle Sünde

    :)
     
  2. luzifer

    luzifer Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Juli 2004
    Beiträge:
    3.418
    .

    Das Veräußern als prinzipielle Sünde

    Denn man kann die Bibel lesen, wie man auch andere Bücher liest, wie man Briefe,
    sonstige Berichte aufnimmt. Das heißt, man nimmt dann die Worte »normal« als Worte,
    wie sie benutzt und verstanden werden im gesellschaftlichen Verkehr, bei historischen
    Untersuchungen, beim Studium von Akten und Dokumenten, bei derBeurteilung von Gesetzen,
    bei allen wissenschaftlichen Untersuchungen. Man denkt, wie im Beispiel der Bewerbung,
    dabei absolut gerecht zu handeln und würde empört protestieren, wenn man den Vorwurfhörte, ´
    man beginge gerade ein großes Unrecht, sei einer Sünde verfallen.

    Ich will nun aus der Bibel im Neuen Testament eine Stelle anführen, die man als eine Mitteilung
    aus dem Innem, den verschwiegenen Gedanken jenes Bewerbers vergleichen könnte.

    Es ist das bekannte: »Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott,
    und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch
    dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In
    ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht
    scheint in der Finstemis, und die Finstemis hat's nicht erfaßt.«
    So fängt
    doch der Bericht des Johannes an; es sind die ersten vier Verse.

    Ist das nicht auch der lautlose, aus Verzweiflung kommende Schrei aus dem Inneren
    eines jeden Menschen, wenn er bemerkt, daß man ihn nicht kennen kann, solange er
    immer nur beurteilt wird nach seinem Verhalten in der Familie und in der Gesellschaft,
    in der Kirche, im Verein, in der Wissenschaft, kurz: in der Welt?

    Aber was ist dann das Wort?, wird man fragen.

    Ich will gleich aus jenem Schrei heraus antworten: Gott ist das Wort.
    Durch dasselbe ist doch alles, sind doch alle Dinge gemacht, und ohne das Wort
    ist nichts gemacht, das geschaffen ist. Im Wort ist doch das Leben.
    Aber der Mensch scheint das alles nicht fassen zu können. Wie die Finstemis das
    Licht nicht fassen kann. Wie der Mensch also auch Gott nicht fassen kann.

    Man könnte schon verstehen, daß hier nicht nur das Äußere des Wortes gemeint wird,
    wie man es in der Gesellschaft kennt und sich mit Worten unterhält. Wie jener Bewerber
    in meinem Gleichnis auch nicht nur so gekannt wird, obwohl man es doch normal und gut meinte.
    So ist also ein Wort nicht nur das, was man im Wörterbuch, selbst im größten und vollständigsten,
    darüber finden kann. Auch das beste psychiatrische, sogar astrologische Gutachten
    kann von der Fülle, der Vielfältigkeit, den Nuancierungen eines jeden Me!J.schen nichts aussagen.
    Was also sagt das Wort eigentlich aus? Ich möchte zurückfragen: Was »weiß« man von Gott,
    was sagt Gott aus?
    Dennoch spricht man vom Wort, von Worten. Aber dann bedenke ich, daß in manchen
    Kreisen von der Bibel als »Wort Gottes«, als »Gottes Worte« gesprochen wird.

    Man nennt sie auch »heilige Schrift«. Und viele sagen, jene Worte sind durch
    den »heiligen Geist« geschrieben, inspiriert. Denn ein »Geist« schreibt doch nicht,
    wie ich jetzt mit einem Kugelschreiber. Und doch heißt es, »er« habe das geschrieben.

    Man könnte jetzt anfangen zu begreifen, was ich mit der Sünde meine.
    Man unterscheidet dann nämlich nicht zwischen dem Lebenslauf jener Person und ihrem
    ewigen Leben, ihrem sogar für sie selber größtenteils verborgenen Inneren.
    Und so liest man die Worte der Bibel, studiert sie sogar ernsthaft, und kann nichts
    wissen von ihrem Inneren, von ihrer Identität mit Gott.

    Das ist wohl die Wurzel der Sünde: daß man das Erscheinende, das Äußere beurteilt
    und daraus schlußfolgert, ob es gut oder böse sei, ob man es für seine Zwecke, für sein
    Lebensziel in dieser Welt gebrauchen kann oder nicht, ob man es moralisch gerechtfertigt
    findet, ethisch, seiner Institution gemäß, oder eben nicht. Ich kann nichts dafür, ich muß
    jetzt unausweichlich an jene Frucht vom Baum der Erkenntnis von gut und böse denken,
    die von der Schlange so dringend zum Genuß empfoWen wird. Und dort ist doch der für
    viele unbegreifliche Anfang der Sünde.

    Wenn wir also die Bibel nach unserer normalen Art beurteilen wollen, so wie wir alle Dinge
    ernsthaft .analysieren: historisch, sozial, psychologisch, ästhetisch, philologisch -,
    dann haben wir eben nur die äußere Bedeutung der dort vorkommenden
    Geschichten und anderen Mitteilungen. Und wir haben dann ehrlich und gerecht beurteilt,
    was uns dort als gut und was uns als böse erschien. Wir urteilen dann, wie »man« urteilt.
    Man urteilt auch so über den Lebenslauf von Menschen und wird auch selber so nach
    Recht und Gesetz von anderen beurteilt.

    Was sollen wir sonst mit dem Wort tun? Wer gibt uns da einen Rat?

    Nun, wenn »Gott« das Wort ist, wenn der heilige Geist die Worte spricht und schreibt,
    wäre doch der erste Schritt, eine Antwort zu suchen auf die tiefste, jeden Menschen
    angehende Frage: »Was und wer ist Gott, wenn Gott das Wort ist, und der
    heilige Geist uns die Worte bringt, Worte, wie wir sie in der Bibel kennen?«

    Ich spüre immer stärker: Ich muß auch bei den Worten ihr Inneres,
    ihre Verborgenheiten suchen wie bei mir, bei Menschen.
    Ich begehe ein Unrecht, eine Sünde, wenn ich auch die Worte nur nach ihrem
    Äußeren kennenIeme, wenn ich sie also verkaufe, ausliefere, verrate, sie eben veräußere.


    Jetzt, glaube ich, brauche ich nicht weiter zu seufzen oder mich zu ärgern,
    wenn ich an den Streit denke, der durch das Veräußern entstanden ist,
    den Kampf eigentlich von jedem gegen jeden, den Kampf der ehrlich aufgebrachten Rechthaber.
    Man findet sie in jeder Institution, in jeder Erscheinung der Religionen. Mich aber drängt es wirklich,
    vom Wort zu sprechen.

    Und ich weiß, daß die Sünde, die doch von Anfang an die Einheit des Menschen
    wie Gottes Einheit zertrümmern möchte, sich diesen Worten widersetzen wird,
    und daß viele sie deshalb nicht verstehen können. Aber man soll dennoch
    anfangen, auch wenn man vom Erfolg oder Mißerfolg noch gar nichts weiß.

    Also fangen wir an.


    :)
     
  3. vittella

    vittella Guest

    Bist Du sicher,dass Das "Wort" auch im Urtext Wort heisst und nicht Schwingung oder Ton oder sonst etwas sein könnte...denn dann würde das alles verändern....?
     
  4. Reisender

    Reisender Neues Mitglied

    Registriert seit:
    20. Januar 2005
    Beiträge:
    4.085
    Wort=Logos
    Gott=Wort
    Gott=Wort=Logos

    Zieh mal von Deiner begrifflichen Wirklichkeit das Wort ab, und dann schau, was bleibt. Was wäre wohl diese Schöpfung ohne das begriffliche Beziehungsgeflecht.
     
  5. luzifer

    luzifer Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Juli 2004
    Beiträge:
    3.418
    Der Mensch selbst ( aus ) Ton .... aus echtem Ton ... ( sich erschuf )
    .... und nicht dem Lehm die die Bibelübersetzer den Kirchen
    ... in den Mund legten.. ( Ton .. wie Töne )

    - Luzifer -
     
  6. luzifer

    luzifer Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Juli 2004
    Beiträge:
    3.418
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    Und " eine Wahrheit wird nicht zu Unwahrheit nur weil Niemand sie sieht ".

    Gandhi

    :banane:
     

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