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Das Tabu Tod brechen

Dieses Thema im Forum "Sterben, Tod, Leben nach dem Tod" wurde erstellt von Trixi Maus, 17. November 2006.

  1. Trixi Maus

    Trixi Maus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. Oktober 2005
    Beiträge:
    26.439
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    Hallo ( :

    Heute wollte ich meine fehlende Nase einmal in den Tod tunken. Und auch die Ohren, die ich nicht habe. Und meine Augen wollten das dann eigentlich lesen.

    Ich will vorab sagen, dass ich mich mit dem Tod lange auseinandergesetzt habe. Ich habe sehr viel darüber gelesen, hatte selber lange ein starkes Unwert-Empfinden in meinem Leben, weil ich mich einfach unpassend hier auf Erden fand, unter anderem, weil das, was ich so gesagt hätte, von meiner Umgebung als tabubrechend verstanden wird. Das ist eigentlich immer schon so und jetzt nach 35 Jahren gehe ich langsam dazu über, da die richtige Wortwahl zu finden. Und ein ganz grosses Thema, das ist für mich, so wie wohl für alle, der Tod.

    Nicht der Nahtod, den meine ich nicht. Der hat ein anderes Wort, er heisst Nahtod und nicht Tod, der Nahtod ist erlebbar während des Lebens und man spricht auch von einem Inneren Tod, den man erleben kann, ohne ein Nahtod-Erlebnis zu haben. All das meine ich nicht. Es macht mir nichts, wenn hier im Thread über diese Dinge gesprochen wird, aber eigentlich meine ich das nicht.

    Ich meine nur "Tod". T o d. Man sagt, er sei ein Meister aus Deutschland. In Tibet ist man ihm auch sehr verbunden, man sieht ihn als Teil des Lebens, das aus mehreren Bewusstseinszuständen in einem Kreislauf auch immer wieder in einem Reinkarnationszyklus an einem körperlichen Leben vorbeiführt. Und der Übergang jeweils in den anderen Zustand, der wird Sterben genannt und ein ganz bestimmter, länger dauernder Zustand, der wird Tod genannt. In ihm sei aber nicht weniger Leben zu finden, als im körperlichen Leben, jedoch ändere sich eben die "Konsistenz" unseres Erlebensfeldes, in etwa so, wie wir heute den Traum erleben. Weil die Materie der anderen Bewusstseinszustände eine andere sei, sehe man aber eine etwas andere Umgebung und sei anderen Zusammenhängen unterworfen als im Körper-Erleben.

    -------
    So. Schwierig über den Tod zu reden ist es, weil der weh tut. Einfach nur, weil man ihn bedenkt- je nachdem, in welcher Lebenssituation man ist mal mehr oder mal weniger. Das Todsein selber tue dagegen nicht weh, sagt man. Das finde ich bemerkenswert und irgendwie lustig: solange wir hier auf Erden damit schwanger gehen, sterben zu müssen, tut es weh und ist unangenehm, sind wir dann aber im Tod, ist es wie nach einer Geburt auf einmal wunderbar (sagt man). So als ob man endlich aus dem engen Mutterleib (in diesem Falle unser Körper und das materielle Universum) heraus geschlüpft ist?

    Also, wenn ihr Lust habt, da ein wenig mit zu philosophieren, dann tut Euch keinen Zwang an. Vielleicht sind es ja auch ganz konkrete Erlebnisse mit dem Tod, die Euch gezeigt haben, was der Tod ist und die ihr hier teilen könntet.

    Liebe Grüsse,
    Trixi Maus
     
  2. Kinnaree

    Kinnaree Guest

    OH. Mir fällt ein ganz konkretes Erlebnis ein, wo ich mit der Energie des Todes direkt konfrontiert war, vielleicht paßt es? Ich erzähl einfach drauflos, das ist dir doch eh das Liebste, oder?

    Die Uroma meines Freundes lag im Sterben, wir wußten es, ihre letzten verständlichen Worte waren "ich mag nimmer" gewesen. Nun schlief sie schon seit zwei Tagen. Ich wollte eigentlich erst abends bei ihr vorbeischauen, mein Freund war in der Arbeit. Aber auf dem Weg im Auto zu ihm hinaus wußte ich auf einmal, du fährst jetzt zur Uroma. Als ich die Türe ihres Zimmers öffnete, kam mir etwas entgegen, etwas...ungeheuer Großes, Fremdes, Gebietendes. Es fühlte sich an wie Stein, aber nicht undurchdringlich - als würde flüssiger Marmor mich überfluten. Ich blieb unwillkürlich stehen und flüsterte "...das ist der Tod, nicht wahr?" - und dann wurde ein Weg frei ins Zimmer, als hätte ich ein Schlüsselwort gesagt. Niemand war bei ihr, wir waren ganz allein, sie und ich und ... der Tod. Und diese schweigende Macht war es auch, die mir unmißverständlich sagte, "Faß sie nicht AN", es war wie ein stummer Befehl, als wären - mächtige Schwerter um ihr Bett gekreuzt - als ich zu verstehen gab, ich respektiere diese Macht und werde sie nicht berühren, konnte ich an ihr Bett treten. Ich sagte zu ihr, die in tiefem Schlaf lag, aus dem es erst drüben ein Erwachen gibt, die Worte, die noch auszusprechen waren. Worte, die ihr das Loslassen möglich machten. Sie lag im Tiefschlaf und ihre körperlichen Ohren konnten mich nicht hören... aber ihr Atem kehrte sich augenblicklich um, wurde zu einem sanften "das Leben ausatmen". Ab da war die ganze Energie im Raum viel freundlicher, nicht mehr hart und streng, wenn auch immer noch gebieterisch. Ich verbeugte mich vor ihr, vor dieser fremden und doch so eigenartig bekannten Macht und verließ leise den Raum.

    Der Anruf, sie sei gestorben, erreichte uns kaum eine Stunde später, ich hatte grad noch meinen Freund drauf vorbereiten können.
     
  3. Saraswati

    Saraswati Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    29. Juli 2005
    Beiträge:
    4.608
    Ort:
    Nähe Stuttgart
    Eindrucksvolle Geschichte Kinnaree! Danke!

    Mir fällt meine erste konkrete Begegnung mit dem Tod ein, die ich hatte, als ich schon fast erwachsen war. Mein Großvater war gestorben, wir waren zur Beerdigung angereist und hatten die Gelegenheit dem Toten in der Friedhofsleichenhalle noch einmal zu begegnen.
    Der Raum war stark mit Neonlicht ausgeleuchtet, als wolle man jegliche Schattenbildung vermeiden, als habe man Angst vor Geistern...
    Da lag also der Körper, hübsch in Kissen gebettet, ein paar Blumen dabei. Und auf der Stelle wurde mir etwas klar: Hier liegt nur noch ein abgelegter Körper, die Seele ist nicht mehr drin. Dieser Körper darf ruhig vergraben werden, denn das, was hier zu sehen ist, ist nicht mein Großvater.
    Eine unspektakuläre und einfache Geschichte, die ich hier beisteuere. Doch für mich klärte sich zu diesem Zeitpunkt das Körper-Seele-Verständnis...

    K.S.
     
  4. Kinnaree

    Kinnaree Guest

    Oh, gut, daß du das hier so beschreibst! Da fällt mir nämlich ein, das war auch sichtbar in diesem Prozeß, in dem ich Uroma gesehen habe. Die Seele (oder wie immer man das nun nennen will) hat sich aus dem Körper langsam zurückgezogen wie... ich hab damals gesagt wie die Hand aus dem Handschuh, genau so hat es ausgesehen.
     
  5. Trixi Maus

    Trixi Maus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. Oktober 2005
    Beiträge:
    26.439
    hallo Kinnaree,

    ja, dieses Zurückziehen dieses Aspektes, den Du als Seele beschreibst, das ist eine ganz grosse Offenbarung. Was mich interessieren würde: was hast Du für eine Idee, wie das mit diesen Schwertern und dem "fass sie nicht an" zu verstehen ist? Es gibt ja z.B. die Tradition, die Hand zu halten und so, hattest Du da nicht das Bedürfnis verspürt?

    Liebe Grüsse,
    Christian
     
  6. Kinnaree

    Kinnaree Guest

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    Ja, das WAR ja das Eigenartige. Emotional möchtest du - auch wenn sie bereits nicht mehr erreichbar scheint - ihre Hand nehmen, nicht war? Ich wollte das, als ich den Raum betrat - und was soll ich dir sagen, die Atmosphäre um ihr Bett herum wurde da so dicht, so intensiv, ich hätte da nicht durchkönnen, und die Worte nein nicht die Worte sondern die Essenz der Worte Faß sie nicht AN waren wie ein körperlicher Schmerz durch mich durch. Den hab ich angenommen und zum Ausdruck gebracht, ja ich habs erfaßt, ich berühre sie nicht. Mir war nonverbal auch schlagartig im wahrsten Sinn schlag-artig klar, warum. Ich war so voller Leben, so energiegeladen (wie ich halt bin ;)) - und sie war dabei, fortzugehen. Sie hat nur noch auf die letzte Nachricht von mir gewartet, da war noch was zu sagen. Sie wollte hinaus, sie war auf dem Weg aus dem Körper raus. Mit jeder Form von körperlichem Kontakt hätte ich sie zurückgezogen und den Prozeß, der so leise und natürlich und friedlich ablief, aufgehalten oder gebremst, und das sollte und wollte ich nicht. (Seither les ich auch die tibetischen Texte über die Lösungsprozesse mit einem ganz anderen Verständnis.)

    Das wird wohl in jedem Fall anders sein. Ich kann und will das nicht verallgemeinern, aber es war eine ziemlich einschneidende Erfahrung, auch davon, daß man nicht wirklich allein sterben KANN - man ist nicht allein... oder immer, von welcher Seite dus halt sehen willst :)
     
  7. kiri

    kiri Mitglied

    Registriert seit:
    24. September 2006
    Beiträge:
    201
    Als meine Mutter vor einigen Jahren starb, wir sind drei Schwestern, hielten wir vier Tage lang Nachts Wache an ihrem Bett. Meine Schwestern wollten meine Mutti nicht gehen lassen. In der Nacht, als ich bei ihr saß, kommunizierten meine Mutter und ich irgendwie auf ganz besondere Art. Denn eigentlich war sie nicht mehr ansprechbar. Ich versuche, sie zu beruhigen und ihr klar zu machen, dass sie gehen darf (ich wusste, dass sie das auch will). Und in dieser Nacht ging sie auch.
    Sie starb zu Hause. Wir versammelten uns alle mittags nochmal um ihr Totenbett, bevor der Leichenbestatter kam, um sie abzuholen - inzwischen waren auch unsere Männer eingetroffen - wir verabschiedeten uns von ihr. Es war ein wunderschöner, warmer Herbsttag und die Terrassentür war leicht geöffnet. Als wir da so saßen, zog ein leichter Luftzug durch den Raum, die Terrassentüre ging auf und zu (es waren keine anderen Türen offen, die diesen Durchzug hätten erklären können) und mir war bewusst, jetzt ist sie gegangen. Meine Familie ist nicht besonders "esoterisch" veranlagt und so wagte ich nicht, über diese Empfindung zu sprechen. Irgendwie kam dann später doch das Thema genau auf diese Situation und alle, aber wirklich alle, hatten es mitbekommen.
    Als meine Mutter dann in den Sarg gelegt wurde sah auch ich nur noch die sterbliche Hülle, den Körper da liegen, wunderschön zwar und doch war es nicht mehr meine Mutter, die Seele, mit der ich verbunden war. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich die Einzige war, die nicht weinte, als der Sarg verschlossen wurde.
    Am Tag der Beerdigung war fürchterliches Wetter. Es regnete, es war kalt und es ging ein absolut unangenehmer Wind. Meine Mutter hatte sich schon zu Lebzeiten für ihre Beerdigung ein bestimmtes Lied gewünscht, welches ein Chor am Grab sang. Als dieses Lied angestimmt wurde, brach die Sonne durch die Wolkendecke durch - genau so lang, wie dieses Lied anhielt.
    Noch heute, nach sechs Jahren, wird mir ganz warm um's Herz, wenn ich dran denke. Sie war in diesem Moment ganz bei uns, ich bin fest davon überzeugt.
    Da fällt mir noch ein anderes Erlebnis ein. Als sie in der Leichenhalle aufgebahrt war, ging ich diese Tage mehrmals hin, um mich ganz alleine von ihr zu verabschieden, mit ihr zu reden. Als ich da eines Abends so stand, fiel plötzlich ein ganzer Stapel Kerzen, der da in der Halle gelagert war, runter. Klar bin ich erschrocken - für den Moment.
    Es klingt alles sehr unerklärlich und doch erklärt es so viel.
    Ich konnte sie Tage danach - übrigens auch meine Schwestern - noch fühlen, noch riechen, einfach spüren.
    Ein leiser Schmerz ist da noch immer zu spüren, und doch ist da auch die Gewissheit, dass sie ihren Frieden gefunden hat. Und genau das wollte sie uns vielleicht sagen.
     
  8. WyrmCaya

    WyrmCaya Neues Mitglied

    Registriert seit:
    25. März 2004
    Beiträge:
    12.942
    Ort:
    Caya und Wyrm wohnen in Wien
    Der Tod ist nicht Tabu...die Menschen machen ihn dazu, wenn sie ihn verherrlichen.

    Brechen kann man gar nichts. Brechen funzt nur als Tod.


    Aber sich fragen:

    Was ist denn die Ursache von Tod?

    Und WOZU Tod?



    *winke*

    Caya
     
  9. Alana Morgenwind

    Alana Morgenwind Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. Februar 2005
    Beiträge:
    6.744
    Ort:
    Bayern
    Ja, ich war die letzte Person, die meine Schwiegermutter lebend gesehen hat. sie lag zwei Wochen im Koma nach einer schiefgegangenen Operation und ich hatte abends um 22.00 das Bedürfnis, sie unbedingt noch zu besuchen im Krankenhaus. und ich glaube, sie wartete wirklich nur noch auf ein Wort eines Angehörigen. Ich sagte ihr, sie möge loslassen und in Frieden gehen, denn es wäre eine solche Quälerei für sie. Ich konnte sie schon anfassen und streicheln, da war der Tod noch nicht da, aber spüren konnte ich ihn schon. Am nächsten Morgen früh um vier starb sie dann.
    Ich finde den Tod nicht schrecklich, was mir Angst macht, ist, die zu verlieren, die ich liebe. Lieber würde ich früher gehen, vor allen anderen. Denn eine Trennung tut halt sehr weh, auch wenn man weiß, es ist nicht das Ende. Für dieses eine Leben ist es das halt schon.

    Liebe Grüsse von Alana
     
  10. cuckma

    cuckma Mitglied

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    12. Mai 2003
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    516
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    Schleswig-Holstein
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    Ein schöne Idee...

    Ich erlebe durch meinen Beruf oft den Tot.

    So habe ich schon einige Sterbende gesehen aber auch begleitet.Zweimal habe ich ihn miterleben,spüren dürfen.
    Wenn der Tot im Raum ist,st es UNSAGBAR still dort.Oft verlassen uns die Sterbenden dann,wenn die engsten Vertrauten den Raum verlassen.das erste Mal lag ein Sterbender ohne Bewusstsein schon seit Stunden dort und für die Frau war es schlimm genug die letzten Atemzüge und das Bild ihres Mannes so sehen zu müssen.Ich bin intuitiv hineingegangen und bat die Frau mitzukommen,weil ich ahnte das der Zeitpunkt gekommen war.Ich fühlte den Puls,der immer schwächer und langsamer wurde,dann hatte ich das Gefühl-als wenn etwas herausglitt...Und naja,diese Art frösteln,die immer in Büchern beschrieben wird war auch irgendwie anwesend.
    Beim zweiten Mal lag der Sterbende schon seit einer Woche ohne Bewusstsein und die Frau wachte Tag und Nacht bei Ihm,weil sie Angst hatte zu gehen und nicht dabeisein zu dürfen.Auch für sie war es schlimm den Anblick des geschundenen Körpers ihres Mannes zu sehen.Gespräche waren sehr wichtig.An meinen letzten Tag in meiner Nachtschicht war die Frau bis 5 Uhr früh bei ihm.Dann ging sie nach Hause um zu duschen-wollte die Hoffnung von mir-das sie es schaffen würde...Sie war 15 min weg,wo ich wieder intuitiv ins Zimmer ging und diese Stille wahrnahm.Es war, als wenn etwas im Raum war.Ich nahm seine Hand und er hatte wieder die letzten Atemzüge/Hertzschläge.es war wieder so ein Kältegefühl und ich hatte das Gefühl das er hinausglitt und genau hinter mir oben war und zuschaute???


    LG Beate
     
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