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Arten von Gefühlszuständen Teil 1

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Christoph, 2. Juli 2004.

  1. Christoph

    Christoph Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2004
    Beiträge:
    1.488
    Ort:
    Kiel, Schleswig-Holstein (D)
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    Hallo ihr Anderen,

    hier kommt er mein versprochener Beitrag über die Gefühlskategorien.

    Wie also bereits erwähnt, kann man die Qualität menschlicher Gefühle unter drei bzw. vier "arten"* unterscheiden:

    1. Primärgefühle. Sie strahlen Einfachheit ab, haben Klarheit, Kraft und Ordnung und "passen" in die Situation. Sie bewirken bei anderen ein Gefühl von Gemeinsamkeit, Sympathie und Harmonie.
    2. Sekundärgefühle bzw. Ersatzgefühle. Sie wirken verstellt, künstlich und irgendwie manipulativ.Sie machen Anwesende hilflos und bewirken Schuldgefühle. Oft erkennt man sie an Langeweile, Überdruss und Irritation bzw. Ärger in der Umgebung. Sekundärgefühle werden oft gelernt, wenn es in einer Familie als nicht angemessen angesehen wird, dass bestimmt primäre Gefühle ausgedrückt werden. ("Jungen weinen nicht"; "Uns gehts immer gut!", "Wir denken positiv!"). Oft werden Sekundärgefühle auch entwickelt, um andere zu Handlungen zu zwingen oder um die Wahrnehmung z.B. eines großen Schmerzes zu vermeiden.
    3. Fremdgefühle. Sie wirken lähmend und machen ratlos. Sie haben etwas Festhaltendes an sich. Andere haben den Eindruck, im Nebel zu tappen, wenn sie mit der betroffenen Person zu tun haben. Als Helfer meint man, dass man nichts machen kann und dass es hoffnungslos ist.

    Anhand der äusseren (beobachtbaren) und inneren (bei sich selbst als Reaktion wahrnehmbaren) Zugangshinweise in den verschiedenen Wahrnehmungskanälen (i.W.: visuell, auditiv. kinästhetisch) kann man ziemlich sicher feststellen, welche Art von Gefühlen ein Gegenüber gerade äußert:

    Primärgefühle

    Bei Äußerungen von Primärgefühlen stimmt das Verhalten der Person mit dem geäußerten Gefühl überein. Das Gefühl ist in der Situation "passend" und auch für andere nachvollziehbar. Es löst z.B. spontanes Mitgefühl aus und dauert meist - wenn es auch mitunter sehr heftig ausbricht - nur sehr kurz.

    Sekundärgefühle

    Der Gesichtsausdruck u. Anderes wirken der Situation oder dem Geschilderten unangemessen bzw. inkongruent.

    Beobachtbare Zugangshinweise sind z.B.:

    Im Sehen...
    • kindlicher Gesichtsausdruck
    • stereotyper Gesichtsausdruck (IMMER jammernd, vorwurfsvoll, aufgesetzt lustig usw.)
    • sehr "dramatisch" und Bestätigung oder AUfmerksamkeit fordernd
    • Inkongruenzen durch z.B. lachendes/wütendes Verhalten, wenn Trauriges erzählt wird
    • niedergeschlagenes Erzählen eines Erfolges
    • kindliches LÄcheln, welches Belohnung für braves verhalten fordert
    • Augen schließen oder Wegsehen , um in den eigenen inneren Bildern und Gefühlen zu bleiben (problemorientiert und gefühlsverstärkend)
    • theatralische Präsentation: übertrieben leidend / überschwenglich bewegt usw.

    Im Hören...

    ...sprachlich...
    • andauernd problemorientierte Sprache
    • viele Generalisierungen, Tilgungen und Verzerrungen; sehr ausführliche Schilderung; ungefragt verwirrende Detailfülle
    • Sprecher ist kaum zu stoppen in seinem problemorientierten Wortreichtum
    • Fülle der Worte verdeckt das Wesentliche
    ...

    ...nonverbal...

    • Person spricht zu laut oder zu leise
    • Kinderstimme
    • Märchenstimme oder Flüstern
    • schnell und wie aufgezogen
    • überzogener dramatischer Tonfall
    • jammernder, leidender, empörter, felhentlicher oder ähnlich verstellter Tonfall
     
  2. Christoph

    Christoph Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2004
    Beiträge:
    1.488
    Ort:
    Kiel, Schleswig-Holstein (D)
    Fremdgefühle

    Diese Gefühle, welche von einer anderen Person im System unbewusst übernommen wurden (=Verstrickung) "gehören" also nicht dem, der sie hat.

    Sie zeigen sich in der Beobachtung durch...

    • den Eindruck, ein "fremdes" Gesicht vor sich zu haben (z.B. wirkt ein junges Mädchen plötzlich wie eine alte Frau)
    • das Gesicht wirkt plötzlich nicht mehr wie das "eigene" Gesciht
    • Starre im Gefühlsausdruck, verschlossen und an der Situation affektiv unbeteiligt
    • in sich versunken, in leichter Trance, wegdriftend
    • die Aufmerksamkeit wird von der anderen Person eher weg gelenkt

    • in verschiedenen Situationen konstanter Gesichtsausdruck (zu der Person gehörend, mit der der Betroffene identifiziert ist)
    • "seliges" Lächeln (Ausdruck der tiefen Bindungsliebe aus der heraus derjenige etwas für einen Anderen übernimmt)) beim Erzählen von schwerer Krankheit, Unglück o.ä.
    • Lächeln wenn existenziell bedrohliche Sachen erzählt werden
    • jene Person nicht anschauen wollen, welcher die Bindungsliebe gilt
    • evtl. Habitus des anderen Geschlechts


    Im Hören kann man bei Fremdgefühlen u.a. Folgendes wahrnehmen:

    • beim Erzählen der aktuellen Problematik Generalisierung, Tilgung und Verzerrung entsprechend der vorliegenden Verstrickung
    • Person ist zwar emotional beteiligt aber eher ratlos innehaltend
    • beim Aufdecken systemischer Zusammenhänge wird der Gesprächsfluss eher zäh und langsam
    • Person wirkt in sich gekehrt und stiller als sonst, manchmal auch unwillig, sich mit "alten" oder unbekannten Dingen zu beschäftigen.
    • Antworten auf Fragen zum System werden von der Person wie ein "Verrat" erlebt.
    • Wortwahl und Stimme passen nicht zum Alter (oder Geschlecht, sozialer Status) der Person. Beispiel: eine ältere Führungskraft redet wie ein ein Jugendlicher
    • häufig werden Formulierungen benutzt, wie: "Man sagt, ich sei wie..."; "ich habe den gleichen Namen, wie..."; "Er war mir irgendwie immer wichtig, obwohl ich ihn nie gekannt habe"; "Ich bin der Älteste aber vor mir gab es noch ein Kind..."; "In meiner Familie hatten viele Krebs..."; "Ich will nicht werden, wie...".

    Wären noch zu erklären, woran man das in der Innenwahrnehmung (als Betroffener oder andere Person) erkennen kann... also:

    To be continued...
     
  3. mati

    mati Guest

    Hallo Christoph!

    :danke: Super nett, daß Du's so ausgeführt hast!

    Puh, also wenn ich ganz ehrlich bin,
    hab ich mich gerade selbst ertappt unter den unbewußten Schauspielern der Sekundärgefühlsäußerer.

    Ganz schön augenöffnend!

    Aber zu meiner Verteidigung:
    Ich bemühe mich um weitreichendste Selbstkongruenz.
    Ich halte das für wichtig für ein echtes und weitgehend selbst- bewußtes (Er-) Leben.

    Mit den Fremdgefühlen das ist mir in der Tat zunächst sehr "fremd".
    Spüre da (noch) keine Resonanz (Ertappt- Gefühl) in mir.
    Obwohl ich DENKE, daß sich schon ein fremdbestimmtes "Strickmuster" durch mein Leben zieht.


    However, wir werden sehen!


    :)
    Liebe Grüße!

    Mati





    P.s.: Tut mir übrigens leid meine Grimmigkeit von neulich.
    Ich hab Deine Motive ganz falsch interpretiert und war,
    aufgewühlt durch das Thema des Threads, auch allgemeinen etwas empfindlich.
     
  4. Eberesche

    Eberesche Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. Mai 2004
    Beiträge:
    2.175
    Ort:
    vielleicht ein bisschen näher dran
    Lieber Christoph,
    vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung. :danke:
    Beim Lesen stellte sich mir eine Frage: Was kann ich tun, wenn ich bei einer mir bekannten Person feststelle, daß sie einige deiner beschriebenen Fremdgefühle hat? Zu einer Aufstellung werde ich sie kaum bewegen können.
    LG Tarot
     
  5. Christoph

    Christoph Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2004
    Beiträge:
    1.488
    Ort:
    Kiel, Schleswig-Holstein (D)
    Hi ihr!

    ich mach mal rückwärts:

    @ Tarot:

    Du kannst gar nichts tun. Und sie kann nur eine Aufstellung machen, weil nur die es sicher überprüfen kann und lösen sowieso - wenn überhaupt.

    Was sind deine Aktien dabei?


    @ mati:

    Also ich würde nicht so weit gehen und das als Schauspielerei abtun. es ist schon so, dass die Betrofenen die gefühle als "echt" erleben. das Schlimme ist: sie versuchen ständig in diesem Gefühlen "verstanden" zu werden. Sie fordern dann Mitgefühl ein. Das gelingt aber nur selten wirklich.

    Das ist auch - selbst wenn du Fremdgefühle hast, was ja nicht sein muss bei dir - unwahrscheinlich, dass du dich "ertappt" fühlen würdest. Das gehört eben zu den Fremdgefühlen. Aber vielleicht kennst du die Lähmung angesichts der fremden Muster?

    Welches "Strickmuster" meinst du?

    Fremde Muster sind nicht fremdbestimmt und doch wieder. Schwer zu erklären, Man wird vom System unbewusst in die Pflicht genommen und ist einer Art "systemischem Druck" ausgesetzt und doch übernimmt man es aus Liebe auch aktiv.

    Wegen was sollte ich noch böse sein? Ich habs gerade vergessen ;-) - ernsthaft!

    Liebe Grüße euch!
    Christoph
     
  6. Eberesche

    Eberesche Sehr aktives Mitglied

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    vielleicht ein bisschen näher dran
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    Hallo Christoph,
    ich sehe, wie Kinder und Enkelkinder die Konsequenzen tragen müssen.
    LG Tarot
     
  7. Christoph

    Christoph Neues Mitglied

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    1.488
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    Kiel, Schleswig-Holstein (D)
    Verwandte von dir?

    Ansonsten: du machst sie stärker,wenn du es ihnen zumutest.

    Gute Nacht!
    Christoph
     
  8. mati

    mati Guest

    Hmm. wenn ich näher nachdenke über die "Fremdgefühle", komme ich einfach zu keiner Meinung...

    Kann es nicht sein, daß ein mimisches und verbales zum-Kind-Werden einfach mit eingeimpften und verselbstständigten Schuldgefühlen zu tun hat?
    Motto:Ich fühle mich dann nicht er-/ ge- wachsen, weil ich es früher nicht sein durfte und bestraft wurde, wenn ich für mich selbst einstehen wollte.-?


    Ich hab mich bei solch einem Verhalten tatsächlich schon mehrfach selbst ertappt.
    Es tritt auf, wenn ich in Verlegenheit gerate oder wenn ich einem Menschen ein ihm vermutlich unangenehmes Nein vermitteln muß/ will.
    Ich tu mir z. B. schwer, evtl. den Arzt zu wechseln, als glaubte ich, ich sei ihm (dem "Erwachsenen") Rechenschaft SCHULDig und übersehe/ übergehe nein eigenes erwachsenes Handeln!
    Auch fühlte ich mich SCHULDig, wenn er dann enttäuscht wäre!
    Das Blöde: Selbst die Erkenntnis ändert -nichts- an meinem stereotypen Verhalten!


    Stehe ich in einer "brenzligen" Situation dann doch für mich ein, kann es durchaus passieren, dass ich Blickkontakt vermeide,
    kindlich rede und jegliche gleichberechtigten erwachsenen Argumente wie aus dem Kopf gefegt sind.
    Hinterher habe ich schlimme "Nachwehen" in Form von peinigenden Schamgefühlen und Wut über mein Unvermögen.


    Auch "wehre" ich mich innerlich vehement, meinen Beitrag zu meiner gesellschaftlichen und finanziellen Absicherung "fachgerecht" zu leisten.
    Jeden Strohhalm, den ich mir zunächst mit eisernem Engagement und großer Mühe selbst zusammengesteckt habe, knicke ich selbst wieder um.
    Aufgaben und Termine kriege ich einfach nicht bewältigt und habe deshalb ungleich größere Mühe, mich gegen meine eigene innere Überzeugung irgendwie durch's Leben zu "mogeln" (wenngleich ich mich nicht für Lügnerin halte).
    Quälende Schuld- und Schamgefühle ob des ständigen "Versagens" begleiten mich seit vielen Jahren.


    Konnte ich mein Verhalten durch Einsicht ändern? Leider nein! Fataler Weise!
    Stattdessen ist meine Verzweiflung insgesamt gewachsen, trotz streckenweiser Aufbruchstimmung (durch wieder neue zusammengebastelte Halme).
    Folge: Angst, das nicht mehr lange zu überleben (irreal!) und gesundheitliche Probleme (Schilddrüse- s. Rubrik Gesundheit, falls noch Langmut vorhanden).


    Meinst Du, der Mist, den ich da mit meinem Leben baue, ließe sich vielleicht mit systemischer Aufstellung angehen?
    Nicht, daß das nur wieder zu einer neuen Flucht vor meiner Verantwortung, mein Leben zu leben, wird.
    Ich mißtraue mir selbst total in solchen Angelegenheiten, denn bin noch zu nah an meiner letzten Inkarnation: Vogel Strauß! (Scherz) :(

    Ich glaube: Eigentlich brauche ich viel mehr nen Babysitter! (So viel zum Thema kindliches Gebärden.)
    Weiß nicht, ob ich da aus eigener Kraft rauskomme, bzw. den Sitter spielen kann.
    (Wenn ich in 3 Wochen beruflich keine Ergebnisse abliefere, kann ich meine Sachen packen! Ich habe nur noch die Panik!!! Der innere Sitter hats da echt verdammt schwer, das innere Kind liebevoll aber bestimmt zur Raison zu rufen!)


    Wären systemische Verstrickungen der, bzw. ein Grund für mein lebenslanges Scheitern in fast jeder Disziplin, wäre es womöglich auch kein Wunder, dass ich mir bisher an neinem eigenen verhärteten Trotz nur die Zähne ausgebissen habe. Und vielleicht wäre es, dem nachzugehen, endlich eine Möglichkeit, den Knoten zu lösen. Auch wenn ich mich momentan vielmehr hoffnungslos in den Untergang rasseln sehe.


    Ich weiß, daß ich jetzt sehr sehr ausgeholt habe.
    Aber ich würde mich, angesichts meiner Schilderungen und Deiner Erfahrung in der Arbeit mit Menschen und deren Problem- Feldern, sehr für Deine Sichtweise und Deinem Rat dazu interessieren.
    Ich brauch mehr Strohhalme- möglichst sehr stabile.


    Danke Dir für die :angel2:sgeduld!



    Grüßle!

    Mati
     
  9. mati

    mati Guest

    Wegen meiner Antwort im Loslassen- Thread (Seelenflügel), in der ich Dein mangelndes Erklären als hochnäsig bezeichnete. Dabei hattest Du doch bloß meine Frage nicht richtig verstanden.


    However... Wir "reden" ja noch miteinander!


    Gute Nacht/ Guten Morgen!

    Mati
     
  10. Eberesche

    Eberesche Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. Mai 2004
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    Jein
    Ich weiß, aber in diesem Fall ist es nicht so einfach. Es ist ziemlich verstrickt. Nur die gleichen Auffälligkeiten der verschieden Generationen sprechen für sich.

    Aber vielleicht irre ich mich ja auch und es kommt von ganz woanders her...
    *eineziemlichhilflose" Tarot
     
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