Vor langer Zeit ….
Ich war gerade mit den Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt.
Wir warteten auf meine Mutter und einige meiner Geschwister,
da schellte es.
Mein Stiefsohn stand vor der Tür.
Mit 8 Jahren hatte er uns am Telefon gesagt, er wolle uns nicht mehr besuchen,
da wir ihn anlügen.
Naja, woher kam das wohl ???
Wir hatten ihn dann erst ca. 10 Jahre später wieder gesehen.
Ich hatte ihm gesagt: Wenn etwas ist, er kann immer zu uns kommen.
Nun war es also so weit.
Klar, kann er bei uns bleiben.
Das Haus wird die nächste Zeit zwar etwas voll sein, wegen unserem Besuch.
Aber ein Schlafplätzchen für ihn gibt es immer noch.
Er war ziemlich verwirrt. Er wusste nicht, dass Weihnachten ist.
Er konnte uns nur sagen, dass seine Mutter ihn raus geschmissen hatte.
(Ach ja klar, die böse Ex ! Wussten wir es nicht schon vorher, dass es so kommen wird.)
Wir ließen ihn aber auch die Tage in Ruhe.
Er schlief viel, sagte wenig und war einfach da.
Als unser Besuch weg war, versuchten wir mal mit ihm zu reden.
Es stellte sich heraus, dass er tagelang (?) im Wald ein Zelt aufgeschlagen hatte.
Was vorgefallen war, dahinter sollten wir nur ganz langsam kommen.
Er musste wohl doch schon volljährig gewesen sein.
Er hatte keinen Schulabschluss und versuchte hier in der Nähe an einer Gesamtschule
einen Platz zu bekommen.
Da er nicht mehr schulpflichtig war, wurde es abgelehnt.
Er wollte in eine Abendschule, aber nur in seiner Stadt aus der er kam
50 km entfernt von uns gehen.
Dort war er wohl schon mal ... abgebrochen, neu versucht .. abgebrochen.
Aber er hatte Glück oder nette Lehrer, er wurde wieder angenommen.
Wir bestanden darauf, wenn er unsere Hilfe will,
hat er in die Schule zu fahren und er erlaubt uns mit der Schule in Kontakt zu treten
wenn wir es für notwendig halten.
Er erzählte merkwürdige Dinge!
z.B. das er im Bus junge Mädchen traf,
die ihm von ihren sexuellen Erfahrungen - auf geistiger Weise mitteilten.
Es war alles für ihn echt, auch wenn ich Bedenken anmeldete.
Er war sexuell sehr "verklemmt".
Er konnte für sich selbst sich nicht vorstellen, mit einem Mädchen zu schlafen.
Er ekelte sich - laut seinen Aussagen - bei dieser Vorstellung.
Aber immer wieder diese Erzählungen von Mädchen
und seinen übersinnlichen Wahrnehmungen.
An einem Tag erzählte er mir, dass er gerade die Welt gerettet hat.
Eine Atombombe steuerte auf unser Haus zu,
aber er hat sie mit seinen Augen aufgefangen.
Ich versuchte ihm zu erklären, dass das doch wohl nicht möglich sei.
Doch, ist es - seine Augen tun ihm ja noch weh davon.
Mittlerweile wussten wir auch, was bei ihm zu Hause passiert war.
Er hatte seine Mutter die Treppe herunter gestoßen
und sie hatte sich beide Arme gebrochen.
Wir versuchten ihn zu motivieren zum Arzt zu gehen.
Er verweigerte sich - er sei nicht krank - wir sind es.
Eines Abends - wir waren schon zu Bett gegangen-
ich hatte zwar die laute Musik aus seinem Zimmer gehört-
er war ja sehr erregt, da er an dem Tag erfuhr-
er wurde von einer Mitschülerin wegen sexueller Belästigung am Telefon, angezeigt.
Ich dachte, er muss sich mit dieser Musik abreagieren.
wir hatten tief und fest geschlafen, als es an unserer Tür klopfte.
Es war die Polizei - Vor dem Haus - Krankenwagen, Feuerwehr, Notarzt, Polizei mit mehreren Autos !
Das volle Programm eben.
( Wir wohnen in einem kleinen Ort )
Er saß am offenen Fenster mit den Beinen nach draußen und machte von dort oben Menschen auf der Straße an, dass die Menschen nichts verstehen.
Er weiß alles von der Welt.
Jetzt war für uns klar, es kann so nicht weitergehen.
Auch für uns nicht.
Ich hatte zwar, soweit ich aus meiner Sicht sagen konnte, ein gutes Verhältnis zu ihm.
Ich hörte ihm oft zu, begleitete ihn zu Schulveranstaltungen,
ging zu seinen Gerichtsverhandlungen,
die zum größten Teil aus der Vorzeit stammten.
Es kam einiges zusammen.
Ich fand Hilfe, bei einem psychiatrischen Dienst.
Wir verpflichteten ihn dazu, Hilfe anzunehmen, wenn er bei uns wohnen bleiben will.
Er tat es, eingesehen hatte er es wohl nicht.
Er hatte zuerst mal einen Termin bei einem Psychiater,
der die Diagnose: schizophrene-psychose stellte.
Und verschrieb ihm Medikamente, die er nicht nahm bzw. unregelmäßig nahm.
Wir waren mittlerweile überfordert nach 4 Jahren
und vereinbarten zusammen,
dass er in ein Wohnheim für betreutes Wohnen aufgenommen wird.
Es wurde abgelehnt, da er schon mal auffällig geworden war wg körperliche Verletzung.
Er bekam einen Betreuer !
Seine Abendschule hatte er zu der Zeit schon abgeschlossen.
Eine Berufsausbildung sollte begonnen werden.
Er bekam eine kleine Wohnung und hatte regelmäßige Gespräche mit seinem Betreuer.
Nun zu meiner Anfangsfrage:
Wie kann jemand an SICH arbeiten, wenn es so "quer" im Gehirn abläuft.
Ich weiß: Jede Wahrnehmung ist subjektiv.
Wenn sie so weit von der "Realität" ist, wie soll das gehen.
Wenn ich gar nicht die Einsicht habe, dass etwas mit mir nicht stimmen könnte ?
Ich war gerade mit den Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt.
Wir warteten auf meine Mutter und einige meiner Geschwister,
da schellte es.
Mein Stiefsohn stand vor der Tür.
Mit 8 Jahren hatte er uns am Telefon gesagt, er wolle uns nicht mehr besuchen,
da wir ihn anlügen.
Naja, woher kam das wohl ???
Wir hatten ihn dann erst ca. 10 Jahre später wieder gesehen.
Ich hatte ihm gesagt: Wenn etwas ist, er kann immer zu uns kommen.
Nun war es also so weit.
Klar, kann er bei uns bleiben.
Das Haus wird die nächste Zeit zwar etwas voll sein, wegen unserem Besuch.
Aber ein Schlafplätzchen für ihn gibt es immer noch.
Er war ziemlich verwirrt. Er wusste nicht, dass Weihnachten ist.
Er konnte uns nur sagen, dass seine Mutter ihn raus geschmissen hatte.
(Ach ja klar, die böse Ex ! Wussten wir es nicht schon vorher, dass es so kommen wird.)
Wir ließen ihn aber auch die Tage in Ruhe.
Er schlief viel, sagte wenig und war einfach da.
Als unser Besuch weg war, versuchten wir mal mit ihm zu reden.
Es stellte sich heraus, dass er tagelang (?) im Wald ein Zelt aufgeschlagen hatte.
Was vorgefallen war, dahinter sollten wir nur ganz langsam kommen.
Er musste wohl doch schon volljährig gewesen sein.
Er hatte keinen Schulabschluss und versuchte hier in der Nähe an einer Gesamtschule
einen Platz zu bekommen.
Da er nicht mehr schulpflichtig war, wurde es abgelehnt.
Er wollte in eine Abendschule, aber nur in seiner Stadt aus der er kam
50 km entfernt von uns gehen.
Dort war er wohl schon mal ... abgebrochen, neu versucht .. abgebrochen.
Aber er hatte Glück oder nette Lehrer, er wurde wieder angenommen.
Wir bestanden darauf, wenn er unsere Hilfe will,
hat er in die Schule zu fahren und er erlaubt uns mit der Schule in Kontakt zu treten
wenn wir es für notwendig halten.
Er erzählte merkwürdige Dinge!
z.B. das er im Bus junge Mädchen traf,
die ihm von ihren sexuellen Erfahrungen - auf geistiger Weise mitteilten.
Es war alles für ihn echt, auch wenn ich Bedenken anmeldete.
Er war sexuell sehr "verklemmt".
Er konnte für sich selbst sich nicht vorstellen, mit einem Mädchen zu schlafen.
Er ekelte sich - laut seinen Aussagen - bei dieser Vorstellung.
Aber immer wieder diese Erzählungen von Mädchen
und seinen übersinnlichen Wahrnehmungen.
An einem Tag erzählte er mir, dass er gerade die Welt gerettet hat.
Eine Atombombe steuerte auf unser Haus zu,
aber er hat sie mit seinen Augen aufgefangen.
Ich versuchte ihm zu erklären, dass das doch wohl nicht möglich sei.
Doch, ist es - seine Augen tun ihm ja noch weh davon.
Mittlerweile wussten wir auch, was bei ihm zu Hause passiert war.
Er hatte seine Mutter die Treppe herunter gestoßen
und sie hatte sich beide Arme gebrochen.
Wir versuchten ihn zu motivieren zum Arzt zu gehen.
Er verweigerte sich - er sei nicht krank - wir sind es.
Eines Abends - wir waren schon zu Bett gegangen-
ich hatte zwar die laute Musik aus seinem Zimmer gehört-
er war ja sehr erregt, da er an dem Tag erfuhr-
er wurde von einer Mitschülerin wegen sexueller Belästigung am Telefon, angezeigt.
Ich dachte, er muss sich mit dieser Musik abreagieren.
wir hatten tief und fest geschlafen, als es an unserer Tür klopfte.
Es war die Polizei - Vor dem Haus - Krankenwagen, Feuerwehr, Notarzt, Polizei mit mehreren Autos !
Das volle Programm eben.
( Wir wohnen in einem kleinen Ort )
Er saß am offenen Fenster mit den Beinen nach draußen und machte von dort oben Menschen auf der Straße an, dass die Menschen nichts verstehen.
Er weiß alles von der Welt.
Jetzt war für uns klar, es kann so nicht weitergehen.
Auch für uns nicht.
Ich hatte zwar, soweit ich aus meiner Sicht sagen konnte, ein gutes Verhältnis zu ihm.
Ich hörte ihm oft zu, begleitete ihn zu Schulveranstaltungen,
ging zu seinen Gerichtsverhandlungen,
die zum größten Teil aus der Vorzeit stammten.
Es kam einiges zusammen.
Ich fand Hilfe, bei einem psychiatrischen Dienst.
Wir verpflichteten ihn dazu, Hilfe anzunehmen, wenn er bei uns wohnen bleiben will.
Er tat es, eingesehen hatte er es wohl nicht.
Er hatte zuerst mal einen Termin bei einem Psychiater,
der die Diagnose: schizophrene-psychose stellte.
Und verschrieb ihm Medikamente, die er nicht nahm bzw. unregelmäßig nahm.
Wir waren mittlerweile überfordert nach 4 Jahren
und vereinbarten zusammen,
dass er in ein Wohnheim für betreutes Wohnen aufgenommen wird.
Es wurde abgelehnt, da er schon mal auffällig geworden war wg körperliche Verletzung.
Er bekam einen Betreuer !
Seine Abendschule hatte er zu der Zeit schon abgeschlossen.
Eine Berufsausbildung sollte begonnen werden.
Er bekam eine kleine Wohnung und hatte regelmäßige Gespräche mit seinem Betreuer.
Nun zu meiner Anfangsfrage:
Wie kann jemand an SICH arbeiten, wenn es so "quer" im Gehirn abläuft.
Ich weiß: Jede Wahrnehmung ist subjektiv.
Wenn sie so weit von der "Realität" ist, wie soll das gehen.
Wenn ich gar nicht die Einsicht habe, dass etwas mit mir nicht stimmen könnte ?