Schon spannend, denn dieser Irenäus von Lyon (135 - 202 n. Chr.) war ein entschiedener Gegner der gnostischen Lehren ... genauso wie die heutige Kirche ... und eben diese Lehren werden aufgegriffen in der Dissertation von Markus Wasserfuhr (2005): In Geduld reifen. Ein interdisziplinärer Beitrag zur Bestimmung der Aktualität der Anthropologie des Irenäus von Lyon. LIT Verlag, Münster.
Um es vorweg zu nehmen. Diese Lehren sind einfach der Hammer
Wieso? Ich hab es ja schon einmal geschrieben: Die Gnostiker (auch wenn es hier definitiv keine einheitliche Strömung und viele Widersprüche gegeben haben mag) sind für mich die wahren Christen, die zu einem Großteil an den ursprünglichen Lehren festgehalten haben ... aber vermutlich schon vor der Zeit Jesus Zugang zur Praxis der Gotterfahrung ... also dem Übersteigen des Körperbewusstseins hatten. Anders kann ich es mir nicht vorstellen, wie sie sonst in den Besitz dieses Wissens gekommen sind.
S.24 steht, dass nicht nur zwischen einem ethischen Dualismus, also "Gut" und "Böse" auf dieser Welt unterschieden wurde ... sondern auch einem kosmischen Dualismus.
Das mit der äußeren Schöpfung ist nicht einfach zu verstehen, denn Gott hat hier einen Gehilfen. Natürlich geht alles auf Gott zurück. Er ist die ursprüngliche Kraft hinter allem ... aber ohne die "erhaltende, nach außen führende Kraft" (= Demiurg, Kal) gäbe es diese Welt nicht! Und es ist diese Kraft die in göttlichem Auftrag, wie ein Verwalter regiert. Wie ein Oberbefehlshaber hat er gewisse Kompetenzen und einen Handlungsspielraum, den er zu seinen Gunsten ausnutzt. Er ist der Herrscher und Richter dieser Bereiche und wacht über die Einhaltung der karmischen Gesetze (Aug und Aug, Zahn um Zahn). Gott alleine kennt nur die Vergebung, Barmherzigkeit und Liebe ... aber Kal fordert von uns den Ausgleich der karmischen Rechnung ein (Richter), weswegen die Seelen immer und immer wieder inkarnieren müssen. Kal ist seeeehr gerecht ... aber genau das ist problematisch, weil die Seelen sich fortwährend über Gedanken, Worte und Taten verstricken ... und das ist ziemlich heimtückisch, weil die Seelen nicht mehr zu ihrem Ursprung zurückkehren können. Kal (der Demiurg) möchte nicht, dass sein Reich entvölkert wird. Er spielt sehr gerne den Herrscher.
Gott liebt Kal und lässt ihn gewähren ... aber unter der Herrschaft Kals ist es einer Seele beinahe unmöglich diesem Spiel zu entkommen. Deswegen sendet das Göttliche zu allen Zeitaltern seine Emanationen, also große Seelen ... Gottmenschen ... mit dem einzigen Auftrag jene Seelen zurück auf den Weg zu Gott zu stellen, die ein Verlangen danach haben. Alle die das Treiben der Welt lieben und sich vorwiegend Rang & Name, Essen & Genusssucht, Sex & Partner, Besitztum usw. hingeben ... bleiben im Kreislauf gefangen, während alle Seelen, die ein wahres Verlangen nach Liebe und Heimkehr verspüren vom Gottmenschen auf den Weg gestellt werden.
Um es vorweg zu nehmen. Diese Lehren sind einfach der Hammer
S.24 steht, dass nicht nur zwischen einem ethischen Dualismus, also "Gut" und "Böse" auf dieser Welt unterschieden wurde ... sondern auch einem kosmischen Dualismus.
Das Gleiche erfahren wir bei vielen Heiligen. Gott ist nicht-materiell, also rein spirituell und mit dem Verstand nicht erfassbar. Um uns aber irgendwie ein Bild zu machen betrachten wir Ihn als "Licht, Leben Geist, Vater, das Gute, ..."Wasserfuhr 2005 schrieb:
Das mit der äußeren Schöpfung ist nicht einfach zu verstehen, denn Gott hat hier einen Gehilfen. Natürlich geht alles auf Gott zurück. Er ist die ursprüngliche Kraft hinter allem ... aber ohne die "erhaltende, nach außen führende Kraft" (= Demiurg, Kal) gäbe es diese Welt nicht! Und es ist diese Kraft die in göttlichem Auftrag, wie ein Verwalter regiert. Wie ein Oberbefehlshaber hat er gewisse Kompetenzen und einen Handlungsspielraum, den er zu seinen Gunsten ausnutzt. Er ist der Herrscher und Richter dieser Bereiche und wacht über die Einhaltung der karmischen Gesetze (Aug und Aug, Zahn um Zahn). Gott alleine kennt nur die Vergebung, Barmherzigkeit und Liebe ... aber Kal fordert von uns den Ausgleich der karmischen Rechnung ein (Richter), weswegen die Seelen immer und immer wieder inkarnieren müssen. Kal ist seeeehr gerecht ... aber genau das ist problematisch, weil die Seelen sich fortwährend über Gedanken, Worte und Taten verstricken ... und das ist ziemlich heimtückisch, weil die Seelen nicht mehr zu ihrem Ursprung zurückkehren können. Kal (der Demiurg) möchte nicht, dass sein Reich entvölkert wird. Er spielt sehr gerne den Herrscher.
Gott liebt Kal und lässt ihn gewähren ... aber unter der Herrschaft Kals ist es einer Seele beinahe unmöglich diesem Spiel zu entkommen. Deswegen sendet das Göttliche zu allen Zeitaltern seine Emanationen, also große Seelen ... Gottmenschen ... mit dem einzigen Auftrag jene Seelen zurück auf den Weg zu Gott zu stellen, die ein Verlangen danach haben. Alle die das Treiben der Welt lieben und sich vorwiegend Rang & Name, Essen & Genusssucht, Sex & Partner, Besitztum usw. hingeben ... bleiben im Kreislauf gefangen, während alle Seelen, die ein wahres Verlangen nach Liebe und Heimkehr verspüren vom Gottmenschen auf den Weg gestellt werden.