Gedanken über die Sonntagszeitung bzw zum Sonntag

Ich gestehe.
Ich habe es mir zum Hobby gemacht ein sicher nicht so häufig gelesenes Kapitel der Sonntagszeitung als eines der ersten zu lesen, das Evangelium zum Sonntag.
Ich gebe weiters zu, dass ich die Kommentare oder Gedanken dazu nicht lese, aber die Gedanken, die mir selbst dabei kommen, gerne irgendwo (bevorzugt in meinem Tagebuch) notiere.
Letzten Sonntag ging es um den dankbaren Samariter (Lukas 17, 11-19)
Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa.
Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen
und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!
Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern ! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein.
Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme.
Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien.
Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun?
Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?
Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.

Also meine Gedanken zu diesem Gleichnis erfreuen sicher keinen Kirchenmann, trotzdem gebe ich sie hier gerne wieder. Zur Bereicherung versteht sich.

Heilung geschieht immer wieder. Ich meine das WIRKLICH. Sie geschieht TÄGLICH, man muss nur ACHTSAM dafür sein. Egal ob es eine Wunde ist, die "einfach so" heilt oder eine schlechte Stimmung, die "einfach so" vergeht. Heilung ist ein beständiger Bestandteil des Lebens. Doch nur "große" Heilungen finden in der Regel auch Aufmerksamkeit.
Aber genau dann, wenn man endlich bereit dazu ist dem Wunder der Heilung Beachtung zu schenken, kommt es zu einem Fehler im Sinne einer undienlichen Wahrnehmung darüber.
Man dankt dem Arzt, man dankt dem Medikament, MAN DANKT DEM MEDIUM der HEILUNG und nicht dem, von dem die Heilung kommt. Würde man dem danken, von dem die Heilung tatsächlich kommt, würde man auch dem Danken, den ich selbst Gott nenne.
Aber ich spreche hier nicht vom Gott einer bestimmten Religion.
Der Gott von dem ich hier spreche ist eine bestimmte Form der Wahrnehmung im Sinne einer unmittelbaren Wahrnehmungserweiterung.
Und so steht diese Wahrnemung die sich plötzlich VON SELBST transzendiert ÜBER jedem Bild einer Religion oder Vorstellung
oder eben darunter.
Nur DARIN ist sie nicht zu finden.
So wird man Gott, nicht finden, solange man Ihn noch sucht
und man kann Ihn finden, ohne Ihn je gesucht zu haben.
Genau jene Empfindung aber, die in diesem Gleichnis der Heilung beschrieben wird,
stellt eine der Möglichkeiten dar in diese Transzendenz einzutauchen.

DANKBARKEIT die z.B. für eine Heilung GANZ VON SELBST in einem entsteht und nun nach Ausdruck strebt, kann zu dieser Wahrnehmungserweiterung oder Transzendierung im Bewusstsein führen.

Darum ist es hier erwähnt. Darum war es diesem großen Lehrer wichtig, sie zu erwähnen.

Es geht dabei nicht darum Gott zu geben, was Gott ist, sondern einfach WAHRZUNEHMEN was Gott IST, indem man sich dafür öffnet.

Kein Gebäude aus Holz oder Stein könnte Gott so unmittelbar offenbaren, wie die den Menschen umgebende Schöpfung in Ihren Farben und Klängen, Gerüchen und Bewegungen.

Der Schöpfung Bild als höchste Kathedrale Gottes, durch die man täglich schreitet, meist ohne sie zu wahrzunehmen oder zu (be)achten.

"Spalte ein Stück Holz und ich bin da, hebe einen Stein auf und Du wirst mich finden.."

"Wenn jene, die Euch verführen wollen zu Euch sagen, das Reich Gottes ist im Himmel, so werden Euch die Vögel des Himmels zuvorkommen. Und sagen Sie zu Euch, es ist im Meer, so werden Euch die Fische des Meeres zuvor kommen. Denn das Reich Gottes ist in Euch und um Euch herum."
(a.d. Thomas Evangelium, Nag Hammadi Funde, Ägypten)

LG

Regina

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Regina
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