3. Der Fall von Kal
Die irdische Welt, in der wir heute leben existierte zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die nachfolgenden Zeilen erklären deren Entstehung, die eng mit Kal, was auch Zeit bedeutet, zusammen hängen. Es heisst, dass Kal siebzig Yugas (= Zeitalter) lang in tiefer Hingebung an Sat Purush "auf nur einem Bein" stand. Damit soll wahrscheinlich ausgedrückt werden, dass sich Kal einen sehr sehr langen Zeitraum selbst zum Stillstand brachte (das kürzeste Yuga dauert ja mind. 400.000 Jahre), und damit den Seelen erlaubte, um so viel mehr Zeit bei ihrem Vater zu verbringen, bevor sie in die niederen Welten geschickt werden würden. Sat Purush war über die Hingabe seines 'Sohnes' jedenfalls sehr erfreut.
Nach diesen Bußübungen bat Kal aus einem starken Verlangen heraus um einen eigenen Platz, wo er ganz für sich selbst sein könnte und Sat Purush forderte ihn daraufhin auf nach Mansarovar zu gehen. Mansarovar entspricht einem kleinen Bereich der Suprakausalebene. Diese Ebene trennt die rein spirituellen Ebenen von den unteren drei materiell-spirituellen Ebenen ab, die damals aber noch nicht existent waren. Mansarovar lag also am äußeren Ende des damaligen Universums, und Kal freute sich sehr an diesem Ort anzukommen. Damit entfernte sich Kal also von Sat Purush, oder mit anderen Worten: sein Fall hatte begonnen, ein Fall, der vielleicht von Anfang an unvermeidlich gewesen war und einfach so kommen musste.
In Mansarovar praktizierte Kal weitere 70 Yugas, einem wiederum immens langen Zeitraum, innigste Hingabe und erwarb damit erneut die Gunst Sat Purushs. Es heisst, dass Er Mitleid mit Kal hatte, der ja sein Sohn und aus seinem schönsten Teil hervorgegangen war, und deshalb wollte er ihm Mansarovar als "Herrschaftsbereich" anbieten. So schickte er seinen Sohn Sahaj, um nach Kal zu sehen. Dieser sagte aber: "Ich will diesen Platz nicht. Bitte, gib mir ein großes Königreich. In meinem Herzen habe ich solch eine Liebe für Ihn gefühlt! Er sollte mich mit einem großen Platz segnen. Er sollte mir entweder die Welt der Götter oder sonst eine gesonderte Welt anbieten."
Da Sat Purush Gefallen an Kal gefunden hatte gab er ihm die sogenannte Leere Ebene (= die 3 Welten im preexistenten Stadium; vgl. Genesis 1,2), wo es Kal offen stand sein eigenes Universum, also die drei unteren Welten (neun Universen) zu entwickeln.
Es heisst, dass Kal darüber glücklich war und ebenso ein wenig überrascht. Da er keine Ahnung hatte, wie er das Universum erschaffen sollte, bat er um Hilfe und Sahaj trat wiederum als Gesandter und Vermittler von Sat Purush auf.
Alles, was zur Schöpfung benötigt wurde, befandet sich im Inneren Kurmas. Er ist der Erstgeborene und jener Aspekt des Göttlichen der die untere Schöpfung in verborgenem Zustand beinhaltet. In der indischen Mythologie wird er oft als Schildkröte dargestellt. Dharam Rai (=Kal) sollte alles von ihm erhalten und seine Arbeit verrichten. Er sollte zu ihm hingehen, seinen Kopf beugen und ihn um das bitten, was er benötigte. Über die Gnade Kurmas würde er alles erhalten. Da die Schöpfung ja latent bereits in Kurma ruhte, scheint die äußere Schöpfung von Beginn an vorhergesehen gewesen zu sein. Aber der Aufprall der Zeit (Kal) in der Ewigkeit brachte einige unliebsame Ereignisse mit sich.
Als der stolze Kal nämlich vor Kurma stand brachte er ihm nicht den geringsten Respekt entgegen. Vielmehr war er neidisch auf seinen mächtigen Bruder, weil dieser viel einflussreicher als er selbst war.
Im Zorn attackierte er Kurma, um sich das mit Gewalt zu nehmen was er für sein Vorhaben benötigte. Es heisst dass dabei Kurmas Bauches zerbrach und Luft austrat. Aus Kurmas drei Köpfen entstanden Brahma (= erschaffende Kraft), Vishnu (= erhaltende Kraft) und Mahesh (= Vishnu, zerstörerische Kraft). Des weiteren traten die folgenden noch nicht erschaffenen 'Dinge' aus: (in nichtmaterieller Form):
- Die 5 kosmischen Elemente (Tattwas: Äther, Luft, Feuer, Wasser, Erde) einschließlich des Himmels (Mond, Sonne, Sterne)
- Matsya, Shesh Nag, Varah und die Säulen zur Stützung der Erde
So begann die Schöpfung der unteren drei Ebenen (einschließlich der Erde) in ihrer noch verborgenen Form. Man könnte vielleicht sagen, dass es sich hier um eine Involution gehandelt hat, mit der alle Voraussetzungen für eine Evolution gelegt wurden. Als Kal am Kopf von Kurma zog trat Schweiß aus und so wie der Rahm auf der Milch lebt, so ruhte die Erde auf dem Wasser. Das Universum wird dabei immer mit der Form eines Eies verglichen (vgl. "Ei von Brahm"), wie man das auch schon im tibetannischen Totenbuch findet. Aus dem Bauch von Kurma wurde sein sohn Kurma geboren. Er ist also ein Widerspiegelung des höchsten und grundlegendsten aller erschaffenen Wesen, auf einer unteren Stufe, wie so vieles in den unteren relativen Welten eine Widerspiegelung des Absoluten darstellt.
Daraufhin ging Kurma zu Sat Purush und erzählte Ihm alles. Dieser erwiderte: "Er ist dein jüngerer Bruder ... die Älteren sollten den schlechten Eigenschaften der Jüngeren keine Aufmerksamkeit schenken und sie lieben." Tja, so böse Kal auch sein mag, sein Vater liebt in innständig, und wenn die Natur von Kal (Zeit) nicht von der Ganzeit des Vaters getrennt werden kann ohne zu fallen, dann wird es wohl so sein, dass Sat Purush auch die alleinige Verantwortung für alles übernehmen wird. Es heisst auch, dass Sat Purush nicht auf gute oder schlechte Taten schaut, sondern durch "Dienen" beherrscht wird. Er verkörpert das Prinzip der Gnade, und auch wenn wir gesündigt haben wird er uns immer vergeben, ganz gleich wer wir sind, und uns dazu ermutigen alle Täuschungen zu unterlassen.
Kurma verweilte jedenfalls ab diesem Zeitpunkt für immer an der Seite von Sat Purush und ist seitdem in höchste Glückseligkeit eingetaucht.
<Fortsetzung siehe Teil 3/10)
Die irdische Welt, in der wir heute leben existierte zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die nachfolgenden Zeilen erklären deren Entstehung, die eng mit Kal, was auch Zeit bedeutet, zusammen hängen. Es heisst, dass Kal siebzig Yugas (= Zeitalter) lang in tiefer Hingebung an Sat Purush "auf nur einem Bein" stand. Damit soll wahrscheinlich ausgedrückt werden, dass sich Kal einen sehr sehr langen Zeitraum selbst zum Stillstand brachte (das kürzeste Yuga dauert ja mind. 400.000 Jahre), und damit den Seelen erlaubte, um so viel mehr Zeit bei ihrem Vater zu verbringen, bevor sie in die niederen Welten geschickt werden würden. Sat Purush war über die Hingabe seines 'Sohnes' jedenfalls sehr erfreut.
Nach diesen Bußübungen bat Kal aus einem starken Verlangen heraus um einen eigenen Platz, wo er ganz für sich selbst sein könnte und Sat Purush forderte ihn daraufhin auf nach Mansarovar zu gehen. Mansarovar entspricht einem kleinen Bereich der Suprakausalebene. Diese Ebene trennt die rein spirituellen Ebenen von den unteren drei materiell-spirituellen Ebenen ab, die damals aber noch nicht existent waren. Mansarovar lag also am äußeren Ende des damaligen Universums, und Kal freute sich sehr an diesem Ort anzukommen. Damit entfernte sich Kal also von Sat Purush, oder mit anderen Worten: sein Fall hatte begonnen, ein Fall, der vielleicht von Anfang an unvermeidlich gewesen war und einfach so kommen musste.
In Mansarovar praktizierte Kal weitere 70 Yugas, einem wiederum immens langen Zeitraum, innigste Hingabe und erwarb damit erneut die Gunst Sat Purushs. Es heisst, dass Er Mitleid mit Kal hatte, der ja sein Sohn und aus seinem schönsten Teil hervorgegangen war, und deshalb wollte er ihm Mansarovar als "Herrschaftsbereich" anbieten. So schickte er seinen Sohn Sahaj, um nach Kal zu sehen. Dieser sagte aber: "Ich will diesen Platz nicht. Bitte, gib mir ein großes Königreich. In meinem Herzen habe ich solch eine Liebe für Ihn gefühlt! Er sollte mich mit einem großen Platz segnen. Er sollte mir entweder die Welt der Götter oder sonst eine gesonderte Welt anbieten."
Da Sat Purush Gefallen an Kal gefunden hatte gab er ihm die sogenannte Leere Ebene (= die 3 Welten im preexistenten Stadium; vgl. Genesis 1,2), wo es Kal offen stand sein eigenes Universum, also die drei unteren Welten (neun Universen) zu entwickeln.
Es heisst, dass Kal darüber glücklich war und ebenso ein wenig überrascht. Da er keine Ahnung hatte, wie er das Universum erschaffen sollte, bat er um Hilfe und Sahaj trat wiederum als Gesandter und Vermittler von Sat Purush auf.
Alles, was zur Schöpfung benötigt wurde, befandet sich im Inneren Kurmas. Er ist der Erstgeborene und jener Aspekt des Göttlichen der die untere Schöpfung in verborgenem Zustand beinhaltet. In der indischen Mythologie wird er oft als Schildkröte dargestellt. Dharam Rai (=Kal) sollte alles von ihm erhalten und seine Arbeit verrichten. Er sollte zu ihm hingehen, seinen Kopf beugen und ihn um das bitten, was er benötigte. Über die Gnade Kurmas würde er alles erhalten. Da die Schöpfung ja latent bereits in Kurma ruhte, scheint die äußere Schöpfung von Beginn an vorhergesehen gewesen zu sein. Aber der Aufprall der Zeit (Kal) in der Ewigkeit brachte einige unliebsame Ereignisse mit sich.
Als der stolze Kal nämlich vor Kurma stand brachte er ihm nicht den geringsten Respekt entgegen. Vielmehr war er neidisch auf seinen mächtigen Bruder, weil dieser viel einflussreicher als er selbst war.
Im Zorn attackierte er Kurma, um sich das mit Gewalt zu nehmen was er für sein Vorhaben benötigte. Es heisst dass dabei Kurmas Bauches zerbrach und Luft austrat. Aus Kurmas drei Köpfen entstanden Brahma (= erschaffende Kraft), Vishnu (= erhaltende Kraft) und Mahesh (= Vishnu, zerstörerische Kraft). Des weiteren traten die folgenden noch nicht erschaffenen 'Dinge' aus: (in nichtmaterieller Form):
- Die 5 kosmischen Elemente (Tattwas: Äther, Luft, Feuer, Wasser, Erde) einschließlich des Himmels (Mond, Sonne, Sterne)
- Matsya, Shesh Nag, Varah und die Säulen zur Stützung der Erde
So begann die Schöpfung der unteren drei Ebenen (einschließlich der Erde) in ihrer noch verborgenen Form. Man könnte vielleicht sagen, dass es sich hier um eine Involution gehandelt hat, mit der alle Voraussetzungen für eine Evolution gelegt wurden. Als Kal am Kopf von Kurma zog trat Schweiß aus und so wie der Rahm auf der Milch lebt, so ruhte die Erde auf dem Wasser. Das Universum wird dabei immer mit der Form eines Eies verglichen (vgl. "Ei von Brahm"), wie man das auch schon im tibetannischen Totenbuch findet. Aus dem Bauch von Kurma wurde sein sohn Kurma geboren. Er ist also ein Widerspiegelung des höchsten und grundlegendsten aller erschaffenen Wesen, auf einer unteren Stufe, wie so vieles in den unteren relativen Welten eine Widerspiegelung des Absoluten darstellt.
Daraufhin ging Kurma zu Sat Purush und erzählte Ihm alles. Dieser erwiderte: "Er ist dein jüngerer Bruder ... die Älteren sollten den schlechten Eigenschaften der Jüngeren keine Aufmerksamkeit schenken und sie lieben." Tja, so böse Kal auch sein mag, sein Vater liebt in innständig, und wenn die Natur von Kal (Zeit) nicht von der Ganzeit des Vaters getrennt werden kann ohne zu fallen, dann wird es wohl so sein, dass Sat Purush auch die alleinige Verantwortung für alles übernehmen wird. Es heisst auch, dass Sat Purush nicht auf gute oder schlechte Taten schaut, sondern durch "Dienen" beherrscht wird. Er verkörpert das Prinzip der Gnade, und auch wenn wir gesündigt haben wird er uns immer vergeben, ganz gleich wer wir sind, und uns dazu ermutigen alle Täuschungen zu unterlassen.
Kurma verweilte jedenfalls ab diesem Zeitpunkt für immer an der Seite von Sat Purush und ist seitdem in höchste Glückseligkeit eingetaucht.
<Fortsetzung siehe Teil 3/10)