Die A r b e i t an sich s e l b s t

  • Autor Autor Ullrich
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
  • Lesezeit Lesezeit 15 Min. Lesezeit
Die A r b e i t an sich selbst,

d e n Egoismus

z u r Selbstveredelung

z u überwinden!




I n h a l t


- Von der Weisheit

die Fußwaschung
echte und unechte Lehrer


- Schriftgelehrtentum oder Weisheit ?


- Einige kritische Gedanken zum Biblischen

Das Alte Testament
Gedanken zum Kreuzestod
Typisches Interpretationsmuster der „Christen“


- Dem Tod weise begegnen
Lebensangst


- Gedanken zur Heiligen Siebenheit



- Egoismus und Persönlichkeit

Zitate aus der Anthroposophie



V o n der W e i s h e i t


Weisheit ist im Grunde genommen nichts anderes als Liebe, wenn sie nicht verkitscht und vom Egoismus durchzogen wird. Weisheit und Liebe sind etwas für die Seele des Herzens zu Erringendes, deren Weg ein einsamer ist, der nur allein gegangen werden kann, der ein gesteinter ist - gehen wir also auf die Wanderung, lassen wir uns steinigen ...

Die Tugenden gehören ihrem Wesen nach, den Menschen zu veredeln, zur Weisheit. Sie stellen die Mitte zwischen den Extremen dar. Es gibt als Mitte zwei Möglichkeiten, die eine flacht sich zu einer schwachen Persönlichkeit ab und ist halbherzig, während die andere beide Extreme in sich harmonisch ihr Eigen nennt und zu einer starken Persönlichkeit führt und sogar über das Persönliche hinweg ihr Leben führen und wirken kann.


die Fußwaschung

Die Fußwaschung mag den Beginn aller Weisheit darstellen. Sie bedeutet nicht, sich lediglich unterwerfen zu sollen, sondern sich innerlich bis zu dem nötigen Punkt des anderen herunterzubeugen, um ihn von dort aus zu fördern. Es ist allein eine große pädagogische Kunst, diesen Punkt überhaupt erkennen zu können. Der Fußwaschende ist daher wie ein Lehrer, der sich innerlich zu dem Punkt im anderen hinwendet, wo er hängen geblieben und darauf aufbauend in Verirrung geraten ist, wenn er’s kann. Von dort unten aus, reinigt ihn der Lehrer.

Ein Sich-Verbeugen heißt aber auch, sich in Demut hinzuwenden, in Demut und Respekt zu lehren, statt sich als protzig predigender Lehrer aufzuführen. Ein demütiger Lehrer des Geistig-Übersinnlichen versteht sich darauf, unterschwellig, unbemerkt zu lehren, zu vermitteln und zu fördern.

Ein solcher Lehrer zu sein oder zu werden, ist eine Mission, die uns alle betrifft. Oft - oder vielleicht immer - ist die Begegnung eine Wechselseitige und oft sind die Beteiligten sich darüber gar nicht im Klaren und es muss auch gar nicht ins Geistig-Übersinnliche hineingreifen. Ihre wechselseitige Arbeit kann allein darin bestehen, sich Vorurteile klar zu machen und sie zu überwinden. Dies fördert die Erkenntnisfähigkeit, wie es zu einem Vorurteil überhaupt gekommen ist, wodurch nicht nur das künftig vermieden wird, was dazu geführt hat. Die Steine im Wege lehren nach und nach, vorsichtiger zu sein, sich dem hinzugeben, was zu Vorurteilen führt. Die Steine mögen der Vorurteile Folgen sein.


Echte und unechte Lehrer

Ein echter Lehrender und ein echter Betrüger zeichnen sich durch gleiche Attribute wie die Ehrfurcht aus, der eine schiebt sie nur gerissen vor, der andere ist's. An dem lernen Wollenden liegt’s, das zu unterscheiden.

Für den Schüler ist’s die Ahnung, die ihn unterscheiden lässt, liegt aber die Ehrfurcht nicht schon in ihm, wird seine Ahnung so unecht, wie der echte Betrüger zum Hochstapler wird.

Ehrfurcht kann äußerlich wie in einer Gebrauchsanweisung stehend nicht gelehrt werden, das Leben lehrt sie, es sind die Wege, die gegangen werden, die Hindernisse, die dort vorliegen, ihr Schmerz ist’s, den sie bringen, er ist’s, der verwandelt Hochmut in Ehrfurcht, wie die edle Perle in der Auster schmerzgeboren ist.

Ein echter Lehrer geht mit seinem Schüler zusammen auf die Suche nach Antworten.



Schriftgelehrtentum o d e r Weisheit ?

Es kann Auskunft bei den Weisheitslehren dieser Welt gefunden werden. Damit ist eine Möglichkeit gegeben, die zu einer äußerlichen Bewusstheit im Sinne der Ausbildung einer denkerischen Ordnung des Seelischen zum Wissen eines intellektuellen Schriftgelehrtentums führt, man weiß dann, was die Lehren über den inneren Weg äußerlich sagen. Dies ist dann wie ein vertrocknetes Knochengerüst ohne Lebendigkeit, das die einzelnen Stufen des seelischen Aufstiegs äußerlich tabellenartig korrekt wiedergibt.

Die andere Möglichkeit, die die echte Ahnung erbringen kann, geht den inneren Entwicklungsweg, den die Tabelle äußerlich beschreibt, der die Gesamtheit der Seele so auszubilden bestrebt ist, in ihren Tiefen das Höhere entwickeln zu können, um auf diesem Weg ein weisheitsvolles Wissen zu erlangen, das in unserer Sprache kurz auch „Weg zur Erkenntnis“ genannt werden kann, andere Kulturen haben dafür Namen in ihrer Sprache.

Allerdings sollte berücksichtigt werden, dass frühere Lehren oder die anderer Kulturen nicht unbedingt dem Bewusstsein des heutigen Menschen entsprechen müssen, sie sind veraltet, sie sind auf einem früheren Stand geblieben. Das aber durchschauen zu können, erweist sich als alles andere als einfach. Ein Beispiel sei dazu genannt: Weiß man den Unterschied zwischen Buddhismus und Christentum oder gibt es keinen? In der Regel ist ein Unterschied nicht bekannt und es wird gemeint, es sich nach anderen Kriterien aussuchen zu können, weil das, was heute als Christentum bekannt ist, als unattraktiv erscheint. - Hier wären also zwei Richtungen, die unvoreingenommen und objektiv zu erforschen und zu vergleichen wären.

Wird beispielsweise das Alte Testament mit dem Neuen verglichen, so ist schon allein an den Ausdruckweisen ihre Verschiedenheit auffallend, auch wenn ihre Inhalte nicht verstanden werden. Zudem fallen schon allein ihre unterschiedlichen Namen auf, die auf einen unterschiedlichen Bewusstseinsstand der Menschheit ab der Zeit, die das Neue Testament beginnen lässt, hinweist. - Etwas Seltsames muss seitdem als großer Einfluss auf das Bewusstsein der Menschheit geschehen sein.



Einige k r i t i s c h e Gedanken
z u m Biblischen


Das Alte Testament

Welchen Sinn haben jene, die die Bibel einst so zusammengesetzt haben, darin gesehen, wie sie es eben gemacht haben? Der Leser findet besonders im Alten Testament ein Pendeln zwischen Aggression und Liebe. Er sucht aber nicht einen womöglich höheren Sinn darin und seine geistig-übersinnliche Beziehung zum NT.


Du sollst nicht töten

Töten zu vermeiden, ist nicht möglich. Also wozu dies Gebot? Es stammt aus dem AT, welchen Sinn soll es gehabt haben und welchen kann es heute noch haben? Die Bedeutung des Tötens ist eine weit reichende. Ein Töten kann vieles im Körperlichen, Seelischen und Geistigen bedeuten. Es wirkt als eine Vorschrift, die aber dem Bewusstsein des Menschen des AT als Gesetz durch Moses gegeben wurde, damit sie wissen, wie sie sich verhalten sollten. Mit dem NT haben die Menschen ein fortgeschritteneres Bewusstsein erhalten. Nicht mehr ein äußeres Gesetz hat Geltung, sondern die Entwicklung der Menschheit hat erbracht, dass es zu einem innerlich Moralischen geworden ist.


Jesus nachfolgen

Jesus sagt, alles verkaufen zu sollen, was man habe, es den Armen zu geben und ihm nachzufolgen. - Hat man nichts mehr, hat man kein Wohlergehen, man stirbt des Hungers.

Dann aber heißt es, es sei christlich, seinen Nächsten lieben zu sollen, weshalb jeder wahre Christ dazu verpflichtet sei, aus Liebe dafür zu sorgen, dass jeder sein Recht auf Wohlergehen bekomme. – Da prallen zwei Gegensätze aneinander.

Alles verkaufen zu sollen und es den Armen zu geben, heißt für den Durchschauenden, alles was man an Höherem weiß, den geistig Armen zu vermitteln. Das ist etwa so wie ein Mathematiklehrer, der sein Wissen zwar lehrend weitergibt, es aber dennoch behält. Hier aber haben wir es mit einem Lehrer des Geistig-Übersinnlichen zu tun. In dem Maße wie jemand zu solch einem Lehrer wird, umso mehr folgt er dem Christus Jesus.


Gedanken zum Kreuzestod

Das Interpretationsmuster der „Christen“ ist das Gejammer um des unschuldig Leidenden und Opfers der Bösen und Ungläubigen, wodurch durch das zu ertragen müssende Leid ein Glück für die Menschen entstanden sei. Die Bösen allein hätten aus ihrer Gesinnung heraus die Kreuzigung vorgenommen. „Gläubige“ können mit ihrem Interpretationsmuster nicht auf den Gedanken stoßen, dass die Kreuzigung notwendig gewesen sei und die schicksalsgemäßen Wege zu einem höheren Zweck dorthin führen mussten. Die Peiniger waren also aus dieser Sicht heraus die Erfüllungsgehilfen.

Wozu ist er denn in Jesus überhaupt eingegangen, wenn doch Jesus allein schon so weisheitsvoll gelehrt haben soll? Ist Christus in Jesus eingegangen, wird das vor allem einem anderen Sinn gedient haben, nämlich die Menschwerdung, des Christus Menschwerdung mit Hilfe des Leibes des Jesus.

Mit dem Kreuzestod ist wichtig zu unterscheiden, dass der Christus gestorben ist, das heißt, damit hatte er die Möglichkeit erhalten, in die Welt des Todes eintreten zu können, die nur einem Wesen zugänglich ist, das sterben kann. Die Leiblichkeit des Jesus stellte daher eine Vermittlungsmöglichkeit dar.

Wozu ist es so wichtig, in die Welt des Todes eintreten zu sollen? Wozu der ganze Aufwand der Taufe am Jordan, wozu drei Jahre in Jesus unnötigerweise herumlaufen und als Abschluss den am Kreuz leidenden Jesus nicht helfen, obwohl er die (scheinbar) jammernden Worte ausspricht: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ - Ein komischer Christus, ein komischer Jesus, eine komische Erzählung (nicht nur) der gesamten Umstände der Kreuzigung! Diese gesamte Komik führt zur Tragik der Unglaubwürdig aller Umstände.

Es muss für den „Sohn Gottes“ einen bedeutungsvollen Sinn gehabt haben, in die Welt des Todes nicht bloß eintreten zu sollen, sondern vielleicht sogar unbedingt zu müssen. Es muss eine Verantwortlichkeit für dieses hohe Geistwesen, für die gesamte göttliche Welt zum geistigen Wohle der Menschheit und ihrer Fortentwicklung vorhanden gewesen sein und hingegen muss die Menschheit dazu eine Reife erlangt haben, um vom Bewusstsein des Alten Testaments ins das des Neuen übergehen zu können. - Es muss geistig an der Zeit gewesen sein, an der richtigen!

In der Welt des Todes muss der Christus einen ungeheuren Einfluss ausgeübt haben.

Die Zeit des Alten Testaments ist vom Neuen im Jahre 1 mit der Geburt des Jesus abgelöst worden. Im Jahre 33 muss mit dem Eintritt des Christus in die Welt des Todes etwas ganz Entscheidendes passiert sein. In der Todeswelt muss ein gewaltiger Einfluss durch dieses Geistwesen entstanden sein, was dort zu entscheidenden Veränderungen geführt haben muss.

Anthroposophie lehrt, dass es davor den Toten ganz anders ergangen sei, als es seither ist.

Oben auf der Erdoberfläche ist es damit zusammenhängend zu einem entscheidenden Wandel des Bewusstseins der Menschheit vom Alten Testament zum Neuen geschehen.

Christus ist beginnend mit der Jordantaufe nicht plötzlich in den ganzen Leib des Jesus eingetreten, sondern in einem drei Jahre andauernden stufigen Prozess, dessen Ende die vollständige Durchdringung der physischen Leiblichkeit ist. Christus nimmt in dem Leib des Jesus zu und Jesus nimmt in ihm ab. Es vergehen in dieser Zeit die Lebenshüllen des Jesus. Und wie Christus in Jesus eingetaucht ist, so tritt er auch aus ihm am Kreuz heraus. Er vergießt sich in einem fortschreitenden siebengliedrigen Stufenprozess, der in den sieben Kreuzesworten ausgesprochen wird, aus der Schale der menschlichen Leiblichkeit.

Das bekannte Kreuzeswort „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, ist eines von diesen sieben und (nicht nur) es wird wie der gesamte Kreuzigungsvorgang im Sinne des Materialismus verstanden, durch den der Gekreuzigte lediglich als ein physisch Leidender gesehen wird, der vor Schmerz irgendwann in höchster Verzweiflung nach „Gott“ rufe. Was der sinnlichen Betrachtung nur als das Erleiden äußerer Qualen erscheint, enthüllt sich für den Durchschauenden als die gewaltigste Heldentat, die jemals auf Erden vollbracht worden ist.

Es ist der allerletzte noch verbleibende Rest des Jesus-Bewusstseins, das schmerzvoll nach dem göttlichen Wesen ruft, das in ihm Platz zugenommen hatte und ihn nun mit dem Abschluss seiner Menschwerdung verlässt.

Das am Kreuz ausfließende Blut ist nicht das des Jesus, sondern das des Christus. Es hat eine ganz andere Wirkung, wenn es auf die Erde fließt und in sie hineinsickert. Damit wird die gesamte Erde, das gesamte Irdische, ähnlich wie eine homöopathische Potenz wirkend, geistig erhöht. Deshalb ist das Symbol dafür der Kreis, für die Erde stehend, in dem ein Kreuz ist, aussehend wie ein Pluszeichen, dessen Enden innen an den Kreis stoßen, das Symbol für diese segnende Erhöhung alles Irdischen, womit eine Wendung vom AT ins NT bewirkt worden ist.

Wenn sich gefragt wird, was das denn für eine Wendung sei, von der man ja nichts merke, so liegt das daran, dass der heutige Mensch sich keine Vorstellung davon macht, dass das Bewusstsein sich mit der Zeit verändert.



Typisches Interpretationsmuster der „Christen“

Im Folgenden wird Markus 16. Vers 14 bis 20 nach den Interpretationsmustern untersucht:

„Wenig später erschien Jesus den elf Jüngern, während sie gemeinsam aßen. Er wies sie zurecht, weil sie in ihrem Unglauben und Starrsinn nicht einmal denen glauben wollten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten.“ 14
In solchem drückt sich die typische Methode der Bibelinterpretation der "Christen". Sie ist derart vorwurfsvoll ausgedrückt, durch die sie unterschwellig meint, die Jünger hätten zwar die Fähigkeit, aber wenden sie wie trotzige Kinder nicht an.
Der Bibeltext wird also als Möglichkeit genommen, um sich berechtigt eine Haltung der Vorwerfens aneignen zu können, um sich mit dieser als den Besseren zu sehen, als solcher in die Welt zu treten und ihr berechtigt Vorwürfe zu machen, wenn sie wie die Jünger nicht an „Jesus“ glaubt.

„Dann sagte er zu ihnen: ‚Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet allen Menschen die rettende Botschaft.“ 15
Es ergibt keinen Sinn, wenn jene mit einer Trotzhaltung nun plötzlich den Auftrag erhalten, der Welt zu verkünden.

"Wer glaubt und sich taufen lässt, der wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, der wird verurteilt werden." 16
Was nur für eine bedrohliche Aussage!

"Die Glaubenden aber werde ich durch folgende Wunder bestätigen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben und in unbekannten Sprachen reden." 16
Was nur für eine protzige Aussage. Ich habe noch keinen kennen gelernt, der sich gläubig nennt, aber solche Fähigkeiten hätte.

"Gefährliche Schlangen und tödliches Gift werden ihnen nicht schaden, und Kranke, denen sie die Hände auflegen, werden gesund." 17
Auch hier hat mir kein "Gläubiger" dies nachgewiesen.

"Nachdem Jesus, der Herr, das gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und nahm den Platz an Gottes rechter Seite ein." 18
Das will wie eine Belohnung für die oberen Aussagen klingen, an der rechten, d. h. an der richtigen und gerechten Seite des Höchsten sitzen zu dürfen.

"Die Jünger aber zogen hinaus und verkündeten überall die rettende Botschaft." 19
Elf von ihnen sind immer noch die Trotzigen geblieben. Außer Bedrohliches und die Köderei als „Gläubige“ unmöglich zu praktizierende Fähigkeiten zu erhalten, ist nichts an sie herangetreten, was sie hätte bewegen können, sich zu "bessern". Es kann nur davon ausgegangen werden, dass sie unter massivem Druck verkünden sollen.

"Der Herr war mit ihnen und bestätigte ihr Wort durch die Zeichen seiner Macht." 20
Schizophrenes soll mit Hilfe des himmlischen Beistands des auf der Erde mit psychischen Methoden arbeitenden Versklavenden der Welt verkündet werden.

Liest man solch Ausdrucksweisen, wundert es nicht, wenn manche solchen verfallen, deren Selbstbewusstsein dem nicht Stand halten kann, die schwache Persönlichkeiten sind und als Folge zum schizophrenen Prediger neigen oder gar schizophren werden. Die Stand Haltenden aber haben die Wahl, ob sie solche Aussagen verwerfen oder durchschauen, wenn’s was zum Durchschauen überhaupt gibt.





G e d a n k e n zur Heiligen Siebenheit

Die Bedeutung des Herzens lässt sich als Grundlage aller weiteren Anschauung esoterisch mit der klassischen siebenfachen Gliederung verstehen, die in den Weisheitslehren dieser Welt eine wesentliche Grundlage ist. Beispielsweise gibt es die sieben Siegel in der Apokalypse oder die sieben Kreuzesworte wie das bekannte: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?", gehört.

Auch das Wesen des Menschen ist in der Schau der Weisheitslehrer dieser Welt esoterisch siebenfach gegliedert. Das Herz (energetisch das Herzchakra) steht dabei genau in der Mitte. Als Mitte hat es seine Aufgabe, zwischen dem Unteren und Oberen zu vermitteln.

Als Vermittler kann nur erfolgreich sein, wenn Weisheit geübt wird. Hier findet sich auch das Prinzip der Tugenden wieder, eine Mitte mit Inanspruchnahme der Extreme zu finden. Allerdings sind untere und obere Chakren unterschiedlich in ihren Qualitäten, die unteren weisen zum Irdischen, die oberen zum Himmlischen. Die Mitte des Herzens lässt die unteren mit den oberen Chakren einander spiegeln. Sie sind zwar spiegelgleich, doch die unteren Chakren sind unedler und ihr Inhalt soll durch den gesteinten Weisheitsweg veredelt werden. Das Veredelte steigt mit Hilfe des vermittelnden Herzens nach oben und fügt sich dort als edler Inhalt ein, die sich unten spiegeln.

Von selbst können die unteren Chakren diese Reinigungsaufgabe nicht vornehmen und können keine Anleitung dazu finden, das macht der Vermittler und er macht's umso besser, je mehr Weisheit er sich erarbeitet hat.

Der materielle Leib der Erde nimmt wie der Mensch an der Transformation ebenso Anteil, wie sie Anteil daran hatte, als der Leib des Menschen materiell geworden ist.


Herztransplantation

Es wird berichtet, dass nach einer Herztransplantation immer wieder ein Gefühl entsteht, von dem man zunächst nicht weiß, woher es kommt, dann aber erahnt wird, es könne nur vom Spender kommen. Z. B. im Halbschlaf könne ein Gesicht gesehen werden, das einen anschaue und etwas mitteilen wolle.

Naturwissenschaft ist zur Erforschung solcher Phänomene nicht die richtige Wissenschaft, um solche Vorgänge erfassen zu können. Dafür muss die richtige Wissenschaft gesucht werden, die die Esoterik ist.

Der Körper würde sofort zerfallen, wenn da nicht etwas wäre, das ihn daran hindert und das ihn seit der Befruchtung aus der Materie heraus bildet, seiner Bildung Leben verleiht und damit den Kreislauf und den Stoffwechsel bewirkt. Ohne dieses Etwas wäre der Mensch sofort tot, sein Körper würde zerfallen und wieder in das Mineralreich zurückgehen.

Bei einer Transplantation geht dieses Etwas vom Organ des Spenders auf den Empfänger über, sodass der Empfänger vom Spender seelisch etwas erspüren kann.

Dieses Etwas hat auch einen Namen, der in den verschiedenen Kulturen anders lautet. Im Indischen heißt es "Linga-Sharira" und im Deutschen nennt es die Anthroposophie "Lebensleib" oder „Ätherleib“.


Was haben die Chakren mit der Bibel zu tun?

Das Herz als die Mitte heißt gleichsam das Ich als die Zentrale des menschlichen Wesens. Die oberen drei Chakren heißen in der christlichen Esoterik „Heiliger Geist“, „Logos“ (oder „Christus“) und schließlich „Vater“. Sie tragen auch Namen gemäß anderer Kulturen, während die Anthroposophie sie als „Wesensglieder“ des Menschen bezeichnet und nennt sie beginnend mit dem Herzchakra: „Ich“ oder („Ich Bin“), „Lebensgeist“, „Geistselbst“ und „Geistesmensch“.



Der W e g der Veredelung

Wie der gesteinte Weg der Veredelung vor sich gehen kann, lehrt die Anthroposophie mit dem Weg vom Unpersönlichen über das Persönliche zum Überpersönlichen:


Egoismus u n d Persönlichkeit

die Unterscheidung von
unpersönlich - persönlich - überpersönlich

Zitate aus der Anthroposophie:

“Immer mehr ist der Mensch fähig geworden, ein selbstbewußtes Wesen zu werden. Das ist nur möglich durch die Kraft des Egoismus, der Selbstsucht. Sie kann göttlich oder teuflisch sein. Diese Worte müssen nicht nach der Empfindung, sondern nach ihrem wahren Kern beurteilt werden. Die Selbständigkeit setzt voraus, daß der Mensch ein egoistisches Wesen wurde.

Mit der Entwickelung des Egoismus hängt zusammen die Form des - scheinbaren - Bewußtseinsverlustes, die wir als Tod im jetzigen menschlichen Leben kennen. In demselben Grade wie sich die Selbstsucht entwickelt hat, hat sich auch der Tod entwickelt. ... Unser jetziges Sterben und Wiedergeborenwerden ist gekommen, damit wir unser jetziges Ich-Bewußtsein haben können. Egoismus und Tod sind zwei Seiten derselben Sache. Das Höhere der menschlichen Natur ist so, daß es den Egoismus überwindet, sich zu dem Göttlichen hinaufarbeitet und damit den Tod überwindet. Je mehr ein Mensch den höheren Teil in sich entwickelt, desto mehr entwickelt er das Bewußtsein seiner Unsterblichkeit. In dem Augenblick, wo der Mensch egoistisch geworden ist, ist er auch eine Persönlichkeit geworden. ... Die Persönlichkeit ist dasjenige, was die drei Leiber - physischer Leib, Ätherleib und Astralleib - vom ich durchstrahlt sein läßt. Das kann auch unklar, schattenhaft sein - und wenn dies der Fall ist, so ist der betreffende Mensch eine schwache Persönlichkeit.“


Überwindung des Unpersönlichen

“Schwache Persönlichkeiten sind solche, die mehr darauf gerichtet sind, daß man ihnen gibt, als daß sie geben und etwas tun. … Es kommt darauf an, ob wir das Persönliche durch das Unpersönliche oder durch das Überpersönliche ersetzen.

Was heißt, sich überwinden durch das Unpersönliche? Das heißt, die starke Kraft abschwächen, die Energie der Persönlichkeit zurückdrängen wollen. Das würde dann unpersönlich sein. Überpersönlich würde in gewisser Beziehung genau das Gegenteil der Fall sein. Es würde die Erhöhung der Energie der Persönlichkeit sein, die Hervorkehrung der starken Kräfte der Persönlichkeit.“


Kollision bringt Höherentwicklung

“Das Ich finden wir in der Seele, und darin erstens das Mutartige, zweitens das Begehrliche und Begierdenhafte der Seele. Auf diese zwei Dinge läßt sich im Grunde genommen alles im Seelenleben zurückführen. Die Dinge erfahren da eine verschiedene Behandlung. Und diese verschiedene Behandlung rührt von Folgendem her: Der Mensch gibt sich nicht genügend Mühe, das Höhere aufzunehmen. Er entwickelt sich dann wohl weiter, aber das Niedere entwickelt sich, das Mutartige und Begierdenhafte entwickelt sich im rohen Stil. Wenn er einfach abschwächen würde, so wäre das eine Kultur des Unpersönlichen. Der Mensch würde das Aktive verlieren. Das Tätige, dasjenige, was den Menschen zu einem Menschen macht, der unter die anderen geht und das tut, wozu er fähig ist, das bringt in gewisser Beziehung einen solchen Menschen immer in Kollision mit anderen. Und er muß in Kollision kommen, wenn er sich zu etwas berufen glaubt.“


Veredelung der Begierden

“Man kann auch seine Begierden abtöten. Dadurch wird aber die Persönlichkeit farblos. Man kann indessen auch etwas anderes tun: Man kann sie veredeln. Man braucht sie nicht in ihrer Stärke abzutöten. Man kann sie auf höhere Gegenstände richten. Dann braucht die Persönlichkeit nichts von ihrer Stärke zu verlieren, und dennoch wird sie edler und göttlicher. Man braucht die Begierden nicht abzutöten, sondern nur umzuwandeln in feinere und edlere Begierden, dann können sie in derselben Vehemenz sich ausleben. Ein Beispiel: Denken Sie sich einen Tingeltangel. Der, welcher nicht hingeht, braucht deshalb noch kein Asket zu sein. Er hat nur die niederen Begierden in höhere umgebildet, so daß er sich im Tingeltangel nur langweilen würde.“


Begierde aufs Geistige richten

“… Es handelt sich also vor allem darum, daß höhere Interessen geweckt werden. Solche Interessen ergreifen den Menschen schon. Er braucht seine Gefühle gar nicht herabzudämpfen, sondern er wendet sie dann auf das höhere göttliche Werden an, auf die großen Weltentatsachen. Wenn wir unsere Gefühle darauf hinlenken, verlieren wir zwar das Interesse für die brutale Seite des Lebens, aber unsere Gefühle werden dadurch nicht abgestumpft, sondern sie werden reich, und die ganze Natur des Menschen entzündet sich daran. Hat ein Mensch viel übrig für einen guten Schweinebraten, so geht es nicht darum, sein Gefühl für den Schweinebraten zu ertöten, sondern dieses Gefühl umzuwandeln. ... Dieselben Gefühle, die der eine für die Symphonie des Mahles hat, verwendet ein anderer für eine wirkliche Symphonie. Predigen Sie die Überwindung der Begierde und Aktivität, dann predigen Sie das Unpersönliche. Zeigen Sie aber den Weg, der dazu führt die Begierde auf das Geistige zurichten, dann verweisen Sie auf das Überpersönliche. Und dieses Überpersönliche muß das Ziel der theosophischen Bewegung sein.“


Blick auf größere Zusammenhänge werfen

“Die Geisteswissenschaft soll und will nicht Stubenhocker und Sonderlinge erziehen, sondern sie will Menschen der Tat, wirkende Menschen hervorbringen, die hinaustreten in die Welt. Wie kommen wir zum Überpersönlichen? Nicht dadurch, daß wir uns ins Persönliche hineinfressen, sondern daß wir das Wahre, Große und Umfassende ergreifen. Deshalb ist es nicht unnötig, wenn in der Theosophie der Blick für die großen Zusammenhänge des Daseins gepflegt wird. Wir wachsen dadurch über das Kleine hinaus und lernen die Dinge nicht unpersönlich, sondern überpersönlich nehmen.“

aus: Rudolf Steiner, Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft
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