Systemisches Hochzeitsritual

Würdest du ein zusätzliches systemisches Hochzeitsritual nutzen?

  • Ja - ich würde es selbst nutzen.

    Stimmen: 3 15,8%
  • Ja - interessant, ich würde es aber selbst nicht nutzen. (z.B. weil schon verheiratet)

    Stimmen: 2 10,5%
  • Nein - ich würde das auf keinen Fall nutzen

    Stimmen: 11 57,9%
  • keine Meinung

    Stimmen: 3 15,8%

  • Umfrageteilnehmer
    19
  • Umfrage geschlossen .

Christoph

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15. Januar 2004
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Liebe MitschreiberInnen,

Zeus hat mich auf eine Idee gebracht und ich möchte gern eure Meinung dazu wissen:

Wie wäre es, als Alternative oder Ergänzung zur kirchlichen Heirat und in Ergänzung der standesamtlichen Trauung ein Hochzeitsritual zu erleben, bei dem z.B. der ausdrückliche Segen aller lebenden (von selbigen live und von den toten evtl. vertreten durch Stellvertreter) Vorfahren beider Partner, wie auch ihrer früheren Lieben eingeholt wird? (U.U. wäre eine vorherige Familienaufstellung zu dem Thema angeraten, damit diese bewegung möglich ist).

Würdet ihr so etwas nutzen, wenn es das Angebot gäbe?

Ich bin gespannt auf eure Antworten und Abstimmung.

Herzlich
Christoph
 
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I

Indie

Guest
Hallo,


tja, da musste ich schon mal einen Moment nachdenken um das in Worte zu fassen was vor meinem geistigen Auge so alles entstand:

Wie wäre es, als Alternative oder Ergänzung zur kirchlichen Heirat und in Ergänzung der standesamtlichen Trauung ein Hochzeitsritual zu erleben, bei dem z.B. der ausdrückliche Segen aller lebenden

kirchliche Hochzeit:
Für mich stellt es bereits ein Ritual dar.
-Die zwei welche hier vor Gott stehen....
-Wer etwas dagegen zu sagen hat, soll jetzt sprechen oder für immer schweigen
-In guten wie in schlechten Tagen
-Achtet und liebet einander
-Mit Gottes Segen

Für mich ist damit bereits alles gesagt. Allderdings bedeutet für mich Gottes Segen etwas was von allen kommt, da nach meinem Weltbild alles miteinander verknüpft ist, sowie ich Teil eines Ganzen bin.
Sich gegenseitig zu achten sagt gleichfalls alles.
In guten wie in schlechten Zeiten - erinnert mich an das Buch von Jirina Prekop - nicht zu früh aufgeben und auch etwas für die Beziehung tun.
(Was selbst Pastoren gerne erwähnen :) )

Weiterhin bin ich der Ansicht, das Energie der Aufmerksamkeit folgt.
Erklärung:
Wenn nun mir etwas hinderliches in der Aufstellung begegnet, einer der eben kein Segen geben will/kann, würde hinderlich sein ? Obwohl es lediglich ein Stück persönlicher Geschichte ist, und nichts mit der Hochzeit zu tun hätte?

Dann frage ich mich, ob es überhaupt notwendig ist, v o r einer Heirat b e i d e Familien zu befragen ?
Hat nicht jeder seine eigene ?
Müsste nicht jemand, der meint "Balast" mithineinzubringen diesen für sich selbst klären ?
Ich denke da an den Aufsteller bei dem ich war, welcher sich weigerte bei einem Mann mit der Familie der geschiedenen Frau wegen dem Kind aufzustellen, denn er habe sich auf seine Beziehung zu ihr, dem Kind und seiner Familie zu beschräken. Was ich sehr annehmbar fand.

Zudem überlege ich, o b der Segen von allen wichtig werden würde, wenn doch Liebe da ist ?
Denn es gibt auch Konstellationen bei z.B. Ebenenwechseln in Familien, da kann der Segen auch mal ausbleiben.

Ehrlich, ich weiß nicht, mein Bauchgefühl sagt dazu njet, obwohl ich Familienaufstellungen als gute Methode erachte.

Mir fällt dazu ein Satz : Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Und totale Gewissheit, Sicherheit, einfach durch eine vorherige Aufstellung, erinnert ich schon fast an die Garantieerklärung meiner Kaffeemaschine.

Soweit meine Gedanken.

Grüße
liebe
 

Christoph

Neues Mitglied
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Hallo Liebe,


also ich wollte mir nicht anmaßen da in Kirchliches einzugreifen. Und eine Sicherheit vorgaukeln auch nicht. Nur damit das klar ist. Aber ich teile auch nicht die Gottesvorstellungen. Und im Namen dessen, was hinter allem steht, kann ich nicht sprechen.

Und selbstverständlich: wer nicht wagt, der nicht gewinnt bzw. jeder muss das Seine klären. Es war auch so nicht gemeint.

Ich hatte einfach ein Bild vor Augen, wie beide mit geklärtem Vergangenen - ohne dass man den Anspruch an den Anderen diesbezüglich haben könnte, weil das wäre kein Nehmen, wie der ist - einander gegenüber stehen oder nebeneinander und den Segen aller empfangen. Natürlich geht das nur, wenn alle im System gewürdigt sind und Verstrickungen der beiden gelöst. Das ist klar.

Und da sah ich große Kraft - keine Garantie natürlich.

Liebe Grüße
Christoph
 

Moonlight 08

Mitglied
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188
Lieber Christoph,
interessanter Gedanke....mein Mann und ich möchten gerne..in 4 Jahren zu unserer Silberhochzeit noch einmal heiraten....und da dies ja nun nicht so geht..wäre das eine sehr interessante Alternatieve....Da wir ja nun noch etwas Zeit haben..
Eigentlich wollten wir zu dem Zeitpunkt in Amerika unser Glück versuchen..denn in Amerika ist ja alles möglich , aber vielleicht sollten wir dann wohl doch mal nach Kiel kommen... :)
Lieben Gruß Moonlight 08
 

jake

Sehr aktives Mitglied
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Hi Christoph!

Also meine erste Reaktion war spontane Aversion. Damit würde m.E. die Aufstellungsarbeit sich auf eine Ebene mit Religonsgemeinschaften stellen. Das "Ahnenritual" hätte dann einen quasi-sanktionierenden Charakter... ich weiß schon, die Brautleute holen sich selber den "Segen" ihrer Ahnen, aber das ist ja z.B. auch im krichlichen Trauungsritus so... da "spendet" nicht der Priester die Ehe, sondern die Brautleute schließen sie selber, und der Priester assistiert nur dabei.

Nein, es wäre Wasser auf die Mühlen aller, die schon jetzt hinter dem Aufstellen eine Sekte vermuten. Und ich möchte gern alles tun, um das systemische Stellen als Methode frei zu halten von religiösen, pseudo-religiösen oder quasi-religiösen Implikationen. Ich denke, auch Hellingers Weigerung, sich auf Aussagen über das Numinose einzulassen, und seine Konzentration auf das Phänomenologische wären schwer mit einem "systemischen Ehebündnis" - oder was immer das sein sollte - zu vereinen. Es wird ja auch der Begriff "Seele" bei ihm nicht im kirchlich-religiösen Sinn verwendet (wo umgekehrt die Idee systemischer Seelenebenen kaltes Grauen hervorruft...).

Viel halte ich hingegen davon, wenn jemand sein eigenes systemisches Eingebunden-Sein vor, zwischen, während, nach diversen Bindungs- und Beziehungsversprechen bearbeitet. Das tun die, die es zu schätzen wissen, ohnedies.

ich meine: geben wir dem pfarrer, was des pfarrers ist, und dem aufsteller, was des aufstellers ist...

alles liebe, jake
 
I

Indie

Guest
Hallo,

wie beide mit geklärtem Vergangenen - ohne dass man den Anspruch an den Anderen diesbezüglich haben könnte, weil das wäre kein Nehmen, wie der ist

was mir noch dazu einfällt, ein geklärtes Vergangene ist auf jeden Fall immer gut

Ich persönlich sehe keinen Anspruch an den anderen - achso - indem ich niemanden vertrete ? Für mich wieder Garantieerklärung, das könnte sich ja auch im Laufe der Zeit entwickeln, indem Sinne weil sich die Familienumstände ändern

Muss man sich nicht immer ein wenig revidieren ?

Die Kernaussage: geklärte Vergangenheit , ist auch ohne Hochzeit wichtig :)
Und das gäbe eine große Kraft.

Meiner Ansicht nach, macht das besser jeder für sich mit seiner Familie aus.
Aber das ist lediglich meine Sicht der Dinge.

Grüße
liebe

PS: Mir fällt eine Szene bei einer Aufstellung ein, es ging um Eltern einer Aufstellenden, der Vater hatte so eine väterliche Haltung gegenüber der Mutter, sie eine ganz anhimmelnde - fast wie eine Tochter. Auf die Frage, wie sie sich fühlen antworteten beide mit gut, und liebe zum Anderen. Ich merkte kurz, wie er kurz vor der Frage etwas zu der Aufstellenden sagen wollte, genau dieses Bild zu erklären beabsichtigte, aber ich merkte wie er sich durch seine Frage vergewisserte, und er die Erklärung fallen ließ. Es hatte mit der Aufstellenden nichts zu tun, es waren liebende Eltern, sie waren so wie es sich zeigte superzufrieden. Auch wenn sie nun verstrickt gewesen waren.
Das fand ich einen interessanten Aspekt. Denn es zeigt sich später etwas ganz anderes.
 

Ninja

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Hallo Christoph!

Du möchtest gerne unsere Meinungen dazu wissen, also, ehrlich gestanden, mein Mann und ich hätten so ein Ritual bei unserer Hochzeit nicht gewollt.

Liebe Grüße
Ninja
 

Raider

Neues Mitglied
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27
Ich persönlich wurde ein Ritual garnicht schlecht finden.
Wenn der Lebenspartner auch damit einverstanden ist.
Die meisten kirchlichen Ehe,werden nur traditionel gefeiert,wegen denn sogenanten Leuten,
Denn kaum einer will in einer kleinen Gemeinde aus der Reihe tanzen.
In der Großstadt sieht es bestimmt besser aus.
(meine persönliche Meinung) Möchte keinen auf den Fuß tretten.

Raider
 

Eberesche

Sehr aktives Mitglied
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14. Mai 2004
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2.176
Ort
vielleicht ein bisschen näher dran
Hallo Christoph,
wenn das so vollzogen werden würde, könnte es dann auch unter Umständern der Fall sein, daß die beiden nicht mehr zusammen sein sollen oder zusammen passen? Man soll sich dadurch ja den "gemeinsamen" Weg ebnen, könnte etwas in der Aufstellung dagegensprechen? Ich habe schon einmal gehört, daß einige bevor ein Baby kommt Familienaufstellungen machen um dem Kind den Weg freizumachen. Ich frage mich, ob das sinnvoll ist - aus o.g. Gründen
*nachdenkliche* Tarot
 
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