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Sekten und die Phasen der Indoktrination

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von Amant, 24. Oktober 2018.

  1. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. Februar 2012
    Beiträge:
    7.646
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    Hi Forenleser! :)

    Zum Thema Sekten stösst ja immer wieder mal etwas auf, daher würde ich gerne heute einen Faden zur Diskussion eröffnen, die sich frei mit dieser Thematik kritisch und sachlich sowie personenungebunden auseinandersetzt. Es geht um die Phasen der Indoktrination beim Tapsen in die Sektenfalle.

    Dazu habe ich mal eine Hausarbeit aus dem Fach Soziologie / Religion herausgesucht (Autor Andreas Schulze), die ich nur in kurzen Auszügen zitiere, um einen Beginn zu machen:

    Was ist eine Sekte?


    Das Wort "Sekte" leitet sich vom lateinischen "secta" (Richtung, Richtlinie) ab. Als Sekte wird also eine Abspaltung einer vorherrschenden oder bestehenden Religionsgemeinschaft verstanden. In der frühchristlichen Zeit galten die Christen aus der Sicht der Juden als Jüdische Sekte. Das Wort "Sekte" ist ursprünglich neutral, also frei von jeder Wertung!

    Gruppen die man heute als Sekte bezeichnet weisen, trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und Lehren, fast alle die folgenden Merkmale auf:

    - Sie behaupten als einzige ein "Rettendes Rezept" zu haben, mit dem sie "jetzt und hier" sowohl die Probleme des Einzelnen als auch der gesamten Menschheit zu lösen in der Lage sind. Dabei fällt auf, daß die Versprechen absolut sind: z.B. "absolutes" Glück , "wahrer" Frieden, "vollkommene" Gesundheit.
    - Es ist immer eine Führung vorhanden, welche aus einer Person ( Vereinigungskirche ) oder mehreren Personen ( Zeugen Jehovas ) besteht. Dieser Führung ist unbedingter Gehorsam zu leisten. An ihren Entscheidungen ist keinesfalls zu zweifeln oder Kritik anzumelden.
    - Ein weiters Merkmal von vereinnahmenden Gruppen und Sekten ist die Indoktrination (ideologische Beeinflussung, in eine bestimmte Richtung drängen). Der Unterschied zwischen einer Gehirnwäsche und der Indoktrination ist, daß eine Indoktrination freiwillig verläuft.
    - Die nur zum Teil übernommene Lehre der Abstammungsreligionen werden verfälscht, einige Schriften oder zusätzliche Offenbarungen mit hoher Verbindlichkeit zugefügt. · Mangelnde Dialogfähigkeit und -bereitschaft mit den Kirchen und anderen religiösen Gemeinschaften
    - Auffallend ist auch die aggressive Werbung, geistige Enge, Intoleranz und Fanatismus · Distanzierung von der Gesellschaft.

    https://www.grin.com/document/94975

    Besonders fällt dabei auf, dass eine sachliche Auseinandersetzung eigentlich nie möglich ist, weil eine sofortige Abwehr in dieser Art: "Du kannst das gar nicht beurteilen, musst erstmal selbst alles durcharbeiten" von den Anhängern idR als Schutzwall verwendet wird. Bis hin zu "ich bete für dich und sehe zurzeit ganz schwarz, wenn du deinen Weg nicht änderst." Übergriffigkeit sondergleichen nenne ich das. Selbst missionierende Freikirchler können es aus meiner persönlichen Erfahrungen mit ihnen nicht lassen, einem Gottes Segen zu wünschen, für einen zu beten, zu animieren teil zu nehmen an den Veranstaltungen und eine Kommunikation fernab davon ist tatsächlich so gut wie nicht möglich. "Ich bin durch Gott oder Jesus, der in mein Leben trat, zum Glauben gekommen und es ist nun mein Auftrag Zeugnis zu geben."

    Habt ihr selbst derartige Erfahrungen gemacht? Hat jemand vielleicht auch selbst Gotteserfahrungen gemacht und wie hat sich das in seinem/ihrem Leben ausgewirkt? Wurde der Missionierungs-Auftrag gleich mitgeliefert? :(:whistle:

    Und jetzt würde ich mich freuen, wenn wir sachlich diskutieren und den möglicherweise einfallenden Missionaren nicht den Raum hier dafür geben, sondern falls nötig, sie einfach ignorieren. :D

    Die Themen "Erleuchtung" "Satori" "Samadhi" können jederzeit gerne hier eingebracht werden.
     
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  2. Erutaner

    Erutaner Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. Mai 2018
    Beiträge:
    1.538
    Also ...

    Ich finde, dass Konzepte aus dem "Sekten-Konzept" auch in vielerlei angeblich "spirituellen" Gesinnungen anzutreffen sind, natürlich mit angepasster Wortwahl,
    der Spitzenreiter ist wohl "ganzheitlich", danach folgen "wahrhaftig" oder gleichbedeutend sowie pauschal formulierte Erkenntnisse über angebliche Geheimnisse.
    Bei genauerer Betrachtung verliert sich aber oft manche suggerierte umfassende Bedeutung von Worten in Phrasen, ungreifbaren Beispielen oder Einzelfällen.

    Bei allen gleich ist wohl der schon genannte Fanatismus, also die deutliche Ausprägung von Konzepten die über eine sachliche Betrachtung oft weit hinaus geht.
    Und natürlich das Angebot oder der Drang zu einer Zugehörigkeit, das ist wohl sehr häufig in allen Bereichen eine gut funktionierende Marketing-Maßnahme,
    denn es gibt genug enttäuschte Seelen die nach Aufmerksamkeit dürsten und viel oder alles dafür tun, manchmal auch unbewusst.

    Fraglich ist, warum es bei "Sekten" eine so deutliche Abgrenzung von bestehenden Religionen gibt, denn auch dort wirken so manche Grundlagen vergleichbar.
    Es gilt wohl das Motto, bestehendes ist erlaubt bzw. koscher, alles andere ist zunächst fragwürdig, schon um es politisch korrekt zu klassifizieren und die
    bestehende Ordnung nicht zu gefährden. Die Christianisierung bspw. soll ja nicht umsonst gewesen sein?

    Mit konkreten Übertreibungen werden nach meiner Erfahrung manchmal auch jene Seelen gefangen, die so verzweifelt sind, dass sie nach jedem Strohhalm
    die aus Plastik sind ja bald verboten;) greifen.
    Vor allem Menschen, die nennenswert traumatisiert sind - und davon gibt es sehr viele - sind besonders empfänglich für Veränderungen, auch wenn diese
    sehr ungewöhnlich ist oder eine deutliche Veränderung von bisherigen Gewohnheiten erfordert.
    Der Fanatismus wird dann zum neuen Ideal und wie schon beschrieben, werden oft gleich Argumentationen und Schutzworte zur Abgrenzung mitgeliefert,
    die zuvor beschriebene "Freiwilligkeit" ist auch in diesem Zusammenhang zu sehen - wie stark der freie Wille momentan tatsächlich praktizierbar ist.

    Tja, es gibt wohl sehr vielseitige Seelenfängerei - auf allen Ebenen - und in allen Bereichen sowie nicht nur, aber eben auch schwarze Schafe.
    So, Gotteserfahrungen. Ja, habe ich gemacht. Aber bei der Rückkehr wäre ein Sprungtuch hilfreich gewesen, das hätte den Aufprall evtl. noch abfedern können.
    Seit dem kann ich besser einschätzen, wie nützlich eine möglichst dauerhafte Ausgeglichenheit ist. Wer hoch fliegt kann tief fallen. Nix Neues.
    Letztlich ist wie überall die Gewohnheit ein hohes Risiko - durch Wiederholungen verliert sich oft eine klare, objektive Betrachtung.

    So, vielleicht ist ja etwas dabei, was gereicht, den Thread zu fördern. Würde mich freuen, wenn hier noch verschiedene Ansichten verdeutlicht werden. :)
     
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  3. *Eva*

    *Eva* Sehr aktives Mitglied

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    Ich habe mich eine Zeit lang sehr intensiv mit Scientology beschäftigt, da mich einige Dokus darüber sehr aufgewühlt haben.
    Wie schon von euch beschrieben, ist es die absolute Verzweiflung, die Menschen in die Arme von Sekten treibt. Allerdings sind ähnliche Heilversprechen, wie ihr schon erwähnt habt, auch von den Kirchen zu hören. Nur gibt es da keine finanzielle Abhängigkeit, wenigstens.
     
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  4. Solis

    Solis Guest

    Zu einer Abspaltung kommt es ja, wenn eine neue Idee, wenn neue Gedanken entstanden sind, die dort nicht gefallen, wovon man sich (genötigt) abspaltet.
    Abspaltung ist gerade deshalb notwendig, weil Neues von einem Teil als Besseres gesehen wird, aber nicht anerkannt wird.
    Fanatismus kann sich ja auf beiden Seiten einfinden. Vielleicht ist eine Abspaltung nötig, um dem Fanatismus der größeren Gruppe zu entgehen.
     
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  5. Solis

    Solis Guest

    Für gewöhnlich werden so genannte Sekten als etwas Schlechtes gesehen. Aus meinem Beitrag 4 gehen Gedanken hervor, die eher dagegen sprechen, aber nicht dagegen sprechen müssen.
    Mit Berichten jeder Art - so auch über Scientology - bin ich sehr zurückhaltend in meiner Beurteilung. Einmal wurde ein "Bericht" gesendet, wie Scientologen ein TV-Team aus ihren Räumen rausgeworfen haben sollten. Gezeigt wurde aber nicht, wie das Team sich Zutritt verschaffen wollte oder hatte. Vielleicht aber haben die Scientologen ganz rechtens vom Schutz ihrer Privatsphäre Gebrauch gemacht ...
     
  6. *Eva*

    *Eva* Sehr aktives Mitglied

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    Ich kann mich nur auf Berichte und Bücher dazu äußern, da ich niemanden persönlich kenne.
     
  7. Solis

    Solis Guest

    Und da ist es eben fraglich, wie objektiv berichtet wird.
    Aufwühlen würde mich eher, wenn ich mangelnde Objektivität in den Dokus bemerke. Nur ist das nicht immer so leicht zu erkennen, weshalb ich lieber zurückhaltend mit dem Urteilen bleibe. Deshalb habe ich vor Scientologen auch keine Angst und bin ihnen gegenüber neutral.
     
  8. *Eva*

    *Eva* Sehr aktives Mitglied

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    Das ist auch nicht nötig, wenn man nichts damit zu tun hat.
     
  9. *Eva*

    *Eva* Sehr aktives Mitglied

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    Vielleicht meldet sich jemand aus dem Forum, der schon persönlich involviert war oder ist. Bei so vielen Usern durchaus möglich.
     
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  10. Solis

    Solis Guest

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    Komische Antwort! Vielleicht habe ich mit ihnen ja zu tun gehabt?

    Auch hier bin ich sehr zurückhaltend in der Beurteilung der Einschätzung eines "Involvierten", denn auch hier ist es eine Frage der Objektivität.
     
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