Land der Nebel

Schuscho

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20. Dezember 2011
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Nähe Ffm
immer wieder wird es nacht
Und die Angst, sie fesselt
ausgeliefert, unbewacht
Von Gewissheit eingekesselt

Die ungeliebte Sicherheit
sie weiß, es wird geschehn
Mit Furcht und völlig ungefeit
wird sie bar hier stehn

und jedes Mal, sie ist allein
er kommt, mit ihr zu spielen
es wird auch heut nicht anders sein
und leise knarr'n die Dielen

sie flieht ins Land der Nebel
die Grenze ist ganz nah
Zöllner nick und drück den Hebel!
Immer öfter war sie da

Irgendwann, da blieb sie dort
es war zwar kalt und feucht
doch kam sie so für immer fort
so ist sie ihm entfleucht
 
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Schuscho

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Noch mal etwas ganz anderes ... :)

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"Und warum?"
Der Knirps legte den Kopf in den Nacken um den Totengräber ansehen zu können.
Er musste ein wenig blinzeln, denn die Sonne stand hoch hinter dem Alten,
an diesem Augustmittag.

"Weils schon immer so war," Schnaubte der zurück.
Dabei stützte er sich mit der Linken auf seinen Spaten und machte widerwillig
eine Pause.
Die rechte Hand kratze an seinem Nacken herum und das schabende Geräusch,
dass seine langen, mit Erde beschmutzen Fingenägel auf der borstingen Haut machten,
war unverhältnismäßig laut und setzte sich derb vom Vogelgezwitscher in der
Umgebung ab.

"Aber das ist doch keine Antwort!" Insistierte der Knirps.

"Wenns keine wäre, hätte ich nicht damit antworten können, oder?" Der Totengräber
war genervt und setze seine Arbeit fort.

Der Kleine sah wieder blinzelnd in die Sonne, dann stämmte er die Hände in die
Hüfte und seufzte energisch.
"Aber kennst du denn den Grund nicht, warum du Menschen vergräbst wenn sie tot sind?"

"Das was hier getan wird, muss getan werden. Hier hat die Vergänglichkeit ihren Platz."
Murmelte er ohne seine Arbeit zu unterbrechen.

Der Knirps senkte seinen Blick in das Loch, das langsam die Formen eines Grabes annahm
und schob gedankenverloren ein paar Brocken Erde wieder zurück.

Schließlich sah er wieder zu dem hageren, faltigen Mann mit den kantigen
Gesichtszügen.
"Aber warum tust ausgerechnet du das?"

"Du nervst mich! Lass mich hier in Ruhe arbeiten und verschwinde von meinem Friedhof!"

Der Knirps drehte sich um, steckte die Hände resigniert in die Taschen seiner schmuddeligen
Hose und kickte mit dem Fuss einen Stein weg, der direkt vor ihm lag.

Der Alte sah aus dem Augenwinkel wie der Kleine seufzend die Schultern zuckte, als er
von dannen zog. Immer wieder irgend etwas vorsich herkickend näherte sich der Knirps der Friedhofsmauer
und der Totengräber verlor ihn bald aus den Augen.

Als der Kleine schon eine Weile weg war und das Grab fast fertig, stütze er sich mit
seiner Linken auf den Spaten und machte widerwillig eine Pause.
Mit der rechten Hand kratze er sich im Nacken.

"Mh, warum...?", grummelte er vor sich hin.
 
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